Bettmann-Archiv

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Bettmann-Archiv ist eine Bilder- und Fotosammlung, die von Otto Bettmann gegründet wurde und derzeit mit einem Bestand von etwa 11 Millionen Bildern im Besitz des Medienunternehmens Corbis ist.

Als der Kulturhistoriker Bettmann 1935 aus Deutschland in die USA emigrieren musste, hatte er im Gepäck den Grundstock einer Bilder- und Fotosammlung, mit der er 1936 in New York eine Bilderagentur gründete. Bereits 1938 verfügte diese über 15.000 Bilder. Deren Nutzungsrechte verkaufte sie mit einer jeweils einmaligen Lizenz an Redaktionen von Zeitungen, Zeitschriften und TV sowie an Bucheditoren und an die Werbewirtschaft. Bettmanns unternehmerische Leistung bestand in der Entwicklung dieses Geschäftsmodells sowie dem Aufkauf und der Indexierung der rasch wachsenden Bestände.

1967 kauft das Unternehmen die Gendreau Sammlung und 1972 die Underwood & Underwood-Sammlung auf und bis 1980 wuchs der Bestand des Archivs auf zwei Millionen Bilder an. 1981 verkaufte Bettmann das Archiv an die Kraus-Thomson Organization. Seit 1995 gehört das Bettmann-Archiv zu Corbis, dem weltweit zweitgrößten Bilderarchiv, das von Bill Gates gegründet wurde. Zu den bekanntesten Bildern des Bettmann-Archivs gehört das Bild Albert Einsteins, der seine Zunge zeigt, und Bilder der Katastrophe des Luftschiffes Hindenburg 1937.

Seit 2002 lagern die Bestände des Archivs in der Iron Mountain National Underground Storage Facility in Boyers, Pennsylvania, einem ehemaligen Kalksteinbruch, wo die Originale in 67 m Tiefe bei einer Temperatur von -20 °C gelagert vor Verfall weitgehend sicher sind.

Die Zukunft dieser Lagereinrichtung und ihre schließliche Zerstörung nach einem fiktiven Verschwinden der Menschheit wird in Folge 5 der 2. Staffel der Dokufiktion-Serie Zukunft ohne Menschen („Einsturzgefahr“, USA 2010) gezeigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Mendack: A photography Treasure. (Das legendäre Bettmann Archiv). = Schatzkammer der Fotografie. Feymedia-Verlags-Gesellschaft, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-941459-04-5.

Weblinks[Bearbeiten]