Hans-Georg Gadamer

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Hans-Georg Gadamer im Gespräch mit Wassili Lepanto (links), um 2000

Hans-Georg Gadamer (* 11. Februar 1900 in Marburg; † 13. März 2002 in Heidelberg) war ein deutscher Philosoph. International bekannt wurde er durch sein für die philosophische Hermeneutik grundlegendes Werk Wahrheit und Methode (1960).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gedenktafel in Breslau für Johannes Gadamer, 1902-1919 Direktor des Pharmazeutischen Institutes der Universität Breslau, Professor für Toxykologie an der Breslauer Universität und Hans-Georg Gadamer, bedeutender Philosoph des XX. Jh., 1993 Verleihung des Doctor Honoris Causa der Universität von Breslau, Breslau 2003

Familiärer Rahmen und Promotion[Bearbeiten]

Hans-Georg Gadamers Vater Johannes Gadamer war Pharmazeut und Chemiker. 1902 folgte er einem Ruf als Ordinarius für pharmazeutische Chemie an die Universität Breslau und blieb dort bis 1919. Er war in erster Ehe (1897-1904) verheiratet mit Johanna Gadamer geborene Gewiese, Tochter des Maurer- und Zimmermeisters Hugo Gewiese und seiner Ehefrau Adele Becker. 1904 verstarb Johanna Gadamer, die Mutter von Hans-Georg Gadamer und seinem Bruder. Ab 1905 war Johannes Gadamer in zweiter Ehe verheiratet mit Hedwig Gadamer geb. Hellich, Tochter des Grubenbaudirektors Erich Hellich und seiner Ehefrau Ida Ehlert.[1]

Hans-Georg Gadamer wuchs in Breslau auf und erlangte dort 1918 die Hochschulreife. Gadamer nahm anschließend sein Studium der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Breslau, Marburg und München auf, und studierte unter anderem bei Richard Hönigswald. 1919 setzte er sein Studium an der Universität Marburg fort. Dort wurde er 1922 bei Paul Natorp und Nicolai Hartmann, mit seiner Dissertationsschrift über Das Wesen der Lust nach den platonischen Dialogen, zum Dr. phil. promoviert.[2]

Edmund Husserl, Martin Heidegger, Paul Friedländer[Bearbeiten]

Heideggers „Hütte“ oberhalb von Todtnauberg

Ab 1923 besuchte Gadamer Vorlesungen von Edmund Husserl und Martin Heidegger an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und während des Sommers, bei Heidegger in dessen „Hütte“ in Todtnauberg. Diese Begegnung mit Heidegger wurde für Gadamer „eine völlige Erschütterung allzu früher Selbstsicherheit“.[3] Ein Jahr später, 1924, nahm Gadamer sein Studium der klassischen Philologie bei Paul Friedländer auf, weil er „das Gefühl hatte, von der Überlegenheit dieses Denkers [Heidegger] einfach erdrückt zu werden, wenn ich nicht einen eigenen Boden gewann, auf dem ich vielleicht fester stünde als dieser gewaltige Denker selber“.[4] 1927 absolvierte Gadamer sein Staatsexamen für das Höhere Lehramt.

Habilitation an der Universität Marburg[Bearbeiten]

1929 habilitierte sich Gadamer bei Heidegger und Friedländer für Philosophie an der Universität Marburg. Titel der Habilitationsschrift: Platos dialektische Ethik. Interpretationen zum "Philebos"., und wurde Privatdozent in Marburg. Zwei Jahre später wurde seine Schrift Platos dialektische Ethik veröffentlicht. Nach einem Aufenthalt in Paris 1933 veröffentlichte er 1934 seine Schrift Plato und die Dichter, die einen Durchbruch im Hinblick auf Platons Politeia darstellt, erste sehr deutliche Ansätze der Gadamerschen Hermeneutik aufweist, und seine teils unkritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus belegt.[5]

NSDDB Vertretungen vakanter Lehrstühle[Bearbeiten]

