Aqua Traiana

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Aqua Traiana
Baujahr 109 n. Chr.
Länge 59 km
Quellgebiet Sabatiner Berge
Höhe der Quelle
über NN
250 m
Höhe in Rom 30 m
Querschnitt im
Unterlauf (BxH in m)
1,3x2,3

Die Aqua Traiana ist eine antike römische Wasserleitung (Aquädukt) zur Versorgung der Stadt Rom. Zusätzlich zu den bestehenden neun Aquädukten versorgte sie das rechte Tiberufer (heute Trastevere) mit Wasser.

Geschichte[Bearbeiten]

antike Münze
Fontana dell'Acqua Paola

Die Aqua Traiana wurde unter der Herrschaft Kaiser Trajans im Jahr 109 n. Chr. errichtet.

Die Wasserleitung wurde zum Teil durch Witichis, König der Ostgoten, bei der Belagerung Roms im Jahr 537 n. Chr. zerstört, aber wenige Jahre später durch den Feldherren Belisar unter der Herrschaft des oströmischen Kaisers Justinian I., wiederhergestellt.

Neue Eingriffe fanden während der Zeit des Papstes Honorius I. im 7. Jahrhundert statt. Beim Durchzug der Langobarden und der Sarazenen erfuhr die Aqua Traiana weitere Schädigung und wurde deshalb zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert nochmals repariert.

Acqua Paola[Bearbeiten]

Papst Paul V. ließ 1605 eine neue Wasserleitung entlang der antiken Kanalführung wiederaufbauen. Dieser Wiederaufbau ist unter dem Namen Aqua Paola bekannt. Der Papst dürfte damals der Meinung gewesen sein, die Aqua Alsietina aus der Zeit des Kaisers Augustus renoviert zu haben, wie eine Gedenktafel auf einem Aquädukt der Acqua Paola[1] und an der Fontana Paola, dem Endpunkt der Wasserleitung, beweist.

Wasserführung[Bearbeiten]

Die Quellfassung lag in den Sabatiner Bergen im Norden des Lacus Sabatinus (heute bekannt unter dem Namen Braccianosee), etwa 50 km nordwestlich vom Stadtzentrum Roms. Die Wasserleitung, hatte eine Länge von 59,2 km[2] und führte über den Gianicolo-Pass und von dort aus fast gänzlich unterirdisch weiter an das rechte Ufer des Tibers. Sie verlief entlang der Via Claudia und der Via Triumphalis, danach auf einer Bogenkonstruktion entlang der Via Aurelia und endete auf dem Ianiculum in der Nähe der späteren Porta Aurelia (heute: Porta San Pancrazio). Von dieser Anhöhe aus konnte das Wasser verteilt werden und diente sogar als Antrieb für Mühlräder.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Aqua Traiana wurde 1992 von der American Society of Civil Engineers in die List of International Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 28 (Online).
  • Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Zabern, Mainz 2000, S. 40–41, ISBN 3-8053-2685-8.
  • Lawrence Richardson Jr.: A New Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1992, S. 18–19 (Aqua Traiana).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inschrift: PAULUS V · ROM · PONT · OPT · MAX · AQUAEDUCTUS · AB · AVG · CAES · EXTRUCTOS ... RESTITUIT (dt.: Papst Paul V. ließ dieses von Kaiser Augustus errichtete Aquädukt ... wieder aufbauen)
  2. Norman Smith, Mensch und Wasser, Pfriemer-Verlag, München 1978.