Billy Wilder
Billy Wilder (anfangs Billie Wilder, * 22. Juni 1906 in Sucha (heute Sucha Beskidzka), Galizien, Österreich-Ungarn (heute Polen), als Samuel Wilder; † 27. März 2002 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent österreichischer Herkunft.
Wilder wirkte stilbildend im Bereich Filmkomödie und -drama und erreichte als Regisseur und Drehbuchautor von Komödien wie Manche mögen’s heiß und Das Mädchen Irma la Douce als auch dramatischen Filmen wie Das verlorene Wochenende, Sunset Boulevard (Boulevard der Dämmerung) oder Zeugin der Anklage überzeitliche Bedeutung. Sein Werk umfasst mehr als 60 Filme, die in über 50 Jahren entstanden. Er wurde als Autor, Produzent und Regisseur einundzwanzig Mal für einen Academy Award („Oscar“) nominiert und wurde sechs Mal mit einem Oscar ausgezeichnet. Allein bei der Oscarverleihung 1961 wurde er als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur des Films Das Appartement dreifach ausgezeichnet. Damit gehört er zu dem elitären Kreis von nur sieben Regisseuren weltweit, denen das gelungen ist.[1]
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Leben und Werk [Bearbeiten]
Herkunft [Bearbeiten]
Samuel Wilder war der Sohn jüdischer Eltern. Sein Vater Max Wilder betrieb in Krakau das Hotel City sowie mehrere Bahnhofsrestaurants in der Umgebung. Die Mutter rief den Sohn von jeher „Billie“. Samuel Wilder nannte sich daher „Billie Wilder“ – der Nachname deutsch ausgesprochen. In den USA änderte er die Schreibweise dann zu „Billy“.
Während des Ersten Weltkriegs zog die Familie 1916 aus Angst vor der herannahenden russischen Armee nach Wien. In seiner Jugend in Wien war er eng mit dem späteren Hollywood-Regisseur Fred Zinnemann befreundet, mit dem er zeitweise in dieselbe Klasse (Privatgymnasium Juranek im 8. Gemeindebezirk) ging und mit dem er ein Leben lang Kontakt hielt. Nach seiner Matura ergriff Wilder den Beruf eines Reporters. Er arbeitete für die Wiener Boulevardzeitung „Die Stunde“. Als er 1926 den Jazzmusiker Paul Whiteman interviewte, war dieser von ihm so begeistert, dass er ihn einlud, nach Berlin mitzukommen, um ihm die Stadt zu zeigen. Eine Woche später kam heraus, dass „Die Stunde“ Wiener Geschäftsleute und Prominente mit der Drohung erpresste, unvorteilhafte Artikel über sie zu veröffentlichen. Die Angelegenheit wurde zum größten Medienskandal der Ersten Republik in Österreich, und Wilder beschloss, in Berlin zu bleiben und für eine andere Zeitung zu arbeiten.
