Meißen

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Meißen; zu anderen Bedeutungen siehe Meißen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meißen
Meißen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meißen hervorgehoben
51.16361111111113.4775106Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 30,9 km²
Einwohner: 27.098 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 877 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01662, 01665 (Proschwitz, Rottewitz, Winkwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 03521
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIE
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 140
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
01662 Meißen
Webpräsenz: www.stadt-meissen.de
Oberbürgermeister: Olaf Raschke (parteilos)
Blick auf Meißen mit Burgberg, Dom und Albrechtsburg vom rechten Elbufer aus

Meißen (obersorbisch Mišno, lateinisch Misena), benannt nach dem Bächlein Meisa, ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen, hat knapp 28.000 Einwohner und trägt den Status Große Kreisstadt.

International berühmt ist die Stadt Meißen für die Herstellung des Meissener Porzellans, das als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hergestellt wird. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Meißen – 25 km nordwestlich von Dresden, 75 km östlich von Leipzig und 30 km nördlich von Freiberg – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Südöstlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m ü. NN. Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nordwestlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Käbschütztal Diera-Zehren Niederau
Käbschütztal Nachbargemeinden Weinböhla
Klipphausen Klipphausen Coswig

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Meißen im Jahr 1650
5 RM-Gedenkmünze auf die Jahrtausendfeier von Burg und Stadt Meißen. Münzbild links nach Vorbild des städtischen Siegels von 1352, Münzstätte Muldenhütten
Meissener Porzellan auf DDR-Briefmarken

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I., dem Burgenbauer, gegründeten Burg „Misnia“ entwickelte sich Meißen von der anfänglichen Marktsiedlung Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt, deren Stadtrechte für das Jahr 1332 urkundlich bezeugt sind. Wegen der hier residierenden Bischöfe (Bistum Meißen, gegründet 968) ist die Stadt für die kulturelle Entwicklung Sachsens von herausragender Bedeutung gewesen.

Im Zuge der erst 1539 in Meißen eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, die durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, die neue Impulse setzte.

Ansicht um 1850

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, die beiden markanten Domtürme wurden erst 1909 fertiggestellt, nachdem die Westfront mit ihren beiden ab 1315 gebauten Türmen bereits 1547 durch Blitzschlag zerstört worden war. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg als erstes deutsches Schloss errichtet. Zunächst als Residenz der beiden regierenden Fürsten vorgesehen, kam es jedoch nie zu einer solchen Nutzung, sondern sie stand leer. Von 1710 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Albrechtsburg als Sitz der Meißner Porzellanmanufaktur.

In Meißen wurden 1540-1696 Hexenverfolgungen durchgeführt: Elf Personen gerieten in Hexenprozesse, 1620 wurde eine Frau verbrannt.[2]

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Meißen politische Gegner des NS-Regimes verfolgt. So wurde der sozialdemokratische Arbeiter Max Dietel als Widerstandskämpfer 1943 in Görden ermordet. Die in der Stadt lebenden jüdischen Familien wurden aus dem Land getrieben oder in Vernichtungslager deportiert. Zu ihnen gehörte das Ehepaar Alex und Else Loewenthal, die in der Elbstraße 8 ein Kaufhaus betrieben und 1942 ermordet wurden. Ihre überlebenden Kinder haben 1968 eine Gedenktafel für die Eltern anbringen lassen.[3] Der damalige Superintendent von Meißen, Herbert Böhme, der verhindern wollte, dass Meißen in den letzten Kriegstagen zur Festung erklärt wird und mit allen Mitteln verteidigt, wurde für seinen mutigen Einspruch bei Gauleiter Mutschmann und dem damaligen Bürgermeister zum Tode verurteilt. Es gelang ihm aber zu Kriegsende mit dem Einmarsch der Roten Armee am 7. Mai 1945, aus seiner Todeszelle im Landgericht in Dresden befreit zu werden.[4][5]

Während des Zweiten Weltkriegs blieb Meißen von größeren Zerstörungen bewahrt.

Für das 2. Parlament der Freien Deutschen Jugend (FDJ) 1947 wurde ein Zeltlager der Kinderlandbewegung an der "Rehbockschänke" errichtet.[6]

Zu Zeiten der DDR lag angesichts der stetig steigenden Bevölkerungszahl der Schwerpunkt der Bautätigkeit auf der Schaffung neuer Wohnungen vor allem in den Außenbezirken. Im Gegenzug verfiel zunehmend die historische Innenstadt. Am 3. Oktober 1990 gründete sich in der Albrechtsburg der Freistaat Sachsen neu. Nach der Wiedervereinigung wurde besonders das Stadtzentrum umfassend saniert.