Am 11. November 1933 unterzeichnete Gadamer das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat.[6] 1934/35 vertrat Gadamer an der Universität Kiel den vakanten Lehrstuhl von Richard Kroner, der wegen seiner jüdischen Abstammung von der Lehrbefugnis suspendiert worden war. Im Oktober 1935 nahm Gadamer freiwillig am Dozentenlager des NS-Dozentenbundes (NSDDB) in Weichselmünde bei Danzig teil. Daraufhin wurde ihm 1937 in Marburg der Titel eines nichtbeamteten außerordentlichen Professors verliehen, der ihm zunächst verweigert worden war, obwohl er die üblicherweise sechs Jahre währende Zeit einer Privatdozentur schon absolviert hatte. Gadamer erhielt weiterhin die Vertretung des vakanten Lehrstuhls von Erich Frank an der Universität Marburg, dem ebenfalls wegen seiner jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen worden war. Zwei Jahre später erhielt Gadamer einen Ruf an die Universität Leipzig, wo er nach Lehrstuhlvertretungen 1938/39 als Nachfolger Arnold Gehlens 1939 zum ordentlichen Professor und Direktor des Philosophischen Instituts der Universität Leipzig berufen wurde.[7] Im August 1933 wurde Gadamer Mitglied des Nationalsozialistischen Lehrerbundes[8] Vom Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS wurde Gadamer in der weltanschaulichen Beurteilung innerhalb der „SD-Dossiers über Philosophie-Professoren“ aus SS-Sicht in seiner Haltung zum Nationalsozialismus als indifferent klassifiziert.[9] Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs war Gadamer Mitarbeiter am NS-Projekt Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften.[6]

Erste Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem Krieg wurde Hans-Georg Gadamer 1945 Dekan der Philosophischen Fakultät und später bis 1947 Rektor der Universität Leipzig. Nachdem sich die Hoffnungen auf eine demokratische Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone zerschlagen hatten, bemühte sich Gadamer aktiv um eine Stelle in der Westzone. Am 14. August erklärte er seinen Rücktritt vom Rektorat zum 1. Oktober und erhielt an diesem Tag eine Anstellung an der Universität Frankfurt, zunächst vertretungsweise, vom 1. Juli 1948 als ordentlicher Professor, nachdem er bei der Rückkehr nach Leipzig zur Amtsübergabe aufgrund einer Denunziation verhaftet und von einem russischen Offizier verhört, aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. 1949 folgte er einer Berufung an die Universität Heidelberg als Nachfolger von Karl Jaspers.[10]

Rückkehr von Helmut Kuhn und Karl Löwith nach Deutschland[Bearbeiten]

Gadamer begründete 1953 mit Helmut Kuhn die „Philosophische Rundschau“. Im selben Jahr kehrte Karl Löwith, der 1934 wegen seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland emigriert war, durch Vermittlung Gadamers zurück und folgte einem Ruf der Universität Heidelberg. Im Jahr 1951 wurde Gadamer Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1960 erfolgte die Veröffentlichung von "Wahrheit und Methode", 1962 wurde Gadamer Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland. Eine Bewerbung um das Rektorat der Universität Heidelberg scheitert dagegen. Es folgte die Gründung der Internationalen Vereinigung zur Förderung der Hegel-Studien, deren Präsident er wurde. Im Jahr 1966 organisierte er als Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Heidelberg einen Kongress über Sprache.

Gadamer und Jürgen Habermas[Bearbeiten]

Von 1967 bis 1971 debattierten Gadamer und Habermas, bis 1977 schrieb er Kleine Schriften in vier Bänden. Im Jahr 1968 wurde er in Heidelberg emeritiert, lehrte jedoch weiter. Von 1969 bis 1972 war er Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1971 wurde er Ritter des Ordens Pour le merite, erhielt den Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim und das Große Bundesverdienstkreuz. In den 1980er und 1990er Jahren lehrte er regelmäßig am Istituto Italiano per gli Studi Filosofici in Neapel.[11]

Gadamers philosophischer Ansatz: Begründer der universalen Hermeneutik[Bearbeiten]

Hans-Georg Gadamer war einer der prominentesten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer einer universalen Hermeneutik, die sich sowohl gegen den einseitigen Methodologismus der traditionellen Hermeneutik von Friedrich Schleiermacher und Wilhelm Dilthey als auch gegen den Idealismus Georg Wilhelm Friedrich Hegels wendet.

Für Gadamer ist jegliches Verstehen, gleichgültig, ob es sich um Texte, Kunst- und Bauwerke oder das Gegenüber in einem Gespräch handelt, an die Sprachlichkeit des Seins vor dem Horizont der Zeit gebunden. Dies setzt beim Interpretieren von Werken Offenheit, das Bewusstmachen der eigenen Vorurteilsstruktur sowie die Bereitschaft zum Gespräch bzw. zu reflexivem Auseinandersetzen voraus. Die philosophische Hermeneutik wurde von Gadamer so allgemein fundiert, dass sie auf prinzipiell alle ethisch-ästhetischen Aspekte und Fragen des Lebens Anwendung finden kann. Er schuf eine Theorie der auf dem Denken des 19. Jahrhunderts fußenden „Geisteswissenschaft“, welche für sich beansprucht, dass sie die umwälzenden Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften nicht zu scheuen braucht.