In Berlin [Bearbeiten]
In Berlin-Schöneberg erinnert am Haus Viktoria-Luise-Platz 11 eine Gedenktafel an Wilder. Zu dieser Gedenktafel findet sich in Hellmuth Karaseks Wilder-Hommage Nahaufnahme folgende Anekdote: „Einmal (1987) kamen wir auch, es war abends, an dem Haus am Viktoria-Luise-Platz 11 vorbei. Wilder zeigte nach oben: „Dritter Stock. Familie York-Schulz. Eineinhalb Jahre. Ein winziges Zimmer mit düsterer Tapete. Wand an Wand mit einer ständig rauschenden Toilette.“ Wilder erzählte mir, wie er einen Abend zuvor zusammen mit seinem Freund, dem Filmproduzenten Willy Egger, eine Marmortafel an ebendiesem Haus entdeckt habe. Er zeigte sie mir: „Dort!“ – „Und man hat mich nicht einmal um Erlaubnis gefragt“, habe er, halb geschmeichelt, halb entsetzt zu Egger gesagt. Egger und er traten näher. Auf der Tafel stand [Text siehe Abb.]. Egger versuchte ihn zu beschwichtigen. Aber Wilder sagte nur: „Dabei hätte ich ihnen, um die Wahrheit zu sagen, die Erlaubnis gegeben.“ Wilder wohnte hier 1927 zur Untermiete in einem winzigen Zimmer, hier begann auch seine Filmkarriere „als nämlich eines Nachts Herr Galitzenstein, Direktor der Maxim-Film, in Unterhosen in Wilders Zimmer stand, weil er aus dem Schlafzimmer der Nachbarin die Flucht ergreifen musste und darum gar nicht anders konnte, als Billy Wilders erstes Drehbuch zu kaufen“.[2]
Als Ghostwriter für bekannte Drehbuchautoren wie Robert Liebmann und Franz Schulz konnte Wilder sich neben seiner Tätigkeit als Reporter eine zusätzliche Einkommensquelle erschließen. So trug er seinen Teil zu dem Filmklassiker Menschen am Sonntag (unter anderem mit Curt Siodmak, Robert Siodmak, Fred Zinnemann und Edgar G. Ulmer) bei. Alle Beteiligten an diesem filmischen Zeitdokument aus Berlin waren damals noch Filmamateure. Gemeinsam mit Erich Kästner schrieb er 1931 das Drehbuch für Emil und die Detektive, der Erstverfilmung von Kästners Roman – damals noch als Samuel Wilder.
Emigration und Arbeit in den USA [Bearbeiten]
Unmittelbar nach der Machtergreifung der NSDAP und dem Reichstagsbrand floh Wilder 1933 nach Paris, wo er sich als Ghostwriter für französische Drehbuchautoren seinen Lebensunterhalt verdiente. Hier inszenierte er auch seinen ersten Film.
1934 konnte er, von Joe May mit einem Besuchervisum ausgestattet, in die USA einreisen. Hier nannte er sich jetzt „Billy“ und wurde 1936 von der Paramount Pictures unter Vertrag genommen. Er schrieb die Drehbücher zu Komödien wie Ninotschka, bei dem sein Vorbild Ernst Lubitsch Regie führte, und Enthüllung um Mitternacht (beide 1939). 1942 führte Wilder erstmals Regie in dem Film Der Major und das Mädchen; bereits 1946 erhielt er je einen Oscar als Regisseur und Drehbuchautor für den Film Das verlorene Wochenende (The Lost Weekend).
Kurz danach kam Wilder im Auftrag der amerikanischen Regierung im Rang eines Colonels nach Deutschland und inszenierte im kriegszerstörten Berlin 1947/48 den Film Eine auswärtige Affäre (mit Jean Arthur und Marlene Dietrich), der sich kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit von Menschen im besetzten Deutschland auseinandersetzte.[3]
Nach 1950 war Wilder meist auch als Produzent an seinen Filmen beteiligt. Er schuf Klassiker wie Boulevard der Dämmerung (1950), mit Gloria Swanson als verblendeter Ex-Diva, Das verflixte 7. Jahr (1955) und Manche mögen's heiß (1959), beide mit Marilyn Monroe, Zeugin der Anklage (1958), erneut mit Marlene Dietrich, sowie Das Appartement (1960) und Das Mädchen Irma la Douce (1963), beide mit Shirley MacLaine und die Komödie Eins, Zwei, Drei (1962) mit James Cagney, Liselotte Pulver und Horst Buchholz in den Hauptrollen.
Billy Wilders Alter Ego auf der Leinwand wurde vor allem von Jack Lemmon und William Holden verkörpert. Während Holden vor allem in dramatischen Werken wie Boulevard der Dämmerung, Stalag 17 oder Fedora wirkte, war Lemmon in Komödien wie Manche mögen's heiß, Das Mädchen Irma la Douce, Der Glückspilz und Extrablatt zu sehen.
