Biene Maja

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Die Biene Maja ist die Hauptfigur in zwei Anfang des 20. Jahrhunderts erschienenen Romanen des deutschen Schriftstellers Waldemar Bonsels (1880–1952) und in einer ab 1975 produzierten österreichisch-japanisch-deutschen Zeichentrickserie sowie deren Adaption als Comicserie ab 1976.

Bücher[Bearbeiten]

Waldemar Bonsels war in den 1920er-Jahren einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. In seinen Büchern Die Biene Maja und ihre Abenteuer (Erstveröffentlichung 1912) und Himmelsvolk (Erstveröffentlichung 1915) verarbeitete er seine Kindheitserlebnisse in der freien Natur rund um den Bredenbeker Teich in Ahrensburg sowie (nach dem Umzug 1910 nach Schleißheim bei München) seine Beobachtungen im Park der Schlossanlage Schleißheim. Mittlerweile wurden diese beiden Werke in über 40 Sprachen übersetzt.

Figuren[Bearbeiten]

Im Buch von 1912 kommen neben namenlosen Tieren (Insekten, Fische u.a.) und weiteren bedeutsamen Figuren (verliebte Menschenkinder, Drohn, Blumenelf, Grashüpfer, Hornissen, Glühkäfer, Ameisen, Wanze, Rotkehlchen, Regenwurm) folgende benannte Figuren vor:

Andere Nennungen bekannter „Biene-Maja“-Figuren, wie der Grashüpfer Flip und der Bienenjunge Willi stammen nicht von Waldemar Bonsels, sondern wurden erst für die Zeichentrickfilmserie entwickelt bzw. benannt (siehe den Abschnitt „Trickfilmserie“).

Film[Bearbeiten]

In den Jahren 1924 und 1925 adaptierte der Biologe und Kulturfilmregisseur Wolfram Junghans das Buch in Gemeinschaft mit Waldemar Bonsels für das Kino. Die Filmhandlung wurde mit lebenden Insekten nachgestellt, was sich in der langen Produktionszeit von fast zwei Jahren niederschlug. Der Stummfilm in sechs Akten wurde 1925 im Dresdner Capitol uraufgeführt und erhielt besonders für seine technische Leistungen gute Kritiken.

Der Film Die Biene Maja und ihre Abenteuer wurde 2006 vom Filmarchiv des Bundesarchivs anhand einer aus Finnland stammenden Filmkopie in Zusammenarbeit mit der Waldemar-Bonsels-Stiftung rekonstruiert und restauriert. 2011 schrieb der österreichische Komponist Florian C. Reithner eine Begleitmusik für diesen Film, der in dieser Vertonung 2012 auf DVD erschienen ist.

Theater[Bearbeiten]

Es gibt diverse Theaterbearbeitungen von Bonsels' Romanen, beispielsweise das Kinderstück „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ von Rainer Lenz und das Musical „Maja und Co.“ von Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik), das 2006 in der Neuköllner Oper in Berlin uraufgeführt wurde.

Trickfilmserie[Bearbeiten]

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Die Trickfilmumsetzung der literarischen Vorlage geht auf die Initiative von Josef Göhlen zurück, dem damaligen Leiter des Kinder- und Jugendprogramms des ZDF, der zuvor schon den Anstoß für die Umsetzung der Serie Wickie und die starken Männer gegeben hatte.

Zusammen mit dem US-Zeichner Marty Murphy, einem Mitarbeiter der Hanna-Barbera-Studios, entwarf Göhlen bereits beim ersten gemeinsamen Treffen in den USA[1] die Figuren und Drehbücher für die erste japanisch-deutsch-österreichische Koproduktion. Die auf Deutsch Die Biene Maja genannte Serie wurde ab 1975 vom japanischen Trickstudio Zuiyo Enterprise (später in Nippon Animation umbenannt) als Anime „Die Abenteuer der Honigbiene Maja“ (jap. みつばちマーヤの冒険, Mitsubachi Māya no Bōken) in zwei Staffeln mit je 52 Episoden produziert. Regisseur war Hiroshi Saitō, der zuvor bei Wickie und die starken Männer und danach bei Pinocchio Regie führte.

Die Sende- und Verwertungsrechte der Serie liegen derzeit bei Studio 100 Media.[2]

Neue Figuren[Bearbeiten]

In der Verfilmung wurden u. a. folgende Figuren bzw. deren Namen neu hinzugefügt:

  • Flip, Grashüpfer
  • Willi, Drohne, bester Freund von Maja
  • Max, Regenwurm
  • Toff & Zürpel, Drohnen und Wächter am Tor des Bienenstocks
  • Paul Emsig, Anton, Nick, Ameisensoldaten
  • Ameisenoberst
  • Bommbus, Hummelkind
  • Alexander, Zwergmaus (ab der zweiten Staffel)

Zeichentechnik[Bearbeiten]

Als Zeichentechnik kam eine zweidimensionale Vollflächentechnik zur Anwendung. Das sonore Fluggeräusch der Bienen stammte von der Tonaufzeichnung eines kleinen Elektromotors.

