Zwickau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zwickau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zwickau
Zwickau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zwickau hervorgehoben
50.71888888888912.492222222222267Koordinaten: 50° 43′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Höhe: 267 m ü. NHN
Fläche: 102,54 km²
Einwohner: 91.564 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 893 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 08056–08066
Vorwahlen: 0375, 03761 (Hartmannsdorf), 037604 (Oberrothenbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 330
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
mit 35 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptmarkt 1
08056 Zwickau
Webpräsenz: www.zwickau.de
Oberbürgermeisterin: Pia Findeiß (SPD)
Lage der Stadt Zwickau im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Zwickau (im Sächsischen auch „Zwigge“) ist die viertgrößte Stadt im Freistaat Sachsen und ein Oberzentrum im südwestlichen Teil des Landes. Die Stadt ist Gründungsmitglied der Metropolregion Mitteldeutschland. Hier hat auch die Verwaltung des Landkreises Zwickau ihren Sitz. Durch die seit 2000 zunehmende Urbanisierung der städtischen Randgebiete wächst die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt, die mittlerweile größtenteils das Tal der Zwickauer Mulde überdeckt. Die bei Automobilisten beliebte, landschaftlich reizvolle und mit vielen kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten ausgestattete Touristikroute der Sächsisch-Böhmischen Silberstraße verbindet, dem Verlauf des Erzgebirges in östlicher Richtung folgend, die alte Bergstadt Zwickau mit der Landeshauptstadt Dresden.

Das territorio Zcwickaw wurde erstmals 1118 erwähnt. Nahezu 800 Jahren lang wurde hier und in der umliegenden Region Steinkohle abgebaut. Die Stadt entwickelte sich dadurch zum Zentrum des Zwickauer Steinkohlenreviers. Als bis 1806 kurfürstliche Stadt war Zwickau im Königreich Sachsen seit 1834/1835 Kreisdirektionssitz, ab 1874 Sitz der Kreishauptmannschaft (nach 1939 Regierungsbezirk Zwickau) und wurde 1907 eine kreisfreie Stadt. Im Zuge des Totalumbaus der Verwaltungsstrukturen zur Durchsetzung des Prinzips des sogenannten demokratischen Zentralismus in der DDR verlor Zwickau 1953 seinen seit 1834 währenden Rang als Bezirksregierungssitz. Seit 2008 ist Zwickau nicht mehr kreisfrei; die Stadt wurde in den neu gebildeten Landkreis eingegliedert.

Zwickau ist die Wiege der sächsischen Automobilindustrie. Die mehr als hundertjährige Tradition in der Automobilherstellung begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Gründung der Werke von Horch (1904) bzw. Audi (1909/1910), die in den 1930er und 1940er Jahren von der Auto Union und während der DDR-Zeit von den Sachsenring-Werken weitergeführt wurde. Nach dem Ende der Teilung Deutschlands gründete die Volkswagen AG im heutigen Zwickauer Stadtteil Mosel eines der größten Unternehmen der neuen Bundesländer, die Volkswagen Sachsen GmbH, die diese Automobilbau-Tradition weiterführt.

1810 wurde der international bekannteste Sohn der Stadt, der Komponist der Romantik Robert Schumann, geboren, sodass die Stadt über ihre Grenzen hinaus auch als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt bekannt ist.[2]

Das August-Horch-Museum, die Westsächsische Hochschule Zwickau und das Robert-Schumann-Konservatorium sind überregional bekannte Kultur- und Bildungseinrichtungen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Panorama-Aufnahme des südwestlichen Teils von Zwickau, am Horizont der Höhenzug des Westerzgebirges
Geologisches Profil des Zwickauer Steinkohlenreviers[3]
Fossilien des Silesium oder Pennsylvanium (Oberkarbon)

Das westsächsische Zwickau liegt in einer weiten Talaue am Eingang zum Westerzgebirge und zum Vogtland. Diese nimmt flächenmäßig einen Teil des Naturraums[4] im Erzgebirgsbecken ein, das dem Verlauf der Zwickauer Mulde folgt. Das Stadtzentrum liegt mit einer geographischen Höhe von 267 m ü. NN unweit des Westufers der Zwickauer Mulde. Unmittelbar gegenüber am Ostufer der Zwickauer Mulde erhebt sich steil der Brückenberg mit aus dem Mittelalter herrührenden Bergkellern. Im Osten liegt vor den Toren der Stadt Mülsen, Sachsens längste Gemeinde. Im Westen beherrscht nach sanftem Anstieg in Richtung zur angrenzenden Stadt Werdau der Windberg (350 m ü. NN) das Panorama. Daran anschließend befindet sich in Richtung Norden der größtenteils aus Mischwald bestehende Zwickauer Stadtpark. Im Norden dehnt sich das Stadtgebiet über die breite, fruchtbare Talaue der Zwickauer Mulde in Richtung Crimmitschau, Meerane und Glauchau aus, wo unweit hinter dem Volkswagenwerk Zwickau die Stadtgrenze verläuft. Flussaufwärts hat Zwickau im Süden eine gemeinsame Grenze mit der Stadt Wilkau-Haßlau. Südwestlich erhebt sich vom Tal der Zwickauer Mulde ausgehend der Stadtteil Zwickau-Planitz, dessen markanteste Bauwerke die zum Planitzer Schlossensemble gehörende Lucaskirche und der nahe am SOS-Kinderdorf liegende Oberplanitzer Wasserturm sind. Weitere, die Stadt umgebende höchste Erhebungen sind der Kreuzberg (398 m), der Fernblick (377 m), die Alexanderhöhe (362 m), der Krähenhügel (360 m) und der Kuhberg (358 m). Die Stadtausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 20 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 11 Kilometer. Der Verlauf der 75 Kilometer langen Stadtgrenze ähnelt entfernt dem Umriss von Afrika.

Geologie[Bearbeiten]

Während des Karbons wuchs am Fuße des variskischen Gebirges ein Urwald aus Farnen, Riesenbärlappen und Schachtelhalmen, aus dessen Überresten später unter dem Rotliegenden und Gebirgsschutt Steinkohlenflöze entstanden, die für mehr als 600 Jahre Bergbau in der Zwickauer Region ermöglichten.[5]

Geologische Besonderheiten sind auch durch Fossilienfunde aus dem Cainsdorfer Ausstreichen des Zwickauer Steinkohlenreviers belegt. Auf dem Bild zu sehen sind links: Sigillariaceae Reste (ausgestorbene Bärlapppflanzen), mittig unten: Annularia sphenophylloides Blätter der Calamitaceae (Schachtelhalme) und rechts: die Linopteris neuropteroides Blätter der ausgestorbenen Medullosales (Samenfarne). Diese sind vor etwa 305-310 Mill. Jahren entstanden.[6]

Die Funde befinden sich im Gebiet des Geologischen Naturdenkmals Rußkohlenflöz. Dieser Ausbiss des Rußkohlenflözes, der einzige ständig freiliegende Aufschluss eines Steinkohlenflözes in Sachsen, ist als geologisches Naturdenkmal in Mitteleuropa, als Aufschluss verschiedener Erdzeitalter (Silur, Devon und Oberkarbon) sehr selten und gemäß § 21 des Sächsischen Naturschutzgesetzes (SächsNatSchG) geschützt.[7]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtbezirke und Stadtteile

Das Stadtgebiet Zwickaus ist in die fünf Stadtbezirke Mitte, Ost, Nord, West und Süd eingeteilt.[8] Jeder Stadtbezirk besteht aus bis zu neun Stadtteilen. Die erst bei den jüngsten Eingemeindungen in den 1990er Jahren nach Zwickau eingegliederten Stadtteile Rottmannsdorf, Crossen, Cainsdorf, Mosel, Oberrothenbach und Schlunzig sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65–69 der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Zwickau eingeführt und haben einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen vier und sechs Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrat ist der Ortsvorsteher.

Die fünf Stadtbezirke mit ihren zugehörigen amtlichen Stadtteilen und deren Nummern sind:

  • Stadtbezirk Mitte (11–15):
    Innenstadt (11), Mitte-Nord (12), Mitte-West (13), Mitte-Süd (14), Nordvorstadt (15)
  • Stadtbezirk Ost (21–28):
    Gebiet Äußere Dresdner Straße/Pöhlauer Straße (21), Eckersbach Siedlung (22), Pöhlau (23), Auerbach (24), Eckersbacher Höhe (E 5/1) (25), Eckersbacher Höhe (E 5/2 und E 5/3) (26), Eckersbacher Höhe (E 1 bis E 4) (27), Gebiet Talstraße/Trillerberg (28)
  • Stadtbezirk West (41–44):
    Gebiet Reichenbacher Straße und Freiheitssiedlung (41), Marienthal Ost (42), Marienthal West (43), Brand (44)

¹ zugleich Ortschaft

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemals selbständige Städte, Gemeinden oder Gemarkungen wurden in die Stadt Zwickau eingegliedert:

Jahr eingemeindete Städte, Gemeinden oder Gemarkungen
1. Januar 1895 Pölbitz
1. Oktober 1902 Marienthal
1. Januar 1905 Eckersbach
1. Januar 1922 Weißenborn
1. Januar 1923 Schedewitz
1. April 1939 Brand und Bockwa
1. Januar 1944 Oberhohndorf und die Stadt Planitz (Ober- und Niederplanitz)
4. Dezember 1952 Auerbach, Pöhlau und Niederhohndorf[9]
1. Januar 1993 Hartmannsdorf[9]
1. April 1996 Rottmannsdorf[10]
1. Oktober 1996 Crossen und Schneppendorf[10]
1. Januar 1999 Cainsdorf, Mosel, Oberrothenbach, Schlunzig, Hüttelsgrün, Freiheitssiedlung[11]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Zwickau. Sie gehören zum Landkreis Zwickau und werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:

Mülsen, Reinsdorf, Stadt Wilkau-Haßlau, Hirschfeld (Verwaltungsgemeinschaft Kirchberg), Lichtentanne, Stadt Werdau, Neukirchen, Stadt Crimmitschau, Dennheritz (Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz) und die Stadt Glauchau.

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Das heutige Westsachsen wurde bis in das 6. Jahrhundert von den germanischen Stämmen der Sueben und Thüringer besiedelt. Vom 7. bis zum 10. Jahrhundert bewohnten Sorben das Gebiet. Im 10. Jahrhundert erfolgte nach Unterwerfung der Sorben durch Heinrich I. die Christianisierung der ansässigen Bevölkerung und die Einwanderung deutscher Siedler begann. Der Name „Zwickau“ leitet sich wahrscheinlich von der sorbischen Bezeichnung Świkawa ab und könnte – einer Theorie zufolge – auf Svarozič, den slawischen Gott der Sonne und des Feuers zurückgehen: Am Muldenufer treten auch heute noch Steinkohlenflöze zu Tage. Wahrscheinlich wussten bereits die Slawen die Kohle zu nutzen. Der Name „Zwickau“ könnte demnach etwa „Tal“ oder „Aue des Feuergottes“ bedeuten.

360-Grad-Panorama vom April 2011 mit einem Überblick auf die Zwickauer Innenstadt vom Turm des Domes aufgenommen.

Mittelalter[Bearbeiten]

Vom Gau zur Stadt[Bearbeiten]

1118 wurde in einer Urkunde, ausgestellt von Bischof Dietrich I. von Naumburg, im Kloster Bosau bei Zeitz erstmals das territorio Zcwickaw erwähnt. Es handelt sich hierbei nicht um einen konkreten Ort, sondern um einen von Slawen besiedelten Gau, dessen Zentrum das Dorf Osterweih war. Diese Siedlung wurde später aufgegeben; sie lag in der heutigen Nordvorstadt. Um diese Zeit ließ Gräfin Bertha von Groitzsch das Christentum in der Region einführen und die Marienkirche erbauen.

Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauer und Pulverturm

Um das Jahr 1150 verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt ins heutige innerstädtische Gebiet. Es bildete sich eine Kaufmannsiedlung um die Nikolaikirche (nahe der heutigen Nikolaischule). Diese lag an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, der Salzstraße Böhmischer Steig und dem Polnischen Gleis. Erstere führte über Halle/Leipzig nach Prag, letztere von Krakau über Sachsen nach Süddeutschland. Ebenso entstand parallel dazu ein Siedlungszentrum um die Marienkirche und um den Bereich des späteren wettinisch-kurfürstlichen Zwickauer Schlosses Osterstein mit der Katharinenkirche.

Man kann davon ausgehen, dass Zwickau zwischen 1192 und 1212 das Stadtrecht erhielt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1212 ist erstmals die Bezeichnung Zwickaus als oppidum (befestigte größere Siedlung bzw. Stadt) zu finden. Der Bischof von Naumburg bestätigte in der Urkunde, die auf den 12. Mai datiert ist, die Einigung zwischen dem Markgrafen Dietrich von Meißen und dem Abt des Klosters Bosau, in der letzterer gegen eine Entschädigung von 250 Mark auf Ansprüche gegenüber Stadt und Stadtkirche verzichtete.

Das Zwickauer Franziskanerkloster mit Klosterschule wurde erstmals 1232 erwähnt. Die Zisterzienser legten 1240 einen Wirtschaftshof an, der dem Kloster Grünhain unterstellt war. Eine medizinische Versorgung ist 1266 mit dem späteren St.-Georgen- und Margarethen-Hospital erstmals erwähnt. Im Jahr 1273 gab es bereits einen Rat, womit die städtische Selbstverwaltung begann. Seit 1297 ist ein Bürgermeister nachweisbar.

