Freital

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freital
Freital
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freital hervorgehoben
50.99694444444413.648055555556171Koordinaten: 51° 0′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 40,53 km²
Einwohner: 39.276 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 969 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01705
Vorwahl: 0351
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 110
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Dresdner Straße 56
01705 Freital
Webpräsenz: www.freital.de
Oberbürgermeister: Klaus Mättig (CDU)
Lage der Stadt Freital im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
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Stadtpanorama, links das Edelstahlwerk, rechts der Windberg

Freital ist eine Große Kreisstadt in der Mitte des Freistaates Sachsen, etwa neun Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Dresden. Sie ist nach der Einwohnerzahl die größte Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und nach der Landeshauptstadt die zweitgrößte Stadt im Ballungsraum Dresden. In dieser Region bildet sie ein Mittelzentrum im Verdichtungsraum.[2]

Freital entstand am 1. Oktober 1921 durch die Vereinigung der Gemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, die sich im Zuge der Industrialisierung bis um die Jahrhundertwende zu bedeutenden Industriestandorten entwickelt hatten. Bis 2011 kamen zwölf weitere Stadtteile hinzu. Für kurze Zeit war Freital kreisfrei (1924–1946) und wurde danach Kreisstadt des Kreises bzw. Landkreises Freital mit dem KFZ-Kennzeichen FTL (1991–1994). Nachdem der Kreissitz nach Dippoldiswalde verlegt worden war, wurde Freital 1997 Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Stadtgebiet[Bearbeiten]

Freital liegt südwestlich von Dresden im Döhlener Becken, das von der vereinigten Weißeritz von Südwesten nach Nordosten durchflossen wird. Die Stadt befindet sich im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Als weithin sichtbare Landmarke erhebt sich der Windberg rund 100 Meter über das Weißeritztal. Der tiefste Punkt der Stadt liegt bei ca. 155 m ü. NN am Übergang der Weißeritz in das Stadtgebiet von Dresden im Plauenschen Grund. Das zentrale Stadtgebiet liegt auf dem Breitenkreis 51 Grad Nord und auf dem Längenkreis 13,65 Grad Ost.

Die Entfernung vom nördlichsten zum südlichsten Punkt beträgt etwa elf, vom westlichsten zum östlichsten Punkt etwa neun Kilometer. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 40,53 Quadratkilometern in nordost-südwestlicher Richtung. Die Stadtteile Hainsberg und Somsdorf liegen in einer und die übrigen Stadtteile in einer zweiten Talweitung, die durch eine Talenge von 1,7 Kilometern Breite voneinander abgegrenzt sind. Die im Tal liegenden Stadtteile werden durch die Talränder von Weißeritz, Wiederitz, Weißiger Bach und Poisenbach begrenzt. Außerhalb der Täler verlaufen die Grenzen oft nicht entlang spezieller Geländeformen.

Von den 4053 Hektar Bodenfläche hat der landwirtschaftlich genutzte Boden mit 1834 Hektar den größten Anteil. Es folgen mit 1289 Hektar die Siedlungs- und Verkehrsflächen. Diese lassen sich in Gebäude- und Freiflächen (862 Hektar), Verkehrsfläche (283 Hektar), Erholungsfläche (89 Hektar), Betriebsfläche ohne Abbauland (43 Hektar) und Friedhofsfläche (12 Hektar) unterteilen. Von der Verkehrsfläche sind 227 Hektar Straßen, Wege und Plätze. Die Waldfläche hat einen Anteil von 834, die Wasserfläche von 33 Hektar. Als Abbauland dienen 9 Hektar, 53 Hektar werden anderweitig genutzt.[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Freital setzt sich aus 15 Stadtteilen zusammen, die in insgesamt 22 Gemarkungen untergliedert sind.[4] Innerhalb eines Stadtteils gibt es zum Teil Orte und Gemarkungen mit eigenen Namen. Weil Freital aus drei Gemeinden mit jeweils eigenem Ortszentrum gebildet wurde, gibt es kein städtisches Zentrum; als Hauptorte werden meist Deuben und Potschappel genannt.

Flächenmäßig größter Stadtteil ist Somsdorf, jedoch ist nur ein Bruchteil der Gemarkung bebaut, die übrigen Flächen werden vornehmlich landwirtschaftlich genutzt. Am kleinsten ist der Stadtteil Birkigt mit weniger als einem Quadratkilometer Fläche.

Stadtteil Eingemeindung Weitere Gemarkungen und Orte
Birkigt 1923
Burgk 1924 Gemarkungen Großburgk, Kleinburgk, Zschiedge
Deuben 1921
Döhlen 1921 Orte Neudöhlen, Oberdöhlen, Unterdöhlen; Wüstung Weitzschen
Hainsberg 1964 Gemarkung Coßmannsdorf; Ort Eckersdorf
Kleinnaundorf 1974
Niederhäslich 1915 1
Pesterwitz 1999
Potschappel 1921 Gemarkung Niederpesterwitz; Orte Leisnitz, Neucoschütz
Saalhausen 1973
Schweinsdorf 1900 1
Somsdorf 1974
Weißig 1974 Gemarkung Oberweißig, Unterweißig
Wurgwitz 1974 Gemarkung Kohlsdorf, Niederhermsdorf; Ort Hammer; Wüstung Bulsitz
Zauckerode 1922
Karte
Wurgwitz Wurgwitz Wurgwitz Pesterwitz Saalhausen Zauckerode Potschappel Potschappel Döhlen Birkigt Weißig Burgk Burgk Burgk Kleinnaundorf Niederhäslich Deuben Hainsberg Schweinsdorf Hainsberg Somsdorf Birkigt Wilsdruff Dresden Tharandt Klingenberg Rabenau BannewitzStadtteile und Nachbargemeinden der Stadt Freital
Über dieses Bild

1 Niederhäslich und Schweinsdorf wurden 1915 und 1900 nach Deuben eingemeindet und sind seit 2011 Stadtteile.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Freital grenzt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an drei Städte und zwei Gemeinden sowie an die kreisfreie Landeshauptstadt Dresden. Nördlich und nordöstlich benachbart bei elf Kilometern gemeinsamer Grenze ist Dresden mit den Stadtteilen Zöllmen, Pennrich, Altfranken, Gorbitz, Roßthal, Dölzschen, Coschütz und Gittersee. Im Osten grenzt die Gemeinde Bannewitz mit den Ortsteilen Cunnersdorf, Boderitz und Bannewitz auf vier Kilometern an.

Die Ortsteile Obernaundorf, Rabenau und Lübau der Stadt Rabenau haben im Südosten und Süden 13 Kilometer gemeinsame Grenzen mit Freital. Ebenfalls im Süden besteht mit nur 700 Metern ein kurzes Grenzstück zum Ortsteil Borlas der Gemeinde Klingenberg. Südwestlich und westlich Freitals schließt sich die Stadt Tharandt mit den Ortsteilen Tharandt und Großopitz auf etwa acht Kilometern an. Im Westen und Nordwesten grenzt die Stadt Wilsdruff mit den Ortsteilen Kleinopitz, Oberhermsdorf und Kesselsdorf mit sechs Kilometern gemeinsamer Grenzlänge an.

Gewässer und Geologie[Bearbeiten]

Blick auf Potschappel und die Weißeritz

Im Stadtteil Hainsberg fließen die Rote Weißeritz und die Wilde Weißeritz zusammen und bilden die vereinigte Weißeritz, die in Dresden in die Elbe mündet. Nebengewässer der vereinigten Weißeritz sind die Wiederitz, der Poisenbach sowie kleinere meist kanalisierte Gewässer wie der Vorholzbach, der Burgker Bach, der Birkigter Bach, der Somsdorfer Bach und der Weißiger Bach. Natürliche stehende Gewässer existieren nicht, der Schlammteich im Bereich der Halde am Saugrund sowie das Hochwasserrückhaltebecken Zauckerode wurden im 20. Jahrhundert angelegt.

Freital liegt im Zentrum des nordwestlich-südöstlich streichenden Döhlener Beckens. Das 22 km lange und 6 km breite Döhlener Becken wurde am Südwestrand der Elbtalzone im Bereich der geotektonischen Großstruktur des Elbe-Lineaments im Oberkarbon angelegt. Es bildet morphologisch den Übergang zwischen dem Elbtal und dem Osterzgebirge. Das Unterlager des mit 700–800 m mächtigen Oberkarbon- und Rotliegend-Sedimenten gefüllten Molassebeckens bilden im Süden die Gneise des Osterzgebirge, im Zentralteil vorwiegend Phyllite des Elbtalschiefergebirges bzw. des Nossen-Wilsdruffer Zwischengebirges und im Norden die Intrusivgesteine des Meißner Massivs.[5]

Die insgesamt maximal 800 m mächtige Beckenfüllung besteht aus vier Formationen, die zyklisch aus Sedimenten (Konglomerate, Sandsteine, Kalksteine, Ton- und Brandschiefer[ANM 1]) und vulkanischen Gesteinen (Tuff, Pyroklastite, Porphyrite) aufgebaut sind.[6] Die ersten geologischen Kartierungen im „Döhlener Bassin“ wurden bereits um 1800 von Studenten der Bergakademie Freiberg angefertigt, die von C. F. Naumann und Bernhard von Cotta zusammenfassend dargestellt wurden.

