Bezirk Karl-Marx-Stadt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Bezirkshauptstadt: Karl-Marx-Stadt
Fläche: 6.009 km² [1]
Einwohner: 1.859.500 (1989) [1]
Kfz-Kennzeichen: T, X
Karte
Bezirk Cottbus Bezirk Dresden Bezirk Erfurt Bezirk Frankfurt (Oder) Bezirk Gera Bezirk Halle Bezirk Karl-Marx-Stadt Bezirk Leipzig Bezirk Magdeburg Bezirk Neubrandenburg Berlin Bezirk Potsdam Bezirk Rostock Bezirk Suhl Bezirk Schwerin Volksrepublik Polen Tschechoslowakei Berlin (West) Bundesrepublik Deutschland DänemarkDistrict of Karl-Marx-Stadt in German Democratic Republic.svg
Über dieses Bild

Der Bezirk Karl-Marx-Stadt war der bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Bezirk der Deutschen Demokratischen Republik. Er wurde durch die Verwaltungsreform von 1952 als einer von insgesamt 14 Bezirken eingerichtet und bestand bis 1990. Aufgrund der Umbenennung seiner Bezirksstadt trug er zu seinem Beginn und Ende für jeweils kurze Zeit den Namen Bezirk Chemnitz.

Lage[Bearbeiten]

Der Bezirk Karl-Marx-Stadt umfasste das West- und mittlere Erzgebirge, das Erzgebirgsvorland sowie das Vogtland. Das unweit der Grenze zur ehemaligen Tschechoslowakei gelegene Oberwiesenthal war mit 914 m ü. NN. nicht nur die höchstgelegene Stadt des Bezirks, sondern auch der gesamten DDR. Darüber hinaus war der angrenzende Fichtelberg mit 1214,6 m der höchste Berg der DDR.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 10. Mai 1953 wurde der Name der Stadt Chemnitz in Karl-Marx-Stadt geändert, der des Bezirkes entsprechend ebenfalls. 37 Jahre später, am 1. Juni 1990, erhielten Stadt und Bezirk wieder den Namen Chemnitz, nachdem am 23. April 1990 drei Viertel der Einwohner der Stadt für eine Rückbenennung der Stadt gestimmt hatten. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik im Oktober 1990 wurde der Bezirk Chemnitz aufgelöst, das Gebiet ging im Freistaat Sachsen auf. Die Kreise blieben zunächst bis auf wenige Grenzabweichungen bestehen.

Der zum 1. Januar 1991 gebildete ehemalige Regierungsbezirk Chemnitz war mit dem aufgelösten DDR-Bezirk hinsichtlich seiner räumlichen Ausdehnung nahezu identisch.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der Bezirk war in folgende Kreise und Stadtkreise untergliedert:

Stadtkreis Fläche Einwohnerzahl
Karl-Marx-Stadt (bis zum 10. Mai 1953 und ab dem 1. Juni 1990 Chemnitz) 129 km² 317.600
Plauen 58 km² 78.800
Zwickau 57 km² 122.100
Johanngeorgenstadt (bis zum 20. Juni 1957)
Schneeberg (bis zum 23. November 1958)
Kreis Fläche Einwohnerzahl
Annaberg 382 km² 85.100
Aue 365 km² 124.800
Auerbach 233 km² 72.200
Brand-Erbisdorf 354 km² 37.600
Flöha 263 km² 53.500
Freiberg 310 km² 84.500
Glauchau 174 km² 70.200
Hainichen 318 km² 69.200
Hohenstein-Ernstthal 134 km² 62.300
Karl-Marx-Stadt-Land (bis zum 10. Mai 1953 und ab dem 1. Juni 1990 Chemnitz) 292 km² 109.100
Klingenthal 236 km² 36.100
Marienberg 434 km² 66.100
Oelsnitz 348 km² 39.600
Plauen-Land 308 km² 24.100
Reichenbach 155 km² 59.300
Rochlitz 311 km² 52.800
Schwarzenberg 198 km² 59.100
Stollberg 196 km² 84.300
Werdau 208 km² 76.600
Zschopau 214 km² 56.700
Zwickau-Land 332 km² 88.400

Regierungs- und Parteichefs[Bearbeiten]

Vorsitzende des Rates des Bezirkes[Bearbeiten]

Erste Sekretäre der SED-Bezirksleitung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1961 2.098.600
1967 2.080.090
1970 2.057.200
1981 1.920.000

Wappen[Bearbeiten]

Durch die Siegelordnung der DDR vom 28. Mai 1953 verloren alle regionalen Wappen ihre Bedeutung als Marke bzw. Siegel. Jedoch wurden die Wappen der Städte und Kreise weiterhin an Gebäuden oder in Publikationen verwendet, ohne eine amtliche Funktion zu erfüllen. Das in einigen Büchern verwendete Wappen des Bezirkes Karl-Marx-Stadt zeigt in Wirklichkeit das Wappen der Stadt Karl-Marx-Stadt. Amtlich war das Siegelwappen der DDR. Erst durch die Kommunalverfassung der DDR vom 17. Mai 1990 konnten Gemeinden und Kreise erstmals wieder ausdrücklich Wappen führen und als Siegel verwenden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Karl-Marx-Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b "40 Jahre DDR" - Staatliche Zentralverwaltung für Statistik, Mai 1989