Einordnung in die geisteswissenschaftlichen Strömungen[Bearbeiten]

Neukantianismus und die Phänomenologie des Geistes[Bearbeiten]

Zunächst gehörte Gadamer zur Umgebung des Marburger Neukantianismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts, welcher überwiegend an den mathematischen Wissenschaften und ihren Methoden orientiert war und seinen Schwerpunkt auf die „Erkenntnisart“ von Gegenständen legte. Auch die Arbeiten von Paul Natorp und Nicolai Hartmann waren diesem Ansatz anfänglich verpflichtet. Danach wandte er sich der Phänomenologie Husserls (1859-1938) zu, die auch seine Habilitationsschrift prägte. Zu dieser Zeit begegnete er Heidegger, von dessen Existenzphilosophie er viele Elemente übernahm. In ihr fand er nach eigenen Angaben die gesuchte Gegenkraft zu Platon. Hegels Phänomenologie des Geistes hat ihn fasziniert.

Wahrheit und Methode[Bearbeiten]

Seine Positionen hat er Ende der 1950er Jahre in seinem Hauptwerk Wahrheit und Methode ausformuliert. Gadamer versteht die Hermeneutik nicht nur als Kunstlehre, sondern hält Verstehen für eine der Grundlagen des menschlichen Lebens. In der Debatte mit Habermas und Karl-Otto Apel kommt es zu einer Umakzentuierung seiner Haltung. Auch der Hauptvertreter der philosophischen Dekonstruktion, Jacques Derrida,[12] kritisierte seine Hermeneutik. Etliche Züge in Gadamers Denken brachten ihm den Ruf eines liberalen Konservativen ein.[13] Sein Werk ist durchzogen von einer an Heidegger angelehnten Technologieskepsis.

In seinem vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Neukantianismus nach dem Ersten Weltkrieg entstandenem Werk versucht er die Frage zu beantworten, was Philosophie angesichts der Dominanz der Naturwissenschaften ausmacht.

Späte Jahre[Bearbeiten]

Hans-Georg Gadamer lebte bis zu seinem Tode in dem Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen und fand auf dem dortigen Friedhof, auf einer Anhöhe über dem Neckartal gelegen, seine letzte Ruhestätte.[14] Hans-Georg Gadamer ist Ehrenbürger der Stadt Heidelberg sowie der Stadt Neapel.[15]

Die Gadamer-Stiftungsprofessur[Bearbeiten]

Die Gadamer-Stiftungsprofessur ist eine nach Hans-Georg Gadamer benannte Stiftungsprofessur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie wurde 2001 am Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg eingerichtet mit dem Ziel der Auseinandersetzung bedeutender internationaler Geisteswissenschaftler mit der Hermeneutik. Die Gadamer-Professur wurde vom Stiftungsfonds Deutsche Bank, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Universität Heidelberg sowie dem Fonds der Ehrenbürger der Universität Heidelberg unterstützt. Bisherige Preisträger waren Karl Heinz Bohrer, Peter Burke, Jan Assmann, Horst Bredekamp, Wolfram Hogrebe und Eberhard Jüngel. Seit 2007 sind die Mittel des Fonds ausgeschöpft, weitere Professuren wurden nicht vergeben.[16]

Ehrungen, Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hans-Georg Gadamer erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Darunter waren unter anderem:

Filme[Bearbeiten]

  • "Geboren 1900", Deutschland/Großbritannien/USA, 1999/2000, 75 min. – In dem Film blicken der deutsche Philosoph Hans-Georg Gadamer, die britische Autorin Barbara Cartland und der amerikanische Theaterregisseur Martin Magner auf hundert Lebensjahre zurück. Deutsch-französische Erstausstrahlung: August 2000 auf ARTE – Buch und Regie: Christoph Weinert

Werkausgaben Autobiografisches Ausgewählte Schriften[Bearbeiten]

Werkausgaben

  • Kleine Schriften Tübingen, Mohr, 1967 ff.
  • Gesammelte Werke. Tübingen: Mohr, 1985-1995 (10 Bände).

Autobiografisches

  • Philosophische Lehrjahre. Eine Rückschau, Frankfurt a.M., Klostermann, 1977, 3.Aufl. 2012 ISBN 978-3-465-04165-8
  • Selbstdarstellung. In: Ludwig J. Pongratz (Herausgeber): Philosophie in Selbstdarstellungen, Band III, Meiner, Hamburg 1977. Auch in: Gesammelte Werke, Band 2.
  • Im Gespräch, mit Silvio Vietta München 2002.

