Bilal Philips

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Bilal Philips
Bilal Philips (Mitte) und Pierre Vogel (rechts) als Redner bei einer Kundgebung in Frankfurt/M. (April 2011)

Abu Ameenah Bilal Philips (* 1947 in Jamaika als Dennis Bradley Philips) ist ein islamistischer Prediger und Autor. Philips gilt als radikaler Hassprediger[1] und homophob[2].

Ausbildung[Bearbeiten]

Bilal Philips wuchs in Kanada auf und konvertierte 1972 zum Islam. Er betätigt sich als Fernsehprediger für islamische Religion und verwendet dabei Medienkanäle, die hauptsächlich evangelikale Prediger für die Missionierung nutzten.

Die amerikanische Vereinigung von Muslimen Islam tomorrow verbreitet eine Biographie[3] von Bilal Philips, nach der Philips ein Diplom für Arabisch sowie einen Bachelor of Arts des College of Islamic Disciplines (Usul ad-Deen) an der Islamischen Universität von Medina im Jahr 1979 erwarb.

Nach der Islam-Tomorrow-Biographie hat Bilal Philips an der Universität von Riad, am College of Education mit einem Master für Islamische Theologie im Jahr 1985 abgeschlossen. 1994 erwarb Bilal Philips nach dieser Biographie einen Ph.D.[3] an der University of Wales im Fach Islamische Theologie.[3]

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Er unterrichtete zehn Jahre lang „Islamische Erziehung“, u. a. an der Manaret Riyadh High School[4] und Arabisch an privaten Schulen in Riad und drei Jahre an der „Shariff Kabunsuan Islamic University“ in der Stadt Cotabato auf Mindanao (Philippinen).[3]

1993, während des zweiten Golfkriegs arbeitete Philips an einem Projekt, welches helfen sollte, US-amerikanische Soldaten zur Konversion zum Islam zu bewegen.[4] Zu Untersuchungen des FBI führte ein Aufruf von Bilal Philips, der Konvertiten in den 1990er Jahren aufforderte, im Bosnienkrieg zu kämpfen.[4]

1994 gründete und leitete Bilal Philips das Islamic Information Center in Dubai, welches sich mit der multimedialen Verbreitung der islamischen Religion beschäftigt.[3] Er gründete ebenfalls die Islamische Online Universität, die einen E-Learning-Studiengang in Zusammenarbeit mit der Om Durman Universität für Islam[5] in Omdurman (Sudan) anbietet, welcher mit einem Bachelor of Arts in Islamic Studies (BAIS)[6] abgeschlossen werden kann.

Laut Kurzbiographie im Vorwort eines seiner vom Kooperativen Büro für islamische Missionsarbeit unter Ausländern in Rauda (Saudi-Arabien) elektronisch in Auszügen verbreiteten Bücher[7] ist Bilal Philips 2007 auch als Professor an der Amerikanischen Universität in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig, die es unter diesem Namen jedoch nicht gibt, eventuell an der Amerikanischen Universität in Dubai (AUD) in Dubai oder der Amerikanischen Interkontinentalen Universität (AIU) in Dubai.

In Mumbai (ehemals Bombay, Indien) hält Bilal Philips regelmäßig Vorträge[8] für die Islamic Research Foundation. Diese verbreitet auch Videoaufzeichnungen von Philips Vorträgen.[9]

Positionen[Bearbeiten]

Zu seinen Schülern zählt der, zu lebenslanger Haftstrafe verurteilte, Terrorist Ali Al-Timimi, der an Bilal Philips Seminaren in Saudi-Arabien teilgenommen haben soll[4][10] und von diesem 2004 in einem Brief eine Empfehlung für seine finanzielle, moralische und politische Unterstützung erhielt.[4] Zu den Positionen Al-Timimis gehört, dass Schiiten – zumindest in islamischen Staaten –, da sie keine Sunniten sind, umgebracht werden sollten (Zitat: lopped off, cut their necks).[4]

Nach Behauptungen, die von Channel 4 in Großbritannien ausgestrahlt wurden, Bilal Philips vertrete eine radikal-wahabitische Richtung des Islams, verweist Philips in einem seiner zahlreichen YouTube-Videos auf seine Ausbildung in Wales in Großbritannien.[11] Im gleichen Video nimmt er – mit Hinblick auf den Religionsstifter – zur Frage der Abgrenzung der Heirat von Adoleszenten, Sex bei Minderjährigen und Pädophilie sowie Gültigkeit von Rechtsprinzipien aus territorial-legislativer Perspektive Stellung.[11] Zur Frage der Trinität in christlichen Religionen bezieht Bilal Philips dagegen Stellung mit einer ihn kennzeichnenden, karikierend-vereinfachenden Prediger-Rhetorik.[12]

