Asepsis

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Unter Asepsis (griech. „Keimfreiheit“, wörtlich „ohne Fäulnis“) versteht man in der Medizin den Zustand der Keimfreiheit. Antiseptik sind die dazu führenden Maßnahmen. Abzugrenzen von dem Begriff der Asepsis ist die Antisepsis, die keine vollständige Keimfreiheit, sondern nur eine Keimreduktion bedeutet.

Maßnahmen zur Asepsis („aseptische Kautelen“) sind vor allem:

  • Sterilisation (Keimfreimachung) aller medizinischer Instrumente und der Kleidung (Operationskittel, Handschuhe), Verwendung steril verpackter Einmalinstrumente und -kleidung verwendet in der Regel physikalische Verfahren und keine chemischen Biozide. Dabei lassen sich einige Sporenbildner und Viren nicht durch alle Sterilisationsverfahren inaktivieren.
  • Wassersterilisation verwendet hochrein gefiltertes Wasser und setzt Wasserstoffperoxid als Biozid zu, um eine chemisch-physikalische und schließlich rückstandsfreie Keimfreiheit nach finaler Spülung zu erreichen. Das ist der Stand der Technik moderner Getränke-Abfüllanlagen[1].
  • Raumdesinfektion, verwendet in der Regel chemische Biozide und zusätzlich gegebenenfalls physikalische Verfahren und erreicht nur endliche Grenzwerte (Antisepsis). Einen Raum, in dem Menschen arbeiten, kann man nicht völlig sterilisieren. Bei einer Desinfektion werden Mikroorganismen oder totes Material in einen abgeschlossenen Zustand versetzt, in dem sie nicht mehr neu infizieren können.
  • Raumluftsterilisation, auch „Laminar Flow“ genannt, bedeutet, dass der Arbeitsbereich mit einer laminaren (wirbelfreien), von oben nach unten gerichteten Strömung mit physikalisch steril filtrierter Luft durchströmt wird. Dieses Verfahren beseitigt keine vorhandene Kontamination von Oberflächen und es verwendet keine Biozide. Es soll verhindern, dass neue Keime in den sterilen Bereich eingetragen werden. Aufgewirbelte Partikel oder Keime werden durch die seitliche angebrachten, bodennahen Abluftsysteme (aktive Absaugung) entfernt. Die in der laminaren Luftströmung arbeitenden Personen tragen voll verschlossene, partikelarme Overalls, Stiefel, die vollständig mit dem Overall abschließen sowie einen Kopf- und Mundschutz. Die Hände sind mit sterilen Einmal-Handschuhen abgedeckt. In besonderen Fällen kann die ausgeatmete Luft laufend abgesaugt werden. Diese Technik stellt derzeit (2005) das Höchstmaß an Keimarmut sicher, das erreichbar ist.
  • Verhalten im Operationssaal: Hier gibt es einige Verhaltensregeln, die einer erneuten Verkeimung entgegenwirken sollen.

Aseptische Entzündung[Bearbeiten]

Der Begriff „aseptisch“ wird auch zur Charakterisierung entzündlicher und anderer Erkrankungen verwendet, deren Ursache nicht auf einer Infektion beruht. Beispiele sind die aseptischen Knochennekrosen (Morbus Osgood-Schlatter), die Enthesiopathien wie die Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen) und die Periarthritis humeroscapularis oder auch die aseptische Meningitis, beispielsweise im Sinne einer Meningeosis neoplastica oder ausgelöst durch bestimmte Medikamente. Auch die Gicht (Arthritis urica) – eine Gelenkentzündung durch Ablagerung von Harnsäure-Kristallen – gehört zu den aseptischen Entzündungen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Einführung der Asepsis bei der Wundbehandlung, in der Hirn- und Kriegschirurgie ist ein wesentliches Verdienst des deutschen Ernst von Bergmann (1836-1907).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abfüllanlagen
  2.  U. T. Egle Sven, O. Hoffmann, K. A. Lehmann: Handbuch Chronischer Schmerz – Grundlagen, Pathogenese, Klinik und Therapie chronischer Schmerzsymptome aus bio-psycho-sozialer Sicht. 1. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2003, ISBN 3-7945-2045-9, S. 253 ff.
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