Die Gegend um Freital ist reich an Bodenschätzen, die seit dem 16. Jahrhundert abgebaut wurden. Der Abbau von Steinkohle war die Grundlage für die industrielle Entwicklung im Weißeritztal. Die Kohle wurde aus über 500 Schächten gefördert; der tiefste, der König-Georg-Schacht, war bis in eine Teufe von 575 m ausgebaut. Der Abbau der Steinkohle wurde 1967 eingestellt. Bis 1989 erfolgte in der Umgebung auch der Abbau von uranhaltigen Brandschiefern und Kohlen. Darüber hinaus wurden hier Kupfererze, Kalksteine sowie Tone als Rohstoff für die Töpfer- und Ziegelindustrie gewonnen.[7]

Klima[Bearbeiten]

Freital befindet sich mit dem humiden Klima in der Gemäßigten Klimazone, wobei ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar ist. Die nächste Wetterwarte befindet sich in Dresden-Klotzsche auf etwa 227 m ü. NN, auf die sich die nachfolgenden Werte beziehen.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,5 °C, die maximale Monatsdurchschnittstemperatur wird im Juli bei 19,2 °C gemessen, die geringste Monatsdurchschnittstemperatur mit 0,7 °C im Januar. Die maximale Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 13,4 °C, während die minimale Temperatur bei 5,8 °C gemessen wird. Auch hier werden jeweils die höchsten bzw. niedrigsten Monatsdurchschnittstemperaturen im Juli bzw. Januar angegeben.

Die jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich auf 640 mm. Am meisten Niederschlag fällt in den Monaten Juli (85 mm) und August (81 mm). Die geringste Niederschlagsmenge verzeichnet der Monat Februar mit 34 mm. Im Jahresverlauf ergeben sich 171 Regentage. Davon sind die meisten im Januar und November (jeweils 16) und die wenigsten in den Monaten April und September (jeweils 12) verzeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte der Dörfer[Bearbeiten]

Potschappel und Umgebung
Wurgwitz, Zauckerode und Pesterwitz
Deuben und Hainsberg

Die schriftlich belegte Geschichte beginnt mit der bekannten Dresdner Urkunde von 1206, in der Adlige erscheinen, die sich nach Potschappel, Döhlen und Wurgwitz nennen. Potschappler Adel taucht erst wieder 1309 auf, während der Döhlener wohl 1228 als Arnold „de Zukerade“ (Erstnennung von Zauckerode) wieder erscheint. Die Potschappler dürften in den Herren von Sürßen aufgegangen sein, die anscheinend teilweise in die Oberlausitz übersiedelten. Es hat sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um ein hervorgehobenes Vasallengeschlecht der Burggrafen von Dohna gehandelt, das maßgeblich in die Durchführung von deren hochkolonialem Landesausbau in Richtung Rabenau, Dippoldiswalde eingebunden war (vgl. Artikel Burg Thorun). Die Herren von Wurgwitz, deren Geschicke sich gut nachvollziehen lassen, kolonisierten zur gleichen Zeit im Auftrag des Meißner Bischofs und gehörten – zumindest unter Bruno von Porstendorf – zu dessen engeren Vertrauten. Weitere sich nach Wurgwitz nennende Adlige begegnen aber noch bis ins 15. Jahrhundert. Die meisten Freitaler Stadtteile werden erst im 14. oder 15. Jahrhundert zum ersten Mal genannt.

Die (früh-)neuzeitliche Geschichte des heutigen Freitals ist eng mit der Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Döhlener Becken, dem jetzigen Freitaler Gebiet, verbunden. Erste Erwähnungen dazu gab es 1542. Der herzogliche Beamte Hans Biener erhielt durch Herzog Moritz von Sachsen das Privileg, Steinkohle abzubauen. Überliefert ist, dass die Steinkohlenfunde schon vorher bekannt gewesen sind, aber nur einige Bauern schürften knapp unter der Erdoberfläche, um Brennmaterial für den Eigenbedarf zu sichern. Im Jahr 1571 wurde erstmals in Burgk und 1574 in Potschappel Kohle abgebaut. Als die oberflächlichen Vorräte zur Neige gegangen waren, gerieten die Schächte in Vergessenheit.

Im Jahr 1743 wurde ein so genanntes Steinkohlenmandat erlassen, das dem Grundbesitzer alle Rechte an der auf seinem Grundstück zu schürfenden Kohle gab. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gründeten sich ungefähr 30 Kleinbetriebe, die durch ihre geringe Größe und Erfahrung bei einem großen Konkurrenzdruck leistungsschwach waren.

Dies änderte sich mit dem Beginn der Industrialisierung. Das Königreich Sachsen wollte seinen Anteil daran haben. Zum bereits seit 1799 kurfürstlichen Leopold-Erbstolln wurden 1806 die Rittergüter Zauckerode und Döhlen samt den Privilegien an den Potschappler Kohlefeldern akquiriert und bis 1822 alle verbliebenen Betriebe links der Weißeritz aufgekauft. Aus den vielen kleinen Unternehmen wurde so ein großes erschaffen, die „Königlich Sächsischen Steinkohlenwerke im Plauenschen Grunde", später „Königlich Sächsisches Steinkohlenwerk Zauckerode“ Es stand unter der Direktion von Carl Wilhelm von Oppel. Die Lokaladministration des Werkes übernahm der Faktor Ernst Friedrich Wilhelm Lindig.

Auf der rechten Weißeritzseite begann die Konzentration der Betriebe erst 1819, als Carl Friedrich August Krebß (später Freiherr Dathe von Burgk) neuer Rittergutsbesitzer auf Burgk wurde. Er erbte fünf Schachtanlagen und kaufte umliegende Kohlefelder hinzu. Daraus gründete er die „Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke“.

Während dieser Konzentration setzte eine schnelle Entwicklung der Technik und der nachfolgenden Industrie ein. Der Aufschwung war so gewaltig, dass der Steinkohlenabbau des Plauenschen Grundes mehrere Jahrzehnte, etwa bis in die 1870er Jahre, in technischer und organisatorischer Hinsicht an der Spitze in Deutschland stehen konnte. Daraus folgten viele technische Neuerungen und bahnbrechende Erfindungen. Von weltweiter Bedeutung war und ist die 1810 von Ernst Friedrich Wilhelm Lindig erfundene nasse Kohlenaufbereitung (Kohlenwäsche). Auch stand die erste Dampfmaschine im sächsischen Bergbau, 1820 auf dem Zauckeroder Kunstschacht.

In Burgk begann 1823 die Verkokung der Steinkohle und 1828 wurde das erste Gas erzeugt. Burgk wurde so zum ersten Dorf der Welt mit öffentlicher Gasbeleuchtung. Im gleichen Jahr hatte auch die Dresdner Innenstadt durch Rudolf Sigismund Blochmann eine Gasbeleuchtung erhalten. Im Jahr 1842 ging der erste sächsische Kokshochofen in der König-Friedrich-August-Hütte in Betrieb.

Um die technisch bedingten großen Wassermengen aus den Gruben herauszubekommen, mussten Wasserbauwerke geschaffen werden, so der Tiefe Weißeritzstolln (1800–1838) und der Tiefe Elbstolln (1817–1836). Am 2. August 1869 ereignete sich im Segen-Gottes-Schacht und Neuhoffnungsschacht der Burgker Steinkohlenwerke eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Am Segen-Gottes-Schacht nahe dem Windberg erinnert daran ein Denkmal. Im Oppelschacht des Königlich Sächsischen Steinkohlenwerks Zauckerode nahm 1882 die erste Elektrolokomotive der Welt im Dauereinsatz ihren Betrieb auf. Es war die Grubenlokomotive Dorothea von Siemens & Halske.

Das Hochwasser 1897 führte zum Anstieg der Weißeritz um das 140fache des normalen Pegels. In Deuben beschädigte das Hochwasser über 100 Häuser, mehr als ein dutzend stürzten ein, weit über 100 Familien wurden obdachlos. Nach Rechnungen der Gemeinde richteten die Fluten einen Schaden von rund 1.300.000 Mark an, in Potschappel entstand ein Schaden von etwa 780.000 Mark.[8] Der sächsische König Albert (1828–1902) veranlasste militärische Hilfeleistungen zur Behebung der Schäden. Als Dank errichtete man 1903/1904 das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg.

Um dem gestiegenen Verkehrsaufkommen durch das starke Bevölkerungswachstum im Plauenschen Grund gerecht zu werden, wurde im Jahre 1902 die vom Dresdner Postplatz bis zum Dorf Plauen bereits bestehende Straßenbahnlinie bis an die Deubener Güterstraße verlängert (Plauensche Grundbahn).[9] Dort wurde auf dem Gelände des heutigen Busbahnhofes das Straßenbahndepot errichtet. Bereits 1906 folgte die Erweiterung bis zum Gasthof Hainsberg (etwa Höhe Turnergäßchen), ab 1912 war Coßmannsdorf Endstation der Straßenbahnlinie. Ab dem Jahr 1906 verkehrte die Güterbahn Deuben zwischen dem Straßenbahndepot und der Egermühle entlang der heutigen Poisentalstraße. Diese Straßenbahn war nur für den Güterverkehr vorgesehen und wurde am 19. November 1972 eingestellt.