Da in Zwickau die Mulde gut zu durchqueren war, führten wichtige Handelswege durch die Stadt. Große Bedeutung hatte schon im 12. Jahrhundert die Hohe Handelsstraße, die von Nürnberg kommend über Hof, Plauen und Reichenbach bei Zwickau nach Böhmen führte. Sie beförderte bereits früh Zwickaus Wohlstand, so dass die Stadt von 1290 bis 1407 als Reichsstadt neben Augsburg und Nürnberg zu einer Stadt ersten Ranges aufstieg.[12] Auf das Jahr 1290 geht auch die Gründung der Zwickauer Lateinschule zurück, die im späten deutschen Mittelalter aufgrund der strengen Hausordnung auch als Zwickauer Schleifmühle bekannt wurde. Im gleichen Jahr gingen die Städte Zwickau, Chemnitz und Altenburg ein Bündnis ein. Das kam auf Initiative des Kaisers zustande und ist durch eine Urkunde belegt. Der Kaiser beabsichtigte damit, den Einfluss der Landesherren zu beschneiden. Vom Castrum Zwickaw, dem späteren wettinischen Renaissance-Schloss Osterstein, ist 1292 erstmals die Rede.

Der Bergbau begann in der Region im Jahr 1316, als Markgraf Friedrich der Gebissene die Stadt mit einer Fundgrube auf den Fürstenberg (zwischen Kirchberg und Weißbach) belehnte. Hier wurde Silber und Kupfer abgebaut. Bereits 1295 hatte Zwickau einen Wassergraben und die Stadtmauer mit den vier Stadttoren ist seit 1327 nachweisbar.

1328 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, darunter die Marienkirche und die Katharinenkirche.

Das Landrecht und das an den Sachsenspiegel angelehnte Zwickauer Gewohnheitsrecht wurde 1348 im Codex Statutorum Zviccaviensium – dem Zwickauer Stadtrechtsbuch – kodifiziert. Hier findet man bildliche Darstellungen der Todesstrafe und erste Handwerksordnungen sowie auch die erste Erwähnung der Steinkohle.

Der verheerende Brand von 1403 vernichtete fast die gesamte Stadt. Markgraf Wilhelm I. gewährte daraufhin der Stadt zur Erleichterung des Wiederaufbaus eine siebenjährige Steuerbefreiung. Über zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Zwickau wurde 1421 der Bierbann ausgesprochen, ein Verbot, Bier zu brauen. Während der Hussitenkriege belagerten Hussiten 1430 erfolglos die Stadt, plünderten und brannten jedoch die Vorstädte und umliegende Dörfer nieder. Das dabei zerstörte Dorf Osterweih wurde nicht wieder aufgebaut.

Blutgericht von 1407[Bearbeiten]

Wegen der Ausweitung landesherrlicher Machtpositionen durch Markgraf Wilhelm I., der für seine Absichten den Stadtrichter Franz Steussing im Komplott mit dem markgräflichen Vogt Conrad Brückner und dem Ratsherrn Nikel Hugk engagierte, kam es zum Streit mit dem Zwickauer Rat. Die Rücknahme städtischer Privilegien durch den Landesherrn hatte einen Eingriff in die städtische Gerichtsbarkeit zur Folge. Steussing missbrauchte sein Amt als Stadtrichter und bereicherte sich mit erheblichen Schaden für die Stadt. Nach dem Tod von Markgraf Wilhelm I. Anfang Februar 1407 bot sich dem Rat die Gelegenheit, Steussing den Prozess zu machen. In 19 Artikeln legte der Rat die Vergehen von Conrad Brückner und in 14 Artikeln die von Franz Steussing dar, um ein drastisches Vorgehen zu rechtfertigen. Streussing wurde am 14. Februar 1407 auf dem Zwickauer Hauptmarkt hingerichtet. Daraufhin ließen die neuen Landesherren am 10. Juli 1407 Bürgermeister Peter Mergenthal und drei Ratsherren in Meißen unter dem Roten Turm enthaupten und im Kreuzgang des Klosters St. Afra standesgemäß beisetzen. 1983 wurden die Gräber mit den Skeletten der vier hingerichteten Zwickauer Ratsherren gefunden. Das Zwickauer Stadtwappen zierte die Grabplatten. Dieses Wappen zeigt neben den Türmen auch die Schwäne.[13] Damit wurde nachgewiesen, dass bereits um 1400 die Schwäne Teil des Zwickauer Wappens waren. Die Türme zieren hingegen das Wappen nachweisbar seit 1290.

Silber, Münzen, Privilegien[Bearbeiten]

1444 erhielt die Stadt ihre Gerichtsbarkeit zurück. Die Schneeberger Silbervorkommen wurden 1470 entdeckt. Deren Ausbeutung lag hauptsächlich in den Händen der Zwickauer Patrizier, darunter der Amtshauptmann Martin Römer und dessen Bruder Nicol, Hans Mergenthal, Hans Federangel und weitere Zwickauer Kaufleute.

Kaiser Friedrich III. übertrug 1473 der Stadt das Rotsiegelprivileg. Die rote Siegelfarbe war an sich nur dem Kaiser, staatswichtigen oder geistlichen Würdenträgern (Kardinälen) vorbehalten. Seither wurden Urkunden und amtliche Dokumente vom Rat mit rotem Wachs gesiegelt. Dieses Privileg wurde u.a. auch durch die Stadtfarben (Rot-Weiß) repräsentiert.

Um 1440 wurde die Münzstätte Zwickau gegründet. Sie war mit Unterbrechung bis 1493 in Betrieb. Kurfürst Friedrich der Weise nannte sein Zwickau auch die Perle im Kurfürstentum Sachsen.

Als 1476 Herzog Albrecht von Sachsen zu einer Wallfahrt nach Rom und Palästina aufbrach, waren in seinem Gefolge auch die Zwickauer Patrizier Martin Römer und Landrentenmeister Hans Mergenthal. Martin Römer starb 1483 als großzügiger Förderer seiner Stadt – unter anderem war er der Erbauer des Zwickauer Kornhauses neben dem Schloss Osterstein. 1477 ließ er den Großen Teich als Feuerlöschteich und zur Fischzucht angelegen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er den Namen Schwanenteich.

Der Nürnberger Maler Michael Wolgemut (Lehrmeister von Albrecht Dürer) schuf 1478 den Flügelaltar der Marienkirche. Schon seit 1486 hatte Zwickau zwei Apotheken: Die Löwenapotheke und die Salomonisapotheke (Kräuter-Gewölbe). Beide Häuser stehen noch heute am Hauptmarkt schräg gegenüber dem historischen Rathaus. Der bekannte Zwickauer Bildschnitzer Peter Breuer erhielt 1504 das Bürgerrecht. Aus seiner Hand stammen zahlreiche Werke in den Kirchen Zwickaus und Umgebung. Besonders seine Pietà Beweinung Christi im Zwickauer Mariendom ist ein bekanntes Kunstwerk.

Die Stadt beherbergt auch Kunstwerke von einem der bekanntesten Künstler Kursachsens zwischen Spätgotik und Renaissance, dem Steinmetz und Bildhauer Paul Speck. Dazu zählen im Stadtzentrum die Kanzeln und Taufsteine des Mariendoms, der Kirche St. Katharinen und hier unmittelbar gegenüber das Portal der Posthalterei.

Auf das Jahr 1487 geht die Gründung des Zwickauer Stadtarchivs zurück, als Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann den Zwickauer Rat aufforderten, für sie und ihren Vetter Herzog Albrecht ein feuerfestes Gewölbe „mit eisernen Türen und drei guten Schlössern“ einzurichten, um für beide Seiten wichtige Dokumente aufzubewahren. Alte Schätze aus dem Mittelalter wie Handschriften, Inkunabeln, Dokumente, Briefe und Bücher, sind hier archiviert, so auch die Hans-Sachs-Bände[14] des Nürnberger Meistersingers (1494–1576). Von den weltweit insgesamt noch einundzwanzig vorhandenen Bänden seiner Meisterlieder sind hier vierzehn Bände, zwei Quart- und sechs Foliobände Meistergesänge (MG 2, 3, 4, 5, 8, 12, 13 und 15), sechs Foliobände Spruchgedichte (SG 4, 11, 12, 13, 16 und 18) sowie das Sachs’ Werkverzeichnis vorhanden.[15]

Neben dem Stadtarchiv verfügt Zwickau mit der Ratsschulbibliothek auch über eine der ältesten Bibliotheken im gesamten obersächsischen Raum. Ihre historischen Wurzeln reichen bis auf das Entstehen der gegen Ende des zwölften Jahrhunderts eingerichteten Zwickauer Lateinschule zurück. In ihrem Bestand befinden sich rund 250.000 unterschiedliche Einheiten, darunter zum Beispiel die Zwickauer Handschriften, darunter die älteste Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Unter den 6000 Bänden aus dem Nachlass des Zwickauer Oberstadtschreibers und Ratsherren Stephan Roth (1492–1546) sind auch viele Hochschulschriften, gedruckte Unikate und Musikalien. Sowohl der Pädagoge und Orientalist Johann Zechendorf (1580–1662) als auch Rektor Christian Daum (1612–1687) haben der Ratsschulbibliothek weitere umfangreiche Sammlungen hinterlassen. Diese Einrichtung, die besonders auch internationalen Fachleuten der wissenschaftlichen Geschichtsforschung dient, wurde im Ostflügel des 1914 neu erbauten König-Albert-Museums, dem Städtischen Museum, untergebracht. Seit Januar 2011 hat die Einrichtung einen Online-Zugang.[16]

Im Jahr 1490 erneuerten Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann das Zwickauer Münzmandat. Der Rat erhielt 1505 vom Kloster Eisenberg das Kirchenpatronat, die Schirmherrschaft über die Kirchen der Stadt. Zwickau hatte das Brauprivileg und die brauberechtigten Bürger legten seit 1511 Bergkeller zur Bieraufbewahrung an.

Neuzeit[Bearbeiten]

Reformation[Bearbeiten]

Georgius Agricola
Das Thomas-Müntzer-Denkmal (Jürgen Raue, 1983) vor der Zwickauer Katharinenkirche

In Zwickau wurden von 1424 bis 1629 Hexenverfolgungen durchgeführt: 14 Personen gerieten in Hexenprozesse, drei wurden hingerichtet.[17]

1516 verweigerten die Bürger dem neuen Rat die Huldigung. 1519 gründete Georgius Agricola (1494–1555) die griechische Schule, die er ein Jahr später mit der Lateinschule vereinigte. Von 1519 bis 1523 war er Rektor der damals bekannten Zwickauer Ratsschule.

Von Oktober 1520 bis April 1521 predigte Thomas Müntzer in Zwickau, er kam auf Empfehlung von Martin Luther hierher. Luther widmete seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 seine Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen. Thomas Müntzer schloss sich den „Zwickauer Propheten“ an, die von Luther später als „Schwärmer“ bekämpft wurden. Zwickauer Bürger stürmten im März 1522 den Grünhainer Klosterhof, um gefangene Bauern zu befreien. Es kam zu Bilderstürmungen.

Im April 1522 kam Martin Luther auf Bitten des Rates nach Zwickau und hielt einige Predigten. Hier entkam er einem Mordanschlag, indem er Zuflucht in einem Gasthaus fand. Dort äußerte er den Spruch: „Das ist mein Paradies“. Der Gasthof trug fortan den Namen „Zum Paradies“.

Die Paradiesbrücke über die Mulde in Zwickau

Die angrenzende Muldenbrücke wird daher auch „Paradiesbrücke“ genannt. Auch heute trägt die an der Stelle um 1900 neu erbaute Stahlnietbrücke diesen Namen. Das alte Gasthaus jedoch wurde im Zuge einer sogenannten „sozialistischen Stadtumgestaltung“ abgerissen.

Gewandhaus
Das Alte Zwickauer Wappen vom 1605 erschienen Siebmacher Wappenbuch Blatt 221

Der Pfarrer Nikolaus Hausmann bekannte sich 1523 als erster in Zwickau zur lutherischen Reformation. Die Franziskaner wurden aus der Stadt gewiesen. Der Augsburger Hans Schönsberger errichtete 1523 in der Stadt die erste Druckerei. Spätestens unter seinem Nachfolger Gabriel Kantz wurde Zwickau zu einem wichtigen Zentrum reformatorischer Publikationen. Zwickau wurde dadurch auch als „die feste Burg der Reformation“ bezeichnet. 1525 kam es in der Zwickauer Umgebung zu Bauernaufständen. Pfarrer Hausmann erwirkte die Begnadigung von 80 Aufständischen bei Kurfürst Johann.

Zwickau war im Kurfürstentum das Zentrum der Tuchmacher. „Zwicksches Tuch“ war über die Grenzen Sachsens hinaus ein Begriff. Die Tuchmacher begannen 1522 mit dem Bau des Gewandhauses am Hauptmarkt; drei Jahre später wurde es fertiggestellt. Nachdem man 1530 die Oberhohndorfer Steinkohlenvorkommen entdeckt hatte, begann in größerem Ausmaß als zuvor der Steinkohlenabbau.

Um 1540 lebten in Zwickau etwa 10.000 Einwohner. 230 von ihnen waren Tuchmachermeister.

Meinungsverschiedenheiten zwischen dem ernestinischen Kurfürsten Johann dem Beständigen und dem albertinischen Herzog Georg dem Bärtigen führten vorübergehend zwischen 1530 und 1533 zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Zwickauer Münze. Nach der Wiederherstellung der Münzgemeinschaft vereinigten die Wettiner die Zwickauer Münze 1534 mit der Schneeberger Münze.

