Oberwiesenthal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oberwiesenthal
Oberwiesenthal
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberwiesenthal hervorgehoben
50.41916666666712.970833333333914Koordinaten: 50° 25′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 914 m ü. NHN
Fläche: 39,98 km²
Einwohner: 2231 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09484
Vorwahl: 037348
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 440
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 8
09484 Oberwiesenthal
Webpräsenz: www.oberwiesenthal.de
Bürgermeister: Mirko Ernst (FDP)
Lage der Stadt Oberwiesenthal im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Pockau-Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Marienberg Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Oberwiesenthal (seit 29. Mai 1935 Kurort Oberwiesenthal)[2] am Fuß des Fichtelbergs ist mit 914 m ü. NN die höchstgelegene Stadt Deutschlands und der Wintersportort im Erzgebirge, der die meisten Übernachtungen aufzuweisen hat. Die Stadt trägt den Titel Staatlich anerkannter Luftkurort.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Oberwiesenthal liegt im Erzgebirgskreis, an der Grenze zu Tschechien, die bis Bärenstein (10 km nordöstlich) dem Lauf des Pöhlbaches folgt. Höchste Erhebung des Ortes ist der Fichtelberg mit 1215 m ü. NN, der höchste Berg Sachsens.

Bedeutende Berge in der Umgebung von Oberwiesenthal sind:

Klimadiagramm vom Fichtelberg bei Oberwiesenthal


Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Auf tschechischer Seite befindet sich die Gemeinde Loučná pod Klínovcem (Böhmisch Wiesenthal) und weiter westlich Boží Dar (Gottesgab). Angrenzende Gemeinden in Deutschland sind Bärenstein, Crottendorf, Sehmatal, Breitenbrunn/Erzgeb. und Raschau-Markersbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Blick auf Oberwiesenthal mit Fichtelberg von der gegenüberliegenden tschechischen Seite aus (Friedhof bei Háj)
Winterlicher Blick vom Großen Fichtelberg


Oberwiesenthaler Schwibbogen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Neustadt am Wiesenthal wurde 1527 von den Herren von Schönburg als Bergstadt gegründet, da ein Jahr zuvor in der Region Silbererz gefunden wurde. Bereits 1530 erhielt der neue Ort das Stadtrecht; 1559 wurde er wettinisch.

Der Bergbau kam im 19. Jahrhundert endgültig zum Erliegen. An seine Stelle trat nach dem Übergang ins 20. Jahrhundert zunehmend der Tourismus. Allerdings gab es nach dem Zweiten Weltkrieg Versuche der Sowjetunion, im Zechengrund – heute Naturschutzgebiet – nach Uran für die Atomrüstung zu graben. Die Spuren sind bis heute sichtbar.

Am 1. September 1921 wurde Oberwiesenthal mit dem talwärts gelegenen Unterwiesenthal,[4] das 1406 erstmals erwähnt wurde und bereits seit 1510 Stadtrechte besaß, vereinigt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1559 95 besessene Mann
1748 190 besessene Mann
1834 1278
1871 1980
1890 1967
1910 1729
Jahr Einwohnerzahl
1925 2425
1939 2446
1946 2946
1950 4603
1964 2553
1971 2611
Jahr Einwohnerzahl
1990 3920
1998 3381
1999 3273
2000 3163
2001 3069
2002 3015
Jahr Einwohnerzahl
2003 2925
2004 2828
2005 2735
2006 2675
2007 2592
2009 2501
Jahr Einwohnerzahl
2010 2461
2011 2432
2012 2278
2013 2231

Datenquelle bis 1990: Oberwiesenthal im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Stadt

Stadtrat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 64,3 % (2009: 62,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
31,4 %
41,7 %
15,7 %
11,1 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,7 %p
+8,3 %p
+2,2 %p
-1,5 %p
-5,4 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • FDP: 5 Sitze
  • BfW: 2 Sitze
  • Die Alternative (FWO): 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Januar 2002 wurde Heinz-Michael Kirsten (CDU) zum Bürgermeister gewählt. Bereits im Februar 2002 erklärte das Landratsamt Annaberg diese Wahl wegen unzulässiger Wahlwerbung für ungültig. Daraus entwickelte sich ein fünfjähriger Rechtsstreit durch alle Instanzen, der erst 2007 mit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig endete, das das im Februar 2007 vom Oberverwaltungsgericht Bautzen gefällte Urteil, wonach die Bürgermeisterwahl von 2002 ungültig war, bestätigte und für rechtens erklärte. Heinz-Michael Kirsten wurde daraufhin vom Regierungspräsidium beurlaubt. Am 4. November 2007 fand eine Neuwahl statt, bei der kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichte. Im zweiten Wahlgang am 18. November wurde der parteilose Mirko Ernst (jetzt FDP) zum Bürgermeister gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt
Kursächsische Postmeilensäule auf dem Marktplatz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

  • Wiesenthaler K3, Karlsbader Straße 3

Bauwerke[Bearbeiten]

Fichtelbergschanzen

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Den folgenden Personen wurde die Ehrenbürgerschaft von Oberwiesenthal verliehen[6]:

  • 1994: Jens Weißflog (* 1964), Skispringer, dreifacher Olympiasieger
  • 1995: Joachim Kunze (1925–2013), Studienrat und Ortschronist
  • 2002: Ulrich Wehling (* 1952), Nordisch Kombinierer, dreifacher Olympiasieger
  • 2006: Sylke Otto (* 1969), Rennrodlerin, zweimal Olympiasiegerin

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Zusammenhang stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Oberwiesenthal. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 7. Band, Zwickau 1820, S. 693–712.
  • Von Annaberg bis Oberwiesenthal (= Werte der deutschen Heimat. Band 13). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1968.
  •  Joachim Kunze: Geschichten aus der Historie des Wiesenthals – Eine populärwissenschaftliche Chronik Kurort Oberwiesenthals. Stadtverwaltung Kurort Oberwiesenthal, 2002.
  •  Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal: Drei Bergstädte im Erzgebirge – Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, 2010, ISBN 978-3-00-029673-4.
  • Richard Steche: Oberwiesenthal. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 83.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberwiesenthal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oberwiesenthal – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943, Seite 239
  3. Freie Presse, 18. Dezember 2012
  4. Das Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden 1943, Seite 241.
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  6. Ehrenbürger der Stadt Kurort Oberwiesenthal, abgerufen am 28. Februar 2013.