Stadtgründung und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im Rathaus Döhlen wurde der Vertrag über die Gründung der Stadt unterschrieben.
Stadtplan von Freital und Umgebung, um 1930

Erste Überlegungen zu einem Gemeindezusammenschluss im Döhlener Becken gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Nachdem die Gemeinden einer Fusion mit den Nachbarn zunächst ablehnend gegenüberstanden, änderte sich dies bis zu Beginn der 1920er Jahre. Den Beschluss zur Vereinigung von Deuben, Döhlen und Potschappel fassten die drei Kommunen am 14. Januar 1920.[8] In der Bevölkerung wurde vor allem der zukünftige Name der Stadt kontrovers diskutiert, da möglichst einzelne Silben der drei Gemeinden in den neuen Namen einfließen sollten und man sich nicht auf die Verwendung des Namens einer Gründungsgemeinde einigen konnte. Es wurden Namen wie „Deupodö-Stadt“ (von Deuben, Potschappel und Döhlen) oder „Dreistadt“ vorgeschlagen, populär waren zudem die Vorschläge „Weißeritz“ und „Windbergen“ als Stadtname, diese Varianten wurden auch von der Amtshauptmannschaft favorisiert. Angenommen wurde letztlich der Vorschlag des Döhlener Gemeindevertreters und USPD-Politikers Julius Hermann Henker, die Stadt „Freital“, abgeleitet von dem „freien Tal“ der Weißeritz, zu nennen.[10]

Am 1. Oktober 1921 trat der von den Gemeindevorstehern von Deuben, Döhlen und Potschappel im Rathaus Döhlen unterzeichnete Gründungsvertrag der Stadt Freital in Kraft. Die Geschäfte führte zunächst kommissarisch der ehemalige Potschappler Gemeindevorsteher Max Baumann. Er wurde 1922 von Carl Wedderkopf abgelöst, der die Geschicke der Stadt noch bis 1927 leitete und als erster Oberbürgermeister der Stadt gilt. Im Jahre 1924 wurde das bis dahin zur Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt gehörende Freital kreisfreie Stadt innerhalb der Kreishauptmannschaft Dresden.

Seit der Kaiserzeit bis in die Weimarer Zeit hinein entwickelten sich die Stadt bzw. ihre Vorgängerorte zu einer Hochburg der Sozialdemokratie. In der Weimarer Republik war Freital die einzige Stadt in Sachsen mit einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister, da hier die Kommunisten nicht so stark wie im übrigen Sachsen vertreten waren. Fast jeder zehnte Bürger war Mitglied der SPD, die für viele Vereine und Freizeitbeschäftigungen sorgte und Freital zu einer „Wohlfahrtsinsel“ machte. Um 1930 hatte Freital jedoch rund sieben Millionen Mark Schulden, das geringste Steueraufkommen und mit Pirna die höchste Arbeitslosenquote in Sachsen. In dieser Zeit wurde von den Stadträten die Vereinigung mit Dresden angedacht, es fanden auch Sondierungsgespräche zwischen den Bürgermeistern beider Städte statt. Die Pläne wurden nicht verwirklicht und Freital blieb auch nach dem zehnten Jubiläum der Stadtgründung 1931 eigenständig.[11]

Die Amtszeit des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Gustav Klimpel, der auf den 1927 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Carl Wedderkopf gefolgt war, wurde infolge der Machtergreifung Hitlers 1933 beendet. Sein Nachfolger war das NSDAP-Mitglied Erhardt Schroeter. In den folgenden Jahren formierten sich zahlreiche Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus in Freital und Umgebung. Es setzte ein Wandel vor allem auch im Geschäftsleben ein, da viele jüdische Gewerbetreibende aus Deutschland flohen. So verließ beispielsweise der Inhaber des bedeutenden Potschappler Central-Kaufhauses Alois Eckstein die Stadt.

In der Stadt waren während des Zweiten Weltkrieges etwa von 1943 bis 1945 Zwangsarbeiterlager für 4000 bis 5000 jüdische Häftlinge eingerichtet worden. Ein Drittel von ihnen waren Frauen, die in den Gußstahlwerken Döhlen des Flick-Konzerns Zwangsarbeit verrichten mussten. Sie waren aus den von Deutschland besetzten Ländern verschleppt worden. Am 24. August 1944 wurde ein alliierter Luftangriff auf den Freitaler Stadtteil Birkigt geflogen, der als Ziel das Voltolwerk der Rhenania-Ossag im Ort hatte. Die Gründungsstadtteile Freitals waren nicht durch einen gezielten Luftwaffenangriff betroffen.

Nachkriegs- und DDR-Zeit[Bearbeiten]

Freital 1976 mit der Werksansicht auf den VEB Edelstahlwerk 8. Mai 1945
Arbeiter im Freitaler Edelstahlwerk 1980

Nach dem Ende der NS-Zeit und des Krieges traten wieder fast 3000 Menschen der SPD bei. Erster Nachkriegsbürgermeister war Franz Baumgarten übergangsweise zwischen März und August 1945. Ihm folgte der SPD-Mann Arno Hennig bis 1946. Vom 5. bis zum 8. Oktober 1945 fand der „I. Landesparteitag der SPD“ im „Goldenen Löwen“, einem großen Gasthaus in Potschappel, statt. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED erzielte die SED eine deutliche Mehrheit bei den ersten Wahlen, der SED-Politiker Karl Wenk erlangte das Amt des Oberbürgermeisters. Die folgende SED-Herrschaft in der DDR hat die Erinnerung an die sozialdemokratische Anfangszeit der Stadt vollständig überlagert, so erhielt die wiedergegründete sächsische SPD nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nur noch etwa zehn Prozent der Stimmen im Jahr 1990.[12] Auch von der durch Arbeitervereine geprägten Freizeitkultur ist heute in dieser Form nichts mehr übrig.

Freital verlor 1946 den Status der Kreisfreien Stadt und wurde in den Landkreis Dresden, der aus der Amtshauptmannschaft Dresden hervorgegangen war, eingegliedert. Die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut durchsuchte das Freitaler Steinkohlenrevier ab 1947 auf radioaktive Anomalien mit Hilfe mehrerer Schächte und Schürfe. Aus der nach dem Krieg entstandenen Sowjetischen Besatzungszone bildete sich 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Mit der Kreisreform 1952 wurde Freital Verwaltungssitz und kreisangehörige Stadt des neugegründeten Kreises Freital im Bezirk Dresden. Er war aus Teilen der alten Landkreise Dippoldiswalde, Dresden, Meißen und Freiberg entstanden. Im Juli 1961 wurde der spätere Freitaler Stadtteil Hainsberg Austragungsort der Weltmeisterschaften im Wildwasserrennen und im Kanuslalom. Es war das erste Mal, dass sowohl die Weltmeisterschaften im Wildwasserrennen als auch im Kanuslalom an einem Ort ausgetragen wurden. Es traten Sportler aus 13 Nationen an. In beiden Meisterschaften siegten DDR-Sportler. Etwa 30.000 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe.[13] Für genug Wasser in der Weißeritz wurde durch die teilweise Öffnung der Talsperre Malter gesorgt.

Nach der Einstellung des Steinkohlenbergbaus 1968 übernahm die Wismut die Anlagen des Steinkohlenwerks „Willi Agatz“ und förderte bis 1989 Erzkohle zur Urangewinnung. Am 26. Mai 1974 wurde die Straßenbahnlinie 3 der Dresdner Verkehrsbetriebe eingestellt und durch eine Stadtbuslinie (3A) ersetzt. In den 1970er Jahren erwies sich auch die Schmalspurbahnstrecke nach Wilsdruff als unrentabel und wurde stillgelegt. Aufgrund der ungenügenden Abgasbehandlung in den zahlreichen Freitaler Industriebetrieben (Edelstahlwerk, Glaswerk, Papierfabrik, Alpha Chemie) musste die Stadt in ihrer Beckenlage zwischen 1950 und 1990 sehr oft starke Luftschadstoffbelastungen hinnehmen, deren Ausmaß offiziell verschwiegen wurde. Auch die Deponien des Bergbaus und des Stahlwerkes führten zu starken Belastungen des Naturhaushaltes.

An den Stadträndern und teilweise im Zentrum wurden Wohngebiete für die zahlreichen Arbeiter errichtet. Kleinere Einheiten entstanden in den 1960er Jahren am Raschelberg in Freital-Niederhäslich und in den 1970er Jahren in Freital-Hainsberg. Das größte Neubaugebiet war die Plattenbau-Siedlung in Zauckerode für die Arbeiter des Edelstahlwerks.

In den 1970er Jahren wurde der Eisenbahn-Haltepunkt Freital-Hainsberg West an der Bahnstrecke Dresden–Werdau gebaut.

Seit 1990[Bearbeiten]

Blick von der ehemaligen Deponie Saugrund auf den Windberg

Im Zuge der friedlichen Revolution 1989 erlebte Freital einige Demonstrationen, vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines Reinstsiliziumwerkes im angrenzenden Dresden-Gittersee. In den anschließenden freien Gemeinderatswahlen am 6. Mai 1990 siegte in Freital zunächst die CDU mit Bürgermeister Dietmar Lumpe und 46,7 % der Stimmen vor PDS (14,4 %) und der SPD (12,6 %).[12] Der Stadtrat hielt seine konstituierende Sitzung am 6. Juni 1990 im Club der Edelstahlwerker ab. Ab 1994 stellte die SPD für sieben Jahre wieder den Bürgermeister.

Im Zuge der Kreisreform 1994 wurde die zentraler im Landkreis, jedoch nicht direkt im Ballungsraum Dresden gelegene und wesentlich kleinere Stadt Dippoldiswalde Kreissitz des neuen Weißeritzkreises. Freital verlor seinen Kreissitz, erhielt aber 1997 den Status einer Großen Kreisstadt. Durch den Strukturwandel in der Nachwendezeit reduzierten viele der Industriebetriebe ihre Belegschaft teils drastisch, einige gingen im neuen Wirtschaftssystem in Konkurs. Die Arbeitslosenquote in Freital stieg durch zahlreiche Entlassungen auf über 10 %. Der Anstieg konnte jedoch durch die Nähe zur Landeshauptstadt Dresden und die Eröffnung von Sachsens erstem neuen Gewerbegebiet in Kesselsdorf teilweise kompensiert werden. Durch Abwanderung nach Westdeutschland ging die Einwohnerzahl Freitals deutlich zurück, von etwa 40.033 Einwohnern 1990 sank sie auf den Tiefststand von etwa 37.500 Ende 1995. Danach stagnierte sie, bis durch die Eingemeindung von Pesterwitz im Jahr 1999 wieder das Niveau von 1990 erreicht wurde. Es folgte wieder ein leichter Bevölkerungsrückgang bis auf 39.037 Einwohner am 31. Dezember 2008, seitdem stieg die Einwohnerzahl wieder leicht.