Wilders spätere Werke konnten an die Erfolge seiner Glanzzeit nicht anknüpfen. Ab Mitte der 1980er-Jahre beschränkte er sich auf die Tätigkeit eines Beraters bei United Artists. Billy Wilder, dessen Familie im Holocaust umkam, war ursprünglich als Regisseur für Schindlers Liste im Gespräch. Aufgrund Wilders hohen Alters übernahm dann doch Steven Spielberg selbst die Regie. Wilder war von Spielbergs Werk tief berührt und ließ ihn das in einem Brief wissen. Spielberg wiederum fühlte sich von dem Lob des Altmeisters sehr geehrt und schrieb Wilder zurück.[2][4]
Ab 1999 übernahm Billy Wilder die Schirmherrschaft über das Deutsche Billy-Wilder-Institute of Film and Television Studies oHG, Bonn. Dieses musste 2002, kurz vor Wilders Tod, geschlossen werden. Billy Wilder verstarb am 27. März 2002 in Los Angeles im Alter von 95 Jahren an einer Lungenentzündung. Zu dieser Zeit hatte er mit mehreren Krankheiten zu kämpfen, gab aber dennoch immer noch häufig Interviews. Sein Grab liegt auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery.
Im Jahr 2008 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Billy-Wilder-Straße nach ihm benannt.
Privatleben [Bearbeiten]
Wilder war von 1936 bis 1947 mit Judith Coppicus-Iribe verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Victoria (* 1939). 1949 heiratete Wilder die Schauspielerin und Sängerin Audrey Young.(* 1922; † 2012)
1989 ließ Billy Wilder, der insbesondere Picasso und europäische Impressionisten sammelte, seine umfangreiche Gemäldesammlung versteigern. Der Erlös betrug 32,6 Millionen US-Dollar.
Billy Wilders Mutter Gitla starb 1943 im KZ Plaszow, sein Stiefvater Bernhard (Berl) Siedlisker wurde im KZ Belzec ermordet.[5]
Regiestil [Bearbeiten]
- „Ist es erforderlich, dass ein Regisseur auch gut schreiben kann?
- Nein, aber es hilft, wenn er lesen kann!“ Billy Wilder[2][4]
Nachdem er zahlreiche Drehbücher geschrieben und sich oft über die, in seinen Augen unzureichende, Umsetzung seiner Werke geärgert hatte, entschied sich Wilder, die Regie seiner Drehbücher selbst zu übernehmen. Der Entschluss sei ihm gekommen, als sich Charles Boyer bei den Dreharbeiten zu Das goldene Tor (Hold Back the Dawn) weigerte, ein Zwiegespräch mit einer Kakerlake zu führen, wie Wilder es im Drehbuch vorgesehen hatte und Regisseur Mitchell Leisen danach Wilders Proteste zurückwies. Diese Szene war Wilder besonders wichtig, weil er darin Erinnerungen an seine eigene Situation verarbeitet hatte, als er 1934 in Mexicali hinter der amerikanisch–mexikanischen Grenze darauf warten musste, wieder in die USA einreisen zu dürfen, um endgültig die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen.
Zuvor war es Preston Sturges als erstem Drehbuchautor gelungen, ins Regiefach zu wechseln und das strenge „Kastendenken“ des alten Hollywood zu durchbrechen. Nie wieder schrieb Wilder danach Drehbücher für andere. Über spätere Adaptionen seiner Werke (z. B. „Sabrina“ von Sydney Pollack) äußerte er sich eher abschätzig.