Leipziger Teilung[Bearbeiten]

Ausgehend vom Sächsischen Bruderkrieg über den Altenburger Prinzenraub kam es zur Leipziger Teilung von 1485. Danach gehörte Zwickau weiter zum Kurfürstentum (ernestinisches Sachsen/Thüringen) von Kurfürst Johann Friedrich I. Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Stadt im Januar 1547 durch die Truppen des Albertiner Herzogs Moritz besetzt, geplündert, abgebrannt und die Bewohner vertrieben. Obwohl Moritz wie sein ernestinischer Vetter Protestant war, unterstützte er das Heer des katholischen Kaisers Karl V. Für den Fall des Sieges der kaiserlichen Truppen rechnete Herzog Moritz auf die Verleihung der Kurfürstenwürde. Der Schmalkaldische Krieg endete mit der Wittenberger Kapitulation. Danach bekam das albertinische Sachsen auf dem Reichstag zu Augsburg 1548 vom Kaiser die Kurfürstenwürde übertragen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass die Stadt Zwickau aus dem ernestinischen Sachsen gelöst und dem nunmehr kurfürstlich-albertinischen Sachsen (Dresden/Meißen) angegliedert wird. Zwickau ist dadurch die einzige große Stadt Sachsens, die bis 1806, als Kaiser Franz II. das Heilige Römische Reich auflöste, ununterbrochen dem Kurfürstentum angehörte.

Von Luthers Freund und Weggefährten Melanchthon, einem der großen Humanisten der Neuzeit, ist folgendes Zwickau-Zitat überliefert:

Eine Perle in diesen Landen ist Zwickau von jeher gewesen, weil es über Zucht und Sitte mit größerer Strenge wacht als die meisten anderen Städte, und weil es fruchtbar ist an vielen Talenten und viele Bürger gehabt hat und noch hat, die durch ihre Bildung hervorragen, dass sie ganz Deutschland zur Zier gereichen. In Kunst und Wissenschaft übertrifft Zwickau alle Städte dieser Lande.

Philipp Melanchthon, 1548

Zwickau hatte bis zur Gründung des Königreiches Sachsen 1807 das Privileg, sich „churfürstliche Stadt“ zu nennen.[18] Die sieben rot-weißen Fähnchen auf dem Kurhut des Stadtwappens repräsentieren die sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches. Obgleich im August 1573 die Stadt von einem schweren Hochwasser heimgesucht wurde, fand zum Ende des Monats das Große Fürstenschießen statt, an dem neben dem sächsischen Kurfürsten zahlreiche hohe Gäste aus fast allen Teilen des Reiches teilnahmen.

Dreißigjähriger Krieg bis Napoleon[Bearbeiten]

Zwickau vor 1839
Der heutige Hauptmarkt um 1835

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Zwickau neun Mal belagert. Wallenstein, General der Kaiserlichen Truppen, verlangte von der Stadt Kontributionen in Form von Naturalien und Geld. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 musste Zwickau an die Schweden ein Friedensgeld von 2063 Talern zahlen. Die Kriegsbelastungen betrugen insgesamt 321.141 Taler.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war Zwickau wechselnden Besetzungen durch Preußen, Österreicher und die Reichsarmee ausgesetzt. Die Bürger hatten unter Einquartierungen und hohen Kontributionen zu leiden. Allein an Preußen hatte Zwickau noch bis ins 19. Jahrhundert 557.664 Taler zu zahlen.

Am 16. Mai 1812 nahm Kaiser Napoleon mit seiner Gemahlin Marie Louise in Zwickau Quartier. Der Kaiser wurde von den Zwickauern mit Glockengeläut, einer Schützenparade und spalierstehenden Bürgern empfangen.

Aus dem Bevölkerungswachstum des 19. Jahrhunderts resultierte der Bau der Lutherkirche

Vom 26. Februar bis zum 2. März 1830 kam es durch den seit Jahrhunderten schlimmsten Eisgang auf der Zwickauer Mulde zu einem verheerenden Hochwasser.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Am 11. Oktober 1921 gründete der Schlosser Fritz Tittmann in Zwickau die erste NSDAP-Ortsgruppe außerhalb Bayerns. Im Dritten Reich wurde die Zwickauer Ehrenbürgerschaft auch an hochrangige nationalsozialistische Politiker verliehen.[19]

Im Schloss Osterstein wurde von 1933 bis 1934 vorübergehend ein Konzentrationslager eingerichtet. Hier waren bis zu 750 Menschen inhaftiert, hauptsächlich sozialdemokratische und kommunistische Regimekritiker. Der erste Sekretär der KPD-Unterbezirksleitung, Martin Hoop, wurde in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1933 hier ermordet. In den drei Werken der Auto Union (Horch-Stammwerk, Werk Dorotheenstraße und Werk Audi) wurde zur Produktion von Militärfahrzeugen für etwa 3000 Zwangsarbeiter ein Außenlager des KZ Flossenbürg errichtet. Unter ihnen befanden sich neben KZ-Häftlingen auch Kriegsgefangene. Zwickau gedenkt dieser Opfer mit Gedenkstätten oder Ausstellungen.

Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde Zwickau, im Gegensatz zu anderen sächsischen Großstädten wie Leipzig und Dresden, nicht durch Flächenbombardierungen schwer zerstört. Nach gezielten Angriffen auf Rüstungsbetriebe und Verkehrseinrichtungen, wie zum Beispiel das Flugzeugreparaturwerk Gustav Basser KG auf dem Flugplatz Zwickau an der Reichenbacher Straße (12. Mai 1944) und das Reichsbahn-Ausbesserungswerk sowie die Auto-Union-Werke Horch und Audi (7. Oktober 1944), war die Innenstadt nur am 19. März 1945 direktes Ziel. Durch die Explosion einer Luftmine wurden die Südseite der Marienkirche („Zwickauer Dom“) und umliegende Wohnhäuser beschädigt. Nach dem Krieg wurden im Stadtzentrum erheblich beschädigte historische Gebäude abgetragen.[20] Insgesamt wurde Zwickau zu 5 % zerstört.[21]

Der Luftschutzpolizist Arno Rau bewahrte Zwickau vor der geplanten Totalzerstörung, indem er in den Abendstunden des 17. April 1945 auf dem Turm der Marienkirche die weiße Flagge hisste und das Läuten der Kirchenglocken veranlasste.[22] Daraufhin drehten die Flugzeuge ab und Verbände der US-Armee drangen kampflos bis an die Zwickauer Mulde vor.

Besatzungszeit[Bearbeiten]

Der am westlichen Muldenufer liegende Stadtkern wurde am 17. April 1945 von der 3. US-Armee besetzt. Die streng bewachte Demarkationslinie zwischen dem Besatzungsgebiet der Roten Armee und der US-Armee verlief entlang der Zwickauer Mulde. Es war verboten, die Mulde zu überqueren. Hier wurde scharf geschossen. Um vom Ost- in den Westteil der Stadt zu gelangen, nutzten findige Bürger die Untertage-Wege der Steinkohlenschächte. Nach den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta wurde der ganze Bezirk Zwickau schließlich der Sowjetischen Besatzungszone angeschlossen. Die 3. US-Armee zog ihre Streitkräfte von Westsachsen nach Bayern zurück und ab 1. Juli 1945 wurde Zwickau von der Roten Armee besetzt.

Im Rahmen des im Westerzgebirge 1946 anlaufenden Uranbergbaus der SAG Wismut für die sowjetische Kernwaffenentwicklung wurde Zwickau ein wichtiges Verarbeitungs- und Versorgungszentrum für diesen Industriezweig.

DDR-Zeit[Bearbeiten]

Das verheerende Hochwasser und die Überschwemmungen der Innenstadt am 10. Juli 1954

Am 25. Juli 1952 gliederte man die Stadt im Rahmen der Kreisreformen in der DDR dem Bezirk Karl-Marx-Stadt (bis zum 9. Mai 1953 und ab dem 1. Juni 1990: Bezirk Chemnitz) zu. Der damalige Landkreis Zwickau wurde aufgelöst und auf die Kreise Auerbach, Reichenbach, Schmölln, Stollberg, Werdau und Zwickau-Land (Hauptteil) aufgeteilt.

1960 wurde Zwickau von einem schweren Grubenunglück betroffen. Im Steinkohlenwerk „Karl Marx“ kam es zu einer Explosion, durch die 123 Kumpel ums Leben kamen. 1978 wurde letztmals Steinkohle gefördert.

Auf dem Windberg bei Zwickau wurde das Zentrale Pionier-FerienlagerKarl Liebknecht“ als Zeltstadt errichtet und betrieben.

Entwicklung seit 1989[Bearbeiten]

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 gehört Zwickau wieder zum Land Sachsen.

Als am 1. August 1994 in Sachsen das Kreisreformgesetz in Kraft trat, wurden die beiden bisherigen Landkreise Werdau und Zwickau[23] zum Landkreis Zwickauer Land vereinigt. Kreissitz wurde Werdau. Die Stadt Zwickau behielt noch ihren Status als kreisfreie Stadt.

Erst im Rahmen der per 1. August 2008 erfolgten Sächsischen Kreisreform wurde der Stadt die Kreisfreiheit entzogen. Zwickau erhielt den Rang einer Großen Kreisstadt und wurde der Verwaltungssitz des nun wesentlich vergrößerten neugegründeten Landkreises Zwickau, der aus der kreisfreien Stadt Zwickau und den ehemaligen Landkreisen Chemnitzer Land und Zwickauer Land gebildet wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Gründerzeitarchitektur: Arbeitsagentur
Einwohnerzahl nach Stadtteilen (Stand: Mai 2009)

Nach der politischen Wende 1989 hat Zwickau einen starken Rückgang der Einwohnerzahl erlitten. Ein elfgeschossiges Hochhaus der Arbeitsagentur an der Leipziger Straße war deshalb von Anfang an für diesen Zweck völlig überdimensioniert. Nachdem das historische Gründerzeitgebäude der Baumwollspinnerei in Zwickau-Pölbitz mit privaten Investitionsmitteln 2006 restauriert war, zog die Arbeitsagentur hier ein. Der anfängliche Weggang junger, gut ausgebildeter Menschen aufgrund drohender Arbeitslosigkeit hing nach 1990 auch mit der Schließung von fünf Zwickauer Großbetrieben zusammen. Hinzu kam, dass sich die Stadt dem allgemeinen, demographischen Negativtrend nicht entziehen konnte; in den Neuen Bundesländern sank nach 1990 die Anzahl der Neugeborenen dramatisch. Ein weiterer Grund für den Bevölkerungsrückgang lag in einer zunehmenden Suburbanisierung. Viele Zwickauer sind seit der Wende an den Stadtrand in ein Eigenheim gezogen. Zwickau weist hierdurch im Jahresmittel die meisten Umzüge in Sachsen auf. Ähnlich wie in anderen großen Städten Deutschlands ist Zwickau inzwischen von einem sogenannten Speckgürtel umgeben. Trotzdem hat der Landkreis Zwickau von allen sächsischen Landkreisen immer noch mit Abstand die höchste Einwohnerdichte. Durch Investitionen in Arbeitsplätze, in Kindertagesplätze, in den Stadtumbau und die Sanierung historischer Bausubstanz ist in der jüngsten Zeit der Prozess erheblich verlangsamt worden. Nach einer Information der kommunalen Statistikstelle zur Wanderungsbewegung der Zwickauer Bevölkerung erreichte diese bereits im Jahr 2009 ein ausgeglichenes Saldo.[24]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalgeschichte[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt stand im Mittelalter ein markgräflicher beziehungsweise königlicher Vogt. Nachweislich gab es seit 1273 einen Rat. Dieser war später in der Stadtverwaltung allein zuständig. Der Vorsitzende des Rates war der Bürgermeister, der jährlich an Michaelis (29. September) wechselte. Später folgte eine Aufteilung in zwei Räte, den „regierenden“ und den „alten“ Rat. Beide wechselten sich im Amt ab.

Im 15. Jahrhundert erlangte Zwickau durch das Große Berggeschrey hohe wirtschaftliche Bedeutung im Kurfürstentum. Der Zwickauer Patrizier Martin Römer, war als Erster Amtshauptmann zugleich des Kurfürsten Finanzminister. Die Stadt erhielt als besonderes kurfürstliches Privileg das Münz- und Zoll-Regal. Noch heute gibt es in der Stadt eine Münzstraße und ein Zollhaus. Die wirtschaftliche Bedeutung des sächsischen Kurfürstentums spiegelt zum Beispiel der Text der Hymne von Württemberg wider. Im 17. Jahrhundert wurde der alte Rat stark verkleinert, bis er schließlich mit dem regierenden Rat verschmolz, der dann ab 1832 nur noch aus vier Mitgliedern bestand. Bis 1830 wechselten die Bürgermeister weiterhin jährlich, konnten aber dieses Amt mehrmals ausüben. So amtierten zwischen 1800 und 1830 insgesamt „nur“ sechs Bürgermeister. Lothar Streit, seit 1860 Bürgermeister, wurde 1874 erster Oberbürgermeister von Zwickau. Daneben gab es weiterhin einen Rat.

Mit der ersten sächsischen Verwaltungsreform von 1835 erfolgte die Gründung der Kreisdirektion Zwickau. Nahezu vierzig Jahre später wurde aufgrund der Industrialisierung des Landes 1874/1875 eine zweite Verwaltungsreform durchgeführt. Aus den Kreisdirektionen gingen vier Kreishauptmannschaften hervor, darunter die Kreishauptmannschaft Zwickau. Sie war der größte und bevölkerungsreichste Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen. Im Jahr 1900 wurde schließlich die Zwickauer Kreishauptmannschaft in annähernd zwei gleich große Teile geteilt. Aus dem östlichen Teil entstand die Kreishauptmannschaft Chemnitz. 1907 wurde Zwickau kreisfreie Stadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde mit der Ausrufung der Republik in Deutschland die konstitutionelle Monarchie in Sachsen abgeschafft; es kam zur Gründung des Freistaates Sachsen mit einer fast unveränderten Verwaltungsstruktur. Obwohl neue Parteien entstanden, behielten die bürgerlichen Parteien eine starke Basis. Inflation und Weltwirtschaftskrise lasteten schwer auf der Stadt. Trotzdem wurden zukunftsweisende Projekte auf den Weg gebracht, etwa der Bau eines neuen Krankenstifts unter Professor Heinrich Braun oder die Planungen für den neuen Hauptbahnhofes durch Baurat Otto Falk.