Teile der historischen Innenstadt wurden im August 2002 durch Hochwasser schwer beschädigt. In der Nacht zum 13. August setzte das Triebisch-Hochwasser das Triebischtal und die Altstadt unter Wasser und vier Tage später erreichte der Pegel des Elbhochwassers seinen höchsten Stand, sodass Altstadt und weitere Stadtteile teilweise bis zu 3 Meter in den Fluten versanken. In Dresden lag der Pegel mit 9,40 Meter fast 8 Meter über dem Normalpegel dieser Jahreszeit. Unter anderem Kino, Theater, Heinrichsbrunnen und weitere Sehenswürdigkeiten Meißens standen zeitweilig unter Wasser. Der erhöht liegende Marktplatz mit der Frauenkirche und dem Rathaus blieb hingegen verschont.

Im Juni 2013 wurde Meißen erneut von einem Hochwasser getroffen. Am 6. Juni wurde in Dresden ein Pegelwert von 8,76 m gemessen, 64 cm unter dem Wert von 2002. Teile der Meißner Altstadt wurden wieder überflutet, darunter das Theater, das Kino, der Heinrichsplatz, die Neugasse, die Gerbergasse, der Neumarkt und das Buschbad, da das Hochwasser die neu erbauten Flutmauern am Elbufer überschritt.

Panoramablick von der Albrechtsburg Meißen über die historische Altstadt in Richtung Elbe

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bohnitzsch (mit Nassau) 1. April 1914
Cölln 1. Januar 1901
Dobritz (mit Buschbad) 1. Juli 1950
Fischergasse 1. April 1921  Zusammenschluss mit Hintermauer, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Hintermauer 1. April 1921  Zusammenschluss mit Fischergasse, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Klosterhäuser 1. April 1937
Korbitz 1. April 1923
Lercha 1. April 1928
Meisatal 1. August 1928
Neudörfchen 1. Januar 1914
Niederfähre 1. Januar 1887  Zusammenschluss mit Vorbrücke zu Niederfähre-Vorbrücke
Niederfähre-Vorbrücke 1. Januar 1890  Eingemeindung nach Cölln
Niedermeisa 1. April 1921  Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Obermeisa zu Meisatal
Niederspaar 1. Januar 1908
Obermeisa 1. April 1921  Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Niedermeisa zu Meisatal
Oberspaar 1. Januar 1912
Proschwitz 1. Oktober 1939  Eingemeindung nach Winkwitz
Siebeneichen 1973 umgemeindung von Bockwen
Vorbrücke 1. Januar 1887  Zusammenschluss mit Niederfähre zu Niederfähre-Vorbrücke
Winkwitz 1. Januar 1994
Zaschendorf 1. Januar 1912

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 2002

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1834:

1834 bis 1960
  • 1834: 07.738
  • 1875: 13.002
  • 1880: 14.166
  • 1885: 15.474
  • 1933: 46.992
  • 1939: 48.342
  • 1946: 48.348 1)
  • 1950: 49.455 2)
  • 1960: 48.289
1970 bis 2001
  • 1970: 45.175
  • 1981: 39.276
  • 1984: 38.214
  • 1995: 32.200
  • 1997: 30.486
  • 1998: 30.038
  • 1999: 29.604
  • 2000: 29.398
  • 2001: 28.982
2002 bis 2010
  • 2002: 28.780
  • 2003: 28.640
  • 2004: 28.543
  • 2005: 28.435
  • 2006: 28.081 3)
  • 2007: 27.856
  • 2008: 27.736
  • 2009: 27.693
  • 2010: 27.545
2011 bis 2012
  • 2011: 27.112
  • 2012: 27.098

Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens
1) 29. Oktober
2) 31. August
3) 30. November

Dialekt und Sprachgebrauch[Bearbeiten]

In Meißen wird eine spezielle Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, einer der fünf meißnischen Dialekte.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 40,4 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 25,9 % 7
U.L.M1 21,0 % 6
Linke 20,6 % 6
FDP 9,4 % 2
FBBM2 9,0 % 2
SPD 7,3 % 2
NPD 4,1 % 1

1 Unabhängige Liste Meißen
2 Freie Bürger-Bewegung Meißen

Wappen[Bearbeiten]

Großes Wappen der Stadt Meißen

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Meißen zeigt im Wappenschild in Gold rechts einen über Eck stehenden gezinnten, vierfenstrigen und mit Tor versehenen roten Turm mit Spitzdach und Knauf, links einen nach rechts hingewendeten rotbewehrten schwarzen Löwen mit rotausschlagender Zunge, welcher den Turm mit seinen Vorderpranken berührt. Im Oberwappen einen Stechhelm mit silber-roter Helmdecke und den Rumpf eines bärtigen Mannes mit spitziger, pfauenfedernbesteckter Mütze.

Die Verwaltung der Stadt Meißen verwendet für ihre Zwecke ein vereinfachtes Wappen, das nur den Wappenschild enthält (siehe Wappen oben).

