Bankilaré

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Landgemeinde Bankilaré
Landgemeinde Bankilaré (Niger)
Landgemeinde Bankilaré
Landgemeinde Bankilaré
Koordinaten 14° 35′ N, 0° 43′ O14.5816666666670.72416666666667Koordinaten: 14° 35′ N, 0° 43′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Bankilaré
Einwohner 32.186 (2010)

Bankilaré ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Bankilaré in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Bankilaré liegt in der südlichen Sahelzone zwischen dem Fluss Niger und der Staatsgrenze zu Burkina Faso. Die Nachbargemeinden in Niger sind Gorouol im Norden, Ayérou und Dessa im Osten sowie Kokorou und Téra im Süden. Das Gemeindegebiet ist in acht administrative Dörfer, zwei traditionelle Dörfer, einen Weiler, 42 Lager und eine Wasserstelle gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Bankilaré.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

1899 gelangte das Gebiet von Bankilaré unter französische Verwaltung, zunächst als Teil des Kreises Sinder und später als Teil des Kantons Gorouol.[3] Um die nomadisch lebenden Tuareg und Fulbe in diesem Gebiet verwalten zu können, wurde 1959 in Bankilaré ein Verwaltungsposten eingerichtet. Bankilaré wurde damit neben Kolmane und Yatakala das dritte Dorf im Kanton Gorouol, das zu Zwecken politischer Verwaltung von Bedeutung war. Im Zuge dessen erhielt der Ort mehrere infrastrukturelle Einrichtungen wie einen Gendarmerieposten und ein Gesundheitszentrum. Bereits 1956 war eine Grundschule eröffnet worden. Im Gebiet von Bankilaré befanden sich noch in den 1960er Jahren bedeutende Anbauflächen für Hirse. Danach sorgten schlechte klimatische Verhältnisse und unfruchtbare Böden für einen starken Rückgang des Ackerbaus. Im unabhängigen Niger (ab 1960) behielt Bankilaré den Status eines Verwaltungsposten. Insbesondere im Zuge der lange Zeit ergebnislosen Bemühungen um eine Dezentralisierung des Landes ab den 1990er Jahren setzten sich lokale Tuareg-Anführer für eine Loslösung Bankilarés von Gorouol ein. Erst im Zuge der landesweiten Verwaltungsreform von 2002 wurde Bankilaré eine von Gorouol unabhängige Landgemeinde. Bei der Hungerkrise in Niger 2005 gehörte Bankilaré wie Gorouol zu den am stärksten betroffenen Orten. Hier hatte die Bevölkerung weniger als eine Mahlzeit am Tag zur Verfügung.[4] Der Verwaltungsposten von Bankilaré wurde 2011 aus dem Departement Téra herausgelöst und zum Departement Bankilaré erhoben.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Bankilaré 24.328 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 32.186 Einwohner berechnet.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Fluss Niger wird Nassreisanbau praktiziert. Das übrige Gemeindegebiet gehört zu einer Zone, in der zum Teil noch Agropastoralismus betrieben wird.[7] Im Hauptort nahm im Dezember 1999 der landesweit erste lokale Bürgerhörfunk (radio communautaire) seinen Betrieb auf.[8] Bankilaré liegt an der Nationalstraße 5, die den Ort mit den Nachbargemeinden Gorouol und Téra verbindet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eric Komlavi Hahonou: La chefferie coutumière face au projet de décentralisation dans une localité de l'Ouest nigérien. In: Bulletin de l'APAD, 23–24/2002 (Online-Version).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 234.
  4. OCHA: Niger Food Crisis 2005: Humanitarian Situation Report No. 1 (Online-Version), veröffentlicht am 26. Juli 2005, abgerufen am 16. Januar 2012.
  5.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  7. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLa situation de la communication pour le développement au Niger (Etat des lieux). Tome 1. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, 2003, S. 23, abgerufen am 2013-04-35 (PDF-Datei; 461 KB, französisch).