Für die zeichnerische Darstellung sind die Figuren meist menschenähnlich, mit Nasen, Ohren, nach vorn gerichteten Augen sowie Armen und Beinen und Haaren. Die erwachsenen Bienen tragen zusätzlich eine Art Kragen um den Hals, die Bienenkönigin des Stocks trägt eine Krone und sitzt auf einem Thron. Ferner sammeln die Bienen den Nektar (oft auch als „Honig“ bezeichnet) in kleinen Töpfen, mit denen sie von Blüte zu Blüte fliegen.

Erfolg der Ausstrahlung[Bearbeiten]

Die Erstausstrahlung der ersten Staffel in der Bundesrepublik Deutschland fand vom 9. September 1976 bis September 1977 jeweils donnerstags im ZDF statt, Österreich folgte zehn Tage später.

Biene Maja entwickelte sich rasch zur bis dahin erfolgreichsten Zeichentrickserie im ZDF, bei der Erstausstrahlung sahen im Schnitt drei bis vier Millionen Kinder zwischen drei und 13 Jahren zu. Das von Karel Gott gesungene Titellied erreichte als Polydor-Single Anfang Mai 1977 Platz 1 der NDR-Schlagerparade.[3] Der Abspann war eine Instrumentalfassung des Orchesters James Last, die damals so aber nicht veröffentlicht wurde. Im Jahr nach der Beendigung der ersten Ausstrahlung wurden fast 40.000 Briefe mit Bitte um Wiederholung an das ZDF geschickt, sodass die Serie ab dem 15. Oktober 1978 jeweils sonntags wiederholt wurde und eine zweite Staffel mit 52 Folgen produziert wurde.[4] Das Titellied wurde jedoch nur bei den ersten Folgen von Karel Gott gesungen und später durch eine Uptempo-Version von James Last (nicht identisch mit dessen Abspann-Version) ersetzt, die ein Frauenchor sang. Im Gegensatz zu den Fernsehwiederholungen ersetzte man diese bei der DVD-Veröffentlichung jedoch vor allen Folgen durch die Version von Karel Gott.

Zum 25. Fernsehjubiläum sendete das ZDF am 2. September 2001 die Biene Maja Show live aus der Ferienanlage Land Fleesensee, moderiert von Aleks Bechtel und Gregor Steinbrenner.

Titellied[Bearbeiten]

Das deutsche Titellied, von Karel Gott und seit 2013 von Helene Fischer gesungen, schrieben der Komponist Karel Svoboda und der Texter Florian Cusano.

Synchronsprecher der Originalserie[Bearbeiten]

Auf Deutsch wurde Maja in der Originalserie von der damals elfjährigen Scarlet Cavadenti und Willi vom Synchronautor Eberhard Storeck gesprochen. Die meisten der Sprecher übernahmen im Lauf der Serie mehrere Rollen:[5]

Rolle Japanischer Synchronsprecher (Seiyū) Deutscher Synchronsprecher
Maja Michiko Nomura Scarlet Cavadenti
Willi Masako Nozawa Eberhard Storeck
Flip Ichirou Nagai Manfred Lichtenfeld.
Flips Bruder Flap Manfred Lichtenfeld
Ameisenoberst Berno von Cramm
Tausendfüßler Berno von Cramm
Termitenhauptmann Berno von Cramm
Kassandra Miyoko Asō Lorley Katz
Fräulein Nelly, die Grille Lorley Katz
Spinne Thekla Toshiko Sawada
Terue Nunami
Tilli Breidenbach
Stubenfliege Puck Bruno W. Pantel (Staffel 1)
Harald Baerow (Staffel 2)
Libelle Schnuck Fee von Reichlin
Margit Weinert
Schmetterlinge Fee von Reichlin
Schneckenmutter Alice Franz
Hornissenkönigin Alice Franz
Hummel Gusti Kreissl
Marienkäferfrau Gusti Kreissl
Harald Helga Anders
Kleine Ameise Christa Häussler
Steinfliege Christa Häussler
Anton, die Ameise Christa Häussler
Kurt Michael Rüth
Max Michael Rüth
Wanze Michael Rüth
Wieland, der Borkenkäfer Michael Rüth
Maulwurfsgrille Monika John
Seidenraupe Monika John
Käferfrau Inge Schulz
Iffi Inge Schulz
Ameisenoberst Horst Sommer
Ameisenlöwe Horst Sommer
Fangheuschrecke Horst Sommer
Maus Alexander Kurt Zips
Jimmy, das Glühwürmchen Willy Friedrichs
Alter Mann Willy Friedrichs
Johann, die Pferdefliege Mogens von Gadow
Bienenkönigin Charlotte Kerr
Mutter Marienkäfer Margit Weinert
Moskitoweibchen Margit Weinert
Alois, der Marienkäferpoet Leo Bardischewski
Vater Rotnase Leo Bardischewski
Gustav Wolfgang Hess
Hummelgeneral Wolfgang Hess
Grille Harald Baerow
Wächter Harald Baerow
Käferfrau Doris Jensen
Raupe Doris Jensen
Larve Doris Jensen
Madame Butterfly Hiromi Tsuru Doris Jensen
Weberknecht Ingo Baerow
Schnipp, der Ohrwurm Werner Abrolat
Carlos Werner Abrolat
Dr. Heinrich, die Schnecke Walter Reichelt
Kurt, der Maikäfer Harry Kalenberg