Der sogenannte Meißner Löwe ist der Löwe der einstigen Markgrafen von Meißen, welche die Stadt seit vielen Jahrhunderten regierten und durch das im 12. Jahrhundert verliehene Stadtrecht verwendeten. Der rote Turm symbolisiert vermutlich die durch Mauer und Türme verteidigungsfähige Stadt. Das älteste Siegel der Stadt zeigt einen wehrfähigen, Schwert tragenden Bürger, der die Wappen der Mark- und Burggrafen von Meißen trägt. Er steht vor einer symbolisierten Kathedralfassade. So sind die drei Grundherrschaften der Stadt, zu denen auch der Bischof von Meißen zählt, vergegenwärtigt. Das obige kleine Wappen erscheint zunächst in Siegeln des frühen 16. Jahrhunderts und hat sich seither kaum verändert.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Meißen ist mit insgesamt sechs Städten weltweit verbunden. Diese sind

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Ehrenmal auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch.
  • Denkmal von 1958 von dem Bildhauer Werner Hempel an der Kerstingstraße/Käthe-Kollwitz-Park zur Erinnerung an 26 Meißener Bürger, die in der NS-Diktatur aus unterschiedlichen Gründen verfolgt und ermordet wurden, sowie an 224 Personen aus mehreren Ländern, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Ehrenmal und Grabstätten auf dem Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie weitere Kriegsgräber von gefallenen deutschen Soldaten[8]
  • Ehrenmal auf der Südseite des Neuen Johannesfriedhofs in Meißen-Zaschendorf für 63 umgekommene Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen und Italien
  • Gedenkstein an der Nikolaikirche Hirschbergstraße/Ecke Neumarkt für alle Opfer von Diktatur und Gewalt. Den Opfern des Zweiten Weltkrieges ist auch ein Altartuch dieser Kirche gewidmet, angefertigt von Klaus Urbach
  • Plastik im Verwaltungsgebäude der Meißen Keramik GmbH, das zu DDR-Zeiten seinen Namen trug, zur Erinnerung an den ermordeten Widerstandskämpfer Max Dietel

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Blick vom Aussichtspunkt Juchhöh im Spaargebirge auf Meißen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Frühjahr gibt es einen Töpfer- und Grafikermarkt sowie das Literaturfest. Vor Beginn der Sommerferien laden die Kultureinrichtungen zur „Langen Nacht“.

Seit dem Jahr 2009 findet jährlich im August der Meißner City Downhill statt, bei dem eine wachsende Zahl überregionaler Radsportler teilnimmt.

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, welches einem Stadtfest gleicht und seinen Höhepunkt im Umzug am Sonntag findet.

Mit Beginn der Adventszeit öffnet die Meißner Weihnacht ihre Tore und lädt bis zum 24. Dezember mit einem breiten Kulturangebot und einem Weihnachtsmarkt Groß und Klein ein. Gleichzeitig verwandeln sich die 24 Fenster des Meißner Rathauses in Adventskalendertürchen. Verbunden damit ist eine Tombola für gemeinnützige Zwecke.

Für Motorsport-Freunde gibt es jährlich Motorrad-Speedwayrennen im Speedway-Stadion des MC Meissen.

Tierpark[Bearbeiten]

Am Fuße von Schloss Siebeneichen befindet sich der Heimattierpark Siebeneichen. Der Bergtierpark beherbergt über 400 Tiere in 85 verschiedenen Arten. Gehalten werden viele Haus- und Heimtierarten, aber auch ungewöhnlichere Tiere wie Polarfüchse und verschiedene Streifenhörnchen.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: Dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen im trunkenen Zustand unmöglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich noch einige ältere Apfelsorten, wie der Borsdorfer Apfel, finden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, die handgefertigtes und kostbares Meißener Porzellan herstellt. Es erzielt traditionell hohe Marktpreise.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen Hauptbahnhof, Meißen Altstadt und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdner S-Bahn-Linie S1, welche die Relation Meißen-Triebischtal–DresdenSchöna bedient. In Gegenrichtung bestehen Direktverbindungen nach Leipzig über Döbeln. Bis 1966 bestanden Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschiffahrtsgesellschaft unter anderem mit Dresden verbunden. Die B 6 und B 101 führen durch Meißen.

1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 1936 Personen und bis 1967 auch Güter beförderte. Heute wird der regionale Busverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, sie ist Teil des Verkehrsverbunds Oberelbe.

Durch die Stadt verläuft an beiden Elbufern der Elberadweg.

Brücken und Tunnel[Bearbeiten]

Altstadtbrücke (Vordergrund) und Eisenbahnbrücke (Hintergrund)

In Meißen gibt es drei Elbquerungen. Das sind eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, erbaut 1866, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101). Seit 2007 führt die B 101 nach Nossen durch den 720 Meter langen Schottenbergtunnel, der sich direkt an die Elbtalbrücke anschließt.