Billy Wilders Regiestil ist vor allem von seiner Herkunft aus dem schreibenden Fach geprägt. Als Autor etlicher Drehbücher glaubte er wie kaum ein anderer an die Macht und Bedeutung des Drehbuches. Er ließ, wie Hitchcock, bei den Dreharbeiten kaum Änderungen zu: Er lehnte allzu extravagante Kameraeinstellungen ab, weil sie das Publikum von der Handlung ablenken könnten. Nur wenn das Publikum sich nicht mehr bewußt sei, dass überhaupt ein Kamerateam anwesend war, entstehe der Zauber eines guten Films. Dennoch war ihm die Bildgestaltung sehr wichtig. In „Das Appartement“ nutzte er das Cinemascope Breitwand Format geschickt aus, um etwa die Einsamkeit seines Protagonisten filmisch darzustellen.[6] Er liebte den Schwarzweißfilm und nutzte ihn noch, als Farbfilm längst Standard war. Seine erfolgreichsten Filme hat er in Schwarzweiß gedreht.
[7][2] Gegenüber seinem Interviewpartner Volker Schlöndorff erläuterte er in dessen TV-Dokumentation „Billy Wilder, wie haben Sie's gemacht?“ einige seiner Grundsätze, die beim Filmemachen zu beachten seien, so beispielsweise, wann keine Nahaufnahmen („Close-Ups“) gemacht werden dürften. Ein Darsteller, der versuche eine plötzliche Erkenntnis, einen Einfall darzustellen, sehe immer dumm aus („looks stupid“). Auch die Nahaufnahme des Gesicht eines Menschen, der gerade eine Todesnachricht erhalte, sei unpassend. Wilder griff gerne klassische Dreiakter als Grundlage seiner Drehbücher auf, weil sie sich nach seiner Ansicht durch die dreiteilige Struktur optimal für die Konstruktion eines Drehbuches eignen. Es gebe zwei wichtige Elemente eines guten Drehbuches: die Konstruktion einer Geschichte und die Dialoge. Agatha Christie sei eine ausgezeichnete Konstrukteurin von Geschichten, aber eher schwach in ihren Dialogen gewesen. Raymond Chandler, der dagegen sehr gute Dialoge verfassen konnte, hätte jedoch von der Konstruktion einer Geschichte keine Ahnung gehabt. Als sein Vorbild betrachtete Wilder Ernst Lubitsch, für den er einige Drehbücher (Ninotchka) verfasst hatte. In seinem Büro hatte er stets ein Schild hängen mit der Aufschrift: "How would Lubitsch have done it?" ("Wie hätte Lubitsch es gemacht?")
-
- „Es gibt drei wichte Regeln beim Filmemachen:
- Du sollst nicht langweilen,
- du sollst nicht langweilen,
- und du sollst nicht langweilen!“ Billy Wilder
In der Struktur bevorzugte Billy Wilder den Aufbau der Handlung in drei Akten aus klassischen Theaterstücken. Wilder legte seine Dreiakter so an, dass die Hauptakteure am Ende des dritten Aktes eine moralische Entscheidung treffen mussten.
Wilders Filme zeichnen sich durch eine straffe Handlung und spritzige griffige Dialoge aus. Durch seinen eher konservativen Regiestil konnte er im Gegensatz dazu in den Handlungen oft die Grenzen des Unterhaltungsfilmes durchstoßen und teils schlüpfrige Details und nach den geltenden Moralvorstellungen anstößige Themen in seinen Filmen realisieren, um der bigotten Gesellschaft den moralischen Spiegel vor die Nase zu halten. Dabei bediente er sich oft einer ausgefeilten Symbolsprache und vermeintlich harmloser Formulierungen, um das Hays Office, die Zensurstelle der amerikanischen Filmindustrie, hinters Licht zu führen. Er thematisierte gleich in seiner ersten Regiearbeit ein Liebesverhältnis eines Erwachsenen mit einer Minderjährigen, was im besonders im Wortspiel des Originaltitels „The Major and the Minor“ (Der Major und das Mädchen) deutlich wurde. Er ließ Männer in Frauenkleidern spielen (Manche mögens heiß) und schuf so die Grundlage, um eine Fülle anzüglicher und hintergründiger Anspielungen unterzubringen. Ehebruch kommt in zahlreichen Variationen in seinen Filmen vor, ebenso Prostitution oder Homosexualität.
