Army of Lovers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Army of Lovers
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop
Gründung 1987
Gründungsmitglieder
Alexander Bard
Gesang
Jean-Pierre Barda
Gesang
Camilla "La Camilla" Henemark (1987–1991; 1995-2001;2012-2013)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Alexander Bard
Gesang
Jean-Pierre Barda
Gesang
Dominika Peczynski (1992-2009;ab 2013)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Michaela Dornonville De La Cour (1991-1995)

Army of Lovers ist eine schwedische Popmusikgruppe.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1987 gegründet und war für ihre extravaganten Kostüme und ihre kontroversen Musikvideos bekannt. Sie ging aus der von Alexander Bard gegründeten Gruppe Barbie hervor, die Travestie mit elektronischer Popmusik verband und in der Stockholmer Schwulenszene bekannt war. Alexander Bards erstes musikalisches Projekt war das bis heute mit Kultstatus behaftete Minimal-Project Baard. Die erste und bisher einzige Veröffentlichung Life in a Goldfish Bowl (7"-single, 1982) war einer der ersten musikalischen Erträge des später Synthie Pop genannten Genres und wurde 2005 erneut veröffentlicht.

Nach dem im Frühjahr 1990 veröffentlichten ersten Album Disco Extravaganza (die US-Version erhielt einfach den Bandnamen als Albumtitel, ohne dass die Band damit einverstanden war), kam es zu einigen Streitigkeiten innerhalb der Band, die mit persönlichen Differenzen zu tun hatten. Ende 1991, als sie mit den Singles Crucified und Obsession vom Album Massive Luxury Overdose europaweit große kommerzielle Erfolge feierten, zerstritten sich Bard und Barda mit La Camilla, die daraufhin aufgrund ihres angeblichen Alkoholismus entlassen wurde. La Camilla jedoch beteuerte, dass die Aufmerksamkeitskonzentration der Massenmedien auf ihre Person zu bandinterner Eifersucht geführt hätte. Es folgte eine verbale Auseinandersetzung über die Medien und La Camilla versuchte erfolglos, eine Solokarriere anzustreben. Stattdessen stieß Michaela Dornonville de la Cour zur Gruppe. Der Wechsel hatte unter anderem zur Folge, dass das Video zur Single Obsession Anfang 1992 noch einmal vollständig neu gedreht wurde. In der neuen Version, dessen Storyboard und Optik fast komplett identisch mit dem Original waren, war die wasserstoffblonde de la Cour statt der schwarzhaarigen La Camilla zu sehen.

Ab 1993 verstärkte zusätzlich Dominika Peczynski die Band und Army of Lovers versuchten, an den vorherigen Erfolg anzuknüpfen. Trotz guter Kritiken für ihr Album The Gods of Earth and Heaven blieben die Verkaufszahlen deutlich hinter dem Vorgänger zurück. Seither nahm ihr kommerzieller Erfolg beständig ab: das anschließende Album Glory, Glamour & Gold (1994) konnte lediglich mit der Single Lit de Parade kurze Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Anfang 1996 veröffentlichten sie mit Les Greatest Hits ihr erstes offizielles Best-of-Album. Zu diesem Zeitpunkt kehrte La Camilla zurück in die Band, dafür stieg Michaela de la Cour wegen musikalischer Differenzen wieder aus (ihre Vorstellung von „karitativer Musik“, wurde zwar von den anderen Mitgliedern begrüßt, aber als inkompatibel mit dem Projekt Army of Lovers angesehen). De la Cour versuchte sich anschließend als Solo-Künstlerin.

2001 gab es eine Reunion, um zehn Jahre nach dem weltweiten Durchbruch einen Neuanfang zu starten. Hierfür sollte eine weitere Best-Of-CD und eine DVD produziert werden, auf welcher der Werdegang und die Höhen und Tiefen der Band chronologisch nachzuleben sein sollten; allein Michaela Dornonville de la Cour verweigerte hierfür ihr Mitwirken. Während die CD unter dem Titel Le Grand Docu-Soap veröffentlicht wurde (auch als Doppelalbum, auf dem The Remix Opera-Soap die zweite CD bildete), blieb die ebenfalls angekündigte DVD unveröffentlicht, obwohl bereits einiges Material dafür vorhanden war. Die Single Let the Sunshine in hatte in ihrer Heimat Schweden noch einmal beachtlichen Erfolg, aber die Zeiten der großen Popularität waren eindeutig vorbei. Danach gingen die Mitglieder von Army of Lovers wieder getrennte Wege.