In den späteren 1990er Jahren erhielt Freital ein modernes Stadtbussystem mit den Linien A–F, die vom Regionalverkehr Dresden betrieben werden. Der Bau einer Umgehungsstraße, vor allem zur Erschließung neuer, durch Industrieflächen-Konversion entstandener Gewerbeflächen, wurde begonnen. Im Jahre 1996 beging Freital die 75-Jahr-Feier der Stadtgründung. Seit den Wahlen 2001 stellt die CDU mit Klaus Mättig wieder das Stadtoberhaupt. Mättig war zuvor Gemeindevorsteher von Pesterwitz. Im Oktober 2001 wurde der erste Teilabschnitt der Bundesautobahn 17 zwischen dem Dreieck Dresden-West und Dresden-Gorbitz freigegeben. Damit verkürzte sich der Fahrtweg zur Autobahn deutlich.

Eines der wichtigsten Ereignisse der jüngsten Geschichte war das Hochwasser der Weißeritz im Jahr 2002. Im Zuge der sogenannten Jahrhundertflut zerstörte der Fluss große Teile der Infrastruktur im engen Tal. Das Hochwasser forderte auch Menschenleben. Die Sanierung beschädigter Straßen, Häuser und Brücken wurde bis 2005 weitgehend abgeschlossen. Viele stark beschädigte Häuser in der Innenstadt wurden abgerissen. Das Stadtbild wird seither stärker von Freiflächen durchzogen. Auch die für den Tourismus bedeutende Weißeritztalbahn wurde stark beschädigt, sie konnte erst 2008 auf dem ersten Teilstück wieder in Betrieb genommen werden. Im Zuge der Sanierungen wurde das Schienennetz der Deutschen Bahn im gesamten Weißeritztal instandgesetzt und die Bahnhofsanlagen Freitals wurden umfangreich saniert. Seit 2002 investiert die Landestalsperrenverwaltung in den Hochwasserschutz, so in die Erneuerung von Stützmauern.

Der erste Teil der Freitaler Umgehungsstraße von Potschappel nach Deuben wurde 2006 für den Verkehr freigegeben. Die Planungen für den zweiten Teil von Deuben bis nach Hainsberg laufen seit einiger Zeit. Freital gehört seit der Verwaltungsgebietsreform 2008 zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit Pirna als Kreisstadt. Im Jahr 2011 feierte Freital das 90. Jubiläum der Stadtgründung.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Einwohnerdiagramm

Die Einwohnerzahl der Stadt Freital wurde in den Anfangsjahren bis etwa 1955 maßgeblich durch den Bergbau beeinflusst, der viele Arbeiterfamilien in die Stadt brachte. Als die Bergwerke stückweise stillgelegt wurden, ging zunächst auch die Einwohnerzahl der Stadt zurück. Dies konnte durch Eingemeindungen in den 1970er Jahren und durch das Anwachsen der städtischen Industriebetriebe, wie beispielsweise des Edelstahlwerkes, kompensiert werden. Die Bevölkerung stieg nun bis auf den Höchststand von 46.651 Einwohnern im Jahre 1977.

Nach der Wende verlor die Stadt wieder deutlich an Einwohnern, nach 2000 blieb die Einwohnerzahl bei etwas über 39.000 Einwohnern konstant. Mit Auswertung der Daten des Zensus 2011 wurde bekannt, dass Freital zum Stichtag 31. Dezember 2011 etwa 900 Einwohner weniger hatte als bekannt. Die amtliche Einwohnerzahl wurde dementsprechend auf 38.449 herunterkorrigiert.

Jahr Einwohner
1925 36.5581
1939 37.0612
1946 39.1593
1950 40.0484
1960 37.565
Jahr Einwohner
1970 42.159
1980 46.149
1988 42.372
1990 40.033
1995 37.582
Jahr Einwohner
2000 40.129
2005 39.174
2010 39.275
2013 39.2765

Angaben vom 31. Dezember
1 16. Juni
2 29. Oktober
3 17. Mai
4 31. August
5 Basis ab 2012: Volkszählung 2011.

Die aktuelle amtliche Einwohnerzahl vom 31. Dezember 2013 beträgt 39.276. Das sind 308 Einwohner mehr als im Jahr zuvor. In der im November 2010 veröffentlichten 5. Regionalisierten Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2025 wird für Freital im Gegensatz zu anderen sächsischen Städten nur ein geringer Bevölkerungsrückgang vorausgesagt. Für das Jahr 2025 wird eine Einwohnerzahl zwischen 37.000 und 39.000 prognostiziert.[14] Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Bertelsmann-Stiftung, die für 2025 eine Einwohnerzahl von 38.160 voraussagt.[15]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1921 vereinigten sich die Orte Deuben, Döhlen und Potschappel zur Stadt Freital.[16] Nach Deuben waren am 1. April 1900 Schweinsdorf[17] und 1915 Niederhäslich[18] eingemeindet worden. Diese beiden Orte kamen nach dem Zusammenschluss nicht als eigenständige Ortsteile nach Freital, sondern blieben als Gemarkungen Deuben zugeordnet. Erst durch eine Gemeindeteiländerung im März 2011 wurden sie eigene Stadtteile.[19] Potschappel mit seinem 1838 eingemeindeten Ortsteil Leisnitz[20] hatte 1896 Neucoschütz und 1915 Niederpesterwitz eingegliedert.[21] Döhlen blieb ohne ausgewiesenen Ortsteil.

In die Stadt Freital wurde am 1. Oktober 1922 das nordwestlich gelegene Dorf Zauckerode eingemeindet,[22] am 1. Januar 1923 folgte Birkigt, das an Potschappel grenzte.[23] Als dritter eingemeindeter Stadtteil kam am 1. April 1924 Burgk hinzu.[24] Die Gemeinde Burgk war erst 1912 aus Großburgk und Kleinburgk gebildet worden, der Ort Zschiedge kam 1915 hinzu.[25] Wie alle Ortsteile später eingegliederter Gemeinden blieben diese drei Ortsteile nur als Gemarkungen erhalten. Die Gemeinde Hainsberg mit ihrem Ortsteil Coßmannsdorf (eingemeindet 1933) wurde zum 1. Januar 1964 nach Freital gegliedert. Coßmannsdorf, bis zum 1. Januar 1907 zu Somsdorf gehörig,[17][26] hatte den 1913 eingemeindeten auf der Gemarkung liegenden Ortsteil Eckersdorf.[27]

Im Jahre 1973 erfolgte eine weitere Eingemeindung. Zum 1. Januar wurde Saalhausen achter Stadtteil Freitals.[28] Zum 1. Januar 1974 folgten weitere Eingliederungen: Die Orte Kleinnaundorf, Somsdorf, Weißig und Wurgwitz gaben ihre Eigenständigkeit auf und wurden Stadtteile Freitals. Wurgwitz hatte vor der Eingemeindung die Ortsteile Kohlsdorf und Niederhermsdorf. Niederhermsdorf und Wurgwitz hatten sich bereits am 7. Juli 1921 zusammengeschlossen. Auf der Kohlsdorfer Gemarkung liegt das Gut Hammer. Viele Gemeinden im westlichen Dresdner Land mussten um die Jahrtausendwende ihre Eigenständigkeit aufgeben, so auch Pesterwitz. Der Gemeinderat entschied sich für eine Eingemeindung nach Freital zum 1. Januar 1999 und gegen die Zugehörigkeit zur Landeshauptstadt. Damit ist der im Norden des Stadtgebietes gelegene Ort der zuletzt eingegliederte Stadtteil.[29]

Bis zur Gemeindeteiländerung am 1. März 2011 waren Birkigt, Burgk, Deuben, Döhlen, Hainsberg, Potschappel und Zauckerode zu einem Stadtteil Freital zusammengefasst, die übrigen zur Stadt gehörenden Orte wurden als Ortsteile bezeichnet.[19]

Hoffnungskirche in Freital-Hainsberg

Religionen[Bearbeiten]

Die am weitesten verbreitete Religion in Freital ist die evangelische Konfession des Christentums. Zum 1999 gegründeten Kirchspiel Freital der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehören die Kirchgemeinden der Christuskirche Deuben, der Emmauskirche Potschappel, der Georgenkirche Somsdorf, der Hoffnungskirche Hainsberg und der Lutherkirche Döhlen. Zum 1. Januar 2014 vereinten sich diese Kirchgemeinden des Kirchspieles zur Ev.-Luth. Kirchgemeinde Freital. Selbständig ist dagegen noch die evangelisch-lutherische St.-Jakobus-Kirchgemeinde in Pesterwitz. Zu ihr gehören neben dem Stadtteil Zauckerode auch einige Gebiete auf dem Stadtgebiet Dresdens. Der Stadtteil Wurgwitz gehört zur Kirchgemeinde Kesselsdorf, der Stadtteil Kleinnaundorf mit der Friedenskapelle Kleinnaundorf zur Kirchgemeinde Bannewitz.

