Bartolomeo d’Avanzo

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Kardinal Bartolomeo d'Avanzo

Bartolomeo d’Avanzo (* 3. Juli 1811 in Avella; † 20. Oktober 1884 ebenda) war ein italienischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Bartolomeo d’Avanzo wurde als Sohn von Bartolomeo d’Avanzo, einem Arzt, und dessen Ehefrau Caterina Buvelli geboren. In jungen Jahren trat er ins Priesterseminar von Nola ein, wo er am 13. Juni 1829 gefirmt wurde. Nach seiner Priesterweihe, die er am 20. September 1834 empfing, wechselte er an die Universität Neapel, an welcher er am 28. September 1842 in Theologie promovierte und den Doktortitel bekam.

Als Priester war er zunächst als Professor für Dogmatische Theologie und Hebräisch an seiner Alma Mater, dem Priesterseminar von Nola tätig. Auch wirkte er als Kaplan in der Kirche von Nola. Später schrieb er Artikel für La Scienza e la Fede, ein in unregelmäßigen Zeitabständen erscheinendes Wissenschaftsmagazin, und machte sich als Revisor von Büchern einen Namen.

Am 18. März 1851 wurde d’Avanzo zum Bischof des Bistums Castellaneta ernannt; die Bischofsweihe spendete ihm am 28. März 1851 Kardinal Costantino Patrizi. Neun Jahre später, am 13. Juli 1860, wurde er als Bischof in das Bistum Teano-Calvi versetzt. Nur zwei Monate, nachdem d’Avanzo seine neue Aufgabe begonnen hatte, überlebte er am 13. August 1860 ein Schussattentat.

Dabei gab ein antiklerikal eingestellter Mann vier Schüsse auf Bischof d’Avanzo ab. Der erste traf das Innere des Wagens, in welchem d’Avanzo fuhr, der zweite traf das rechte Handgelenk und der dritte den linken Arm des Bischofs. Der vierte Schuss, der vermutlich der tödliche gewesen wäre, drang in die Pektorale ein, das bei Bischöfen traditionell getragene Kreuz auf der Brust. Der Grund für das Attentat lag in der damals mehrheitlich kirchenfeindlich eingestellten Stimmung in Italien. Auch hatte sich d’Avanzo stets gegen die Freimaurer starkgemacht, was auch mit ein Grund gewesen sein dürfte.

Leicht verletzt gab d’Avanzo das Bistum Teano-Calvi auf und zog sich in das Kapuziner-Kloster nach Sorrent zurück, wo er sieben Jahre lang, bis 1867, im Exil lebte. Danach war er von 1869 bis 1870 Delegierter und Teilnehmer am Ersten Vatikanischen Konzil, wo er das Dogma von der „Unfehlbarkeit des Papstes“ mittrug.

Papst Pius IX. erhob ihn im Konsistorium vom 3. April 1876 in den Kardinalsrang und übertrug dem neuen Kardinalpriester am 7. April 1876 die Titelkirche Santa Susanna. Als Kardinal war d’Avanzo auch Teilnehmer des Konklaves von 1878, in welchem Leo XIII. gewählt wurde.

Nach seinem Tod, am 20. Oktober 1884, wurde Kardinal d’Avanzo im Familiengrab in Avella begraben.

Weblinks[Bearbeiten]