Braunsdorf (Wilsdruff)

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51.01611111111113.571111111111316Koordinaten: 51° 0′ 58″ N, 13° 34′ 16″ O

Braunsdorf
Stadt Wilsdruff
Ehemaliges Gemeindewappen von Braunsdorf
Höhe: 316 m
Einwohner: 650 (1999)
Eingemeindung: 1. März 1994
Eingemeindet nach: Kesselsdorf
Postleitzahl: 01737
Vorwahl: 035203
Karte

Lage von Braunsdorf in Wilsdruff

Braunsdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Wilsdruff im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Geographie[Bearbeiten]

Der Stadtteil Braunsdorf befindet sich im Südosten des Wilsdruffer Stadtgebietes und ist die flächenmäßig kleinste Gemarkung der Stadt. Braunsdorf grenzt im Uhrzeigersinn an die Gemarkungen Kesselsdorf, Oberhermsdorf, Kleinopitz, Fördergersdorf und Grumbach. Bis auf Fördergersdorf sind alle umliegenden Orte Stadtteile von Wilsdruff. Durch Braunsdorf verläuft die Verbindungsstraße von Oberhermsdorf nach Grumbach, eine weitere Straße führt nach Kesselsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Braunsdorf auf einer Karte des 18. Jahrhunderts

Braunsdorf gründete 1210 der 1206 erstmals genannte Hermannus de Worganewiz im Auftrag des Meißner Bischofs Bruno II. von Porstendorf, nach dem der Ort als Brunos Dorf auch benannt ist. 1411 wurde Braunsdorf als Brunstorff erstmals in einer Urkunde des Landgrafs Friedrich von Thüringen erwähnt. 1461 war Braunsdorf unter Brawendorff bekannt, ab 1466 als Brunsdorff. Im Jahr 1533 als Breunsdorff beschrieben, 1538 als Brainsdorff und ab 1551 als Braunsdorff, heißt der Ort seit 1875 Braunsdorf bei Tharandt.[1]

Südwestlich von Braunsdorf wurde von 1620 bis 1964 dolomitischer Kalkstein abgebaut. Während des Betriebs gab es 1869 einen Tagesbruch mit Todesopfern. 32 Jahre nach der Stilllegung des Kalkwerkes kam es 1996 zu einem weiteren größeren Vorfall. Der Einsturztrichter erreichte dabei im Durchmesser bis zu 40 Meter.[2][3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Braunsdorf wurden am 1. Januar 1973 die bis dahin eigenständigen Gemeinden Oberhermsdorf und Kleinopitz angegliedert und somit eine neue Gemeinde Braunsdorf gegründet.[4] Am 1. März 1994 wurde Braunsdorf nach Kesselsdorf eingemeindet.[4] Kesselsdorf wiederum wurde am 1. August 2001 mit Wilsdruff vereinigt,[5] wobei Braunsdorf, Oberhermsdorf und Kleinopitz wieder von Kesselsdorf losgelöst wurden und als drei eigenständige Ortsteile zu Wilsdruff hinzugefügt wurden.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Da Braunsdorf von 1973 bis 1994 mit den Gemeinden Oberhermsdorf und Kleinopitz vereinigt war, sind die Bevölkerungszahlen in diesem Zeitraum entsprechend höher.

 Bevölkerung als eigenständige Gemeinde[1]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1834 531 1910 821 1946 859
1871 651 1925 800 1950 878
1890 742 1939 787 1964 830
Bevölkerung mit Oberhermsdorf und Kleinopitz
1990 1501
Bevölkerung als Ortsteil Kesselsdorfs[2]
1999  650

Kultur[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Braunsdorf selber besitzt keine eigene Kirche, das nächstgelegene Gotteshaus ist die evangelische St. Katharinenkirche in Kesselsdorf.

Bildung[Bearbeiten]

In Braunsdorf gibt es eine Kindertagesstätte. Zwischen 1802 bis 1976 existierte eine Schule im Ort.[2] Heute befindet sich eine evangelische Grundschule im Nachbarort Grumbach, die nächste reguläre Grundschule ist in Oberhermsdorf. Danach besteht für Schüler die Möglichkeit, eine Mittelschule in Wilsdruff, ein staatliches Gymnasium in Freital oder ein evangelisches in Tharandt zu besuchen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Braunsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. a b c Ortsteil Braunsdorf. In: Ortschaften. Stadt Wilsdruff, abgerufen am 4. Juni 2011.
  3. Ines Klein: Erdrutsch bei Braunsdorf. In: Sächsische Zeitung. DD+V, 23. Mai 2011, abgerufen am 4. Juni 2011.
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN ISBN 3-8246-0321-7.
  5. Namens- und Grenzänderungen der Gemeinden. In: Gemeindeverzeichnis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 4. Juni 2011 (Excel-Dateien, siehe 2001).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. In: Neues Archiv für sächsische Geschichte. 80. Band, Verlagsdruckerei Schmidt, 2009, ISBN 978-3-87707-769-6, S. 1–38.
  • Cornelius Gurlitt: Braunsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 2.

Weblinks[Bearbeiten]