Autonepiophilie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Autonepiophilie, auch Babyplay oder Babyspiel genannt, ist eine Sexualpraktik aus dem Bereich des erotischen Ageplay, in der sich der eine Partner beim Rollenspiel in die Rolle eines Säuglings oder Kleinkindes (sog. Adult-Baby) versetzt und vom anderen Partner dem angenommenen Alter entsprechend behandelt wird, beispielsweise gewindelt, gepudert und gefüttert wird.

Bei der Autonepiophilie wird eine Form des sexuellen Infantilismus ausgelebt. Dies ist kein neues Phänomen, schildern Alphonse Boudard und Romi in dem Buch Das goldene Zeitalter des Bordells, das das Bordellwesen Frankreichs Anfang des 20. Jahrhunderts zum Thema hat:

Unter den vielen […], die in Luxusbordellen verkehrten, befand sich auch ein reicher und allgemein geachteter Industrieller, das „alte Baby“. Der Einundsechzigjährige wollte nur mit Puppen spielen und sich von einem Mädchen saubermachen, wickeln und in den Schlaf wiegen lassen. Er brachte in einem Koffer die Geräte mit, die er zu seiner Befriedigung brauchte: Windeln, Fläschchen, Häubchen und Spielzeug. Das Programm war bei jedem Besuch gleich: Er verkleidete sich in einem der Zimmer, für sich alleine; erst nachdem er „in die Windeln gemacht hatte“, rief er das gewünschte Mädchen, das ihn wusch und ihm das mit Champagner gefüllte Fläschchen reichte. Wenn sie ihm den Hintern einpuderte, fühle er sich wie im siebten Himmel… [1]

Dabei erregt sich der Partner in der Babyrolle an der Rolle des „unterlegenen“ Kindes, ihrer Umgebung, beispielsweise Gitterlaufstall und Babybett, an Schnuller, Flaschen und an der Kleidung, die er trägt, wie Windeln und Gummihosen. Babyplayer sind im Rollenspiel in der Regel nicht an herkömmlichen Sexualbefriedigung interessiert, sondern ziehen diese meist aus dem Gefühl des Umsorgt- und Bemuttertwerdens der eigenen Person. Es ist auch nicht mit Pädophilie zu verwechseln. Zugleich können Elemente wie Geborgenheit und Hemmungslosigkeit eine Rolle spielen, während der Partner in der Rolle des Erwachsenen beispielsweise Schutzinstinkte, Mutter/Vatergefühle oder Geborgenheit vermitteln und ausleben kann. Ebenso können Komponenten aus dem Bereich der sexuellen Dominanz und Unterwerfung oder der erotischen Laktation Teil des Szenarios sein.[2]

Abgrenzung zu Windelfetischismus[Bearbeiten]

Menschen, deren sexueller Fetisch sich allein auf das Tragen von Windeln oder Gummihosen bezieht und deren Vorliebe keine rollenspielerische oder sadomasochistische Komponente beinhaltet, werden als Windelfetischisten oder Diaper Lovers (engl. für Windelliebhaber) bezeichnet. Verbindungen zu Urophilie und Ageplay sind möglich, jedoch kann der Fetisch völlig unabhängig von anderen Paraphilien auftreten und ausgelebt werden (vgl. Sexueller Fetischismus).

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  1. Alphonse Boudard, Romi: Das goldene Zeitalter des Bordells, Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05181-5, S.106
  2. Ronald M. Holmes, Stephen T. Holmes: Sex crimes: patterns and behavior. Sage, 2001, ISBN 0-76192-417-5, S. 72

Weblinks[Bearbeiten]