Nach der Machtergreifung der NSDAP 1933 blieb der seit 1919 regierende Oberbürgermeister Richard Holz noch bis 1934 im Amt, danach war Ewald Dost (NSDAP) bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen Zwickauer Oberbürgermeister. 1938 wurden die sächsischen Kreishauptmannschaften in Regierungsbezirke umbenannt. Zwickau war seit 1939 Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes. Die Amtshauptmannschaften werden seither Landkreise genannt und aus den kreisfreien Städte wurden Stadtkreise. Zwischen 1934 und 1939 erregten die Auto-Union-Rennwagen aus der Rennabteilung der Horch-Werke internationales Aufsehen. Die Planungen zur Stadtentwicklung berücksichtigten das schnelle Wachstum der Stadt, das durch den Zweiten Weltkrieg erst einmal vorüber war.

Mit der kampflosen Übergabe der Stadt am 17. April 1945 an US-amerikanische Truppen endete der Zweite Weltkrieg in Zwickau. Kurz nach Kriegsende verübte Oberbürgermeister Dost in amerikanischer Internierungshaft Suizid. Am 1. Juli 1945 übernahm die Rote Armee die Stadt. In Zwickau, nun zugehörig zur sowjetischen Besatzungszone, wurde ein neuer „Rat der Stadt“ mit einer Stadtverordnetenversammlung gegründet. Die von den Einwohnern der Stadt gewählten Vertreter wurden in den Anfangsjahren nach dem Krieg mehrheitlich von den bürgerlichen Parteien gestellt. Mit Erlass des Befehls 124 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) vom 30. Oktober 1945 wurden nahezu alle größeren Betriebe der Stadt sequestriert. 1946 richtete die Militäradministration Kreisverwaltungen ein. Bereits am 20. Mai 1946 erschien die erste Ausgabe der Tageszeitung „Freie Presse“. Die Zeitung war das Zentralorgan der SED im Zwickauer Bezirk Südwestsachsen. Mit dem SMAD-Befehl 201 vom 19. Oktober 1947 wurden sogenannte Kreisentnazifizierungskommissionen gebildet, denen Stadträte aus den Parteien und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen angehörten. Beispielsweise gehörte Herbert Häber, später Politbüromitglied und Honeckers Sonderbeauftragter für Westbeziehungen, als FDJ-Vertreter dieser Kommission an. Deren Aufgabe war es, aktive und verantwortliche NSDAP-Mitglieder und Kriegsverbrecher zu ermitteln (belasteter Personenkreis). Mit dem Befehl 64 vom 17. April 1948 ordnete die Sowjetische Militäradministration das Ende der Sequestrierungen an und befahl, nicht belasteten Personen das bereits beschlagnahmte Eigentum zurückzugeben. Die Werke von Audi und Horch der Auto-Union, Großbetriebe wie Friemann & Wolf, die Zwickauer Maschinenfabrik, und die Zwickauer Brauereien, aber auch fast alle mittelständischen Unternehmen (z.B. Steinzeuge und Erden, Druckindustrie), wurden jedoch nicht an die ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben.

Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde der Freistaat Sachsen 1952 in drei Bezirke aufgeteilt und der neue Großbezirk Karl-Marx-Stadt gebildet. Damit verlor die Stadt ihren über Jahrhunderte hinweg gewachsenen historischen Rang als Bezirksstadt.

Als 1990 mit der Herstellung der Einheit Deutschlands der Freistaat Sachsen neu gegründet wurde, erhielt die Stadt ihren historischen Rang als Bezirksstadt nicht zurück, blieb aber zunächst noch kreisfrei. Erst mit der Kreisreform 2008 verlor die Stadt auch die Kreisfreiheit. Der damalige CDU-Oberbürgermeister Dietmar Vettermann erklärte aus Protest in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel seinen Austritt aus der Partei. Er empfahl den Bürgern zur Oberbürgermeister-Wahl die Kandidatin der Konkurrenzpartei. Seither wird die Stadt von der SPD regiert und ist Sitz des Landkreises Zwickau.

Stadtrat[Bearbeiten]

Am 25. Mai 2014 wurden 48 Stadträte von den Zwickauer Bürgern für die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Ergebnis der Stadtratswahl 2014
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
33,7
21,2
15,5
8,9
8,8
5,4
4,2
2,3
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,4
+0,6
-3,4
+8,9
+8,8
+0,8
-2,9
-3,4
-3,6
Das Zwickauer Rathaus (1404–1862) im unsanierten Zustand (vor 2008)

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Die Wahl des Oberbürgermeister erfolgt seit 1994 durch direkte Wahl aus einem Kandidatenkreis des Stadtrates durch die Bürger der Stadt. Die Amtszeit (Wahlperiode) des Stadtoberhauptes beträgt sieben Jahre. Der Oberbürgermeister ist zugleich der Vorsitzende des Stadtrats.

Seit dem 1. August 2008 ist Pia Findeiß (SPD) Oberbürgermeisterin der Stadt. Ihr stehen zwei Stellvertreter zur Seite.

Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister (seit 1800 vollständig)

Die Jahreszahlen hinter den Namen geben die Amtsjahre an, wobei das Amtsjahr nicht dem Kalenderjahr entsprach.

Seit 1874 hat die Stadt einen Oberbürgermeister.

  • Konrad Brückner: um 1393
  • Franz Streussing: nach 1393
  • Mergenthal: bis 1407
  • Erasmus Stella: 1501–1518
  • Hermann Mühlpfort: 1518–um 1530
  • Carl Wilhelm Ferber: 1800, 1802, 1804, 1806, 1808, 1810, 1812, 1814
  • Tobias Hempel: 1801, 1803, 1805, 1807, 1809, 1811, 1813, 1815, 1817, 1819
  • Christian Gottlieb Haugk: 1816, 1818, 1820, 1822
  • Carl Heinrich Rappius: 1821, 1823, 1825, 1826
  • Christian Heinrich Pinther: 1824
  • 1827–1830: Christian Heinrich Mühlmann (als Stadtvogt)
  • 1830–1832: Franz Adolf Marbach
  • 1832–1860: Friedrich Wilhelm Meyer
  • 1860–1898: Lothar Streit
  • 1898–1919: Karl Keil

Stadtwappen und Siegel[Bearbeiten]

Das Große Wappen Zwickaus
Die Zwickauer Wappentiere am Schwanenteich

Vom Zwickauer Wappen, auch Schwanenwappen genannt, gibt es zwei Varianten. Das kleine Wappen wird als Amtssiegel verwendet.

Das üppig gestaltete sogenannte „Große Wappen“ oder auch „Des Rates Ganzes“ entstand 1560. Die Farben Rot und Weiß sowie die Ausgestaltung des Wappens mit Gold- und Silber stehen für den ersten Rang unter den Städten Sachsens infolge des „Großen Berggeschreys“ im 15. Jahrhundert. Rot symbolisiert das kaiserliche Rotsiegelprivileg, dass Zwickau 1473 durch Kaiser Friedrich III. verliehen wurde.

Keine andere Stadt als Zwickau durfte im Kurfürstentum Sachsen zwei Helme im Wappen führen. Zum Großen Wappen gehört der Heilige Mauritius, der bereits 1212 als Patron der Stadtpfarrkirche erwähnt wird. Weiterhin sind der Kurhut mit sieben rot-weißen Fähnchen als höchstes Rangabzeichen des Kurfürstentums Bestandteile des Großen Wappens. Die sieben Fähnchen symbolisieren die sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches (962–1806).

Das Schwanenwappen ist mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts nachgewiesen. Die Grabplatten der Zwickauer Ratsherren, die nach dem Blutgericht von 1407 hingerichtet wurden und im Kreuzgang des Klosters St. Afra zu Meißen begraben wurden, tragen bereits das Wappen. Das Bild zeigt die schlichte Ausführung des Großen Wappens. Die Prunkform des Großen Wappens befindet sich über dem Portal des Rathauses am Hauptmarkt.

Blasonierung: Das Große Wappen am Rathaus hat ein geviertes Schild mit goldenem Schildteilungskreuz und goldener Schildumrandung. In den Feldern links oben und diagonal rechts unten jeweils drei (zwei zu ein) gestellt schreitende weiße Schwäne auf rotem Grund; in den Feldern rechts oben und diagonal links unten über blauen Wellen die Stadtmauer mit drei unterschiedlichen silbernen Türmen. Beide Helme tragen ein goldenes Visier. Der Heilige Mauritius bildet die Helmzier des linken Helms. Auf dem rechten Helm dient der Kurhut mit sieben weiß-roten Fähnchen als Helmzier. Jeweils ein Schwan links und rechts sind als Schildhalter in die rot-silberne Verzierungsbänder beigestellt. Der Schwan mittig unterhalb des Schildes trägt das Verzierungsband, in dem die Jahreszahlen 1404 und 1862 aufgeschrieben sind.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Zwickaus Partnerstädte sind:

Religionen[Bearbeiten]

Die Einwohner von Zwickau waren über viele Jahrhunderte hinweg überwiegend protestantisch. Mehrheitlich sind die Zwickauer Einwohner seit der DDR-Zeit konfessionslos.

Protestanten[Bearbeiten]

Hauptmarkt mit Blick zum Mariendom

Am 31. Oktober 1517 kam es zum Thesenanschlag von Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg. Bereits 1518 wurden in Zwickau evangelische Predigten abgehalten. Der Tuchweber Nikolaus Storch, der Tuchmacher Thomas Drechsel und der Student zu Wittenberg Markus Stübner gelten als die Zwickauer Propheten. Gemeinsam verbindet sie die Vision vom „inneren Wort“ und „vom inneren Licht“. Durch sie erfährt die Zwickauer Bevölkerung ab 1520, dass die Sakramente der Kirche nutzlos sind. Sie vertraten die These, dass jeder Mensch ein inneres Licht im Herzen trage, wodurch die Gottlosigkeit beendet werde und das Friedensreich komme. Es komme schließlich auf das Handeln nach der Botschaft Jesu an und nicht allein auf das Glauben. Der Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort und der Pfarrer der Marienkirche, Nikolaus Hausmann, stellen sich gegen die durch die Zwickauer Propheten angefachte prophetische Volksbewegung. Auch Martin Luther steht auf der Seite der Autoritäten und streitet für die Einführung einer Amtskirche. Er bezieht Stellung gegen die Zwickauer Propheten und versucht die Volksbewegung aufzulösen. Martin Luther widmet 1520 dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort die Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Am 8. April 1522 quartiert sich Luther bei Bürgermeister Mühlpfort ein. Am 1. Mai versammeln sich vor dem Zwickauer Rathaus 14.000 Menschen aus Zwickau und Umgebung. Der Zwickauer Marktplatz wurde zum Schauplatz einer geistigen Auseinandersetzung. Es gelang Luther offensichtlich nicht, die Mehrheit der Menschen auf seine Seite zu ziehen. Thomas Müntzer, Pfarrer der Zwickauer Katharinenkirche, stellte sich im Gegensatz zu Luther hinter die urchristlichen Ideale der prophetischen Volksbewegung. 1524 wurde das Abendmahl in Zwickau „in beiderlei Gestalt“ gespendet.

Nach dem Scheitern der Zwickauer Propheten radikalisierte sich Thomas Müntzers Denken. Das soziale Unrecht an den Menschen führte schließlich im Jahr 1525 vor allem in Thüringen zu Bauernaufständen, an dessen Spitze sich Thomas Müntzer stellte. Die letzten Mönche wurden aus der Stadt gewiesen. 1525 war die Reformation zunächst abgeschlossen. Zwickau war europaweit die zweite Stadt, in der die Reformation Fuß gefasst hatte. 1529 erhielt die Stadt eine lutherische Kirchenordnung. Danach war Zwickau über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch.

Katholiken[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten 1818 wieder eine Pfarrgemeinde. Sie gehörte zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Zwickau wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Zwickaus gehören. Derzeitiger Dekan ist Laurenz Tammer, Pfarrer der Pfarrgemeinde „Heilige Familie“, Zwickau.

Judentum[Bearbeiten]

Bereits im 19. Jahrhundert hatten sich Juden in Zwickau niedergelassen. 1905 wurde der erste Betsaal der jüdischen Zwickauer Gemeinde in der Bahnhofstraße 8 eingeweiht. Später gab es noch einen Betsaal der orthodoxen jüdischen Mitglieder in der Burgstraße 10 (heute etwa Alter Steinweg). Im Vorderhaus waren die Wohnungen ärmerer jüdischer Familien und eine „Wochentagssynagoge“. Ab 1938 wurden die Juden aus der Stadt vertrieben. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden durch SA-Männer die jüdischen Einrichtungen angezündet. Die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof wurden geschändet und die Aussegnungshalle durch Brandstiftung zerstört. Zu den bekanntesten Zwickauer Juden zählten die Besitzer des Kaufhaus Schocken und der Chef des Lindenhof-Orchesters, Erwin Pollini. Nach dem Krieg kehrten nur wenige Überlebende in die Stadt zurück.[25] Die Stadt erinnert mit einem Pflastermosaik und mit einer Gedenktafel vor der ehemaligen Alfred-Leuschke-Schule (dem späteren Georgengymnasium), von wo aus die Zwickauer Juden deportiert wurden, an die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Weiter erinnern auch einige Stolpersteine an die Deportationen.[26]

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Außer den beiden großen christlichen Kirchen gibt es die Neuapostolische Kirche und Gemeinden, die zu Freikirchen gehören. Darunter sind die Apostolische Gemeinschaft, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Freikirche und eine Herrnhuter Brüdergemeine, ferner eine Freie Christliche Gemeinde und die Christengemeinde Elim (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in der Stadt vertreten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Wurzeln der Wirtschaftsentwicklung[Bearbeiten]

Bereits im frühen Mittelalter wird die Zwickauer Steinkohle entdeckt. Doch die erste große Blütezeit der Stadt beginnt erst um 1470 mit dem Fündigwerden der Silberanbrüche auf dem Schneeberg. Die Stadt wird zum kurfürstlichen Zoll- und Finanzzentrum. Etwa zur gleichen Zeit war Zwickau auch ein Zentrum der Tuchmacher. Zwicksches Tuch war in deutschen Landen weithin ein Begriff. Das Gewandhaus am Hauptmarkt entstand in dieser Zeit. Im Zwickauer Steinkohlenrevier begann mit dem Einsatz der Dampfmaschine eine neue Blütezeit. Die industrielle Förderung dieses Bodenschatzes verhalf der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem raschen Wachstum und weitere Branchen des verarbeitenden Gewerbes siedelten sich hier an.

