Berliner Straße (Filmkulisse)

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Filmkulisse „Berliner Straße“

Die so genannte Berliner Straße ist eine dauerhaft errichtete Freiluftkulisse auf dem Gelände des Filmstudios Babelsberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Bereits zu DDR-Zeiten existierten bei der DEFA Pläne, auf dem Babelsberger Studiogelände einen Straßenzug im Originalmaßstab als ständige Kulisse für Außenaufnahmen zu errichten. Das Vorhaben wurde jedoch aus Kostengründen nicht umgesetzt. Da es besonders für Verfilmungen mit historischen Szenarien immer schwerer und aufwendiger wurde, passende reale Straßenzüge zu finden und epochengerecht herzurichten, wurde der Plan, für diesen Zweck eine Großkulisse zu errichten, nach Wende und Wiedervereinigung erneut aufgenommen, blieb aber zunächst nicht finanzierbar.

1998 zeigte sich bei den Vorbereitungen zur Produktion des Films Sonnenallee, dass in Berlin keine reale Straße existierte, die den Anforderungen des Drehbuchs entsprach, so dass die Errichtung einer umfangreichen Kulissenanlage notwendig war. Das Filmprojekt ermöglichte die Finanzierung des lange beabsichtigten Baus. Unter Leitung des Szenenbildners Rainer Schaper entstand innerhalb von drei Monaten ein Straßenzug, der in seinem Aussehen nicht die tatsächliche Sonnenallee imitierte, sondern mit vorwiegend gründerzeitlichen Altbauten und anderen stilistischen Versatzstücken eine fiktive, aber klar als berlinerisch zu erkennende Umgebung darstellte.

[Bearbeiten] Dimensionen

Die gesamte Kulissenanlage der sogenannten Berliner Straße nimmt eine Fläche von etwa 7.000 Quadratmetern ein, davon sind 3.000 Quadratmeter Straßenpflasterung und 1.500 Quadratmeter Bürgersteige und Freiflächen.[1] Die Werte schwanken allerdings je nach den Umbauten, die für Filmprojekte vorgenommen werden. Entlang der etwa 130 Meter langen Straße befinden sich zu beiden Seiten die insgesamt 26 Häuserfassaden, die eine Höhe von bis zu 14 Metern aufweisen.[1]

Die Fassadenkulissen sind an Stahlgerüste montiert, so dass auch umfangreichere Umgestaltungen und Umbauten möglich sind. Zur Sicherung der Standfestigkeit sind die Stahlkonstruktionen neun Meter tief im Boden verankert.[1]

[Bearbeiten] Verwendung

Eine dauerhafte Außenkulisse wie diese ist in ihrer Art und Größe in Europa einzigartig. Es lassen sich hier Schwierigkeiten vermeiden, die bei Dreharbeiten in realen Innenstadtstraßen unvermeidbar sind. Seit ihrer ersten Nutzung in Sonnenallee diente die Berliner Straße als Kulisse für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen, darunter Herr Lehmann, Der Tunnel, Mein Führer, Der Pianist, Rosenstraße, Beyond the Sea, Tage des Zorns, Inglourious Basterds und Boxhagener Platz.[2] [3]

Ein ständiges Team von 33 Personen, das im Bedarfsfall vergrößert wird, passt den Straßenzug den Erfordernissen der jeweiligen Filmproduktion an. Während die Berliner Straße meistens tatsächlich eine typische Straße Berlins jedweder Epoche verkörpert, nahm sie durch Umgestaltung beispielsweise die Gestalt Pariser, New Yorker, Chicagoer, Kopenhagener oder Warschauer Straßenzüge an.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Grenzübergang Sonnenallee, Lothar Holler
  2. tip: „100 Jahre Babelsberg: Die Berliner Straße“, www.tip-berlin.de (aufgerufen am 27. Februar 2012)
  3. Studio Babelsberg: „Koproduktionen“, www.studiobabelsberg.com (aufgerufen am 27. Februar 2012)

[Bearbeiten] Weblinks

52.39108338527813.1190919875Koordinaten: 52° 23′ 28″ N, 13° 7′ 9″ O

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