Weitere Kirchen mit Kirchgemeinden ohne typische Kirchenbauten sind die Freie evangelische Gemeinde Freital und die römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Joachim in Deuben. Religionsgemeinschaften sind die Neuapostolische Kirche Freital sowie die Zeugen Jehovas mit Königreichssaal in Hainsberg.[30]

Während der NS-Zeit wurden die Freitaler Juden vertrieben. Im Jahr 1933 lebten noch 18 registrierte Juden im Stadtkreis Freital, 1939 gab es laut Angaben von NS-Behörden keine Juden mehr in der Stadt.[31]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Ortschaftsräte[Bearbeiten]

Der Stadtrat wird alle fünf Jahre gewählt und setzt sich aus 34 Stadträten zusammen.

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ging die CDU mit 12 Sitzen als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der freien Wählergemeinschaft „Bürger für Freital“ mit acht sowie der Partei Die Linke und der SPD mit jeweils vier Sitzen.[32] Nach Fraktionen weist der Stadtrat Freitals derzeit folgende Sitzverteilung auf:

Bei der Kommunalwahl 2009 hatte die CDU ebenfalls die meisten Stimmen erhalten, nachfolgend Bürger für Freital, Linkspartei, SPD, FDP, NPD und Grüne.

Jahr CDU Bürger für Freital LINKE/PDS SPD AfD GRÜNE NPD FDP REP FORUM DSU Sonstige
2014[32] 31,9 22,9 12,4 10,9 9,6 4,3 4,0 4,0
2009[33] 42,0 16,0 13,4 10,3 4,2 5,6 8,5
2004[34] 53,8 8,1 14,0 11,6 3,3 2,4 6,7
1999[35] 45,1 11,4 18,3 16,4 2,3 2,3 4,2
1994[12] 39,9 3,3 16,2 27,3 4,3 2,6 4,3 3,9 2,5
1990[12] 46,7 14,4 12,6 4,4 5,7 9,3 6,9

Neben dem Stadtrat existieren vier Ortschaftsräte in den Stadtteilen Kleinnaundorf, Pesterwitz, Weißig und Wurgwitz. Sie wurden ebenfalls am 25. Mai 2014 gewählt. Ortsvorsteher von Kleinnaundorf ist Thomas Käfer, von Pesterwitz Wolfgang Schneider, von Weißig Matthias Koch und von Wurgwitz Jutta Ebert.[36]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der hauptamtliche Oberbürgermeister wird aller sieben Jahre gewählt. Amtssitz ist das Rathaus Potschappel. Amtierender Oberbürgermeister ist seit 2001 Klaus Mättig (CDU). In der Bürgermeisterwahl 2008 setzte er sich gegen die Mitbewerber Lothar Brandau (FDP; 6,9 %) und Chris Meyer (parteilos; 17,8 %) durch. Er erhielt 75,3 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 50,6 %.[37] Mättig ist der 23. oberste Bürgermeister der Stadt. Erster Bürgermeister ist Mirko Kretschmer-Schöppan[38], zweiter Bürgermeister Jörg-Peter Schautz, der gleichzeitig auch Baubürgermeister ist.[39]

Wahlkreise[Bearbeiten]

Die Stadt gehört zum Bundestagswahlkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, der sich über den gesamten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erstreckt. Von 1990 bis 2002 gehörte Freital zum Bundestagswahlkreis Dresden-Land – Freital – Dippoldiswalde. Das Direktmandat wurde seit der Einrichtung der Wahlkreise 1990 durchgängig von der CDU gewonnen. Heute sitzt Klaus Brähmig für diesen Wahlkreis im Deutschen Bundestag.

Auf Landesebene gehört die Stadt seit der Landtagswahl 2014 zum Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 1, der weitgehend das Gebiet des Altkreises Freital umfasst. Auch hier gewannen durchgängig CDU-Kandidaten. Seit der Landtagswahl in Sachsen 2014 sitzt der frühere Staatsminister für Kultus und Sport, Roland Wöller (CDU), für den Wahlkreis im Sächsischen Landtag. Bei der Landtagswahl 1990 gehörte Freital zum Wahlkreis Freital I, bei den Landtagswahlen 1994 und 1999 zum Wahlkreis Weißeritzkreis, danach 2004 und 2009 zum Wahlkreis Weißeritzkreis 1.

Wappen und Stadtfarben[Bearbeiten]

Erstes Wappen Freital.GIF Zweites Wappen Freital.GIF
1922–1938
1938–1944

Blasonierung: Das Stadtwappen von Freital ist geviert. Vorn oben in Rot ein goldenes Zahnrad, hinten oben in Gold eine schwarze Fichte, vorn unten in Gold eine schwarze Kornähre und hinten unten in Rot goldene Schlägel und Eisen gekreuzt. Das aktuelle Stadtwappen entstand 1945 und soll Industrie, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und den Bergbau in der Stadt und der Umgebung symbolisieren. Die Stadtfarben Freitals sind gold und rot oder ersatzweise gelb und rot.

Davor hatte die Stadt bereits zwei andere Wappen. Das erste, von dem Werbegrafiker Kurt Börnig geschaffene Wappen war von 1922 bis 1938 gültig. Danach gab es ein zweites Wappen, das von 1938 bis 1944 gültig war. Das dritte, heute noch benutzte Stadtwappen von Kurt Beer löste es 1945 ab.

Blasonierung: Das erste Stadtwappen zeigt vor goldenem Hintergrund steile, rote Felswände und den Plauenschen Grund. Durch den Grund fließt ein an die Weißeritz erinnernder weißer Fluss. In der Mitte dominiert ein schwarzes Fabrikgebäude mit vielen weißen Fenstern und vier rauchenden Schornsteinen, die verschieden hoch sind. Hinter diesem Gebäude geht eine große weiße Sonne auf, deren Strahlen bis zum Wappenrand reichen. In der rechten oberen Ecke befindet sich ein rotes Zahnrad und in der linken Ecke rote Schlägel und Eisen. Die beiden Symbole stehen für die damals wichtigsten Industriezweige, die Maschinenindustrie und den Bergbau. Die Stadtfarben waren, wie beim heutigen Wappen, gold und rot.

Blasonierung des zweiten Wappens: Im goldenen Feld steht auf dem grünen Windberg ein großes schwarzes Zahnrad, das rechts von einem Bergmann mit Keilhaue gehalten wird und links einen Hüttenarbeiter mit Hammer und Zange zeigt. In den Berg ist ein goldenes Wellenband eingelegt, das an die Weißeritz erinnern soll. Auch in diesem Wappen waren Weißeritz, Bergbau und Maschinenindustrie dargestellt. Die Stadtfarben waren schwarz und gold oder ersatzweise schwarz und gelb.[40]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Freital unterhält aktuell Partnerschaften zu den deutschen Städten Oberhausen in Nordrhein-Westfalen (seit 1989)[41] und zu Baden-Baden in Baden-Württemberg (seit 1991). Die Städtepartnerschaft zu Oberhausen wurde 2001 in eine Städtefreundschaft umgewandelt.[42] In Oberhausen gibt es einen Freitaler Platz, im Gegenzug in Freital die Oberhausener Straße. Ausländische Städtepartnerschaften werden seit 1991 nicht mehr gepflegt. Sie bestanden zu Vsetín (deutsch: Settein, Tschechoslowakei) bis 1990, zu Mariánské Lázně (deutsch: Marienbad, Tschechoslowakei) von 1978 bis 1989, zu Milicz (deutsch: Militsch, Polen) von 1987 bis 1990 und zu Longwy (deutsch: Langich, Frankreich) von 1979 bis 1991.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Touristische Hinweistafel am Ortseingang
Rathaus in Potschappel
Schloss Burgk
König-Albert-Denkmal
Christuskirche in Deuben

Kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Größere Theater sind das im Weißeritzgymnasium angesiedelte Dachtheater Freital und die Spielbühne Freital. Für Veranstaltungen gibt es das Stadtkulturhaus Döhlen. Die Städtischen Sammlungen Freital zur Bergbau-, Regionalgeschichte sowie zur Dresdner Kunstgeschichte befinden sich auf Schloss Burgk. Dort ist Friedrich Pappermanns Kunstsammlung in einer Dauerausstellung zu sehen. In einem Nebengebäude ist die erste elektrisch betriebene Grubenlok der Welt „Dorothea“ ausgestellt. Außerdem gibt Museen zur Windberg- und Weißeritztalbahn. Wechselnde Ausstellungen sind im Einnehmerhaus in Potschappel zugänglich.

Die bekannteste regelmäßig durchgeführte Veranstaltung ist das „Windbergfest“, das am Platz des Friedens in Döhlen ausgetragen wird. Zu Ostern findet auf Schloss Burgk ein mittelalterlicher Jahrmarkt statt. Ebenfalls auf Schloss Burgk befindet sich der städtische Weihnachtsmarkt. Im Stadtteil Pesterwitz wird einmal im Jahr ein Weinfest veranstaltet.[43]

Neben dem Ehrenbürgerrecht verleiht die Stadt in losen Abständen einen Unternehmerpreis, einen Kunst- und Kulturpreis sowie den Wilhelmine-Reichard-Preis.[44]

Kulturdenkmale und Bauwerke[Bearbeiten]

Mit dem Stand vom November 2012 sind in Freital 338 Objekte als Kulturdenkmale ausgewiesen und stehen damit unter Denkmalschutz. Das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege hat diese Bauwerke aus allen Stadtteilen in der Liste der Kulturdenkmale in Freital zusammengefasst. Einige bedeutende Gebäudeensembles stehen als Sachgesamtheiten zudem unter Ensembleschutz.