Seine Protagonisten sind keine strahlenden moralischen Helden, sondern oft eher normale Durchschnittsmenschen mit Fehlern und Schwächen, die aber aufgrund besonderer Herausforderungen in bestimmten Situationen über sich hinauswachsen.
Bestimmte Versatzstücke aus seinen Filmen hat Wilder immer wieder verwendet.
So zum Beispiel
- den Namen „Sheldrake“
- für den Filmproduzenten in Boulevard der Dämmerung,
- den Personalchef in Das Appartement,
- den Zahnarzt in Küss mich, Dummkopf;
- das Motiv des Straßenreinigungswagens als Szenenübergang in
- die Razziaszene in
- das Lied Ausgerechnet Bananen (Yes, We Have No Bananas)
- in Sabrina,
- Eins, zwei, drei;
- die Dialogzeile „I wish I were in hell with my back broken,“ in den englischen Originalfassungen von
- den Ausspruch „Gute Nacht, Charlie“ in
- den „Kein Kommentar“-Gag in
- das Kompliment, den Duft einer Frau mit dem von Blumen zu vergleichen in:
- Das verlorene Wochenende „... it smells of all the lilacs in Ohio“, * Ray Milland zu Doris Dowling;
- Eins, zwei, drei „... like all the lilacs in lower Bavaria“ * James Cagney zu Liselotte Pulver;
- Extrablatt „... like all the Orchids in the Bahamas“ * Jack Lemmon zu Susan Sarandon;
- Das Zitat der berühmten Szene aus dem Film "Der öffentliche Feind" von 1931, in der James Cagney Mae Clarke eine halbe Grapefruit in Gesicht drückt in:
Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]
Als Drehbuchautor (bis 1941) [Bearbeiten]
bis 1936 unter dem Namen „Billie Wilder“
- 1929: Der Teufelsreporter Stummfilm
- 1930: Menschen am Sonntag Stummfilm
- 1931: Emil und die Detektive
- 1931: Der Mann, der seinen Mörder sucht
- 1931: Ihre Hoheit befiehlt
- 1932: Das Blaue vom Himmel
- 1932: Scampolo, ein Kind der Straße
- 1932: Ein blonder Traum
- 1934: Mauvaise graine (auch Regie)
- 1938: Blaubarts achte Frau (Bluebeard's Eighth Wife)
- 1938: That Certain Age
- 1939: Midnight – Enthüllung um Mitternacht (Midnight)
- 1939: Ninotschka (Ninotchka)
- 1940: Rhythm on the River
- 1940: Arise, My Love
- 1941: Das goldene Tor (Hold Back the Dawn)
- 1941: Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss (Ball of Fire)
Als Autor und Regisseur (ab 1942) [Bearbeiten]
- 1942: Der Major und das Mädchen (The Major and the Minor) (Regie/Drehbuch)
- 1943: Fünf Gräber bis Kairo (Five Graves to Cairo) (Regie/Drehbuch)
- 1944: Frau ohne Gewissen (Double Indemnity) (Regie/Drehbuch)
- 1945: Das verlorene Wochenende (The Lost Weekend) (Regie/Drehbuch)
- 1945: Die Todesmühlen (Death Mills) (Regie)
- 1948: Kaiserwalzer (The Emperor Waltz) (Regie/Drehbuch)
- 1948: Eine auswärtige Affäre (A Foreign Affair) (Regie/Drehbuch)
- 1950: Boulevard der Dämmerung (Sunset Blvd.) (Regie/Drehbuch)
- 1951: Reporter des Satans (Ace in the Hole) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1953: Stalag 17 (Stalag 17) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1954: Sabrina (Sabrina) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1955: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1957: Lindbergh – Mein Flug über den Ozean (The Spirit of St. Louis)
- 1957: Ariane – Liebe am Nachmittag (Love in the Afternoon) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1957: Zeugin der Anklage (Witness for the Prosecution)
