Mladá Boleslav

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Mladá Boleslav
Wappen von Mladá Boleslav
Mladá Boleslav (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Mladá Boleslav
Fläche: 2889 ha
Geographische Lage: 50° 25′ N, 14° 54′ O50.412514.906388888889235Koordinaten: 50° 24′ 45″ N, 14° 54′ 23″ O
Höhe: 235 m n.m.
Einwohner: 44.272 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 293 01
Verkehr
Bahnanschluss: 064 M. Boleslav–S. Paka
070 Prag–Turnov
071 Nymburk–M. Boleslav
076 M. Boleslav–Mělník
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 13
Verwaltung
Bürgermeister: Raduan Nwelati (Stand: Mai 2013)
Adresse: Komenského nám. 61
293 49 Mladá Boleslav
Gemeindenummer: 535419
Website: www.mb-net.cz
Blick auf die Altstadt und das Schloss
Das Gebäude der ehemaligen Automobilfabrik Laurin & Klement, heute Škoda-Museum
Bahnhof Stadt
Eingang 7 zum Werk von Škoda

Mladá Boleslav (deutsch Jungbunzlau) ist eine tschechische Stadt in der Mittelböhmischen Region nordöstlich von Prag. Sie hat etwa 44.252 Einwohner und eine Fläche von 28,9 km². Mladá Boleslav liegt an der Jizera.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts von Boleslav II. als eine königliche Burg gegründet. Aus dieser Zeit stammt die Stadtburg auf einem Felsvorsprung an der Mündung der Klenice in die Jizera.

Im Jahr 1255 wurde im Ort ein Kloster des Johanniterordens gegründet. Die Stadtrechte erhielt Mladá Boleslav zum Teil im Jahr 1334 und zum Teil im Jahr 1436.

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zum Zentrum der Böhmischen Brüder, die die Ideen des Jan Hus befolgten. Es wurde ein Bistum eingerichtet und eine Kathedrale im Stil der Renaissance gebaut. Die Religionskriege des 17. Jahrhunderts haben die Abnahme der Bevölkerungsanzahl und die Rekatholisierung gebracht.

Im 19. Jahrhundert begann in Mladá Boleslav die Industrialisierung. 1895 wurde das Unternehmen Laurin & Klement gegründet, ursprünglich als Fahrradproduzent. Nach erfolgreicher Entwicklung und Diversifizierung der Produktion in Richtung Automobilbau wurde dieses Unternehmen 1925 an den Schwerindustriekonzern Škoda mit Sitz in Pilsen verkauft. Der Automobilzweig wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Staatsunternehmen ausgegliedert. Dieses Unternehmen wurde 1990 privatisiert und gehört seither als Škoda Auto zum Volkswagenkonzern.

In den 1920er Jahren entstanden in Mladá Boleslav mehrere Bauten der tschechischen Moderne. Emil Králík (1880-1946) errichtete das Stadttheater, Jiří Kroha (1893-1974) das Kaufhaus Gellner und das Bezirkspolyklinikum.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mladá Boleslav liegt 60 km nordöstlich von Prag an der Europastraße 65/Schnellstraße Rychlostní silnice 10. Der Hauptbahnhof liegt an den Strecken 070 Prag–Turnov und 071 Nymburk–Mladá Boleslav, 064 Mladá Boleslav–Stará Paka und 076 Mladá Boleslav–Mělník.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Mladá Boleslav befinden sich der Sitz und das größte Werk des Automobilherstellers Škoda Auto. Das Unternehmen beschäftigt in Tschechien 23.976 Mitarbeiter (Stand 2006), den Großteil davon im Werk in Mladá Boleslav. Damit sind mehr als drei Viertel aller Erwerbstätigen der Stadt bei dem Tochterunternehmen der Volkswagen AG beschäftigt. Škoda Auto ist zugleich der bedeutendste Automobilproduzent Tschechiens und der größte Exporteur des Landes.

Bildung[Bearbeiten]

In Mladá Boleslav siedelt die Private Hochschule Škoda Auto Vysoká škola.

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in 13 Stadtteile: Bezděčín, Čejetice, Čejetičky, Debř, Chrást, Jemníky, Michalovice, Mladá Boleslav I, Mladá Boleslav II, Mladá Boleslav III, Mladá Boleslav IV, Podchlumí, Podlázky.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Im Ort geboren[Bearbeiten]

Im Ort wirkten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Mirko Baum, "Straße am Ende der Welt" in: archimaera (Heft 1/2008)

Weblinks[Bearbeiten]