Aribert von Anhalt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prinz Aribert von Anhalt

Aribert Joseph Alexander von Anhalt (* 18. Juni 1864 in Wörlitz; † 24. Dezember 1933 in München) war Regent des Herzogtums Anhalt.

Leben[Bearbeiten]

Aribert war ein Sohn Herzogs Friedrich I. von Anhalt-Dessau und seiner Ehefrau Prinzessin Antoinette, Tochter des Prinzen Eduard von Sachsen-Altenburg. Aribert, ein persönlicher Freund Kaiser Wilhelms II.,[1] trat in der so genannten Kotze-Affäre als öffentlicher Ankläger auf und sollte auf Geheiß des Kaisers bei Leberecht von Kotze nach dessen Freispruch schriftlich Abbitte leisten.[2]

Aribert heiratete am 6. Juli 1891 auf Windsor Castle Marie Luise, Tochter des Prinzen Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg und Enkelin der britischen Königin Victoria. Die Ehe wurde durch Kaiser Wilhelm II. persönlich in die Wege geleitet, der auch die Verlobung verkündete, als Trauzeuge bei der Hochzeit anwesend war und dem jungen Paar mit erheblichen Geldmitteln aushalf. Die Ehe wurde im höchsten Maße unglücklich, da an der Homosexualität Ariberts bald kein Zweifel mehr bestand und Marie Luise eine gefährliche Anorexie entwickelte. Die Scheidung am 13. Dezember 1900 war Gegenstand diplomatischer Aktivitäten zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich. Ariberts Schwiegervater drohte damit, sich mit den Gründen der Scheidung an den Bundesrat zu wenden, was Kaiser Wilhelm unterband. Nach der Scheidung nahm Marie Luise demonstrativ wieder ihren Geburtsnamen an.

1894 wurde Aribert Vorsitzender des Komitee zur Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen zu Athen 1896,[3] später Präsident des Komitee für die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen zu Paris.[4] Aribert übernahm 1918 die Regentschaft im Herzogtum Anhalt für seinen minderjährigen Neffen Joachim Ernst, für den er am 12. November 1918 auf den Thron verzichtete.[5] Am 30. Dezember 1918 gründete der ehemalige Prinzregent und Vertreter des Freistaates Anhalt die „Joachim-Ernst-Stiftung“, deren Aufgabe die Pflege der Schlösser und Gärten in Dessau wurde.[6]

Nach dem Prinzen ist die Aribertstraße in Köthen benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Bernd-Ulrich Hergemöller: Mann für Mann. Männerschwarm, Hamburg 1998, ISBN 3-928983-65-2.
  2.  Roland S. Kamzelak und Ulrich Ott (Hrsg.): Harry Graf Kessler. Das Tagebuch 1880-1937. Cotta, Stuttgart 2004, S. 85.7.
  3.  Horst Geyer: Olympische Spiele 1896-1996. Ein deutsches Politikum. Agenda, Münster 1996, ISBN 3-929440-79-2, S. 13.
  4. Helmut Westphal: Dr. Willibald Gebhardt - Opfer seines Friedensengagements? In: Beiträge zur Sportgeschichte-Heft 1/1995. S. 77-78, abgerufen am 17. November 2011 (PDF; 478 kB).
  5. Herzogtum Anhalt-Geschichte. In: Herzogtum Anhalt (1863-1918). Ralph Anton, abgerufen am 17. November 2011.
  6. 90 Jahre Joachim- Ernst- Stiftung -  Kulturstiftung DessauWörlitz. Kulturstiftung DessauWörlitz, abgerufen am 17. November 2011.