- 1959: Manche mögen’s heiß (Some Like It Hot) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1960: Das Appartement (The Apartment) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1961: Eins, zwei, drei (One, Two, Three) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1963: Das Mädchen Irma la Douce (Irma la Douce) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1964: Küss mich, Dummkopf (Kiss Me, Stupid) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1966: Der Glückspilz (The Fortune Cookie) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1970: Das Privatleben des Sherlock Holmes (The Private Life of Sherlock Holmes) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1972: Avanti, Avanti (Avanti!) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1974: Extrablatt (The Front Page) (Regie/Drehbuch)
- 1978: Fedora (Fedora) (Regie/Drehbuch/Produktion)
- 1981: Buddy Buddy (Regie/Drehbuch)
Als Mitwirkender [Bearbeiten]
- 1991: Billy Wilder, wie haben Sie's gemacht? (TV- Dokumentationsreihe von Volker Schlöndorff)
Auszeichnungen [Bearbeiten]
| Platz | Film |
|---|---|
| 32 | Boulevard der Dämmerung |
| 57 | Frau ohne Gewissen |
| 88 | Manche mögen’s heiß |
| 98 | Das Appartement |
| 102 | Zeugin der Anklage |
| 208 | Stalag 17 |
- 1946 Oscar für den besten Regisseur in Das verlorene Wochenende (1945)
- 1946 Oscar für das beste Drehbuch in Das verlorene Wochenende (1945), gemeinsam mit Charles Brackett
- 1951 Oscar für die beste Vorlage, die beste Geschichte und das beste Drehbuch in Boulevard der Dämmerung (1950), gemeinsam mit Charles Brackett und D.M. Marshman Jr.
- 1961 Oscar für den besten Regisseur in Das Appartement (1960)
- 1961 Oscar für den besten Film Das Appartement (1960)
- 1961 Oscar für die beste Vorlage, die beste Geschichte, das beste Drehbuch in Das Appartement (1960), gemeinsam mit I.A.L. Diamond
- 1946 Golden Globe für den besten Regisseur in Das verlorene Wochenende (1945)
- 1951 Golden Globe für den besten Regisseur in Boulevard der Dämmerung (1950)
- 1951 WGA Awards (Screen) für das am besten geschriebene amerikanische Drama Boulevard der Dämmerung (1950),
gemeinsam mit Charles Brackett und D.M. Marshman Jr.
- 1955 WGA Awards (Screen) für die am besten geschriebene amerikanische Komödie Sabrina (1955),
gemeinsam mit Samuel L. Taylor und Ernest Lehman
- 1959 WGA Award (Screen) für die am besten geschriebene amerikanische Komödie Ariane – Liebe am Nachmittag (1957), gemeinsam mit I.A.L. Diamond
- 1960 WGA Award (Screen) für die am besten geschriebene amerikanische Komödie Manche mögen’s heiß (1959), gemeinsam mit I.A.L. Diamond
- 1961 WGA Award (Screen) für die am besten geschriebene amerikanische Komödie Das Appartement (1960), gemeinsam mit I.A.L. Diamond
- 1961 DGA Award für hervorragende Regie-Arbeit in Das Appartement (1960), gemeinsam mit Hal W. Polaire (Regie-Assistenz)
- 1946 Grand Prix des Festivals für Das verlorene Wochenende (1945)
- 1963 Golden Laurel für den Spitzen-Produzenten/Regisseur
PGA Golden Laurel Awards
- 2000 PGA Hall of Fame – Filme für Manche mögen’s heiß (1959)
- 1961 Bester Film für Das Appartement (1960)
- 1995 Ehrenpreis der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA)
Blue Ribbon Awards
