Meißen

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Meißen; zu anderen Bedeutungen siehe Meißen (Begriffsklärung).

Meißen (lateinisch: Misena, von germanisch-slawisch: Misenaha - nhd. Meisenbach - eine Verkürzung dieses Namens ist noch im Bächlein Meisa enthalten) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen und hat knapp 30.000 Einwohner.

Die Stadt Meißen ist international berühmt für die Herstellung des Meißener Porzellans, des ersten Porzellans Europas seit 1708. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Quelle: Landratsamt Meissen, Kreisentwicklungsamt, 2006
Quelle: Landratsamt Meissen, Kreisentwicklungsamt, 2006

Die Stadt Meißen – ca. 25 km nordwestlich von Dresden, ca. 100 km östlich von Leipzig und ca. 40 km nordöstlich von Freiberg (Sachsen) – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Östlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m Höhe über NN. Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nördlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau, Triebischtal und Weinböhla im Landkreis Meißen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

AltstadtPlossenCöllnQuestenbergTriebischtal mit BuschbadBohnitzschSpaar – Zaschendorf – LerchaNiederfähreZscheilaKlosterhäuser

Blick über Meißen und Umgebung
Blick über Meißen und Umgebung

[Bearbeiten] Geschichte

Blick vom Aussichtspunkt Juchhöh im Spaargebirge auf Meißen
Blick vom Aussichtspunkt Juchhöh im Spaargebirge auf Meißen

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I. gegründeten Burg „Misnia“ entwickelte sich Meißen von der anfänglichen Marktsiedlung Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt (Stadtrechte 1332 urkundlich bezeugt). Im Zuge der 1539 hier eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, welche durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, welche neue Impulse setzte.

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg errichtet.

Die historische Innenstadt wurde durch das Elbehochwasser 2002 schwer beschädigt.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 31. Dezember 1960):

Bevölkerungsentwicklung bis 2002
Bevölkerungsentwicklung bis 2002

1834 bis 1950

  • 1834 - 7.738
  • 1875 - 13.002
  • 1880 - 14.166
  • 1885 - 15.474
  • 1933 - 46.992
  • 1939 - 48.342
  • 1946 - 48.348 1
  • 1950 - 49.455 2

1960 bis 1999

  • 1960 - 48.289
  • 1970 - 45.175
  • 1981 - 39.276
  • 1984 - 38.214
  • 1995 - 32.200
  • 1997 - 30.486
  • 1998 - 30.038
  • 1999 - 29.604

2000 bis 2006

  • 2000 - 29.398
  • 2001 - 28.982
  • 2002 - 28.780
  • 2003 - 28.640
  • 2004 - 28.543
  • 2005 - 28.435
  • 2006 - 28.081 3
Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens

1 29. Oktober
2 31. August
3 30. November

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Meißen: Albrechtsburg und Dom
Meißen: Albrechtsburg und Dom

Profanbauten

Sakralbauten

Rundumblick über den Meißner Marktplatz mit Marktapotheke, Frauenkirche, Bennohaus und Rathaus
Rundumblick über den Meißner Marktplatz mit Marktapotheke, Frauenkirche, Bennohaus und Rathaus

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, welches einem Stadtfest gleicht. Zur Weihnachtszeit werden die 24 Fenster des Rathauses in Adventskalendertürchen verwandelt. Jeden Tag wird dann ein Fenster von einem Kind aufgemacht, welches einen Vers oder ein Gedicht aufsagt.

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

Blick von einem Weinberg bei Zadel auf die Silhouette von Meißen mit Dom und Albrechtsburg
Blick von einem Weinberg bei Zadel auf die Silhouette von Meißen mit Dom und Albrechtsburg

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nördlichste kommerzielle Weinbaugebiet der Welt. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte, trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen nicht in trunkenem Zustand möglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich auch noch einige ältere Apfelsorten finden.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen, welche handgefertigtes Porzellan herstellt. Es erzielt hohe Marktpreise.

[Bearbeiten] Feuerwehr

siehe Hauptartikel: Feuerwehr Meißen

[Bearbeiten] Verkehr

Meißener Porzellan auf DDR-Briefmarke
Meißener Porzellan auf DDR-Briefmarke

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdener S-Bahn-Linie S1, welche die Relation Meißen-Triebischtal–DresdenSchöna bedient. Bis 1966 bestanden Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft unter anderem mit Dresden verbunden. Weiterhin führen die B 6 und B 101 durch Meißen.

1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 1936 Personen und bis 1967 auch Güter beförderte. Heute wird der regionale Busverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, sie ist Teil des Verkehrsverbunds Oberelbe.

[Bearbeiten] Brücken und Tunnel

In Meißen gibt es drei Elbquerungen. Das sind eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101).

Der Schottenbergtunnel wurde am 2. Mai 2007 eröffnet. Er ist 720 Meter lang und entlastet die Meißner Innenstadt vom Durchgangsverkehr der B 101. Er schließt sich direkt an die Elbtalbrücke an, das heißt die B 101 führt durch ihn hindurch und wird am Stadtzentrum vorbeigeleitet.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Empfangsgebäude des Bahnhofs Meißen
Empfangsgebäude des Bahnhofs Meißen

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

siehe auch: Liste der Ehrenbürger von Meißen

[Bearbeiten] Sonstiges

In Meißen wird eine spezielle Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf Meißnischen Dialekte darstellt.

Siehe auch: Missingsch

[Bearbeiten] Literatur

  • Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Elbtal und Lösshügelland bei Meissen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Hirschstein und Meißen. In: Werte unserer Heimat. Bd. 32, Berlin 1979.
  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. Verlag von C.E. Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, XVIII, 735 S.
  • Hans-Joachim Mrusek: Meißen. E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1989, 3., verbesserte Auflage. 235(1) S.
  • Fritz Rauda: Meissen - die tausendjährige sächsische Elbstadt. Benno Filser, Augsburg 1929
  • Helmut Reibig: Meißen. Brockhaus, Leipzig 1964.
  • Gerhard Steinecke: Unser Meißen - 1929-2004. Meißner Tageblatt Verlags GmbH 2004

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Meißen – Bilder, Videos und Audiodateien
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