Ausgewählte Schriften

  • Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. (Tübingen 1960), Unveränd. Nachdr. d. 3. erw. Aufl. Tübingen 1975, ISBN 3-16-833912-1
  • Lob der Theorie, Frankfurt a. M., Suhrkamp, 1983.
  • Das Erbe Europas, Frankfurt a. M., Suhrkamp, 1989.
  • Über die Verborgenheit der Gesundheit, Frankfurt a. M., Suhrkamp, 1993.
  • Der Anfang der Philosophie, Stuttgart, Philipp Reclam, 1996.
  • Erziehung ist sich erziehen Heidelberg 2000.
  • Hermeneutische Entwürfe. Vorträge und Aufsätze Tübingen 2000.
  • Platos dialektische Ethik. Phänomenologische Interpretationen zum Philebos Hamburg 2000.

Veröffentlichtes Bild- und Tonmaterial

  • Hans Georg Gadamer erzählt die Geschichte der Philosophie Rom / Hamburg 2000 / 2006. (VHS / DVD)
  • Von der Lust am Dialog Ein Interview und ein Gespräch über den Begriff des Kairos Berlin 2000. (2 CDs)
  • Gadamer Hörbuch: Drei Rundfunkvorträge Berlin 1999. (MC)
  • Autobiographie und Geschichten. Zwei Vorträge und ein Gespräch. Heidelberg 1998. (MC)
  • Postmoderne und das Ende der Neuzeit? Vortrag 1992 Heidelberg 1996. (MC)
  • Wahrheit und Bewusstsein. Heidelberg 1996. (MC)
  • Philosophie heute: Die Kunst des Verstehens. Hans-Georg Gadamer. Hamburg 1996. (VHS)
  • Die Unhintergehbarkeit der Kunst Freiburg 1996 (MC)
  • Vorträge Heidelberg 1996 (MC)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Arnswald, Jens Kertscher, Jeff Malpas (Hrsg.): Gadamer’s Century. Essays in Honor of Hans-Georg Gadamer, Cambridge, MA / London, England: MIT Press 2002, ISBN 0-262-63247-0.
  • Dominic E. Delarue, Johann Schulz und Laura Sobez (Hrsg.): Das Bild als Ereignis. Zur Lesbarkeit spätmittelalterlicher Kunst mit Hans-Georg Gadamer. Winter Verlag, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8253-6036-8.
  • Donatella Di Cesare: Gadamer – Ein philosophisches Porträt. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, ISBN 978-3-16-149946-3.
  • Wolfgang Drechsler: Gadamer in Marburg. Blaues Schloss, Marburg 2013, ISBN 978-3-943556-27-8.
  • Carsten Dutt (Hrsg.): Gadamers philosophische Hermeneutik und die Literaturwissenschaft. Marbacher Kolloquium zum 50. Jahrestag der Publikation von 'Wahrheit und Methode'. Winter Verlag, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8253-5954-6.
  • Günter Figal (Hrsg.): Hans-Georg Gadamer: Wahrheit und Methode. 2. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005107-9.
  • Günter Figal und Hans-Helmuth Gander (Hrsg.): Dimensionen des Hermeneutischen. Heidegger und Gadamer. Klostermann, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-465-03432-2.
  • Jean Grondin: Hans-Georg Gadamer. Eine Biographie. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 3-16-146855-4.
  • Jean Grondin: Hans-Georg Gadamer : eine Biographie, 2., durchges. u. erw. Aufl., Tübingen : Mohr Siebeck, 2013, ISBN 978-3-16-152316-8.
  • Thorsten Gubatz: Heidegger, Gadamer und die Turiner Schule. Die Verwindung der Metaphysik im Spannungsfeld zwischen Glaube und Philosophie. Ergon, Würzburg 2009, ISBN 978-3-89913-711-8.
  • Kai Hammermeister: Hans-Georg Gadamer. 2. erweiterte Auflage. C.H. Beck, München 2006.
  • Michael Hofer, Mirko Wischke (Hrsg.): Gadamer verstehen – understanding Gadamer. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003.
  • Catherine Hürzeler: Architektur als Zuwachs an Sein. Hans-Georg Gadamer im Gespräch mit Catherine Hürzeler. In: Raimund Blödt et al: Beyond Metropolis. Eine Auseinandersetzung mit der verstädterten Landschaft. Niggli, Sulgen/Zürich 2006, ISBN 3-7212-0583-9.
  • Hans Krämer: Kritik der Hermeneutik. Interpretationsphilosophie und Realismus, Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56486-4.