- 1952 Blue Ribbon Award für den besten (ausländischen) Film Boulevard der Dämmerung (1950)
- 1951 Bodil Award für den besten (amerikanischen) Film Boulevard der Dämmerung (1950)
- 2010 Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
- 1975 David di Donatello für den besten Regisseur in Extrablatt (1974)
- 1973 Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
- 1997 Ehrenpreis an eine ausländische Persönlichkeit für herausragende Leistungen im Bereich des Films (Gesamtwerk)
- 1992 Felix für das Lebenswerk
Internationale Filmfestspiele Berlin
- 1993 Goldener Bär für das Gesamtwerk
- 1982 Fotogramas de Plata für den besten (ausländischen) Film Fedora (1982),
gemeinsam mit Atlantic City (1980)
Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani
- 1951 Nastro d'Argento für den besten Regisseur (ausl. Film) in Boulevard der Dämmerung (1950)
Los Angeles Film Critics Association Award
- 1994 Career Achievement Award
- 1951 International Award für Reporter des Satans (1951)
- 1972 Goldener Löwe – Ehrenpreis
- (Jahr unbek.) Stern auf dem Walk of Fame: 1751 Vine Street
Würdigung [Bearbeiten]
Anlässlich der 60-Jahr-Feier der Filmakademie Wien wurde von Rudolf John der Billy Wilder Award gestiftet, der von der Filmakademie vergeben wird.[9]
Im Jahr 2003 wurde von der österreichischen Post eine Sonderbriefmarke aufgelegt.[10]
Literatur (Auswahl) [Bearbeiten]
- Rolf Aurich, Andreas Hutter, Wolfgang Jacobsen, Günter Krenn (Hrsg.): „Billie“. B. W.s Wiener journalistische Arbeiten. Filmarchiv Austria, Wien 2006, ISBN 978-3-901932-90-8.
- Charlotte Chandler: Nobody’s Perfect. Billy Wilder. A Personal Biography. Pocket Books, London et al. 2003, ISBN 0-7434-6098-7.
- Cameron Crowe: Hat es Spaß gemacht, Mr. Wilder? (Originaltitel: Conversations with Wilder. Übersetzung von Rolf Thissen), Diana, München 2000, ISBN 3-8284-5031-8.
- Gerd Gemünden: Filmemacher mit Akzent. Billy Wilder in Hollywood. Synema, Wien 2006, ISBN 3-901644-20-2.
- Michael Hanisch: Billy Wilder. Von Galizien nach Beverly Hills. Hentrich, Berlin 2004, ISBN 3-933471-72-9.
- Daniel Hermsdorf: Billy Wilder. Filme – Motive – Kontroverses. Paragon, Bochum 2006, ISBN 3-932872-16-9.
- Glenn Hopp: Billy Wilder. Sämtliche Filme. Taschen, Köln 2003, ISBN 3-8228-1685-X.
- Glenn Hopp: Billy Wilder. Filme mit Esprit 1906–2002. Taschen, Köln 2003, ISBN 3-8228-1685-X.
- Robert Horton: Billy Wilder. Interviews. University Press of Mississippi, Jackson, MS ISBN 1-57806-444-9.
- Andreas Hutter und Klaus Kamolz: Billie Wilder. Eine europäische Karriere. Böhlau, Wien u.a. 1998, ISBN 3-205-98868-X.
- Hellmuth Karasek: Billy Wilder. Eine Nahaufnahme. (Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe) Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 978-3-455-09553-1.
- Michaela Naumann: Billy Wilder – hinter der Maske der Komödie. Der kritische Umgang mit dem kulturellen Selbstverständnis amerikanischer Identität, Schüren, Marburg 2011, ISBN 978-3-89472-724-6 (= Marburger Schriften zur Medienforschung. Band 22; zugleich Dissertation an der Uni Marburg 2010).
- Claudius Seidl: Billy Wilder. Seine Filme, sein Leben. Heyne, München 1988, ISBN 3-453-00657-7.
- Neil Sinyard, Adrian Turner: Billy Wilders Filme. Wissenschaftlicher Verlag Spiess, Berlin 1980, ISBN 3-89166-327-7.
