Bergamottöl

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Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Name Bergamottöl
Summenformel nicht angebbar, da Stoffgemisch
CAS-Nummer 8007-75-8
Kurzbeschreibung

klare Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse nicht angebbar, da Stoffgemisch
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

0,877 g·cm−3 (25 °C)[1]

Siedepunkt

159 °C[1]

Brechungsindex

1,4665 (20°C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 226
P: keine P-Sätze [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Bergamottöl

Bergamottöl ist das ätherische Öl aus den Früchten der Bergamotte. Es wird durch Pressung aus deren Schalen der Bergamotte in Süditalien (Kalabrien) gewonnen.[2] Früher wurde das Auspressen mit der Hand besorgt, dann mit selbstgezimmerten Pressvorrichtungen aus Holz, heute geschieht es maschinell. Um einen Liter Öl zu gewinnen, müssen 200 Kilogramm Früchte gepresst werden.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bergamottöl ist ein grüne bis dunkelbraune Flüssigkeit. Sie ist ein Stoffgemisch und besteht aus einigen dutzend verschiedenen Verbindungen (Terpene und andere Kohlenwasserstoffe) die je nach Anbau, Studie und Extraktionsart schwanken. Hauptbestandteile sind Limonen (23–55 %), Linalylacetat (15–41 %), Linalool (1,6–24,2 %), γ-Terpinen (1,1–12,6 %), β-Pinen (2,9–10,6 %), α-Pinen (0,7–1,9 %), Sabinen (0,5–1,7 %), Myrcen (0,4–2,3 %), δ-3-Caren (0,01–2,0 %), β-Bisabolen (0,1–1,3 %), Geraniol (0,0–5,7 %), α-Terpineol (0,1–3,1 %), Geranylacetat (0,1–1,9 %), Nerylacetat (0,0–1,6 %), Geranial (0,0–1,2 %), p-Cymen (0,0–3,6 %).[2][3]

Verwendung[Bearbeiten]

Verwendung als Parfümrohstoff[Bearbeiten]

Laut Gildemeister und Hoffmann „Die etherischen Oele“ wurde Bergamottöl in der Zeit zwischen 1672 und 1708 eingeführt. In den Geschäftsbüchern der Eau de Cologne und Parfümeriefabrik Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz in Köln (kurz „Farina gegenüber“) finden sich Einkäufe an Bergamotte ab 1714.

Seit ihrer Erwähnung 1750, als die Bergamotte von einem gewissen Nicolo Parisi gepflanzt wurde, ist das Öl der Bergamotte ein unerlässlicher Ausgangsstoff für die Parfüm-Industrie und gibt insbesondere dem Kölnisch Wasser seinen typischen Geruch.

Der Duft ist klar, frisch, lebhaft, spritzig und von großer Originalität. Er ist in praktisch allen Parfüms als Kopfnote enthalten und wird vor allem in Eau de Colognes und frischen, zitronigen Eau de Toilettes verwendet.

Verwendung als Lebensmittel[Bearbeiten]

Bergamotteöl wird zur Aromatisierung von Earl-Grey-Tee[4] sowie Lady-Grey-Tee verwendet; außerdem ist es in einer besonderen Sorte türkischer Akide-Bonbons sowie in französischen Bonbons aus Nancy enthalten; darüber hinaus wird es für die Aromatisierung von Pfeifen- und Schnupftabaken verwendet.

Sonstige Verwendung[Bearbeiten]

Bergamottöl wird mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt und so als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt. Die in der Bergamotte enthaltenen Stoffe Furocumarine (z.B. 5-Methoxypsoralen[5]) wirken in Kombination mit Sonnenlicht jedoch auch toxisch, weshalb von dieser Art der Anwendung abgeraten wird, um Schäden der Haut zu verhindern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Giovanni Dugo, Ivana Bonaccorsi (Hrsg.): Citrus bergamia. Bergamot and Its Derivatives. Production, Processing, Food, and Medicinal Values (R. Hardman (Reihen-Hrsg.): Medicinal and Aromatic Plants - Industrial Profiles, Vol. 51), CRC Press - Taylor & Francis, Boca Raton u.a. 2014, ISBN 978-1-4398-6227-8
  • Francesco Gionfriddo e Domenico Castaldo: Ridefinizione dei parametri analico-composizionali dell'olio essenziale di bergamotto estratto a freddo / Ridefinition of analitycal compositional parameters for "cold pressed" bergamot essential oil. In: Essenze Derivati Agrumari. Nr. 74, 2004, S. 151–152.
  • ISO 3520:1998 Oil of bergamot [Citrus aurantium L. subsp. bergamia (Wight et Arnott) Engler], Italian type ISO/TC 54 Essential oils
  • Rosaria Costa, Paola Dugo, Michele Navarra, Vilfredo Raymo, Giovanni Dugo, Luigi Mondello: Study on the chemical composition variability of some processed bergamot (Citrus bergamia) essential oils. In: Flavour and Fragrance Journal. 25, Nr. 1, 2010, S. 4–12. doi:10.1002/ffj.1949.
  • Carlo Mangiola, Enrico Postorino, Francesco Gionfriddo, Maurizio Catalfamo, Renato Manganaro and Giuseppe Calabrò: Evaluation of the Genuineness of Cold-pressed Bergamot Oil. In: Perfumer & Flavorist. October 2009, S. 26–31.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergamottöl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Datenblatt Bergamot oil, Italy origin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. März 2014 (PDF).
  2. a b  Andreas Lüneberg: Ätherische Öle und Riechstoffe – Heilmittel der Natur. Reinhard Welz Vermittler Verlag e.K., 2004, ISBN 393763681-1, S. 87 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3.  Giovanni Dugo, Luigi Mondello: Citrus Oils: Composition, Advanced Analytical Techniques, Contaminants, and …. CRC Press, 2010, ISBN 143980029-4, S. 90 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4.  Peter Rohrsen: Der Tee: Anbau, Sorten, Geschichte. C.H.Beck, 2013, ISBN 340665418-5, S. 41 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Nicole Raquet: In vitro Untersuchungen zum relativen phototoxischen und photogentoxischen Potential natürlich vorkommender Furocumarine und Limettin, urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-26443, Dissertation, 15. Juni 2011.