Alexander Bard produzierte daraufhin Bands wie Vacuum, Alcazar und Bodies Without Organs.

2005 erfolgte eine neuerliche Wiedervereinigung für die DVD „Hurrah, Hurrah Apocalypse“. Diese wurde im Oktober des Jahres veröffentlicht und enthielt neben den Musikvideos der Gruppe (mit Ausnahme der Videos für die ersten drei Singles When the Night is cold, Love Me like a Loaded Gun und Baby’s Got a Neutron Bomb) auch Filmmaterial aus der „Le Grand Docu-Soap“-Zeit, sowie Clips vom „Videovaganza“-Video.

Am 21. Juli 2007 traten Army of Lovers, in der Formation aus Alexander Bard, Jean-Pierre Barda und Dominika Peczynski, überraschend im G-A-Y Club in London auf und spielten Crucified, um das neue Album Bodies without Organs zu präsentieren. In gleicher Besetzung fand am 15. Dezember 2007 ein Konzert in Moskau statt.

Am 26. November 2012 gaben Army of Lovers bekannt, dass sie in der ursprünglichen Gruppenformation, bestehend aus Alexander Bard, Jean-Pierre Barda und La Camilla, am Melodifestival, dem schwedischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilnehmen werden, um ihr neues Lied Rockin’ the Ride vorzustellen.[1] Um eine erneute Trennung zu verhindern, begaben sich alle drei Bandmitglieder in eine Gruppentherapie. Beim Melodifestival erreichten sie den sechsten Platz und schieden für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest aus. Die Single kam auf Platz 13 der iTunes-Charts in Schweden. Nur wenige Tage danach veröffentlichte Alexander Bard einen Brief, in dem er die Trennung von La Camilla und die erneute Zusammenarbeit mit Dominika Peczynski bekannt gab.[2] Im Anschluss kritisierten Alexander Bard und Dominika Peczynski öffentlich über Onlineportale wie Facebook La Camillas Leistung beim Melodifestival und gaben ihr die Schuld an der schlechten Platzierung.[3] Von einigen schwedischen Zeitungen wurde dies als Mobbing bezeichnet. Das größte Fanportal, The Army of Lovers Network, gab daraufhin bekannt, seine Arbeit (etwa die Übersetzung von Interviews) einzustellen. La Camilla ihrerseits kommentierte das Zerwürfnis und die abermalige Trennung ebenso durch einen öffentlichen Brief. [4]

Im März 2013 erschien ein neues Best-of-Album, Big Battle of Egos, mit vier neuen Songs. Im Mai wurde Sign on My Tattoo, ein Duett mit Gravitonas, und im Juni die EP Scandinavian Crima veröffentlicht. Auf dieser sind alle vier neuen Lieder enthalten, die Textpassagen von La Camilla wurden gegen neue, gesungen von Dominika Peczynski, ausgetauscht.