  • Bruce Krajewski (Ed.): Gadamer's Repercussions. Reconsidering Philosophical Hermeneutics. Berkeley, Los Angeles 2004. (incl. Response to T. Orozco's accusations).
  • Annika Krüger: Verstehen als Gestehen. Wissenschaftliche Zuständigkeitsbegrenzung und hermeneutische Erkenntnisweise. Wilhelm Diltheys und Hans-Georg Gadamers Versuch einer geisteswissenschaftlichen Emanzipation. Wehrhahn, Laatzen 2006 ISBN 3-86525-059-9.
  • Ram Adhar Mall: Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell gelesen. Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-180-4.
  • Teresa Orozco: Platonische Gewalt. Gadamers politische Hermeneutik der NS-Zeit. Vorwort von Wolfgang F. Haug. Argument, Hamburg 2004, ISBN 3-88619-240-7.
  • Udo Tietz: Hans-Georg Gadamer zur Einführung. Junius, Hamburg 2005, 3. Aufl., ISBN 3-88506-612-2.
  • Andreas Vasilache: Interkulturelles Verstehen nach Gadamer und Foucault. Campus, Frankfurt am Main/New York 2003.
  • Wasim Salman: Wirkungsgeschichte de Hans-Georg Gadamer dans la théologie de Claude Geffré, David Tracy et Wolfhart Pannenberg, Ed. Pontificia Univ. Gregoriana, Roma 2010, ISBN 978-88-7839-155-0
  • Kurzbiografie zu: Gadamer, Hans-Georg. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach Neue deutsche Biographie, Bd. 6: Gaál – Grasmann, Berlin 1964.
  2. Professorenkatalog der Universität Leipzig, Vita Prof. Dr. phil. habil. et Dr. h. c. mult. Hans-Georg Gadamer
  3. Philosophische Lehrjahre, S. 23.
  4. Vernunft im Zeitalter der Wissenschaft, 1976, S. 159 ff.
  5. Teresa Orozco, Platonische Gewalt. Gadamers Hermeneutik der NS-Zeit, Argument Verlag, Hamburg 2004²
  6. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 172.
  7. Vgl. Grondin: Hans Georg Gadamer (siehe unten), S. 378-380.
  8. Ideologische Mächte im deutschen Faschismus Band 5: Heidegger im Kontext: Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen, George Leaman, Rainer Alisch, Thomas Laugstien, Verlag: Argument Hamburg, 1993, Seite 105, ISBN 3886192059
  9. Leaman, Georg / Simon, Gerd: Deutsche Philosophen aus der Sicht des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS. Jahrbuch für Soziologie-Geschichte 1992, S. 261–292.
  10. Vgl. Grondin: Hans Georg Gadamer (s. unten), S. 383f.
  11. Vgl. Grondin: Hans-Georg Gadamer (s. unten), S. 386f.
  12. Vgl. zum „Dialog“ zwischen den beiden: Derrida, Jacques/Gadamer, Hans-Georg: Der ununterbrochene Dialog, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004. Im Nachwort schreibt der Herausgeber Martin Gessmann: „Dem ‚entfaltende(n) Bezug‘ stellt Derrida so erst einmal den ‚Bruch des Bezuges‘ entgegen, dem Gesprächsangebot die Gesprächsverweigerung. Aus dekonstruktiver Sicht ist dies nichts weniger als konsequent gedacht. Denn es hieße schon, sich auf die Wahrheitsansprüche der Hermeneutik einzulassen, würde man das Gespräch mit ihr beginnen von einer Position aus, die sich von vornherein skeptisch zeigt, was den philosophischen Ertrag eines solchen Gesprächs angeht. Gadamer hatte ja nicht umsonst auf die Unhintergehbarkeit des Gesprächs verwiesen – noch um den Dissens zu formulieren, bräuchte es ein vorangehendes Einverständnis.“ (Gessmann, Martin: „Nachwort“, in: Ebd., S. 104)
  13. Marion Heinz, Goran Gretić: Philosophie und Zeitgeist im Nationalsozialismus, 2006, S. 334; Jean Grondin: Hans-Georg Gadamer. Eine Biographie, 2000, S. 256
  14. Friedhofsamt Heidelberg
  15. La Città di Napoli a Hans Georg Gadamer (Napoli, Castel Nuovo, Sala dei Baroni 27 novembre 1990), Istituto Italiano per gli Studi Filosofici, Napoli 2000
  16. Gadamer-Professur bei der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (uni-hd.de); abgerufen am 27. Dezember 2012