Bai Ling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bai Ling (2007)

Bai Ling (chinesisch 白靈 / 白灵Pinyin Bái Líng; * 10. Oktober 1970[1][2] in Chengdu, Sichuan) ist eine chinesische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Bai Ling zählt heute neben Gong Li und Zhang Ziyi zu den weltweit bekanntesten Schauspielerinnen der Volksrepublik China. Sie begann in einem Kinderchor aufzutreten und wurde als 14-jährige für die Armee rekrutiert. Mit der Armee kam sie dann für drei Jahre in einer Theatergruppe nach Tibet. Nach ihrer Armeezeit ging sie nach Peking und spielte dort ebenfalls Theater. Sie engagierte sich 1989 während der Studentenproteste, die am Platz des himmlischen Friedens blutig niedergeschlagen wurden. 1991 emigrierte sie in die USA und begann Schauspielunterricht an Lee Strasbergs berühmtem Actors Studio in New York City zu nehmen. Nach zahlreichen Rollen in Hollywood ist sie heute auch wieder in chinesischen Produktionen zu sehen.

Neben ihrer Filmkarriere ist Bai Ling auch für ihre aufsehenerregenden und oft provokanten Auftritte bei großen Medienereignissen bekannt. In ihrer Funktion als offizielles Jurymitglied der Berlinale erschien sie meist in Kleidern, die sehr viel Haut zeigten und sie zu einem Lieblingsmotiv der Presse machten. Seitdem wird oft (und reich bebildert) über die „schöne Chinesin“ berichtet.

Im Juni 2005 zierte sie als erste Frau aus der Volksrepublik China das Titelblatt des amerikanischen Herrenmagazins Playboy. Weil ihre Szenen als Senatorin Bana Breemu aus dem (damals noch nicht vollendeten) Kinofilm Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith entfernt wurden, behauptete Ling, die Fotos aus dem Playboy seien der Grund dafür. George Lucas dementierte dies jedoch umgehend – die Szenen seien aus filmtechnischen Gründen geschnitten worden. Ling wirkte außerdem in der US-amerikanischen Show They Can Act – But Can They Sing? mit.

Sie spielte die Hauptrolle in dem Kinofilm Shanghai Baby, einer Adaption des gleichnamigen Buches der chinesischen Autorin Zhou Wei Hui, das in China verboten wurde und einer Bücherverbrennung anheim fiel.[3][4] Außerdem hatte sie 2007 einen kurzen Gastauftritt in der amerikanischen Erfolgsserie Lost.

Im Februar 2008 wurde Bai Ling am Flughafen Los Angeles wegen Ladendiebstahls von zwei Zeitschriften und einem Päckchen Batterien kurzzeitig festgenommen. Im März 2008 bekannte sie sich der „Störung der Ordnung“ für schuldig und wurde hierfür zu einer Strafzahlung von 200 US-Dollar verurteilt.[5] Sie nahm außerdem an der 5. Staffel der Reality-TV-Show Celebrity Rehab with Dr. Drew teil und ließ sich während eines Drogenentzuges begleiten.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bai Ling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bai Ling: Biography auf CNN.com vom 25. Oktober 2006
  2. Bai Ling in Der Spiegel, Ausgabe 24/1998
  3. Sex, Drogen & Lebenslust in China - Webseite von 3sat
  4. John Freeman: Novelist Wei Hui talks about book-burning, notoriety and Buddha auf der Webseite des New Zealand Herald von 18. Oktober 2005
  5. Strafe wegen Ladendiebstahls: Bai Ling muss zahlen, Süddeutsche Zeitung vom 6. März 2008
Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Bai ist hier somit der Familienname, Ling ist der Vorname.