Ein sehenswertes Bauwerk in Freital ist das Schloss Burgk am Fuß des Windbergs im Stadtteil Burgk, das eng mit dem Steinkohlenbergbau in der Region in Verbindung steht. Carl Friedrich August Dathe von Burgk erwarb das Schloss und führte von hier seine Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke. Im Stadtteil Pesterwitz befindet sich mit dem Jochhöhschlösschen ein weiteres Schloss, das ebenfalls Carl Friedrich August Dathe von Burgk gehörte.

Stadtprägend ist zudem das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg, ein 17 Meter hoher Sandsteinobelisk, der zu Ehren König Alberts von Sachsen 1903 bis 1904 erbaut wurde. Im Stadtteil Deuben befindet sich die Egermühle, die, mit einem hohen Turm ausgestattet, weithin sichtbar ist. Durch die Lage an der Weißeritz entstanden weitere Mühlengebäude wie die Hainsberger Mühle oder die Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissene Rote Mühle in Döhlen. Wichtige das Stadtbild prägende Gebäude sind zudem die Rathäuser in den Gründungsgemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, aber auch in den außen gelegenen Stadtteilen gibt es Kulturdenkmale wie das Rathaus Wurgwitz. Da sich in den Randgebieten keine großen Industriebetriebe entwickelten, sind sie meist noch dörflich und durch Bauernhöfe und Fachwerkhäuser geprägt.

Im Döhlener Becken, einst auch als „Tal der tausend Schornsteine“ bezeichnet, befinden sich viele Industriebauten. Am größten und markantesten sind die Hallen des Edelstahlwerks Freital, die sich durch das gesamte Gebiet links der Weißeritz in den Stadtteilen Deuben und Döhlen ziehen. Nach der Wende mussten viele Betriebe schließen, deshalb stehen einige Industriebauwerke heute leer oder wurden abgerissen. Auch das Edelstahlwerk nutzt nicht mehr alle ehemaligen Werkshallen. In einer Fabrik des Plastmaschinenwerks war bis 2010 die Veranstaltungshalle „Windberg-Arena“ untergebracht, die aufgrund von Baumängeln geschlossen werden musste. Die Halle wurde 2011 abgerissen.

Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs der Stadt und die Wohnungsnot in der DDR wurden an vielen Stellen Plattenbaugebiete errichtet, wie in Zauckerode, Niederhäslich und dem südlichen Deuben. Die Platten wurden nach der Wende zu großen Teilen abgerissen oder saniert. Entlang der Dresdner Straße, dem lang gestreckten Zentrum Freitals, finden sich vor allem in Potschappel Gründerzeithäuser. Etwas weiter entfernt von der Hauptstraße stehen vereinzelt Villen, zum Großteil aber einfache Wohnhäuser.

Die sozialdemokratischen Stadtväter wollten in den 1920er Jahren ein Zentrum am Freitaler Neumarkt errichten, geplant waren ein Rathaus und mehrere repräsentative Verwaltungsgebäude. Diese Pläne wurden jedoch nur vereinzelt realisiert. Zum Beispiel entstanden ein neues Gebäude für die Ortskrankenkasse und ein „Stadthaus“, das heute als Ärztehaus genutzt wird.

Ebenfalls prägend für das Freitaler Stadtbild sind die Kirchen in den Stadtteilen. Kirchengebäude stehen in Deuben, Döhlen, Hainsberg, Pesterwitz, Potschappel und Somsdorf. Meist in Kirchennähe sind Friedhöfe angelegt worden, die beiden größten sind der Friedhof Potschappel und der Johannisfriedhof Deuben. Auf dem Friedhof Döhlen befinden sich eine Denkmälerhalle und das Freiherrlich-Burgksche Mausoleum.

Gedenksteine und Mahnmale[Bearbeiten]

  • Das Bergmannsgrab in Kleinnaundorf, Am Segen, erinnert unweit des Windbergs an die 276 Bergleute, die am 2. August 1869 bei einer Schlagwetterexplosion im Segen-Gottes-Schacht und Neuhoffnungsschacht ihr Leben verloren.
  • Auf dem Johannisfriedhof, Stadtteil Deuben, erinnert ein Ehrenmal an 168 sowjetische Opfer von Zwangsarbeit, deren Namen (147 sind bekannt) auf dreieckigen Gedenkstelen entlang der nördlichen und westlichen Friedhofsumgrenzung vermerkt sind. Gegenüber befindet sich eine Grabanlage mit einem Ehrenmal für weitere Zwangsarbeiter aus Litauen, Ungarn, der Tschechoslowakei und Italien.[45]
  • Gedenkstein an der Blumenstraße, Stadtteil Birkigt, für 33 Sowjetbürger, sechs Belgier, drei Franzosen, zwei Tschechen und einen Engländer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer der Zwangsarbeit wurden
  • Bronzeplastik aus dem Jahre 1958 vom Bildhauer Wieland Förster am Platz des Friedens vor dem Stadion, Stadtteil Döhlen, zur Erinnerung an alle Opfer des Faschismus
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1963 für die Freitaler Opfer des NS-Regimes im Rathaus des Stadtteils Potschappel: Georg Anders, Fred Drescher, Paul Ehrlich, Willi Göschik, Kurt Heilbut, Kurt Koch, Otto Kuttler, Hermann Lindner, Erhard Liebscher, Johannes May, Otto Ryssel, Willi Schneider und Karl Unger; von 1990 bis 2002 in der Abstellkammer befindlich, heute im Rathaus Potschappel angebracht
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1996 am Wohnhaus Westendstraße 30 für den jüdischen sozialdemokratischen Redakteur Kurt Heilbut, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1974 am Stadion, Stadtteil Hainsberg, zur Erinnerung an den kommunistischen Arbeitersportler Johannes May, der seit 1943 bei der Wehrmacht vermisst wurde (das Stadion trägt seit dem 22. September 1975 seinen Namen)
  • Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Wurgwitzer Sportler am Fußballplatz des Stadtteiles Wurgwitz
  • Gedenkstätte in Wurgwitz für Opfer von Gewalt und Schreckensherrschaft an der Wiederitz
  • Bronzestatue eines Stahlwerkers vor dem Eingang des Edelstahlwerkes
  • Denkmal „Eisernes Kreuz“ für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges oberhalb des Johannes-May-Stadions bei Freital-Hainsberg
  • König-Albert-Denkmal auf dem Windberg
  • Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Platz der Jugend

Parks und Plätze[Bearbeiten]

Im Stadtteil Deuben befindet sich der Goetheplatz, eine Parkanlage mit Teich, Wasserfontäne und einer Ehrensäule für König Albert, dem auch das Windbergdenkmal gewidmet wurde. Auf dem Platz der Jugend an der Weißeritz in Potschappel steht ein Mahnmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten.

Der Platz des Handwerks ist der zentrale Platz in Potschappel. Er befindet sich direkt vor dem Bahnhofsgebäude Potschappel neben dem Rathaus und wurde nach dem Hochwasser 2002 neu gestaltet. Gegenüber liegt an der Weißeritz eine 2008 parkähnlich ausgebaute Freifläche. Ein Brunnen war schon von Anfang an vorgesehen, wurde aber erst 2009 installiert. Zu diesem Anlass erhielt der Platz seinen Namen, vorher hieß er umgangssprachlich „Bahnhofsvorplatz“.

Der Neumarkt sollte nach der Stadtgründung das Zentrum Freitals werden. Um den Platz herum entstanden viele Funktionsgebäude der Stadt neu, zum Beispiel die Ortskrankenkasse und das Finanzamt. Vorher war die Fläche unbebaut. Der Neumarkt, der zur Weißeritz hin an einen Park grenzt, ist seit etwa 1960 asphaltiert und dient als Parkplatz und Veranstaltungsfläche. In den 1970er Jahren wurde ein Brunnen an der straßenzugewandten Seite installiert.

Am Flusslauf der Weißeritz befinden sich ab und an kleinere Parkanlagen, wie in Döhlen am Platz des Friedens oder am Sachsenplatz. Der Heilsberger Park an der Wilden Weißeritz ist als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen.

Sport[Bearbeiten]

Größere Sportvereine in Freital sind der FV Blau-Weiß Stahl Freital, der Hainsberger Sportverein (Abteilungen Boxen, Fußball, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Tennis, Tischtennis und Volleyball), die SG Motor Freital (Bogenschießen, Fußball und Leichtathletik), die SG Weißig 1861 (Fußball und Leichtathletik) und der Spielmannszug Freital e. V. Die Fußballmannschaft von Stahl Freital befindet sich gegenwärtig in der sächsischen Bezirksliga. Die erste Mannschaft des Radballvereins RSV Freital spielt seit der Saison 2012/13 in der Verbandsliga und damit der zweithöchsten Spielklasse Sachsens. Sportplätze befinden sich in Döhlen (Stadion des Friedens), Hainsberg (Johannes-May-Stadion), Wurgwitz (am Alfred-Damm-Heim), Potschappel (Stadion am Burgwartsberg), Weißig und Pesterwitz. Große Sporthallen stehen am Berufsschulzentrum in Burgk, an der Grund- und Oberschule in Hainsberg und am Weißeritzgymnasium in Deuben.