Kritik und Einreisesperren[Bearbeiten]

Bilal Philips darf gegenwärtig (2009) nicht in die USA reisen.[3] In Deutschland wird er als Hassprediger kritisiert[2], weil er Homosexualität und Transgender als korrupte Aktivitäten bezeichnet, die – so Bilal Philips – die Familien bedrohten und für die er die Todesstrafe fordert.[13] Laut LSVD soll Philips auch wiederholt zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen haben.[2][14] Nach angekündigten Protesten des LSVD sagte er einen Auftritt in der Berliner Al-Nur-Moschee aus Termingründen ab.[2] Volker Beck forderte in einer parlamentarischen Frage an die Bundesregierung, ihn für die Einreise in den Schengenraum zu sperren.[15][16] Der schwule Nachrichtenticker Queer berichtet[17], dass 2007 für Bilal Philips auch ein Einreiseverbot nach Australien galt, da er von der dortigen Regierung als Nationales Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. Bilal Philips erhielt kein australisches Visum, als er in Melbourne als Redner auf einer islamischen Konferenz auftreten wollte.[17] Eine Sprecherin des Senats von Berlin sagte im Juni 2009, dass er nach ihren Informationen nicht nach Deutschland käme.[18] Im April 2011 trat er aber in Frankfurt am Main als Redner zusammen mit Pierre Vogel auf einer Demonstration auf. Das Bundesinnenministerium hatte zuvor keine Erkenntnisse über seine Einreise. Bilal Philips wurde von der Frankfurter Ausländerbehörde nach der Kundgebung ausgewiesen und erhielt die Auflage, Deutschland innerhalb von drei Tagen zu verlassen, was er auch tat.[19][20]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Funeral Rites
  • The Fundamentals of Tawheed (Islamic Monotheism)
  • Purpose of Life
  • Tafsir: Surah Buruj

sowie als Ko-Autor in zahlreichen anderen Büchern und Broschüren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/video/video-1007150.html
  2. a b c d Der Tagesspiegel, Frank Jansen, 11. Juni 2009: Homophobie. Hassprediger kommt doch nicht
  3. a b c d e f islamtomorrow.com, islamevents.com: Dr. Bilal Philips, Biographie, heruntergeladen am 11. Juni 2009 (englisch)
  4. a b c d e f Testimony of Steven Emerson. Before the United States House Committee: The Homeland Security Implications of Radicalization (PDF; 184 kB), Seite 12 f.
  5. Website der Om Durman Universität für Islam
  6. Islamic Online University: Bachelor of Arts in Islamic Studies (BAIS)
  7. Bilal Philips: Die Kategorien des Islamischen Monotheismus (Tauhid), deutsche Übersetzung des Buches Fundamentals of Tauhid durch Farouk Abu Anas
  8. YouTube: Selbstdarstellung der Islamic Research Foundation
  9. Google-Video: Vortrag Bilal Philips: Muslime in einer nichtmuslimischen Gesellschaft (englisch)
  10. Steven Emerson: Individual Terrorist: Ali Al-Timimi, Kurzbiographie
  11. a b Bilal Philips: Bilal Philips responds to 'Dispatches – Undercover Mosques' (englisch)
  12. Bilal Philips: Christianity – A Divine Mystery? DAS CHRISTENTUM – Ein göttliches Mysterium? (englisch mit deutschen Untertiteln)
  13. Bilal Philips: Homosexuality - Contemporary Issues, Predigt und persönliche Meinung von Philips zum Thema Homosexualität, ab 16:00 Min. (englisch)
  14. Lesben- und Schwulenverband Deutschland, Pressemitteilung: Auftritt des Hass-Predigers verbieten. Proteste gegen Bilal Philips
  15. Volker Beck, 12. Juni 2009: Warum wurde die Einreise von Imam Bilal Philips nach Deutschland nicht verhindert?, Mündliche Fragen für die Fragestunde des Deutschen Bundestags in der 226. Sitzung am Mittwoch, den 17. Juni 2009
  16. Queer.de:Hass-Prediger: Volker Beck schaltet Bundesregierung ein
  17. a b Queer.de: Hass-Prediger auf Deutschlandtour
  18. BZ: Imam-Auftritt abgesagt, 12. Juni 2009
  19. Welt online: Islamistischer Prediger aus Deutschland ausgereist
  20. Fr online am 20. April 2011: Islam-Demo am Rossmarkt. Die radikal-islamistischen Prediger Abu Ameena Bilal Philips und Pierre Vogel sind am Mittwochabend nun doch in der Frankfurter Innenstadt aufgetreten. Abgerufen am 20. April 2011.