Beginn der Industrialisierung[Bearbeiten]

Am Zwickauer Stadtrand in Cainsdorf siedelte sich die „Königin-Marien-Hütte“ an, ein Unternehmen der Montanindustrie.

1842 wurde die Zwickauer Maschinenfabrik gegründet, die 1872 von den damaligen Besitzern Brod & Stiehler in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Der Unternehmensteil „Blechbearbeitungsmaschinen“ in Niederschlema fertigte Exzenter-, Zieh-, und Friktionsspindelpressen, Scheren, Stanzen, Abkant-, Biege- und Richtmaschinen sowie Einrichtungen für Papierfabriken. Haupterzeugnisse des Unternehmens waren Luftkompressoren, Druckluft- und Zentrifugalpumpen, Dampf- und Fördermaschinen für Bergwerke mit denen das Unternehmen im In- und Ausland bedeutende Umsätze erzielte.

Heinrich Dietel gründete 1869 vor den Toren der Stadt die Kammgarnspinnerei in Wilkau. Zehn Jahre später expandierte er nach Sosnowice (Polen) und Cossmannsdorf bei Dresden. Hergestellt wurden Garne in allen Feinheitsgraden.

Carl Wolf gründet 1884 mit seinem Patent zur Benzin-Sicherheitsleuchte die Firma Friemann & Wolf, eines der ersten global agierenden Unternehmen Deutschlands.

Handel[Bearbeiten]

Simon und Salman Schocken gründen 1907 das Warenhaus I. Schocken Söhne Zwickau. Die Warenhäuser der Gebrüder Schocken stiegen 1930 zum viertgrößten Warenhauskonzern Deutschlands auf.

Automobilindustrie[Bearbeiten]

In Zwickau werden seit 1904 ohne Unterbrechung Automobile produziert; die Stadt gilt als eine der Keimzellen der sächsischen Automobilindustrie. Am 2. Mai 1903 wurde dort der Sächsisch-Thüringische Automobil-Club (SThAC) gegründet. Initiator und erster Präsident war der Zwickauer Fabrikbesitzer Paul Fikentscher. Bekannte Unternehmer aus der Kreishauptmannschaft Zwickau waren Mitglieder des Automobilclubs, so auch der Ingenieur August Horch, der 1902 in Reichenbach im Vogtland eine Automobilmanufaktur gegründet hatte. Weil die Erweiterung seines Reichenbacher Betriebes von der ansässigen Unternehmerschaft missbilligt wurde, verlegte er sein Unternehmen nach Zwickau, wo am 10. Mai 1904 die August Horch & Cie. Motorwagenwerke AG in das Handelsregister des Zwickauer Amtsgerichts eingetragen wurde. Der Zwickauer Rechtsanwalt Rudolph Stöss gewann 1906 mit einem Horch 18/20 PS die Herkomer-Konkurrenz. Dieser „leichte Kardanwagen“, eine Neukonstruktion von Horch und dessen Weggefährten August Hermann Lange, brachte trotz seiner relativ geringen Motorstärke den Gesamtsieg beim damals bekanntesten deutschen Automobilwettbewerb ein.

August Horch war verantwortlicher Konstrukteur und Technischer Leiter von Horch & Cie., hielt jedoch selbst nur einen geringen Unternehmensanteil und hatte daher keine kaufmännische Entscheidungsbefugnis. Nach Zerwürfnissen mit dem Finanzvorstand musste Horch das Unternehmen verlassen und gründete am 16. Juli 1909 nicht weit entfernt die August Horch Automobilwerke GmbH. Auch Konstrukteur Lange nebst einer Anzahl von Mitarbeitern wechselte in August Horchs neues Unternehmen. Zwickau war damit die einzige Stadt im Deutschen Reich, in der gleich zwei Automobilunternehmen ansässig waren. Die Geschäftsführung der Horchwerke klagte wegen Verletzung des Markenrechts und Horch musste 1910 seine Fabrik in Audi Automobilwerke GmbH Zwickau umfirmieren. Das Unternehmen wurde 1915 in die Aktiengesellschaft Audiwerke AG Zwickau umgewandelt.

Im Jahre 1910 erzielte Audi bei der Internationalen Tourenfahrt des Schwedischen Motorklubs vom 17.–24. Juni mit dem ersten Preis einen ersten Erfolg. Audi startete 1911 zum ersten Mal mit drei Wagen bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt und August Horch erhielt einen ersten Preis, die große silberne Medaille und das Ehrendiplom. Der Audi Typ C 14/35 PS siegte von 1912 bis 1914 dreimal hintereinander bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt. Das Automobil ging als Alpensieger in die Geschichte ein. Das Zwickauer Werksteam erhielt 1914 nicht nur den Teampreis, sondern gewann den Großen Alpenwanderpreis. Damit konnte Audi einen in der Geschichte des Automobilsports seltenen Erfolg verzeichnen. Bei der internationalen Zuverlässigkeitsfahrt 1914 war eine Konkurrenz von 33 Fabrikaten am Start. Der Wettbewerb ging über eine Strecke von 3000 Kilometer durch die Alpen mit den schwierigsten Strecken. Heute besitzt den Großen Alpenwanderpreis das museum mobile der Audi AG in Ingolstadt.

In der Zeit der Weimarer Republik entwickelte der neue Hauptaktionär und Weltbürger Moritz Straus Horch zwischen 1920 und 1932 zu einer elitären Automobilmarke. In Zwickau begann 1926 die Ära der industriell gefertigten Achtzylinder-Reihenmotoren: der Horch 12/60 PS (Typ 303) war das erste deutsche Serienfahrzeug mit Achtzylindermotor, gefolgt 1927 vom Audi Typ R. Auf dem Pariser Automobilsalon wurde 1931 der Horch Typ 670 mit Zwölfzylinder-V-Motor vorgestellt und erhielt einen Preis. Als erstes deutsches Fahrzeug hatte er einen Motor mit Hydrostößeln.

Ab 1932 gehörten Horch und Audi zur Auto Union, blieben jedoch eigenständige Marken. Bei Audi wurden ab 1931 die dort entwickelten DKW-„Frontwagen“ (geschützter Name) mit Zweitaktmotor und dem damals neuen Frontantrieb hergestellt. Die Horchwerke lieferten 1936 ihren 25.000. Wagen mit Achtzylindermotor aus. Die Marke hatte im Deutschen Reich bei den Luxusautomobilen einen Marktanteil von 54 Prozent.

1934 bis 1940 wurden in der Auto Union-Rennabteilung im Werk Horch zunächst von Ferdinand Porsche und später von Robert Eberan von Eberhorst die Zwickauer „Silberpfeile“ (Auto Union „Grand-Prix-Wagen“) entwickelt. Mit einem Auto Union Rennwagen Typ C durchbrach 1937 der deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer als Erster in der Geschichte des Automobils die 400-km/h-Geschwindigkeitsschwelle auf einer öffentlichen Autostraße (Reichsautobahn Frankfurt–Heidelberg).

Ab 1937 baute man im Werk Horch für die Wehrmacht die Mittleren und Schweren Einheits-Pkw (Typ Horch 901 und Horch 108). Alle Werke der Auto Union wurden ab 1940 verstärkt in die Rüstungsproduktion eingebunden und fertigten neben Panzer- und Flugmotoren (→ Mitteldeutsche Motorenwerke) auch kleine Stromerzeugungsaggregate für den mobilen Einsatz. Im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk Horch bei Luftangriffen auf Zwickau schwer getroffen.

Trabant-Denkmal von Berthold Dietz am Georgenplatz

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1955 stellten die Zwickauer Automobilbauer den ersten Serien-PKW der Welt mit Kunststoffkarosserie (AWZ P70) der Öffentlichkeit vor. Aus den Unternehmen VEB Automobilwerk Zwickau (AWZ) (ehemals Audi) und dem VEB Kraftfahrzeugwerk Horch Zwickau entstand 1958 der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, wo von Oktober 1957 bis April 1991 der Trabant hergestellt wurde. Heute setzt die Volkswagen Sachsen GmbH die automobilen Traditionen der Stadt fort. Im VW-Werk Zwickau werden die Modelle Golf, Passat und in Kooperation mit der Gläsernen Manufaktur der VW Phaeton sowie Karosserien für den Bentley gefertigt.

Uranaufbereitung der SDAG Wismut[Bearbeiten]

1946 wurde die Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht als Versorgungsbasis für die SAG Wismut ausgewählt. Nach der Enteignung der Papier- und Kartonagenfabrik C.F. Leonhardt & Söhne in Zwickau-Crossen nahm 1951 auf diesem Gelände der Uranerzaufbereitungsbetrieb „Objekt 101“ die Produktion auf. Bis zur politischen Wende von 1989 wurde hier aus dem Uranerz der Rohstoff für die sowjetische Atomindustrie gewonnen. Das Erz wurde mit Ganzzügen der Deutschen Reichsbahn über den Crossener Industriebahnanschluss angeliefert. Der Inhalt der Eisenbahnwaggons wurde in Bunkeranlagen gekippt. Anschließend wurde er über Transportbänder zu Kugelmühlen gefördert, wo er zermahlen und daraus durch alkalische Laugung Uranoxid (Yellowcake) hergestellt wurde. Im Zuge des technologischen Prozesses wurden im Zwickauer Norden enorme Mengen Gesteinsabraum zu einer weithin sichtbaren Abraumhalde aufgeschüttet. Deren verunreinigtes Sickerwasser belastete die Zwickauer Mulde erheblich. Nördlich von Zwickau lag in einem Talkessel die Nachbargemeinde Helmsdorf. Die Ortschaft wurde abgerissen; die Einwohner zwangsumgesiedelt. Auf dem Areal entstand ein Absetzbecken, wohin die flüssigen Prozessabfälle gepumpt wurden. In Crossen wurden insgesamt aus 74,7 Millionen Tonnen Erz etwa 77.000 Tonnen Uran produziert, das als Kriegsreparation in die Sowjetunion geliefert wurde.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 2008 gibt es eine kommunale Förderrichtlinie der Stadt Zwickau, die für jeden neu geschaffenen Vollzeitarbeitsplatz eine Zuwendung gewährt. Nach der Veröffentlichung im Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, vom März 2013 hat die Region Zwickau bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen mit 9,2 % die niedrigste Arbeitslosenquote in Sachsen.[27]

Die größten ansässigen Unternehmen in Zwickau sind:

  • AES GmbH, Auto-Entwicklungsring Sachsen
  • AutoVision GmbH, Standort Zwickau – 100-prozentige VW-Tochter, Dienstleister der Automobilindustrie[28]
  • Cray Valley Kunstharze GmbH, Herstellung von Alkydharzen und Kunststoffdispersionen
  • FES GmbH, Fahrzeug-Entwicklung Sachsen
  • Forschungs- und Transferzentrum e. V. an der Westsächsischen Hochschule
  • Förster & Borries, Druck- und Mediendienstleister
  • GAZ – Geräte- und Akkumulatorenwerk Zwickau GmbH[29]
  • Gillet Abgassysteme Zwickau GmbH, Tochterunternehmen der Tenneco Inc.
  • GKN Deutschland GmbH, Werk Mosel (Gelenkwellenwerk)
  • Grammer System GmbH, Zulieferer, Sitze für die Automobilindustrie
  • Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig[30]
  • Hoppecke Batterien GmbH & Co. KG (ehemals VEB Grubenlampen- und Akkumulatorenwerke Zwickau)
  • HQM Sachsenring GmbH als Modul- und Systemlieferant für die Automobilindustrie
  • ILKAZELL Isoliertechnik GmbH, spezialisiert auf Tiefkühl- und Reinraumsysteme sowie Dämmtechnik
  • Johnson Controls Sachsen-Batterien GmbH & Co. KG
  • Johnson Controls Autositze GmbH & Co. KG
  • Mauritius Brauerei Zwickau GmbH, Privatbrauerei
  • Radsystem GmbH, Stammsitz Zwickau-Mosel, gegr. 1992, Zulieferer für Kompletträder (13–18″)[31]
  • Sachsentrans Spedition & Logistik GmbH, Logistikdienstleister, ein Unternehmen der Verbundinitiative Automobilzulieferer (AMZ)[32]
  • Sasit Industrietechnik GmbH; Hersteller von Transportsystemen und Sondermaschinen für die Automobilindustrie und Herstellung von Autobatterien
  • Schwarz Pharma GmbH, Hersteller pharmazeutischer Produkte
  • Siebenwurst Werkzeugbau, Stanz- und Umformwerkzeuge für 3D-Formteile
  • Tower Automotive, Presswerk Zwickau GmbH & Co. KG
  • Volkswagen Sachsen GmbH, mit einer täglichen Fertigungskapazität von 1200 Fahrzeugen im Fahrzeugwerk Zwickau-Mosel
  • Weck+Poller, Logistik-Leistungen für die Automotive-Branche[33]
  • Westermann Druck Zwickau GmbH

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die B 93 aus Richtung Anschlussstelle 62 (Meerane/Zwickau-Nord) mit Blick auf das Volkswagen-Werk und Zwickauer Stadtgebiet

In Zwickau kreuzen sich die Bundesstraßen B 93, B 173 und B 175.

