Blindmulle

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Blindmulle
Systematik
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Spalacidae
Unterfamilie: Blindmulle
Tribus: Myospalacini
Gattung: Blindmulle
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Myospalacinae
Lilljeborg, 1866
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Myospalax
Laxmann, 1769

Blindmulle (Myospalax), auch Asiatische Maulwurfsratten oder Zokors, sind die einzige Gattung der Unterfamilie Myospalacinae. Sie sind Nagetiere und gehören zu den Mäuseartigen.

Ihr geographisches Verbreitungsgebiet reicht von Zentralrussland über Ostsibirien bis in die Mandschurei. Sie bevorzugen höher gelegene Wald- und Ackerbaugebiete.

Merkmale[Bearbeiten]

Blindmulle leben in Gängen und Höhlen, die sie, ähnlich wie Maulwürfe, unterirdisch graben. Diese Baue befinden sich bis zu zwei Meter unter der Erde und können Ausmaße von nahezu einhundert Metern erreichen. Blindmulle ernähren sich von Wurzeln, Knollen und Getreideähren, die sie nach unten in ihre Baue ziehen, wo das Futter auch gelagert werden kann. Diese Lebensweise macht sie zu Ernteschädlingen.

Die Kopfrumpflänge beträgt zwischen 16 und 27 cm, hinzu kommen 3 bis 9 cm Schwanz. Blindmulle wiegen 150 bis 550 Gramm. Im Frühjahr (März und April) bringen die Weibchen vier bis sechs Jungtiere zur Welt.

Blindmulle haben graues, graubraunes oder rötlich-gelbes Fell, das am Rücken deutlich kräftiger als an der Unterseite gefärbt ist. Anders als ihr Name glauben macht, sind Blindmulle nicht blind, allerdings sind ihre Augen fast vollständig im Fell verborgen.

Es sind sieben Arten innerhalb der Gattung bekannt.

Systematik[Bearbeiten]

Blindmulle werden als Unterfamilie der Spalacidae angesehen. Gelegentlich findet man sie auch als Tribus innerhalb der Wühlmäuse angesiedelt, doch den Analysen von Lawrence 1991 zufolge sind sie ein eigenständiges Taxon an der Basis der Mäuseartigen, das seine wenigen Ähnlichkeiten zu Wühlmäusen in konvergenter Evolution erworben habe. Als nähere Verwandte werden die Wurzelratten diskutiert.

Untergattung Myospalax

Untergattung Eospalax

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Marie A. Lawrence: A fossil Myospalax cranium (Rodentia: Muridae) from Shanxi, China, with observations on zokor relationships. In: Thomas A. Griffiths, David Klingener (Hrsg.): Contributions to Mammalogy. In Honor of Karl F. Koopman (= Bulletin of the American Museum of Natural History. Nr. 206, ISSN 0003-0090). American Museum of Natural History, New York NY 1991, S. 261–286.