Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg

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Dieser Artikel behandelt den Sohn von Claus Schenk Graf von Stauffenberg; dessen Bruder findet sich unter Berthold Schenk Graf von Stauffenberg.
Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (1993)

Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 3. Juli 1934 in Bamberg) ist Generalmajor a. D. der Bundeswehr und das älteste der insgesamt fünf Kinder von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Nina Freiin von Lerchenfeld.

Leben[Bearbeiten]

1938 zog die Familie nach Wuppertal. Als Zehnjähriger wurde Berthold Maria mitsamt seinen drei Geschwistern nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler in Sippenhaft genommen, von der schwangeren Mutter getrennt und ins Kinderheim Bad Sachsa verschleppt.

Nach dem Krieg besuchte er die britische Privatschule Gordonstoun und legte 1953 am Internat Salem das Abitur ab.[1] Vor der Gründung der Bundeswehr absolvierte er ein Maschinenbaupraktikum, einen Handelskurs und drei Semester Jura an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.[1][2]

1956 trat er in die Bundeswehr ein.[1] 1957 wurde er zum Leutnant befördert; 1967 wurde er Major.[1] Bis 1958 verbrachte er in den USA.[1] Nach 38 Dienstjahren war er ältester Soldat der Bundeswehr und Befehlshaber des Territorialkommandos Süd, bevor er 1994 pensioniert wurde. Unter anderem lehrte er am Staff College Camberley und an der Führungsakademie der Bundeswehr[3] und war er von 1972 bis 1974 Kommandeur des Panzeraufklärungslehrbataillons 11 in Munster, welches in der Freiherr-von-Boeselager-Kaserne untergebracht war. Von 1982 bis 1986 war er zudem Kommandeur der Heimatschutzbrigade 55 in Böblingen.

Seit 1964 lebt er zusammen mit seiner Frau Mechthild Gräfin von Bentzel-Sturmfeder-Horneck (* 27. Januar 1938 in Bamberg), die er 1958 heiratete, in Oppenweiler nördlich von Stuttgart. Das Paar hat drei Söhne.

Im Juni 2007 verlangte er von Tom Cruise, auf die Rolle Claus Schenk Graf von Stauffenbergs in Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat zu verzichten. Ihm widerstrebte es, dass ein Scientologe seinen Vater spielte.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Auf einmal ein Verräterkind, Wallstein-Verlag, Göttingen 2012 (Stuttgarter Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung, 2011), ISBN 978-3-8353-1106-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Berthold Schenk Graf von Stauffenberg: Ein Kind als „Volksfeind“. In: Thomas Vogel (Hrsg.): Aufstand des Gewissens. Militärischer Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime 1933–1945. 6. Auflage. Mittler, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0708-0, S. 287–295.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Gerd Wunder: Die Schenken von Stauffenberg. Eine Familiengeschichte (= Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, Band 11). Müller und Gräff, Stuttgart 1972, S. 480.
  2. Berthold Schenk Graf von Stauffenberg am 23. Mai 2013 im Interview mit der Tagesspiegel-Redakteurin Ulrike Scheffer und der Fotografin Sabine Würich für das Buch "Operation Heimkehr". Bundeswehrsoldaten berichten über das Leben nach dem Auslandseinsatz. Geplanter Erscheinungstermin: Frühjahr 2014 im Ch. Links Verlag.
  3. Berthold Schenk Graf von Stauffenberg beim Wallstein Verlag
  4. Stauffenberg will Tom Cruise nicht als Darsteller seines Vaters Yahoo Nachrichten, 22. Juni 2007