Vom Süden her gelangt man über die Anschlussstellen 10 (Zwickau-West) und 11 (Zwickau-Ost) der Bundesautobahn A 72 (Hof – Chemnitz) ins Stadtzentrum, welches über die ausgebauten Neubaustrecken der B 173 und B 93 in wenigen Minuten erreichbar ist.

Aus Richtung Norden kommend, verlässt man an der Anschlussstelle 62 (Meerane/Zwickau-Nord) die A 4 (Dresden – Erfurt). Aus dieser Richtung ist die Stadt über die B 93 zu erreichen. Nach dem Verlassen der A 4 folgt unmittelbar die B-93-Anschlussstelle zum Volkswagenwerk Zwickau. Die zwischen den Anschlussstellen 62 der A 4 (Meerane) und 11 der A 72 (Zwickau-Ost) durch die Stadt Zwickau verlaufende B-93-Querverbindung ist eine Schnellstraße.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Auf einem Dreischienengleis der Straßenbahn Zwickau fahren dieselbetriebene Tram-Trains der Vogtlandbahn in der Zwickauer Innenstadt.

Durch Zwickau führt die Bahnstrecke Dresden–Werdau. Diese ist Bestandteil der Sachsen-Franken-Magistrale von Dresden nach Nürnberg. Unweit verläuft die Bahnstrecke Leipzig–Hof, in welche die Bahnstrecke Dresden–Werdau mündet. Die Verbindung zum Westerzgebirge ist die Bahnstrecke Schwarzenberg–Zwickau, die vom Zwickauer Hauptbahnhof über Wilkau-Haßlau und Aue nach Schwarzenberg/Erzgeb. führt. Am Hauptbahnhof beginnt auch die Bahnstrecke Zwickau–Falkenstein in das nahe gelegene Vogtland. Seit der Eröffnung des Citytunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 ist Zwickau an das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland angeschlossen. Die im 60-Minuten-Takt verkehrenden Linien S5/S5x fahren von Zwickau Hbf über Altenburg und Leipzig nach Halle Hbf.

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 5 Zwickau – Werdau – Altenburg – Leipzig Hbf (tief) – Halle (Saale)
  • 60 Zwickau – Halle (Saale)

Das Zwickauer Modell ist ein Pilotprojekt zur Verknüpfung von Straßen- und Eisenbahn: spezielle dieselbetriebene Tram-Trains der Vogtlandbahn verkehren auf einem Dreischienengleis der Straßenbahn Zwickau vom Hauptbahnhof ins Zentrum der Stadt.

In Zwickau existierten die Industriebahnen Zwickau–Crossen–Mosel, die Bürgerschachtbahn, die Brückenbergschachtbahn, die von Arnimsche Kohlenbahn und die Reinsdorfer Industriebahn. Letztere wird inzwischen von der Vogtlandbahn bis zur Stadthalle genutzt, wo sie in das Gleisnetz der Straßenbahn übergeht. Der heutige Endpunkt befindet sich im Stadtzentrum an der Postmeilensäule. Damit sind über das Eisenbahnverkehrsnetz in kurzer Zeit die vogtländischen Wintersportgebiete um Klingenthal, Schöneck/Vogtl. und das im benachbarten Tschechien gelegene Kraslice bei Karlsbad erreichbar.

Linie Verlauf Länge Stationen Betriebsaufnahme
VL 1 Zwickau Zentrum – Zwickau (Sachs) Hbf – Lengenfeld – Auerbach – Falkenstein – Zwotental – Klingenthal – Kraslice 73 km 23 Zwickau Hbf – Klingenthal: 23. November 1997
Zwickau Zentrum – Zwickau Hbf: 28. Mai 1999
Klingenthal – Kraslice: 28. Mai 2000
VL 2 Zwickau (Sachs) Hbf – Reichenbach ob Bf – Plauen (Vogtl) ob Bf – Mehltheuer – Hof 96 km 20 Zwickau Hbf – Plauen (Vogtl) ob Bf: 13. Oktober 1996
Plauen (Vogtl) ob Bf – Hof Hbf: 28. Mai 2000
VX Plauen (Vogtl) ob Bf – Zwickau (Sachs) Hbf – Chemnitz Hbf – Riesa – Berlin Schönefeld Flughafen – Berlin Hbf – Berlin Zoologischer Garten 326 km 14 12. Juni 2005; eingestellt am 16. Februar 2009; Wiederaufnahme am 8. April 2009; erneut eingestellt am 1. Oktober 2012; seitdem als Bus

Flugverkehr[Bearbeiten]

Im Westen der Stadt liegt der Verkehrslandeplatz Zwickau. Über die B 93 erreichbar, befindet sich 35 Kilometer nördlich von Zwickau der Leipzig-Altenburg Airport.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Tatra-Straßenbahnzug vor dem Hauptbahnhof Zwickau

Die Straßenbahn Zwickau verkehrt seit 1894 auf ihrer ersten Linie, in den nachfolgenden Jahren wurden weitere Linien eröffnet. Zwischen 1938 und 1977 wurde die Straßenbahn vom Oberleitungsbus Zwickau ergänzt. Der heutige öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird mit vier Straßenbahn-, dreizehn Omnibus- und zwei Nachtbuslinien (am Sa., So. und Feiertag) von den Städtischen Verkehrsbetrieben Zwickau GmbH durchgeführt. Die Straßenbahn wurde zuletzt im Dezember 2005 um eine 4,3 Kilometer lange Neubaustrecke zum südwestlichen Stadtteil Neuplanitz erweitert. Mit zwei historischen Straßenbahnzügen aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts oder dem Typ Gotha aus den 1950er Jahren können Stadtrundfahrten durchgeführt werden.

Die das Umland erschließenden Regionalbuslinien werden größtenteils von den Regionalverkehrsbetrieben Westsachsen betrieben.

Das Stadtgebiet gehört zum Verkehrsverbund Mittelsachsen.

Medien[Bearbeiten]

Radio, Fernsehen, Internet[Bearbeiten]

  • In Zwickau ist der Radiosender Radio Zwickau ansässig, welcher regional auf der UKW-Frequenz 96,2 MHz zu empfangen ist.
  • TeleVision Zwickau[34] ist ein regionaler Fernsehsender mit Sitz im Gebäude der „Alten Münze“ am Zwickauer Hauptmarkt. Der Fernsehsender ging am 13. April 2004 auf Sendung. Er übernahm die Nachfolge von Zwickau-TV, der in Reinsdorf bei Zwickau gegründet wurde. Es wird ein Vollprogramm mit unterschiedlichen Themenbeiträgen und auch Videotext ausgestrahlt. Die Magazinsendung „TAGaktuell“ wurde von der Sächsischen Landesmedienanstalt ausgezeichnet. Das Programm ist über Kabel und (voraussichtlich ab August / September 2013) digital zu empfangen.
  • Ebenfalls in Zwickau sind die „Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle“ (SAEK) ansässig.
  • Tele Columbus betreibt in Zwickau einen Internetzugang über TV-Kabel, das auf neuesten Technologien basiert (früher „EWT multimedia“).

Presse[Bearbeiten]

  • Der Zwickauer Pulsschlag ist das monatlich zwei Mal erscheinende Amtsblatt der Stadt Zwickau.
  • Die Freie Presse, ursprünglich eine Zwickauer Zeitung, erschien seit 1963 in Chemnitz mit einer Zwickauer Regionalbeilage für den gesamten Bezirk Karl-Marx-Stadt. Die zu DDR-Zeiten mit über 650.000 verkauften Exemplaren auflagenstärkste regionale Tageszeitung der DDR ist auch heute mit über einer Viertelmillion verkauften Exemplaren immer noch eine der stärksten Regionalzeitungen Deutschlands.
  • Ab 17. Februar 1990 kam in Zwickau die Sachsenpost vom Frankenpost-Verlag aus Hof auf den Markt, die später in Zwickauer Tageblatt umbenannt und 1996 aus wirtschaftlichen Gründen vom Markt genommen wurde.
  • Mittwochs und Samstags erscheint das Anzeigenblatt WochenSpiegel.
  • Sonntags erscheint das Anzeigenblatt Blick.
  • KOMPASS, das regionale Lifestyle- und Stadtmagazin erscheint seit dem 1. Februar 2007 und informiert monatlich über das Zeitgeschehen und kulturelle Termine.
  • zwickaulive.de, Onlinemagazin für Kultur, Freizeit und Unterhaltung, erscheint regelmäßig auch als Printausgabe.

Gesundheitswesen und -wirtschaft[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Berufsschulzentren:
    • BSZ für Wirtschaft Zwickau (Berufsschule, Berufsfachschule, Wirtschaftsgymnasium)
    • BSZ für Technik „August Horch“ Zwickau (Berufsschule, Berufsfachschule, Fachschule, Fachoberschule [auch Teilzeit])
    • BSZ für Bau- und Oberflächentechnik Zwickau (Berufsschule)
    • BSZ für Wirtschaft und Gesundheit (Berufsschule, Berufsfachschule)
    • BSZ „Adolph Diesterweg“, Berufsförderschule (Berufsschule)
    • IFBE Zwickau (Medizinische Berufsfachschule, Fachoberschule)
  • Gymnasien
Ehemaliges Gebäude der Zwickauer Ratsschulbibliothek um 1880
  • Ratsschulbibliothek:
    Wurde erstmals 1498 urkundlich erwähnt und ist damit die älteste öffentliche Bibliothek Sachsens. Sie hat einen Bestand von etwa 160.000 Bänden, davon sind 90.000 aus der Zeit vor 1850, 40 Prozent davon sind reine Unikate. Die Bibliothek hat auch einen großen Fundus an Barockliteratur.
  • Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau:
    1947 gegründet ist sie eine Musikschule mit überregionaler Bedeutung. Es gibt Unterricht auf allen wichtigen Instrumenten, dazu kommen vielfältige Angebote in der musikalischen Früherziehung. Ein Gemeinschaftsmusizieren in zahlreichen Orchestern und Ensembles ist gängige Praxis. Als bekanntes Talent ist der 1996 geborene Geiger Elin Kolev, der als Gewinner des Preises der Ibla-Stiftung am 27. April 2009 in der New Yorker Carnegie Hall debütierte, zu nennen.
  • Stadtbibliothek:
    Gegründet 1923 hat sie ein großes Angebot an Bildungs-, Freizeit und Unterhaltungsmedien (140.000 Medien); ihre Abteilungen sind die Erwachsenenbibliothek, eine Phonothek und die Kinderbibliothek gegliedert.
Die Solaranlage der WHZ vor dem Agricola-Bau
  • Volkshochschule Martin Andersen Nexö:
    Bestand bis 2008 und wurde im Zuge der Kreisgebietsreform ab 1. Januar 2009 mit den Volkshochschulen Chemnitzer und Zwickauer Land zur Volkshochschule Zwickau des Landkreises Zwickau vereinigt.
  • Volkswagen Bildungsinstitut GmbH:
    Es bestehen Angebote zur Ausbildung in Metallbearbeitung, Fügetechnik, Service und Steuergerätediagnose, Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und in Fremdsprachen.
  • Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ):
    Die Wurzeln der Fachhochschule (University of Applied Sciences) gehen auf die 1290 gegründete Zwickauer Lateinschule, die 1862 gegründete Zwickauer Bergschule, die spätere Bergingenieurschule, und die 1897 gegründete Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik zurück.
  • DPFA Hochschule Sachsen:
    Die DPFA Hochschule Sachsen ist eine seit 2012 bestehende private Hochschule mit Schwerpunkt in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften. Derzeit (Stand: November 2013) kann
    Pädagogik der Kindheit studiert werden.

Ehemalige Garnison[Bearbeiten]

Zwickau war von der Zeit des Deutschen Kaiserreichs bis zum Ende der DDR Garnisonsstadt für die Sächsische Armee, Wehrmacht und Nationale Volksarmee.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

  • Der Stadtsportbund Zwickau e. V. koordiniert die sportlichen Aktivitäten der 107 städtischen Sportvereine.
  • Der FSV Zwickau spielte von 1994 bis 1998 in der 2. Bundesliga und war ein wichtiger Imageträger für die Stadt. In der Saison 1995/96 wurde der Aufstieg in die 1. Bundesliga nur knapp verpasst. Die Vereinstradition beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Planitzer SC und setzte sich über die ZSG Horch Zwickau, dem ersten DDR-Fußballmeister, die BSG Motor Zwickau, DDR-Pokalsieger 1963 und 1967, die BSG Sachsenring Zwickau, Pokalsieger 1975, bis hin zum FSV Zwickau e. V. fort, der aus der BSG Sachsenring am 31. Januar 1990 gegründet wurde. Sachsenring Zwickau nahm nach dem Sieg im DDR-Pokalendspiel 1975 gegen Dynamo Dresden am Europapokal der Pokalsieger der Saison 1975/76 teil. Die Mannschaft erreichte damals das Halbfinale, besiegte internationale Spitzenvereine wie Panathinaikos Athen, AC Florenz sowie Celtic Glasgow und verlor erst gegen den damaligen Europacupsieger RSC Anderlecht. Der bekannteste Zwickauer Spieler ist Jürgen Croy (DDR-Auswahlspieler und DDR-Fußballer des Jahres). Um 2000 stieg die Mannschaft bis zur Landesliga ab, der Verein geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Nach erfolgreichem Abschluss eines Insolvenzverfahrens 2010 spielt der FSV Zwickau in der Saison 2012/2013 in der Regionalliga Nordost.
  • Der RSC-Rollis Zwickau (Rollstuhlbasketball) spielt in der 1. Bundesliga und wurde in den Jahren 2002 und 2009 Deutscher Meister, im Jahr 2003 Deutscher Rollstuhlbasketball-Pokalsieger und 2004 Europapokalsieger der Pokalsieger. Außerdem wurde im Jahr 2005 der 4. Platz und im Jahr 2009 der 2. Platz im Champions-Cup erreicht.
  • Der Zwickauer HC Grubenlampe spielte in der letzten Saison der DDR-Handball-Oberliga sowie in der Saison 1991/92 in der 2. Handball-Bundesliga.
  • Der ESV Lokomotive Zwickau e. V. (Mitglied im Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine) ist mit etwa 1.900 Mitgliedern der zahlenmäßig stärkste Sportverein Zwickaus. In 14 Abteilungen werden unterschiedlichste Sportarten auf breitensportlichem und Leistungssportniveau betrieben.
  • Der BSV Sachsen Zwickau e. V. entstand am 8. August 1990 aus der bereits 1969 gegründeten Handballsektion der Betriebssportgemeinschaft Sachsenring Zwickau. Derzeit nehmen 11 Mannschaften am Spielbetrieb teil, von der Stadtliga bis zur 2. Bundesliga der Frauen. In der Saison 1991/92 und 1995/96 spielte der BSV erstklassig.
  • Die BSG Aktivist „Karl Marx“ Zwickau, die von 1949 bis 1968 existierte, spielte in der DDR-Liga Fußball.
  • Bäder
    • Johannisbad
    • Glück-Auf-Schwimmhalle (Sportbad)
    • 04-Bad (seit 2006 vom Förderverein 04-Bad betrieben)
    • Freibad Crossen (seit 2005 vom Förderverein Freibad Crossen betrieben)
    • Strandbad Planitz
  • Sportanlagen:

