Benátky nad Jizerou

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Benátky nad Jizerou
Benátky nad Jizerou
Benátky nad Jizerou (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Mladá Boleslav
Fläche: 3295 ha
Geographische Lage: 50° 17′ N, 14° 49′ O50.29083333333314.823333333333225Koordinaten: 50° 17′ 27″ N, 14° 49′ 24″ O
Höhe: 225 m n.m.
Einwohner: 7.395 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 293 01 - 294 71
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Jaroslav Král (Stand: 2006)
Adresse: Zámek 49
29471 Benátky nad Jizerou I
Gemeindenummer: 535451
Website: www.benatky.cz

Benátky nad Jizerou (deutsch: Benatek) ist eine Stadt im Okres Mladá Boleslav. Sie liegt an der Iser (Jizera) und hat 7.042 Einwohner (2006).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1052 erstmals durch die Nennung des Teilortes Obodři erwähnt. 1264 wurde nördlich der Stadt die Burg Dražice erbaut. 1346 erhielt Jan von Dražice das Recht, die Stadt zu gründen. 1349 wurde das Kloster mit der Kirche „Geburt der Jungfrau Maria“ erbaut. In den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts ließen sich hier die Burggrafen von Dohna nieder. Auf dem Platz des durch die Hussiten zerstörten Schlosses errichteten sie ein neues Schloss.

Schloss Benatek

1599 kaufte Kaiser Rudolf II. die gesamte Herrschaft. Er bot dem dänischen Astronomen Tycho Brahe an, sich hier ein Observatorium einzurichten, um nicht durch das geschäftige Treiben am Prager Hof gestört zu werden. Brahe hielt sich vom August 1599 bis Juni 1600 in Benátky auf. Unter anderen Forschungen bestimmte er die Lage der Stadt auf 14° 51’ 30’’ östlicher Länge und 50° 18’ 30’’ nördlicher Breite.

1647 erhielt Johann von Werth den Besitz, der das Schloss weiter ausbaute. Nach dessen Tod brach 1652 Streit um das Erbe aus, der nach drei Jahren beigelegt wurde. Die Herrschaft Benatek fiel damit anteilig Werths junger Witwe Susanna Maria von Kuefstein (1630/33-1697), deren vermutlich aus einer außerehelichen Beziehung entstammenen Sohn Franz Ferdinand von Werth (1652-1671), ihrem zweitehelichen Sohn Franz Maximilian Hartmann von Klarstein sowie der Lambertine Irmgardis Freifrau Raitz von Frentz von und zu Schlenderhan, Erbburgräfin von Köln, der Tochter aus erster Ehe von Johann von Werth, zu. Die inzwischen in dritter Ehe mit Kaspar Johann von Cabbegg zu Saareck verheiratete Susanna Maria verschuldete sich für den Rückkauf der anderen Teile der Herrschaft und lebte in ziemlicher Armut. Später brachte Susanna Maria ihren Teil der Herrschaft in ihre vierte Ehe mit Ernst Gottfried Schütz von Leipoldsheim auf Zittolieb ein. Dieser konnte 1694 noch den letzten in Fremdbesitz befindlichen Anteil hinzugewinnen. Ihm folgte sein Sohn Ernst Jaroslaw, mit dessen Tod das Geschlecht der Schütz von Leipoldsheim erlosch.

Am Ende des 18. Jahrhunderts kam das Anwesen in die Hände des Prager Erzbischofes Anton Peter Graf Przichowsky von Przichowitz, der das Innere des Schlosses im Rokkokostil einrichten ließ. Mitte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwarb Leopold Felix Graf Thun-Hohenstein die Herrschaft Benátky. In den Jahren 1844-1847 wirkte der junge Komponist Bedřich Smetana in Benátky als Musiklehrer der Familie Thun und Hohenstein. Der letzte Graf Kinský verkaufte das Schloss 1920 an die Stadt. Nach 1944 wurden Neu Benatek / Nové Benátky und Alt Benatek / Staré Benátky vereinigt sowie die Ortsteile Obodř /Obodersch, Kbel und Dražice /Draschitz eingemeindet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Benátky nad Jizerou besteht aus den Ortsteilen Benátky nad Jizerou I, Benátky nad Jizerou II, Benátky nad Jizerou III, Dražice (Draschitz) und Kbel.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Im Ort lebten und wirkten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)