Die Altstadtbrücke hatte bis 1866 hölzerne Bogen. Im Juni desselben Jahres wurde sie wegen des Einmarsches der Preußen von der sächsischen Armee gesprengt (Deutscher Krieg). Bei der Wiederherstellung verwendete man eiserne Joche.

Medien[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Fahrzeuge der Feuerwehr Meißen

Die Feuerwehr Meißen ist eine Freiwillige Feuerwehr und wurde 1841 auf eine entsprechende Anwerbung von Personal durch den Stadtrat Meißens gegründet. Als im Juli 1841 die erste Mannschaft verpflichtet wurde, war diese bereits 132 Mann stark.[9] Zuvor bestand in Meißen bereits seit dem Mittelalter ein organisiertes Löschwesen. So wurden bereits im Hochmittelalter Mannschaften zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet, die von der Stadt mit Feuerlöschgeräten ausgestattet wurden. 1475 wurde das Mitwirken bei der Brandbekämpfung sogar mit finanziellen Anreizen verbunden. Per Gesetz war jedoch jeder Bürger zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet – ein Widersetzen wurde mit Haftstrafen und mit Stadtbann geahndet. 1570 wurde die erste offizielle Feuerordnung der Stadt Meißen erlassen.

1794 wurde in Anbetracht der sich abzeichnenden Industrialisierung die Löschordnung Meißens erneut überarbeitet, sodass sie sich nun auch mit Fragen des Brandschutzes, zusätzlich zu den Rechten und Pflichten der Bürger bei und nach einem Brand beschäftigte.

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen zählt heute 58 aktive Berufseinsatzkräfte. Die Fahrzeuge sind auf die zwei Feuerwachen Wache Teichmühle in Meißen-Cölln und Wache Rote Schule in der Altstadt verteilt.

Bildung[Bearbeiten]

Gymnasium Sankt Afra

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt Meißen gehört Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Als Musikgruppe wurde die Stern-Combo Meißen bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Schneider: Meißen. Sachsens heimliche Hauptstadt. be.bra verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86124-668-8.
  • Elbtal und Lößhügelland bei Meißen (= Werte unserer Heimat. Band 32). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1979.
  • Andreas Christl: Der Weg Meißens zur Bürgerstadt. Das 12./13. Jahrhundert im Spiegel von schriftlichen und materiellen Quellen. in: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, S. 65-76, ISBN 978-3-95462-132-3
  • Paul Gau: Die Hochfluth in Meißen 1890 vom 5. bis 9. September 1890. mehrbändiges Werk, Meißen 1890 (Digitalisat)
  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. Meißen 1929
  • Hirschberg: Die Verwaltung der Stadt Meißen in den letzten 50 Jahren. zur Erinnerung an die daselbst den 31. März 1834 eingeführte Allgemeine Städte-Ordnung. Klinkicht, Meißen 1884 (Digitalisat)
  • Hans-Joachim Mrusek: Meißen. Leipzig 1989
  • Günter Naumann: Ansichten von Alt-Meißen. Hennecke 1993. ISBN 978-3-927981-30-0
  • Fritz Rauda: Meissen – die tausendjährige sächsische Elbstadt. Augsburg 1929
  • Helmut Reibig: Meißen. Leipzig 1964
  • Arndt Reichel: Meißen (Kunstgeschichtliche Städtebücher). Leipzig 1964
  • Paul Reinhard: Die Stadt Meissen, ihre Geschichte, Merkwürdigkeiten und mahlerische Umgegend. Meißen 1829 (Digitalisat)
  • Gerhard Steinecke: Unser Meißen – 1929–2004. Meißner Tageblatt, Meißen 2004
  • Hans-Joachim Böttcher: Böttger - Vom Gold- zum Porzellanmacher. Dresdner Buchverlag, 2011. ISBN 978-3-941757-31-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Meißen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Meißen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 546-549f
  3. Gedenkstätten für die Opfer des NS II, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, S. 711 ff.
  4. Dubbers, Annette: Die Südvorstadt. Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils. Eigenverlag Annette Dubbers in Kooperation mit dem Michel Sandstein Verlag, 2004, ISBN 3-937199-32-2, S. 49.
  5. Alfred Harendt: Zum Tode verurteilt, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 67
  6. Facebook-Eintrag
  7. Wahlergebnisse Stadt Meißen (Version vom 17. August 2009 im Internet Archive).
  8. Informationen auf krematorium-meissen.de, eingesehen am 30. Oktober 2008.
  9. Ausführlich: Blazek, Matthias: Unter dem Hakenkreuz: Die deutschen Feuerwehren 1933–1945. ibidem, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6, S. 9 f.