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Hauptmarkt Zwickau, v. l. n. r.: Gewandhaus, Rathaus, Dom St. Marien, rechts mit den Dachgauben die ehemalige Löwen-Apotheke und das Kräutergewölbe (um 1480 erbaut)

Historische Bauwerke[Bearbeiten]

  • Evangelischer Dom St. Marien: geht zurück auf die 1206 gegründete Marien-Pfarrkirche, Neubau des Langhauses unter Verwendung älterer Teile zwischen 1505 und 1537; wertvolle Innenausstattung vom 15. bis 17. Jahrhundert
  • Priesterhäuser am Domhof 5–8: vier Gebäude mit steilen gotischen Satteldächern, die zu den ältesten Wohngebäuden Deutschlands gehören; sind einmalig in Sachsen (Deckenbalken im Haus 7 von 1264). 1521 erstmalige Erwähnung im Ratsprotokoll, stehen südwestlich vor dem Dom St. Marien, seit Mai 2003 Museum für Stadtgeschichte
  • Galerie am Domhof: wurde 1876 vom Zwickauer Kunstverein erbaut, liegt fast gegenüber den Priesterhäusern am Domhof und beherbergt ein weiteres Museum
  • Robert-Schumann-Haus Zwickau: Geburtshaus des Komponisten der Romantik, erbaut um 1450 am Hauptmarkt 5; Wurde 1956 anlässlich des 100. Todestages Robert Schumanns originalgetreu restauriert
  • Gewandhaus: zentrales Wahrzeichen der Stadt, erbaut 1522–1525 im spätgotischen Stil, mit Bauelementen der Renaissance und Staffelgiebel. Ehemaliges Handelshaus der Tuchmacher (berühmt war das Zwicksche Tuch), dient es seit 1823 als Stadttheater
  • Dünnebierhaus: im Zentrum an der Katharinenstraße aus dem Jahre 1480
  • Schloss Osterstein: erbaut als kurfürstliche Schlossanlage 1587–1590; Sanierung 2006–2008
  • Kräutergewölbe (1470) und Löwen-Apotheke (1484): beide Gebäude am Hauptmarkt Nr. 17 und 18 gegenüber dem Rathaus gehören als ehemalige mittelalterliche Apotheken zu den ältesten für diesen Zweck genutzten Bauwerken in Deutschland
  • Rathaus am Hauptmarkt: zentrales Wahrzeichen der Stadt von 1404. 1403 war das alte Rathaus beim großen Stadtbrand total zerstört worden. Wiederaufbau mit markanten Zeichen, zum Beispiel: großes Wappen, Rotsiegel, Zinnenkranz und die Ecktürme.
  • Grünhainer Kapelle: ehemaliger Wirtschaftshof des Zisterzienserklosters Grünhain 1240 bis 1536. Danach diente es als Stadtschule, Gymnasium und der Ratsschulbibliothek. Heute existiert noch der Klosterhof mit Gaststätte und Aula der Hochschule.
  • Kornhaus: Der Kornspeicher wurde um 1480 vom Zwickauer Patrizier Martin Römer errichtet und ist einer der größten und ältesten Profanbauten seiner Art in Deutschland.[36][37]
  • St. Katharinenkirche: erbaut 1403–1470, hier predigte während der Reformation Thomas Müntzer
  • Schiffchen: Der Geistliche und Notar Heinrich von Grumbach ließ das Schiffchen 1485 in der Klostergasse 12 errichten. Seit 1600 war es im Besitz von Seilerfamilien und erhielt deshalb an der schmalen Fassade das entsprechende Zunftzeichen. In den Jahren 1967/68 wurde das Bauwerk abgerissen und mit der originalen Bausubstanz rekonstruiert.
  • Alter Gasometer: erbaut 1853, heute soziokulturelles Zentrum
  • Johannisbad: Backsteinbau im Jugendstil; Samuel Schlobig ließ ab 1869 das Badehaus und Behandlungsstätten am Muldeufer errichten, er stiftete diesen herausragenden Komplex seiner Stadt Zwickau
  • Nordvorstadt: großes Stadtviertel mit Bauwerken des Jugendstils und der Gründerzeit in Pölbitz
  • Schwanenteich mit Parkanlagen: erbaut 1473–1477. Die durch das Schneeberger Silber reich gewordenen Martin Römer und Hans Federangel ließen mit Erlaubnis des Rates den Großen Teich anlegen (ab etwa 1860 unter der Bezeichnung Schwanenteich). Martin Römer stiftete 800 Gulden zum Ankauf des Grundstückes und 4000 Gulden zum Ausgraben. Der Teich hatte nach seiner Fertigstellung eine Länge von 550 Meter und eine Breite von 300 Meter. Im Jahre 1504 ging der Teich vollständig in städtisches Eigentum über.
  • Paradiesbrücke: Überquert die Zwickauer Mulde unmittelbar in Richtung Stadtzentrum. Sie wurde 1900 fertiggestellt. Damals musste die alte überdachte Holzbrücke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts weichen. Die Paradiesbrücke ist eine Stahlnietbrücke und wurde von der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf hergestellt. Die Paradiesbrücke wurde 2002 umfassend saniert. Beinahe wäre sie den Fluten des Augusthochwassers zum Opfer gefallen. Durch schnelles und umsichtiges Handeln aller Verantwortlichen wurde die Brücke vor den Wassermassen gerettet. Seit 1980 ist sie technisches Denkmal und dient als Fußgängerbrücke, nachdem die neue Adolf-Hennecke-Brücke eingeweiht wurde (die heutige Glück-Auf-Brücke).
  • Röhrensteg: Die älteste erhaltene sächsische Holzbrücke (16. Jahrhundert) führt am Erlenbad über die Zwickauer Mulde. Über hölzerne Röhren – daher der Name – wurde Trinkwasser aus dem Reinsdorfer Grund in die Brunnen der Stadt geleitet.
  • Muldenwarte: Aussichtspavillon auf der Bismarckhöhe am Eingang des Knappengrundes an der Zwickauer Mulde; guter Ausblick in Richtung Westen über die Stadt
  • Kursächsische Postdistanzsäule: Nachbildung vom ehem. Obertor an der Inneren Schneeberger Straße, unweit des Kornmarktes (aus Elbsandstein mit vierseitigem Marmor-Wappenstück)
  • Landgericht Zwickau[38]: Das im Stil des Historismus 1876 errichtete Gebäude am Platz der Deutschen Einheit ist auch der Sitz der Staatsanwaltschaft Zwickau.

Wasserspiele[Bearbeiten]

Insgesamt existieren gegenwärtig 17 öffentliche Wasserspiele, von denen aber nicht alle betrieben werden. Der hohe Unterhaltungs- und Wartungsaufwand wird zum Teil durch Sponsoren getragen.[39]

  • Fontäne auf dem Schwanenteich
  • Brunnen der Freundschaft auf dem Schumannplatz
  • Schwanenbrunnen an der Humboldtstraße
  • Brunnen der Bierbrauer von Joachim Harbort entstand 1984 in der Katharinenstraße
  • Brunnen der Tuchmacher in der Katharinenstraße
  • Marktweiberbrunnen in der Katharinenstraße
  • Mühlrad auf dem Kornmarkt
  • Kinderbrunnen auf dem Hauptmarkt vor dem Gewandhaus
  • Trinkbrunnen auf dem Hauptmarkt
  • Flamingobrunnen auf dem Neuberinplatz
  • Domhofbrunnen
  • Amorbrunnen im Park „Neue Welt"
  • Wassergarten am Ärztehaus in Niederplanitz
  • Fischbrunnen an der Äußeren Zwickauer Straße
  • Forumbrunnen in Eckersbach
  • Kelchbrunnen in Neuplanitz
  • Schwengelpumpe auf dem Fritscheplatz in Marienthal

Zerstörte Wahrzeichen[Bearbeiten]

Das Schwanenschloss
  • Bismarck-Denkmal: vermutlich 1943 abgerissen. Das 5,60 Meter hohe Denkmal von Josef Drischler bestand aus einer 2,80 Meter hohen Bronze-Figur auf einem Granitsockel und wurde am 1. April 1898 eingeweiht. Es befand sich auf dem damaligen Kaiser-Wilhelm-Platz (heute Schumannplatz) mit Blickrichtung zum Neumarkt. Es wurde vermutlich 1943 eingeschmolzen und das Metall für die Rüstungsindustrie verwendet.[40][41]
  • Bismarcksäule: 1964 abgerissen. Der erste deutsche Reichskanzler und Reichsgründer Otto von Bismarck war Zwickauer Ehrenbürger. Ihm zu Ehren wurde auf dem Windberg gegenüber dem Windberghaus im September 1900 ein zwölf Meter hoher Turm mit Feuerschale eingeweiht. Wegen der Erinnerung an die Reichsgründung wurde das Bauwerk auf Anordnung der SED-Kreisleitung entfernt.[42]
  • Lindenhof (Varieté): 2003 abgerissen. Das Varieté-Theater wurde am 7. Oktober 1893 eröffnet, nach dem Zweiten Weltkrieg unter erheblichen Anstrengungen wiederaufgebaut.
  • Schwanenschloss: 1993 abgerissen. Es war eines der bekanntesten Zwickauer Wahrzeichen, das 1836 vom Zwickauer Ehrenbürger und Architekt Emil Gutwasser erbaut wurde. 1861 und 1886 wurde das Bauwerk leicht verändert und erhielt 1903 eine Säulen-Kolonnade. Farblithographische Postkarten mit der Ansicht vom Schloss am Schwanenteich erreichten eine hohe Auflage.
  • Stalinpavillon: 1986 abgerissen. Es handelte sich um einen zweigeschossigen begehbaren Rundbau mit einem spitzen Dach, das wie ein Obelisk emporragte und einen roten Stern trug. Der Pavillon befand sich auf dem damaligen Karl-Marx-Platz (heute Schumannplatz), wurde gelegentlich für Ausstellungen genutzt und 1986 durch den Brunnen der Freundschaft von Erika Matthes und Joachim Harbort ersetzt.[41]
  • Altes Zollhaus: 2004 abgerissen. Es beherbergte sowohl das Königlich-Sächsische Hauptsteueramt als auch das Hauptzollamt. Landesdenkmalbehörde und die städtische Denkmalbehörde erwirkten zunächst einen Abrissstopp. Eine denkmalschutzrechtliche Baugenehmigung hatte es nicht gegeben. Schließlich hatte das Bauordnungsamt die Genehmigung zum Bau einer Handelseinrichtung hier im Stil des alten Bauwerkes erteilt. Der Neubau fügt sich architektonisch in das Gesamtensemble eingangs der Inneren Plauenschen Straße ein. Der Eckturm mit dem symbolischen Dreigesicht und Bestandteile der alten Bausubstanz wurden wiederverwendet.[43]

Bekannte Künstler[Bearbeiten]

Robert-Schumann-Denkmal von Johannes Hartmann

In Zwickau wurde 1810 der international bekannteste Sohn der Stadt, der Komponist der Romantik, Robert Schumann, geboren. Sein Geburtshaus, das Robert-Schumann-Haus Zwickau, befindet sich im Zentrum am Hauptmarkt/Ecke Münzstraße. Schumanns Vater, August Schumann, hatte hier einen Verlag mit angeschlossenem Buchhandel und war der erste deutsche Taschenbuchverleger. Das Robert-Schumann-Haus ist ein Museum, das den weltweit größten Bestand der früheren Taschenbücher sowie die umfangreichste Sammlung aus dem Nachlass des Komponisten und seiner Ehefrau Clara beherbergt.[44] Am Schumann-Haus ist auf der Hauptmarktseite ein Porträtrelief nach dem Entwurf von Ernst Rietschel aus Dresden angebracht. Dieses Motiv wurde aus Anlass des 200. Geburtstages des Komponisten auf der 2010 von der Hamburger Münzprägeanstalt herausgegebenen silbernen 10-Euro-Münze verwendet, deren Münzrand in vertiefter Prägung mit dem Zitat: „TÖNE SIND HÖHERE WORTE“ aus dem Tagebuch des achtzehnjährigen Schumann verziert ist.