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chart-Positionen Album
DE AT CH SE UK US Dance
1988 When the Night is cold None-Album-Track, später auf Master Series
1988 Love me like a loaded Gun Disco Extravaganza / Army of Lovers
1989 Baby’s got a Neutron Bomb" Disco Extravaganza / Army of Lovers
1990 Supernatural Disco Extravaganza / Army of Lovers / Massive Luxury Overdose
1990 My Army of Lovers Disco Extravaganza / Army of Lovers / Massive Luxury Overdose
1990 Ride the Bullet Disco Extravaganza / Army of Lovers / Massive Luxury Overdose
1991 Crucified 5 3 6 30 31 6 Massive Luxury Overdose
1991 Obsession 7 7 7 2 11 Massive Luxury Overdose
1991 Candyman Messiah Massive Luxury Overdose
1992 Crucified/Ride the Bullet (Remixes)
1992 Ride the Bullet (2nd Version) 22 4 40 32 Massive Luxury Overdose
1992 Judgment Day 82 Massive Luxury Overdose
1993 Israelism 32 31 10 The Gods of Earth and Heaven
1993 La Plage de Saint Tropez 83 The Gods of Earth and Heaven
1993 I Am The Gods of Earth and Heaven
1994 Lit de Parade 80 13 Glory Glamour and Gold
1994 Sexual Revolution Glory Glamour and Gold
1995 Life is Fantastic Glory Glamour and Gold
1995 Give My Life 6 135 Les Greatest Hits
1996 Venus and Mars / Megamix 30 Les Greatest Hits
1996 King Midas 31 Les Greatest Hits
2001 Let the Sunshine In 24 Le Grand Docu-Soap
2001 Hands Up 44 Le Grand Docu-Soap
2013 Rockin' the Ride 50 Big Battle of Egos
2013 Signed on My Tattoo (mit Gravitonas) Big Battle of Egos
2013 Crucified 2013 21 Big Battle of Egos
2014 People Are Lonely (mit Gravitonas) Garden of Men and Machines EP

Alben[Bearbeiten]

  • 1990 – Disco Extravaganza
  • 1990 – Army of Lovers (US-Version von Disco Extravaganza)
  • 1991 – Massive Luxury Overdose
  • 1992 – Massive Luxury Overdose (US-Edition)
  • 1993 – The Gods of Earth and Heaven
  • 1994 – Glory, Glamour and Gold
  • 1995 – Les Greatest Hits
  • 1996 – Les Greatest Hits UK Edition
  • 1997 – Master Series 88–96
  • 2000 – HTV Music History: Army of Lovers (Unauthorized compilation)
  • 2001 – Le Grand Docu-Soap (nicht in Deutschland, Stockholm Records)
  • 2001 – Le Remixed Docu-Soap (nicht in Deutschland)
  • 2004 – 14 Klassiker (Nur in Schweden erhältliches Best-of)
  • 2013 – Big Battle of Egos

Chartspositionen

Nur aufgeführt die von der Band offiziell herausgebrachten Alben

Jahr Titel Chart-Positionen
DE AT CH SE
1990 Disco Extravaganza 49
1991 Massive Luxury Overdose 13 7 21 9
1993 The Gods of Earth and Heaven 36
1994 Glory, Glamour and Gold
1996 Les Greatest Hits 40
2001 Le Grand Docu-Soap 24
2013 Big Battle of Egos 54

VHS & DVD[Bearbeiten]

  • Videovaganza 1990-1993 (VHS, 1993)
  • Le Grand Docu-Soap (DVD, 2005)
  • Hurrah, Hurrah Apocalypse (DVD, 2005), Schweden

Solo[Bearbeiten]

Michaela de la Cour[Bearbeiten]

Singles:

  • Rumours And Lies (1997, nur als Promo-Single)
  • S.O.S (2000)

La Camilla[Bearbeiten]

Singles:

  • Everytime You Lie (1992)
  • Give Me Your Love (Je T’aime) with Steve Blame (1993)
  • The Witch in Me (1996)
  • I’m not in the Mood for Lovers (1996)
  • Danko vs La Camilla: Russians Are Coming (1999)

Album:

  • Temper (1996), nie offiziell veröffentlicht, nur als limitierte Promo erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.svd.se/kultur/army-of-lovers-aterforenas-i-melodifestivalen_7701848.svd
  2. http://europecrazy.blogspot.de/2013/03/army-of-lovers-you-wanted-drama-you-got.html
  3. http://diskrepans.wordpress.com/2013/03/11/lgbt-histrionics-follow-up-narcissistic-antics-in-the-aftermath-of-army-of-lovers-flop/
  4. http://12points.tv/more-nationals-13/item/1718-army-of-lovers-la-camilla-says-love-forgive-forget

Weblinks[Bearbeiten]