Barbara Cartland

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Barbara Cartland im Jahr 1987
Barbara Cartland im Jahr 2000

Dame Mary Barbara Hamilton Cartland (* 9. Juli 1901 in Edgbaston, Birmingham, England; † 21. Mai 2000 in Camfield Place, Hatfield, Hertfordshire) war eine englische Autorin.

Mary Barbara Hamilton Cartland war die einzige Tochter und das älteste Kind eines britischen Armeeoffiziers, Major Bertram (Bertie) Cartland, und seiner Frau Mary (Polly) Hamilton Scobell. Obwohl sie in eine Familie der Mittelklasse hineingeboren wurde, wurde die Sicherheit der Familie schwer erschüttert, als ihr väterlicher Großvater, James Cartland, ein Finanzier, nach einem Bankrott Selbstmord beging. Im Mai 1918 fiel ihr Vater in Flandern während des Ersten Weltkrieges. Ihre Mutter eröffnete in London ein Kleidergeschäft, um die Familie, Barbara und ihre beiden Brüder Ronald (* 1907) und Anthony (* 1913), durchzubringen. Beide Brüder fielen im Zweiten Weltkrieg auf dem Schlachtfeld bei Dünkirchen, nur einen Tag hintereinander, am 29. bzw. 30. Mai 1940.

Nachdem Barbara das Malvern Girls' College und Abbey House, ein Erziehungsinstitut in Hampshire, besucht hatte, wurde sie zu einer erfolgreichen Journalistin und Klatschreporterin. Ihr erster Roman, Jigsaw, wurde 1923 veröffentlicht.

Von 1927 bis 1932 war Barbara Cartland mit Alexander George McCorquodale verheiratet, einem früheren Armeeoffizier. Dieser war der Erbe eines großen Vermögens, das mit Druckereien verdient worden war. McCorquodale starb 1964. Ihre Tochter Raine (* 1929), Gräfin Spencer, wurde 1947 "Debütantin des Jahres" und 1976 die Stiefmutter von Diana, Prinzessin von Wales.

1936, nach ihrer Scheidung, bei der es Klagen und Gegenklagen wegen Untreue gab, heiratete Cartland einen Cousin ihres verstorbenen Mannes, Hugh McCorquodale (1898–1964). Mit ihrem zweiten Ehemann, der ebenfalls ein früherer Militäroffizier war, hatte Barbara Cartland zwei Söhne, Ian (* 11. Oktober 1937) und Glen (31. Dezember 1939).

Barbara Cartlands Image als selbsternannte Expertin für Romantik brachte ihr in späteren Jahren viel Spott ein, aber ihre Romane waren äußerst erfolgreich: Sie verkaufte über eine Milliarde Bücher. Nach eigener Aussage war Barbara Cartland seit zwanzig Jahren die einzige Person auf der Welt, die alle 14 Tage einen Roman fertigstellte. Die Titelbilder für ihre Bücher malte sie selbst. Ihre Verleger schätzen, dass sie insgesamt 724 Titel schrieb. 2004 wurden in ihrem Nachlass 160 unveröffentlichte Romane entdeckt.

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1987: Wagnis der Liebe
  • 1989: Gefährdete Liebe
  • 1990: Ein Phantom in Monte Carlo
  • 1991: Duell der Leidenschaften

Literatur[Bearbeiten]

  • Tim Heald: Life of love. Barbara Cartland. Sinclair-Stevenson, London 1994, ISBN 1-85619-356-X.
  • Gwen Robyns: Barbara Cartland. An authorized biography. Doubleday, Garden City, N.Y. 1985, ISBN 0-385-19818-3

Filme[Bearbeiten]

  • Christoph Weinert (Buch und Regie): Geboren 1900. BRD, USA, GB 1999/2000 (75 Min., Erstausstrahlung: August 2000 auf ARTE). – In dem Film blicken die britische Autorin Barbara Cartland, der deutsche Philosoph Hans-Georg Gadamer und der amerikanische Theaterregisseur Martin Magner auf hundert Lebensjahre zurück.

Weblinks[Bearbeiten]