Das Freizeitzentrum „Hains“ im Weißeritz-Park verfügt neben einer Schwimmhalle über eine überdachte Fläche, die im Sommer für Badminton und Tennis und im Winter zum Eislaufen benutzt werden kann. Die Technischen Werke Freital betreiben die beiden Freibäder Windi in Niederhäslich und Zacke in Zauckerode. Das Zacke wurde 1925 als Glück-Auf-Bad eröffnet. Dazu kaufte die Stadt einen alten Kunstteich des Steinkohlenwerkes Zauckerode samt umgebender Landfläche, sodass zur Einweihung 3000 m² Wasser- und 2000 m² Landfläche genutzt werden konnten.[9] In den Jahren 1995–1996 erhielt das Bad drei große Rutschen sowie zu Beginn der 2000er Jahre neue Sanitär- und Verwaltungsgebäude. Das Zacke wird vom Quänebach mit Wasser versorgt. Das Windi ist bereits gut 20 Jahre eher eröffnet worden. Zunächst war das am 24. Juni 1906 eröffnete und mit Mitteln des „Naturheilvereins Deuben“ errichtete „Licht- und Luftbad“ am Hang des Windberges nach Geschlechtern getrennt. Zu DDR-Zeiten trug das Bad den Namen des Vereinsgründers Hermann Wolf.[46]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt ist von der sächsischen Landesregierung als Mittelzentrum im Verdichtungsraum eingestuft.[2] Das Döhlener Becken ist nach wie vor industriell geprägt, während die Stadtteile außerhalb des Tales oft noch landwirtschaftliche Züge tragen. In der Nachwendezeit entstanden auf ehemaligen Großindustrieflächen neue Gewerbegebiete oder es wurden neue Nutzflächen erschlossen. Am 30. Juni 2011 waren insgesamt 9609 Arbeitnehmer am Arbeitsort und 14.167 Arbeiter am Wohnort beschäftigt.[3] Im Jahr 2003 gab es 3871 Arbeitslose in der Stadt. Der Wert sank für das darauffolgende Jahr 2004 auf 3754 Arbeitslose ab, stieg 2005 aber wieder auf 3854. Von 2006 bis 2008 sank die Arbeitslosigkeit kontinuierlich, 2006 waren 3722 Menschen arbeitslos gemeldet, 2008 waren es 2932.[47][48] Die Arbeitslosenquote lag in diesem Jahr bei 12,7 %. Nach Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit weist Freital ein negatives Pendlersaldo auf. Am 30. Juni 2011 standen 5583 Einpendlern 10.141 Auspendler gegenüber.[49] Das ist vor allem der Nähe zur Landeshauptstadt Dresden geschuldet, in deren Ballungsraum Freital sich befindet.

Unternehmen[Bearbeiten]

Logo des Edelstahlwerks
Gebäude des Glaswerks

In Freital vertretene Wirtschaftszweige sind Baustoffindustrie, Chemieindustrie/Pharmazie, Gerätebau, Glasherstellung, Kunststofftechnik, Maschinenbau, Metallbearbeitung und -verarbeitung, Metallurgie, Nahrungs- und Genussmittelherstellung, Papierherstellung sowie Porzellanherstellung und -verarbeitung. Zudem existieren etwa 300 Einzelhandelseinrichtungen mit einer Verkaufsfläche von insgesamt etwa 60.000 m² und über 380 Handwerksunternehmen mit ca. 1500 Beschäftigten.[50]

Größter Arbeitgeber in der Stadt ist das Edelstahlwerk Freital, das zur ebenfalls in Freital ansässigen BGH-Gruppe (Boschgotthardshütte) gehört. Zu DDR-Zeiten war der Volkseigene Betrieb Edelstahlwerk 8. Mai 1945 Freital einer der größten edelstahlverarbeitenden Betriebe des Landes mit über 1000 Beschäftigten.[51] Heute werden im verkleinerten Werk Edel- und Sonderstähle hergestellt. Das Unternehmen hatte 2013 fast 700 Mitarbeiter.[52] Die Werkshallen befinden sich in den Stadtteilen Deuben und Döhlen. Die Unternehmensverwaltung hat ihren Sitz im Stadtteil Deuben. Ebenfalls in der Metall- und Stahlbranche angesiedelt ist das Hainsberger Metallwerk, ein Hersteller von Werkzeug, Formen, Sondermaschinen und Mustern mit ca. 70 Mitarbeitern.[53]

Die Papierfabrik Hainsberg (hainsberg papier) hatte Mitte 2009 etwa 100 Mitarbeiter[54] und befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Hainsberger Metallwerk. Ein weiteres größeres Unternehmen in Freital ist die Glashütte Freital im Stadtteil Döhlen. Dieser Betrieb stellt Behälterglas her und hatte Ende 2010 ca. 70 Mitarbeiter.[55] Auch in der Baustoffindustrie sind größere Unternehmen in der Stadt vertreten, wie das EDER Ziegelwerk Freital in Döhlen, ein Systemanbieter für den Naturbaustoff Ziegel mit 56 Mitarbeitern,[56] oder die EHL Baustoffwerke in Wurgwitz, ein Hersteller von Betonartikeln für den Garten- und Landschaftsbau mit ca. 35 Mitarbeitern im Dezember 2010.

In der Gesundheitsbranche existiert die Bombastus-Werke AG mit Produktion von Arznei- und Gesundheitspflegemitteln sowie Homöopathika. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Stadtteil Zauckerode. Anfang des Jahres 2012 hatte Bombastus ca. 160 Mitarbeiter.[57] Das Klinikum Freital gehört zur Weißeritztal-Kliniken GmbH, die auch das Krankenhaus in Dippoldiswalde betreibt. Die Weißeritztal-Kliniken waren erst eine Tochter der Rhön-Klinikum AG, im Februar 2014 wurde sie von den Helios-Kliniken übernommen. Das Klinikum befindet sich zentral gelegen im Stadtteil Deuben nahe der Grenze zu Hainsberg.

Aus der 1990 gegründeten Drogeriemarktkette DAKO, die ihre erste Filiale in Freital hatte, entstand später die Non-Food-Handelskette Pfennigpfeiffer mit über 100 Geschäften in ganz Deutschland.[58] Im Bereich der Lebensmittel ist zudem die Werner’s Nahrungsmittel GmbH in Potschappel tätig, die vor allem durch die Herstellung von Kloßmehl bekannt ist. Das Unternehmen hatte Anfang 2012 ca. 20 Mitarbeiter.[59]

Bis 1995 hatte die Sparkasse Freital ihren Sitz in der Stadt, sie wurde mit der Sparkasse Dippoldiswalde zuerst zur Sparkasse Weißeritzkreis, dann 1999 mit der Sparkasse Pirna-Sebnitz zur Sparkasse Freital-Pirna und 2003 mit der Sparkasse Westlausitz zur Sparkasse Elbtal-Westlausitz vereinigt. Seit 2004 ist die Ostsächsische Sparkasse Dresden für den gesamten Landkreis zuständig.

Bis in die Nachwendezeit war Freital ein Standort der sächsischen optischen Industrie (Welta, Freitaler Kamerawerke Beier, Karl Pouva AG). Das Plastmaschinenwerk Freital stellte noch bis 1997 Spritzgießmaschinen her. In den 1950er Jahren arbeiteten über 500 Menschen in diesem Betrieb, im Jahr 1997 betrug der Jahresumsatz 13,6 Mio. DM.[60]

Öffentliche Einrichtungen und Medien[Bearbeiten]

Zentrale Sparkassenfiliale in Potschappel

Die Stadt verfügte über ein Polizeirevier, das heute Polizeistandort (verwaltet vom Revier Dippoldiswalde) ist. Weitere öffentliche Einrichtungen sind die Stadtbibliothek Freital und das Finanzamt Freital. Die Stadt Freital ist über die Wirtschaftsbetriebe Freital GmbH an der Freitaler Projektentwicklungsgesellschaft, an den Technischen Werken Freital, an der Wohnungsgesellschaft Freital und an der Freitaler Strom und Gas GmbH beteiligt.[61]

Die auflagenstärkste Tageszeitung im Stadtgebiet ist die Sächsische Zeitung (SZ). In der SZ erscheint täglich eine Regionalausgabe (Freitaler Zeitung) für Freital, Wilsdruff, Tharandt, Dorfhain, Rabenau, Kreischa und Bannewitz.[62] Außerdem liegt Freital im Verbreitungsgebiet der Dresdner Neuesten Nachrichten. Regional orientiert sind der kostenlos erhältliche „Freitaler Reporter“ und das von der Stadtverwaltung herausgegebene Amtsblatt „Freitaler Anzeiger“. Der regionale Fernsehsender „FRM“ aus Dippoldiswalde übernimmt neben dem Mitteldeutschen Rundfunk die Ausstrahlung eines regionalen Fernsehprogramms.[63] Kabelfernsehen wird zum Großteil durch Tele Columbus angeboten.

Tourismus und Einzelhandel[Bearbeiten]

Weißeritz-Park

Der innerstädtische Einzelhandel ist in Freital nur wenig ausgeprägt. Dies hat einerseits die geringe Attraktivität der zentralen mitunter vierspurigen Durchgangsstraße Dresdner Straße als Einkaufs- und Wohngegend und andererseits das große Angebot an Läden und Märkten in Dresden zur Ursache.[64] Das 1994 eröffnete Freitaler Einkaufszentrum Weißeritz-Park am Rande der Stadt verfügt über knapp 19.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und beherbergt 65 Geschäfte.[65] In der „Panschau-Galerie“ im Stadtteil Döhlen sind neben der Stadtbibliothek die Filialen mehrerer Einzelhandelsketten angesiedelt. Das nur wenige hundert Meter entfernte „City-Center“, gelegen zwischen Neumarkt und Busbahnhof, ist ein weiteres größeres Einkaufszentrum.