Zwickau ist die Heimat von zwei expressionistischen Malern: Fritz Bleyl (1880–1966), Architekt und Maler, war 1905 einer der Gründer der Dresdner Künstlervereinigung „Die Brücke“. Der Maler und Grafiker Max Pechstein (1881–1955) wurde bald darauf Mitglied der Künstlervereinigung. Für die Nationalsozialisten waren diese Bilder „entartete Kunst“. 1947 ernannte die Stadt Max Pechstein zum Ehrenbürger und stiftete zu seinen Ehren den Max-Pechstein-Preis.

Kultureinrichtungen[Bearbeiten]

  • Freilichtbühne Zwickau
  • Gewandhaus Zwickau (1525), städtisches Theater seit 1823 (Theater auf dem Gewandhaus), 400 Sitzplätze im Parkett und Rang. Das Gebäude besitzt nicht die typische Theaterbauform; es hat keinen Bühnenturm. Zum Haus gehören: Malsaal, Probebühnenanbau, Puppenbühne und ein Werkstattgebäude. Es ist ein Vierspartentheater (Ballett, Musiktheater, Puppenspiel und Schauspiel). Der Spielbetrieb des Theaters Zwickau erfolgt in Kooperation mit dem Theater Plauen unter dem Namen Theater Plauen-Zwickau.[45]
  • Johannisbad Zwickau
  • Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“
  • Puppentheater Zwickau
  • Stadthalle Zwickau

Museen[Bearbeiten]

Das August-Horch-Museum
  • August-Horch-Museum, das Automobilmuseum in der August-Horch-Straße ist ein Ankerpunkt in der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH)
  • Robert-Schumann-Haus Zwickau, Museum mit der weltweit größten Sammlung aus dem Besitz der Familien Schumann und Wieck
  • Priesterhäuser, Museum zur Stadtgeschichte am Mariendom
  • Kunstsammlungen Zwickau, ehemaliges König-Albert-Museum am heutigen Platz der Völkerfreundschaft, umfangreiche ständige Gemäldeausstellung, darunter Werke des in Zwickau geborenen Brücke-Malers Max Pechstein
  • Galerie am Domhof (vormals Zwickauer Kunstverein)
  • Auf dem Gelände des ehemaligen Pionierlagers auf dem Windberg hat ein Verein für „Living History“ die Westernstadt Wild East-Town errichtet, die auch musealen Charakter hat.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus am Schwanenteich
  • Gedenkplatte mit Davidstern aus dem Jahr 1993 von dem Bildhauer Jo Harbort, eingelassen in den Fußweg vor dem Haus Katharinenstraße 13, erinnert an den Betsaal der Jüdischen Gemeinde.
  • Gedenktafel am ehemaligen Polizeipräsidium, Georgenplatz 1, erinnert an die bei der Polenaktion 1938 dort internierten und dann abgeschobenen 68 polnischen Juden der Stadt.
  • VVN-Mahnmal aus dem Jahre 1948 am Schwanenteich im Stadtpark erinnert an 325 Opfer des Faschismus der Stadt und des Kreisgebietes, von denen viele dort beigesetzt sind.

Musikvereine[Bearbeiten]

  • Das Jugendblasorchester Zwickau e. V. ging aus einem 1962 gegründeten Schulorchester hervor. Zum Orchester gehören verschiedene Ensembles, darunter ein Kinderorchester und ein Schulorchester. Die Musiker nehmen regelmäßig an musikalischen Wettbewerben in der Region teil.
  • Der Schwanenschloß Kinder- und Jugendchor Zwickau, der aus verschiedenen Chören (Vorschulchor, Kleiner Kinderchor, Kinderchor und Jugendchor) besteht, kann auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang, Vier-Jahres-Turnus, Juni
  • Internationaler Robert-Schumann-Chor-Wettbewerb, Vier-Jahres-Turnus
  • Zwickauer Musiktage (Schumann-Fest), jährlich im Juni
  • „Young Lion“-Bandwettbewerb des Vereins Alter Gasometer und des FAB Crimmitschau e. V.
  • Zwickauer Stadtfest, jährlich im August
  • Sachsen-Classic Zwickau – Dresden, Wettbewerb für historische Fahrzeuge, jährlich im August
  • AvD-Sachsen-Rallye. Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) und weiterer kleinerer Rallyeserien

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

In Zwickau wurden so bekannte Personen wie der sächsische Kaufmann, Bergwerksbesitzer und Amtshauptmann zu Zwickau Martin Römer, der spätgotische Bildhauer Peter Breuer, der Komponist Robert Schumann, der Künstler und Maler Max Pechstein, der Schauspieler Gert Fröbe oder auch die erste Professorin für Rechtswissenschaft Gertrud Schubart-Fikentscher geboren.

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Die Stadt kennt die Namen vieler bedeutender Persönlichkeiten, die zwar nicht in Zwickau geboren, hier jedoch gelebt und gewirkt haben, und durch ihr Genius loci entscheidend geprägt haben. Zum Teil sind sie sogar als Ehrenbürger der Stadt ausgezeichnet oder haben durch ihr Wirken den Namen der Stadt Zwickau weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht. Darunter sind Namen wie der in Zwickau als Pfarrer wirkende spätere Protagonist des Deutschen Bauernkrieges Thomas Müntzer, der Vater der Mineralogie Georgius Agricola, der Protagonist der Märzrevolution von 1848 Robert Blum, der Ehren- und Oberbürgermeister der Stadt Lothar Streit oder der Gründer des Zwickauer Automobilbaus August Horch. Aber auch die Malerin und 1998 ernannte Ehrenbürgerin Tatjana Lietz oder der Kabarettist Bernd-Lutz Lange, dessen Bücher über seine Kindheit vom Stolz auf seine Stadt Zwickau künden.

→ Siehe Liste prominenter Bewohner der Stadt Zwickau

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Ehrenbürger werden durch den Zwickauer Stadtrat auf Lebenszeit berufen. Personen, die durch ihr herausragendes Wirken die Entwicklung und das Ansehen der Stadt besonders gefördert haben, kann diese Ehrenauszeichnung verliehen werden.

Derzeit (Stand Ende 2011) hat die Stadt sieben Ehrenbürger: 1976 erhielt diese Würdigung Jürgen Croy, 1998 Carl Horst Hahn, 1999 Ferdinand Piëch. Im Jahr 2000 ging diese Auszeichnung an Günter Mieth, 2002 an Erwin Killat und 2003 erhielt diese Ehre Rainer Eichhorn. 2009 wurde Siegfried Heinze Ehrenbürger. Soweit bekannt wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal 1832 an Friedrich Christian von Liebenau verliehen. 44 weitere ausgezeichnete Ehrenbürger sind inzwischen verstorben.

→ Im Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Zwickau sind die derzeitigen und ehemaligen Ehrenbürger aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Bräuer: Wider den Rat. Der Zwickauer Konflikt 1516/17. Leipziger Universitätsverlag GmbH, Leipzig 1999, ISBN 3-933240-60-3.
  • Ewald Dost (OB): Zwickauer Kulturbilder aus acht Jahrhunderten. Bürgermeisteramt Zwickau, 1939.
  • Jürgen Härdler, Rainer Hertting-Thomasius: Bauwerke in Zwickau: eine Baustilfibel mit stadtbaugeschichtlicher Einführung. Förster und Borries, Zwickau 2000, ISBN 3-00-006206-8.
  • Jürgen Härdler, Wolfgang Göhler, Winni Kettner: Persönlichkeiten & Kostbarkeiten der Stadt Zwickau. Zschiesche, Wilkau-Haßlau 2002, ISBN 3-9808512-0-6.
  • Michael Löffler, Norbert Peschke: Chronik der Stadt Zwickau. Förster und Borries, Zwickau 1993, ISBN 3-929354-07-1.
  • Günter Meier: Rundgang durch das alte Zwickau. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-86134-573-0.
  • Günter Meier: Geschichte der Stadt Zwickau. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2002, ISBN 3-8313-1238-9.
  • Norbert Peschke: Zwickau: alte Bilder erzählen. Sutton, Erfurt 1997, ISBN 3-89702-012-2.
  • Die evangelisch-lutherischen Kirchen Zwickaus. Herausgegeben von den evangelisch-lutherischen Pfarrämtern der Stadt Zwickau anlässlich der 875-Jahr-Feier der Stadt Zwickau, 1993, Redaktion: Rolf Sieber.
  • Ute Schmidt, Steffi Haupt: Zwickau – so wie es war. Droste, Düsseldorf 1992, ISBN 3-7700-0981-9.
  • Stadtarchiv Zwickau: Schätze des Stadtarchivs Zwickau aus acht Jahrhunderten. Zschiesche GmbH Wilkau-Haßlau, Zwickau 2008, ISBN 978-3-9812185-2-7.
  • Lorenz Wilhelm: Descriptio Urbis Cycneae. Das ist Warhafftige und Eigendliche Beschreibung/ der uhralten Stadt Zwickaw. Verlag Göpner, Zwickau 1633 (Digitalisat).
  • Hauke Kenzler: Archäologische Untersuchungen zum Kornmarkt in Zwickau (Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie; 32), 2001, ISBN 3-910008-29-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Zwickau – Quellen und Volltexte
 Commons: Zwickau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zwickau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Zwickau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutschlandradio Kultur: Offizielles Etikett der Stadt
  3. Meyers Konversations-Lexikon (1885–1890)
  4. Freistaat Sachsen – Naturregionen und Naturräume (PDF; 879 kB).
  5. Emil Herzog: Geschichte des Zwickauer Steinkohlenbaues. S. 2–3.
  6. Bergbau in Sachsen, „Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau“ Sächsisches Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie; Band 15, 12/2008 (PDF-Datei; 10,24 MB)
  7. Verordnung der Kreisfreien Stadt Zwickau zur Festsetzung des geologischen Naturdenkmals (#5) „Steinkohlenausbiss (Rußkohlenflöz)“ am Muldenufer an der Cainsdorfer Brücke vom 27. Januar 2000
  8. Gliederung des Stadtgebietes, öffentliches Beschlussprotokoll vom 30. Juni 2011, BV/141/2011 (PDF; 35 kB) abgerufen am 10. Juli 2011.
  9. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  12. Saxonia: Museum für sächsische Vaterlandskunde, Vierter Band. Verlag Eduard Pietsch und Comp., Dresden 1839.
  13. Angelika Winter: Stadtarchiv Zwickau, „1407. Rat kontra Landesherr“, Tagungsbericht, HU Berlin 28. September 2007
  14. Zwickau und Umgebung: Deutschland-Bildheft Nr. 186, Universum Verlagsanstalt Berlin 1936
  15. Benny Dressel, Sachgebietsleiter Sicherung/Erschließung, Mitteilung aus dem Stadtarchiv Zwickau vom 28. Februar 2011
  16. Älteste öffentliche Bibliothek mit neuesten Internetseiten
  17. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln/Weimar/Wien 2003, S. 652–656
  18. M. Tobiam Schmidten, Chronica Cygnea, Beschreibung der alten, löblichen und churfürstlichen Stadt Zwickau, Melchior Göpner, Zwickau 1656 (Digitalisat)
  19.  Andreas Peschel: Fritz Tittmann – Der „vergessene“ Gauleiter. Eine biografische Skizze (= Sächsische Heimatblätter. Heft 2, Nr. 56). 2010, S. 122–126.
  20.  Heinrich Magirius, Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg. Band 2, Henschel, Berlin 1978, S. 465–466.
  21.  Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. Braunschweig 1952, S. 369.
  22. Angelika Winter: Wie Zwickau das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte. In: Zwickauer Pulsschlag. 30. März 2005, S. 4, abgerufen am 5. März 2014 (PDF).
  23. Der Kreis war territorial dem bis zum Ende der DDR bestehenden Kreis Zwickau-Land entsprechend.
  24. Wanderungsbewegungen der Zwickauer Bevölkerung im Jahr 2009. (PDF; 3,3 MB) In: Pulsschlag. Das Amtsblatt der Stadt Zwickau. 21. April 2010, S. 3.
  25. Stadtchronik 20. Jh. Stadtverwaltung Zwickau, abgerufen am 18. Januar 2013.
  26. Stolpersteine in Zwickau. Projektgruppe Geschichte Gerhart-Hauptmann-/Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau, abgerufen am 18. Januar 2013 (Pdf, 1,7MB).
  27. Christian Adler in: Zwickauer Seiten vom 5. April 2013, März 2013: Region Zwickau hat geringste Arbeitslosigkeit in Sachsen (Version vom 29. April 2013 im Webarchiv Archive.today)
  28. Die Autovision im Überblick [1] (PDF; 2,9 MB)
  29. Website des Geräte- und Akkumulatorenwerks Zwickau
  30. Geschichte des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau
  31. Geschichte der Radsystem GmbH
  32. Horch Museum zukünftig auch auf Deutschlands Straßen
  33. Logistikdienstleister eröffnet mit Komplettradmontage neues Geschäftsfeld (PDF; 3,0 MB)
  34. Television Zwickau TVZ http://www.tv-zwickau.de/online-tv/
  35. http://www.aesica-pharma.co.uk/contact/europe/zwickau-germany/
  36. Deutsches Architekturforum
  37. Kornhäuser neben dem Schloss
  38. Deutsche Justiz: Landgerichte in Deutschland
  39. Stadt Zwickau, Garten- und Friedhofsamt: Wasser marsch! Brunnen und Wasserspiele gehen noch vor Ostern in Betrieb. In: www.zwickau.de. 10. April 2014, abgerufen am 8. August 2014 (HTML).
  40. Sieglinde Seele: Lexikon der Bismarck-Denkmäler. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, S. 424.
  41. a b Frank Dörfelt: Wahrzeichen am Schumannplatz wieder in Betrieb. Wochenspiegel Zwickau, 25. Juni 2014, S. 13.
  42. Die Feuersäule auf dem Windberg
  43. Ulrich Walther (2002–2007): Das historische Zollhaus Bildreport
  44. Schumann Forschung und Archiv
  45. Geschichte des Zwickauer Theaters