Artemether

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Strukturformel
Allgemeines
Freiname Artemether
Andere Namen

IUPAC: (3R,5aS,6R,8aS,9R,10S,12R,12aR)-Decahydro- 10-methoxy-3,6,9-trimethyl-3,12-epoxy- 12H-pyrano[4,3-j]-1,2-benzodioxepin

Summenformel C16H26O5
CAS-Nummer 71963-77-4
PubChem 68911
ATC-Code

P01BE02, P01BE52

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Fertigpräparate

Riamet®[1][2] als Kombination mit Lumefantrin

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 298,37 g·mol−1
Schmelzpunkt

86−88 °C [3]

Löslichkeit

in Wasser unlöslich

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
R- und S-Sätze R: ?
S: ?
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
LD50

263 mg·kg−1 (Maus, intramuskulär) [3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Artemether ist ein vom Artemisinin abgeleiteter halbsynthetischer Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Pharmakologische Eigenschaften

Artemether hat eine gegenüber Artemisinin deutlich verbesserte Bioverfügbarkeit. Wie alle Artemisinin-Derivate wirkt es über eine endogene Peroxidgruppe, die in infizierten Erythrozyten vermutlich für die Plasmodien toxische Radikale bildet. Die Resorption des lipidlöslichen Stoffes wird bei oraler Gabe durch eine möglichst fettreiche Mahlzeit erleichtert. Problematisch ist die relativ kurze Halbwertszeit von etwa zwei Stunden. Artemether wird in der Leber durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert.

[Bearbeiten] Präparate und Verwendung

Artemether wird vorwiegend als Kombinationspräparat mit anderen Arzneistoffen wie Lumefantrin zur Therapie der Malaria eingesetzt. Die gängigsten Artemether-Lumefantrin-Kombinationspräparate sind Coartem® oder das auch in Europa zugelassene Riamet®[4]. Monopräparate von Artemether sind in Europa nicht zugelassen.

Der Schwerpunkt für die Anwendung von Artemether ist die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica, insbesondere bei Plasmodien, die gegen andere Arzneistoffe wie Chloroquin resistent sind. Die Weltgesundheitsorganisation rät von der Verwendung als Monosubstanz ab, um die Gefahr der Resistenzbildung gegen Artemisinin-Derivate zu vermindern.[5]

[Bearbeiten] Herstellung

Artemether wird durch Umsetzung von aus Artemisia annua gewonnenem Dihydroartemisinin mit Methanol in saurem Medium dargestellt. Artemether ist wasserunlöslich.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ABDA-Datenbank (Stand: 27.08.2008) der DIMDI
  2. Austria-Codex (Stand: 27.08.2008)
  3. a b The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 133, ISBN 978-0-911910-00-1.
  4. Fachinformation Riamet
  5. WHO zu Artemisinin-Monopräparaten
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