Synchronsprecher der CGI-Serie von 2013[Bearbeiten]

Rolle Deutscher Synchronsprecher
Maja Zalina Sanchez
Willi Gerd Meyer

Comics[Bearbeiten]

Auf der Grundlage der Fernsehserie erschienen beim Bastei Verlag unter dem Titel Die Biene Maja von 1976 bis 1981 eine 163-bändige Comicserie (Zweitauflage ab 1977) sowie von 1977 bis 1979 insgesamt 17 Taschenbücher. Neuauflagen mit reduzierter Folgenzahl erschienen bis 1992. Die Zeichnungen stammten vom Münchner Atelier Roche (aushilfsweise vom spanischen Studio Ortega), wo neue Geschichten und Figuren kreiert und jahrelang Illustrationen für Biene-Maja-Merchandising produziert wurden.

CGI-Serie[Bearbeiten]

Am 29. März 2013 startete im ZDF eine neue, computeranimierte 3D-Serie. Die Figuren unterscheiden sich deutlich von denen der 70er Jahre und wurden wesentlich schlanker gestaltet, um sie den heutigen Sehgewohnheiten anzupassen. Das Titellied wird von Helene Fischer gesungen.[6] Die CGI-Serie läuft auch auf KiKA[7] und im ORF1.[8]

Die 78 je 11 Minuten langen Folgen kosteten insgesamt rund 12 Millionen Euro.[9]

Sonstiges[Bearbeiten]

Eine von Karel Gott und Norbert Dickel 1996 als mögliche Vereinshymne von Borussia Dortmund eingespielte Version der Filmmusik unter dem Titel Schwarzgelb – Wie Biene Maja konnte sich weniger bei den Fans als den Gegnern der Schwarzgelben durchsetzen und wurde unter anderem von Stefan Raab moderiert.[10]

Die Biene Maja und ihre Freunde Flip und Willi kann man täglich im Holiday Park antreffen, um mit ihnen Fotos zu machen. Dazu gibt es seit der Saison 2012 ein parkeigenes Majaland, mit einer Menge an Attraktionen rund um die Biene Maja.

Neue Figuren in der Comic-Reihe[Bearbeiten]

Die Autoren der Comic-Serie haben zahlreiche Charaktere hinzugefügt, u.a.

  • Bienenoberst
  • Toff und Zürpel, Wächter
  • Schimmy, Silberfischchen und Kleinganove

Der Verlag DeVision brachte von September 1998 bis August 1999 weitere Biene-Maja-Hefte heraus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Adam: Biene Maja, Heidi, Lederstrumpf. Kleiner Ausflug zum Kinder- und Jugendbuch. In: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Galiani, Berlin 2010, ISBN 978-3-86971-027-3, S. 216–222.
  • Waldemar Bonsels; Waltraut Frick, Ottmar Frick (Illustratoren): Die Biene Maja und ihre Abenteuer. Originalgetreue Neuauflage. DVA, München 2007, ISBN 978-3-421-04320-7.
  • Harald Weiß: Der Flug der Biene Maja durch die Welt der Medien. Buch Film, Hörspiel und Zeichentrickserie. Harrassowitz, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-447-06572-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Bücher:

Zeichentrickserie:

Allgemein:

Film

Quellen[Bearbeiten]

  1. Nich' so schnell, kleine Biene, taz vom 1. September 2001, S. 16.
  2. Studio 100 erwirbt umfangreiche Biene-Maja-Rechte mediabiz.de, 27. Juli 2009
  3. Harald R. Fabian: Summ, summ, summ – wie aus der kleinen Biene Maja ein großer Star wurde. Funk Uhr 25/1977, S. 14–15.
  4. Warum Biene Maja wieder summt. Funk Uhr 41/1978, S. 7.
  5. Die Biene Maja. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 2. Oktober 2012.
  6. Helene Fischer singt fürs ZDF den Titelsong zu Biene Maja 19. Februar 2013, 17:38 Uhr, WAZ
  7. http://www.kika.de/scripts/fernsehen/a_z/index.cfm?b=b&a=2&i=1818
  8. [1]
  9.  Hans-Peter Siebenhaar: Schlanke Biene. In: Handelsblatt. Nr. 68, 9. April 2013, ISSN 0017-7296, S. 24.
  10. Stimmen Sie ab! Welche BVB-Hymne ist die beste? Von Anne-Kathrin Neumann, 13. Mai 2011, Dorstener Zeitung