Brasilianischer Pfefferbaum

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Brasilianischer Pfefferbaum
Brasilianischer Pfefferbaum (S. terebinthifolius)

Brasilianischer Pfefferbaum (S. terebinthifolius)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Gattung: Pfefferbäume (Schinus)
Art: Brasilianischer Pfefferbaum
Wissenschaftlicher Name
Schinus terebinthifolius
Raddi
Blütenstände
Blätter

Der Brasilianische Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius), auch Weihnachtsbeere genannt, gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Brasilianische Pfefferbaum wird bis zu 9 m hoch und hat eine rundliche Krone mit grünlich-bronzefarbenen, gefiederten Blättern. Die winzigen, gelblich-weißen Blüten sind in Rispen angeordnet und werden im Sommer gebildet. Aus ihnen entwickeln sich später kleine grüne Beeren, die sich während der Reife zu den auffälligen, roten, lange haltbaren Früchte entwickeln und in dichten Rispen beisammenstehen. Das glänzende Laub verströmt einen pfeffrigen Geruch, wenn man es reibt oder bricht.

Pharmakologie[Bearbeiten]

Schinus terebinthifolius enthält 3,3 bis 5,2 % ätherisches Öl. Dieses besteht vor allem aus den Monoterpenen α- und β-Phellandren, Limonen, p-Cymol, Silvestren, Myrcen, α-Pinen, trans-Terpin, Perillaaldehyd, 3-Caren und Carvacrol. Außerdem enthalten die Früchte Cardanole, ihre Konzentration schwankt zwischen 0,03 % (in Réunion) und 0,05 % (in Florida). Einige Zeit nach dem Verzehr können Schleimhautreizungen auftreten. Hauttests mit Cardanol erwiesen starke hautreizende Wirkung mit langer Latenzzeit. Vermutlich können von den Früchten ausgehende Dämpfe Kopfschmerzen, Schwellungen der Augenlider und Atmungsdepressionen hervorrufen. Obwohl nach Schwenker & Skopp nach Selbstversuchen und Verwendung als Gewürz keine Reizwirkung von der Pflanze ausging, sollte sie als giftig betrachtet werden.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Früchte dieser brasilianischen Gewürzpflanze werden unter der Bezeichnung „Rosa Pfeffer“, „Rosé Pfeffer“ oder „Rosa Beeren“ als Gewürz verwendet, sie sind jedoch kein echter Pfeffer, sondern werden buntem Pfeffer (schwarz, weiß und grün) aus optischen Gründen anstelle des verderblichen roten Pfeffers beigemischt. Sie sind von mild aromatischem Geschmack. Die Früchte werden gerne als Weihnachtsschmuck verwendet, darauf beruht auch der Zweitname „Weihnachtsbeere“.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Brasilianische Pfefferbaum ist in Mittel- und Südamerika beheimatet. In den USA ist die 1840 als Zierpflanze nach Florida importierte Art heute unerwünscht, da sie verwildert und natürliche Biotope überwuchert. Große Gebiete der Everglades sind heute reine Pfefferbaum-Bestände und es wird mit Millionen Dollar Einsatz versucht, Bereiche wieder von dieser Pflanze zu befreien. Der Besitz oder die Pflanzung ist in Florida strafbar. Die Bäume sind frostempfindlich und benötigen eine Mindesttemperatur von 5 °C.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Auflage, NIKOL Verlag. ISBN 3868200096.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brasilianischer Pfefferbaum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien