Baborów

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Baborów
POL Baborów COA.svg
Baborów (Polen)
Baborów
Baborów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Landkreis: Głubczyce
Fläche: 11,73 km²
Geographische Lage: 50° 9′ N, 18° 0′ O50.15138888888917.995Koordinaten: 50° 9′ 5″ N, 17° 59′ 42″ O
Höhe: 230 m n.p.m
Einwohner: 3044
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 48-120
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OGL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GłubczyceRacibórz
Schienenweg: GłubczyceRacibórz
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 11 Schulzenämter
Fläche: 118,00 km²
Einwohner: 6234
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 53 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1602013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Eugeniusz Waga
Adresse: ul. Dąbrowszczaków 2a
48-120 Baborów
Webpräsenz: www.baborow.pl

Baborów [baˈbɔruf] (deutsch Bauerwitz; tschechisch Bavorov) ist eine Kleinstadt in der Woiwodschaft Oppeln in Polen. Sie liegt an der Zinna, etwa 60 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Oppeln und etwa 40 Kilometer nordwestlich von Ostrava. Rund acht Kilometer südlich von Baborów verläuft die Grenze zu Tschechien.

Geschichte[Bearbeiten]

St. Josef in Bauerwitz

Baborów wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vermutlich von Bavor II. (1220–1279) gegründet, der dem böhmischen Adelsgeschlecht der Bavor von Strakonitz entstammte und der mit Agnes/Anežka, einer außerehelichen Tochter des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl verheiratet gewesen sein soll. Es gehörte zum Troppauer Land in Mähren und wurde erstmals 1296 urkundlich mit einem Vogt Jaroslav (Jeroslaum advocatum de Baurwitz) erwähnt. 1318 wurde es dem neu gegründeten Herzogtum Troppau eingegliedert, von dem es an Wok/Vok (II.) von Krawarn oder schon vorher an dessen gleichnamigen Vater Wok (I.) gelangte, der für das Jahr 1316 als Unterkämmerer von Böhmen belegt ist und 1324–1325 das Amt des Oberstkämmerers von Olmütz bekleidete. Am 19. August 1340 verkauften Heinrich/Jindřich von Krawarn auf Plumlov und dessen Bruder Johann/Ješek von Krawarn, der ein Ritter des Deutschen Ordens war, Bauerwitz (Bavorov) zusammen mit Zülkowitz (Sulkov/Sułków), Tschirmkau (Červenkov/Czerwonków) und Eiglau (Děhylov/Dziełów) dem Dominikanerinnenkloster in Ratibor, dessen Äbtissin Euphemia († 1359) eine Schwester des Ratiborer Herzogs Lestko war. Bereits am 22. August d. J. bestätigte der Troppauer Herzog Nikolaus II. den Verkauf. In dieser Urkunde werden als ehemalige Besitzer die Bavor von Strakonitz aufgeführt, denen Wok/Vok von Krawarn folgte. Seit 1340 war Bauerwitz ein Ackerbürgerstädtchen (oppidum), das nach der Teilung des Herzogtums Troppau 1377 zum Herzogtum Jägerndorf gehörte. Später verlor es das Marktrecht, erhielt es jedoch 1575 wieder zurück. Kaiser Karl VI. erhob Bauerwitz 1718 zur Mediatstadt.

Zusammen mit fast ganz Schlesien fiel Bauerwitz 1742 nach dem Ersten Schlesischen Krieg an Preußen. Kirchlich gehörte es weiterhin zum Bistum Olmütz, wobei der an Preußen gefallene Teil des Bistums vom 1742 gegründeten Kommissariat Katscher verwaltet wurde. Bis zur Säkularisierung 1810 gehörte es dem Ratiborer Dominikanerinnen-Kloster. Mit der Neugliederung Preußens gehörte es ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1818 dem Landkreis Leobschütz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb.

Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinien RatiborLeobschütz (1856), Bauerwitz–KandrzinCosel (1892) und Bauerwitz–Troppau (1909) erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Einwohnerzahl wuchs stetig. Sie betrug 1787: 1447, 1905: 2771 und 1939 rund 4.500 Einwohner. Die letztgenannte Einwohnerzahl kam durch die zum 23. Dezember 1927 erfolgten Eingemeindungen von Jernau (Jaroniów) und dem Gutsbezirk Bauerwitz zustande. Die Stadt war Sitz eines Amtsgerichtes und gehörte zum Landkreis Leobschütz. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges fiel das im März 1945 hart umkämpfte, rein deutsche Bauerwitz an Polen und wurde in Baborów umbenannt. 1957 lebten 3.500 Menschen in Baborów.

Kirchlich unterstand Bauerwitz bis 1972 dem Erzbistum Olmütz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Friedhofskirche St. Josef ist eine oberschlesische Schrotholzkirche aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie besitzt eine wertvolle zeitgenössische Innenausstattung.
  • Die 1340 erstmals erwähnte Pfarrkirche wurde im 19. Jahrhundert neu errichtet.

Gmina[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Baborów gehören folgende Orte:

  • Babice (Babitz)
  • Baborów (Bauerwitz)
  • Boguchwałów (Hohndorf)
    • Wierzbno (Neu Würbenthal)
  • Czerwonków (Tschirmkau, 1936-45: Schirmke)
    • Czerwonków Osiedle (Tschirmkau Siedlung)
  • Dziećmarowy (Dittmerau)
  • Dzielów (Eiglau)
  • Księże Pole (Knispel)
  • Raków (Rakau)
  • Sułków (Zülkowitz, 1936-45: Zinnatal, bis 31. Dezember 2004 polnisch Sulków)
  • Szczyty (Tscheidt, 1936-45: Maxwaldau)
  • Tłustomosty (Stolzmütz)
    • Langowo (Langenau)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten Schlesien. Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 17
  • A. Tschauder: Kurze Geschichte der Stadt Bauerwitz, Leobschütz, 1881.
  • Tomáš Baletka: Páni z Kravař – Z Moravy až na konec světa, 2004, ISBN 80-7106-682-6, S. 42, 68, 75, 132f.
  • Joachim Spallek: Chronik eines Bauerndorfes in Schlesien: Hohndorf/Kreis Leobschütz 1183–1946. Ein Beitrag zur Siedlungs- und Kulturgeschichte Schlesiens. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2010, 543 Seiten, Selbstverlag Dr. Joachim Spallek, Niersplank 11, 47877 Willich (Nur Direktbezug möglich), T+F: 02156 6237, weltvox@t-online.de

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Dezember 2013.