Karl (Hohenzollern-Sigmaringen)

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Fürst Karl von Hohenzollern-Sigmaringen
Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1852)

Karl Anton Friedrich Meinrad Fidelis von Hohenzollern-Sigmaringen (* 20. Februar 1785 in Sigmaringen; † 11. März 1853 in Bologna) war von 1831 bis 1848 Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen.

Leben[Bearbeiten]

Karl war der Sohn des Fürsten Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen (1762–1831) aus dessen Ehe mit Amalie Zephyrine (1760–1841), Tochter des Fürsten Philipp Joseph von Salm-Kyrburg. Seine Mutter ließ ihren zehn Wochen alten Sohn in Sigmaringen zurück und brachte einen großen Teil ihres Lebens in Paris zu. Sie verhinderte dort die Mediatisierung der hohenzollerischen Fürstentumer. Sie stellte auch die Weichen für die Ehe Karls mit einer Nichte von Napoleons jüngster Schwester Caroline Bonaparte.

Karl, der als „eher schüchtern“ galt[1], heiratete am 4. Februar 1808 in Paris die acht Jahre jüngere Antoinette (1793–1847), Tochter des Pierre Murat, einem Bruder des neapolitanischen Königs und Großherzogs von Berg Joachim Murat. Die nicht standesgemäße Hochzeit wurde vertraglich durch das preußische Haus abgezeichnet um die Kinder und deren Adelsansprüche zu legitimieren.[1] In den anschließenden Feldzügen der Koalitionskriege nahm Karl im französischen Heer teil und befand sich oft in persönlichen Diensten Napoleons, wechselte aber 1813 auf die Seite der Alliierten.

Karl Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen

Er folgte seinem Vater 1831 als Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, hatte aber schon vorher wesentlichen Anteil an den Regierungsgeschäften. 1833 berief Karl einen konstituierenden Landtag ein und proklamierte dabei eine Verfassungsurkunde als Grundgesetz für das Fürstentum. Im Jahr 1838 berief Fürst Karl Ludwig Hassenpflug an die Spitze der inneren Verwaltung des Fürstentums. Er begründete das Landeskrankenhaus und ließ das Ständehaus, ein Regierungs- und Kammergebäude, am Leopoldplatz in Sigmaringen bauen (heute Sitz der Hohenzollerischen Landesbank). Karls Verdienst war auch die Aufhebung der Leibeigenschaft und verschiedener Grundlasten, der Anlage der Antons- und Karlsstraße in Sigmaringen sowie des dortigen Prinzenbaus.[2] Er galt als belesen und stand in Korrespondenz mit Alexander von Humboldt.[1]

Im Zuge der Revolution in Sigmaringen von 1848 dankte Karl am 27. August 1848 zu Gunsten seines liberaler eingestellten Sohnes Karl Anton ab.

Am 14. März 1848 heiratete Karl, nach dem Tod seiner ersten Gemahlin, in Kupferzell Katharina (1817–1893), Tochter des Fürsten Karl Albrecht von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Witwe des Grafen Franz Erwin von Ingelheim.

Karl starb während einer Reise nach Rom in Bologna.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner ersten Ehe hatte Karl folgende Kinder:

∞ 1. 1839 Graf Friedrich Franz Anton von Hohenzollern-Hechingen (1790–1847)
∞ 2. 1850 Johann Stäger von Waldburg (1822–1882)
  • Karl Anton (1811–1885), Fürst von Hohenzollern, preußischer Ministerpräsident
∞ 1834 Prinzessin Josephine von Baden (1813–1900)
∞ 1835 Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg (1804–1852)
∞ 1844 Marchese Gioacchino Napoleone Pepoli (1825–1881)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Otto Hintze: Die Hohenzollern und ihr Werk 1415-1915.. Verlag A. Steiger, Solingen 1982, ISBN 3921564182.
  • Gustav Schilling: Geschichte des Hauses Hohenzollern in genealogisch fortlaufenden Biographien aller seiner Regenten von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten, nach Urkunden und andern authentischen Quellen. Fleischer, Leipzig 1843, S. 300ff.
  • Heinrich August Pierer: Pierer's Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart: oder, Neuestes encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe, Band 9, 1860, S. 315.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl von Hohenzollern-Sigmaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Von Paris nach Krauchenwies - Migration im Dienst der Dynastie am Beispiel von Antoinette Murat. Vortrag von Carmen Ziwes am 25. November 2010 in Krauchenwies
  2. Georg von Viebahn: Erinnerungen aus Hohenzollern, Ueberblick des Gebietes, der Landesgeschichte, der Wohnplaẗze, der Industrie und Verwaltung. Decker, Berlin 1853, S. 35.
Vorgänger Amt Nachfolger
Anton Aloys Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen
1831–1848
Karl Anton