- Maurice Zolotow: Billy Wilder in Hollywood. W. H. Allen, London 1977.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Billy Wilder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Christian Preuße: Tabellarischer Lebenslauf von Billy Wilder im LeMO (DHM und HdG)
- Billy Wilder in der Internet Movie Database (englisch)
- Billy Wilder bei filmportal.de
- Interview SPIEGEL special 6/1997
- Bio- und Filmografie auf film-zeit.de
- Ein Besuch beim alten Meister vom Hollywood-Boulevard. Zum 100. Geburtstag des unvergleichlichen Drehbuchautors und Filmregisseurs Billy Wilder von Michael Wenk, Neue Zürcher Zeitung vom 17. Juni 2006
- «Billy wer ...?». Ein Lokalaugenschein in Sucha, seinem Geburtsort in Polen von Andreas Hutter, Neue Zürcher Zeitung vom 17. Juni 2006
- Ein Skeptiker in Hollywood – Billy Wilder (1906–2002) – Motivreihen seines Werks
- Erinnerungen von Volker Schlöndorff: Absichten eines Clowns. Tagesspiegel vom 22. Juni 2006
- „Skeptische Nachrichten aus einem filmischen Exil“, Filmdokumentation zum Werk (40 Min.)
- Originalschauplätze berühmter Billy Wilder Filme, damals und heute
- Billy Wilder im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Die anderen sind Leo McCarey, Francis Ford Coppola, James L. Brooks, Peter Jackson und die Brüder Joel und Ethan Coen.
- ↑ a b c d Hellmuth Karasek: Billy Wilder. Eine Nahaufnahme. München 1994, ISBN 3-453-07201-4.
- ↑ Siehe dazu: Billy Wilder: Propaganda durch Unterhaltung. 16. April 1945, in: Brewster S. Chamberlin: Kultur auf Trümmern. Berliner Berichte der amerikanischen Information Control Section, Juli–Dezember 1945. Stuttgart 1979, S. 99 ff. Wilder formuliert hier seine Auffassung von der Notwendigkeit der Unterhaltsamkeit der Propaganda und leitet die Idee zu 'Eine auswärtige Affäre' aus Alltagsbeobachtungen ab.
- ↑ a b Cameron Crowe: Hat es Spaß gemacht, Mr. Wilder? Diana, 2000, ISBN 3-8284-5031-8.
- ↑ Andreas Hutter und Heinz Peters: Gitla stand nicht auf Schindlers Liste. In: Neue Zürcher Zeitung vom 6. Oktober 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011.
- ↑ Glenn Hopp: Billy Wilder. Sämtliche Filme. Taschen, Köln 2003, ISBN 3-8228-1685-X.
- ↑ DVD Volker Schlöndorff: "Billy Wilder speaks" Kino International 7 38329 04972 0
- ↑ Die Top 250 der IMDb (Stand: 4. Mai 2013)
- ↑ Billy Wilder Award & Wiener Filmmusikpreis vergeben (PDF; 589 kB) in filmbiz 10/2011 abgerufen am 23. Februar 2012
- ↑ Eintrag zu Billy Wilder in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (als Briefmarkendarstellung) abgerufen am 16. Februar 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wilder, Billy |
| ALTERNATIVNAMEN | Wilder, Samuel (Geburtsname); Wilder, Billie |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent österreichischer Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1906 |
| GEBURTSORT | Sucha Beskidzka, Galizien, damals Österreich-Ungarn, heute Polen |
| STERBEDATUM | 27. März 2002 |
| STERBEORT | Los Angeles |
- Autor
- Drehbuchautor
- Filmregisseur
- Freimaurer (20. Jahrhundert)
- Freimaurer (21. Jahrhundert)
- Literatur (20. Jahrhundert)
- Literatur (Deutsch)
- Literatur (Englisch)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern
- Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich
- Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold
- Oscarpreisträger
- Golden-Globe-Preisträger
- Ehrenbürger von Wien
- Österreicher
- US-Amerikaner
- Geboren 1906
- Gestorben 2002
- Mann