Auch der Tourismus in Freital wird durch die Landeshauptstadt beeinflusst. Einerseits behindert das teilweise vorhandene Überangebot an Hotelbetten in Dresden die Entwicklung der Übernachtungszahlen in Freital, andererseits werden Beherbergungsstätten in der Stadt wegen niedrigerer Preise von Touristen bevorzugt.[66] In Freital selbst gibt es nur wenige überregional bekannte Sehenswürdigkeiten, deshalb spielt der Tourismus in der Stadt insgesamt eine untergeordnetere Rolle als beispielsweise in den Kulturstädten Dresden oder Meißen. Im Juli 2010 waren acht Beherbergungsstätten mit 567 angebotenen Betten in Freital geöffnet. Die Stadt zählte 2011 insgesamt 20.810 vorübergehende Aufenthalte ohne Übernachtung sowie 43.534 Übernachtungen.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Verkehr in Freital
Plan des Freitaler Busnetzes

Der Öffentliche Personennahverkehr in Freital wird im Wesentlichen durch die sechs Stadtbuslinien A–F sowie eine Vielzahl von Überlandbussen des Regionalverkehrs Dresden (RVD) organisiert.[67] Im Stadtgebiet verkehrt zudem ein Anruf-Sammeltaxi.[68] Die zentrale Umstiegsmöglichkeit befindet sich am Busbahnhof Freital-Deuben mit einem Haltepunkt der Deutschen Bahn AG.[69] Die Dresdner S-Bahn-Linie S3 befährt von Dresden Hauptbahnhof aus die Bahnstrecke Dresden–Werdau an der Weißeritz entlang über Freital nach Tharandt. Auf dem Stadtgebiet befinden sich hier die Bahnhöfe Freital-Potschappel und Freital-Hainsberg und die Haltepunkte Freital-Deuben und Freital-Hainsberg West. Die Fahrt von Freital-Deuben zum Dresdner Hauptbahnhof dauert etwa zwölf Minuten.[70] Freital wird mit Dresden, Freiberg, Chemnitz, Zwickau, Hof (Saale) und Nürnberg auch durch Regional-Express-Züge verbunden.

Nebenstrecke dieser Bahnlinie ist die dampfbetriebene Weißeritztalbahn (Schmalspur) von Freital-Hainsberg nach Kipsdorf, die nach Hochwasserschäden seit Dezember 2008 wieder bis Dippoldiswalde in Betrieb ist.[71] Auf Stadtgebiet befindet sich hier neben Hainsberg der Haltepunkt Freital-Coßmannsdorf.[72] Die normalspurige Windbergbahn vom Abzweig Freital-Ost hat der Windbergbahn e.V. von der DB Netz AG gepachtet und arbeitet an einer Freigabe der Strecke als Museumsbahn.[73] Seit September 2012 werden auf einem Teilstück wieder Sonderfahrten angeboten. Des Weiteren existierten die Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen und die Niederhermsdorfer Kohlezweigbahn, die seit 1972 stillgelegt sind.[74]

Durch Freital führen keine Bundesstraßen. Nahe gelegen sind die B 170 bei Possendorf und die B 173 bei Kesselsdorf, die durch die Staatsstraße 36 mit dem Freitaler Straßennetz verbunden sind. Weitere Staatsstraßen verlaufen von Dresden nach Tharandt („Dresdner Straße“ S 194) und von Hainsberg nach Rabenau und Dippoldiswalde („Rabenauer Straße“ S 193). Über die Bundesstraßen 173 und 170 bestehen Verbindungen zur Bundesautobahn 17 (Dresden–Prag) an den Anschlussstellen „Dresden-Gorbitz“ (B 173) und „Dresden-Südvorstadt“ (B 170). Vor dem Bau dieser Autobahnen war die Verbindung über die Anschlussstelle „Wilsdruff“ an die Bundesautobahn 4 der kürzeste Weg auf die Autobahn. Im Zuge des Baus der A 17 wurde ein neuer Autobahnzubringer auf den nördlichen Fluren des Stadtteils Wurgwitz errichtet, der Freital an die B 173 anbindet.

Der nächste Verkehrsflughafen ist der über die umgebenden Autobahnen erreichbare Flughafen Dresden. Das nächstgelegene schiffbare Gewässer ist die Elbe mit dem Alberthafen Dresden-Friedrichstadt.

Bildung[Bearbeiten]

Wurgwitzer Schulgebäude

In Freital befindet sich das Berufliche Schulzentrum für Technik und Wirtschaft „Otto Lilienthal“ als berufsbildende Schule mit Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule und Beruflichem Gymnasium. Im Jahre 1998 wurde für diese Schule ein großes neues Schulgebäude im Stadtteil Burgk errichtet. Zuvor war sie auf drei Standorte in der Freitaler Dresdner und Südstraße sowie in Rabenau aufgeteilt.[75] Das ehemalige Gymnasium „Manfred von Ardenne“ in Zauckerode wurde 2003 mit dem Kreisgymnasium Freital-Deuben zusammengelegt. Die im September 2007 in Weißeritzgymnasium umbenannte Schule war danach einige Zeit lang das nach Schülerzahlen größte Gymnasium in Sachsen.[76] Am 16. September 2011 lernten im Weißeritzgymnasium 933 Schüler in 30 Klassen. Am Gymnasium waren zum Zeitpunkt 88 Lehrer hauptberuflich angestellt.[3]

Es gibt drei Oberschulen (bis 2013 Mittelschulen) in Freital: die Geschwister-Scholl-Oberschule in Hainsberg, die Waldblick-Oberschule Niederhäslich und die Oberschule „Gotthold Ephraim Lessing“ in Potschappel. Geschlossen wurden die Schulen in Wurgwitz, Weißig und Döhlen. Insgesamt lernten am 16. September 2011 an Mittelschulen 898 Schüler in 41 Klassen mit 97 Lehrern.[3]

Sieben Grundschulen bestehen in Freital: die Geschwister-Scholl-Grundschule in Hainsberg, die Glückauf-Grundschule in Zauckerode, die Grundschule „Ludwig Richter“ in Birkigt, die Grundschule „Gotthold Ephraim Lessing“ in Potschappel, die Grundschule „Am Albertschacht“ in Wurgwitz, die Grundschule in Pesterwitz und die Grundschule Poisental. Die Grundschule Weißig wurde geschlossen. Die noch bestehenden Grundschulen verfügten am 16. September 2011 über 65 Klassen mit 1.260 Schülern, die von insgesamt 85 Lehrern unterrichtet wurden.[3]

Weitere Schulen sind die Schule zur Lernförderung „Friedrich Schiller“ mit Klinik- und Krankenhausschule in Döhlen und die „Schule im Park“ für geistig Behinderte in Hainsberg. Am 16. September 2011 wurden in diesen beiden Schulen 276 Schüler von 41 Lehrern in 25 Klassen unterrichtet.[3] Als private Schule befindet sich der gemeinnützige Schulverein „Best-Sabel“ (1896 in Nürnberg von Gustav-Adolf Sabel gegründeter deutschlandweit tätiger Schulträger[77]) mit den staatlich anerkannten Ersatzschulen Berufsfachschule für Wirtschaft und Technik sowie Fachoberschule für Gestaltung und Sozialwesen in Freital.

Zum Ende des Schuljahres 2010/2011 verließen 216 Absolventen die städtischen Schulen, davon 38 ohne und 30 mit Hauptschulabschluss sowie 80 mit Realschulabschluss. Die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangten 68 Schüler.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wilhelmine Reichard

Zu den bedeutendsten Personen , die auf dem heutigen Stadtgebiet ihre Spuren hinterlassen haben, zählt der Faktor bei den Königlichen Steinkohlenwerken Zauckerode, Ernst Friedrich Wilhelm Lindig (1779-1852). Unter seiner Leitung wurde das Zauckeroder Steinkohlenwerk zu einem Vorreiter auf technischem und sozialem Gebiet. Lindig gilt als Erfinder der Kohlenwäsche, einem heute weltweit verbreitetem Verfahren zur Aufbereitung von Steinkohlen. Auf sein Wirken gehen unter anderem die Gründung der Bergarbeitersiedlung Unterweißig, die erste Dampfmaschine im sächsischen Bergbau (1820) und der Tiefe Elbstolln zurück. Zu den bekanntesten Freitaler Persönlichkeiten gehört Wilhelmine Reichard (1788–1848), die als erste deutsche Ballonfahrerin bekannt wurde. Sie lebte von 1814 bis zu ihrem Tod im späteren Freitaler Stadtteil Döhlen. Heute existieren Heißluftballons, die ihr Porträt und ihren Namen tragen. In Andenken an diese Frau wird Freital mitunter auch „Wilhelmine-Reichard-Stadt“ genannt. Namhafte Persönlichkeiten der Stadt und ihrer Vorgängergemeinden waren oft Unternehmer wie Carl Friedrich August Dathe von Burgk, der als Kohlebaron die Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke gründete und der Region damit zu wirtschaftlichem Aufschwung durch den Abbau von Steinkohle verhalf. Durch Karl Pouva und seine Karl Pouva AG wurde Freital ein wichtiger Standort der sächsischen Kameraindustrie. Weitere wichtige Industrielle, die im Raum Freital gewirkt haben, sind Carl Wilhelm von Oppel und Adolf Theodor Roscher.

Freital ist Geburtsort mehrerer international erfolgreicher Sportler wie Jens Kruppa (* 1976), der als Schwimmer die Silbermedaille in der Lagenstaffel bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen errang. Die Volleyballerin Kerstin Tzscherlich spielte in der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft. Der Fußballtorhüter Tom Starke ist beim FC Bayern München unter Vertrag. Der lange Zeit in Freital lebende Richard Hoffmann war 25-facher Nationalspieler in der Deutschen Fußballnationalmannschaft und später Fußballtrainer und Sportfunktionär in der DDR, unter anderem als Gründungsmitglied des Nationalen Olympischen Komitees der DDR.

Als besondere Auszeichnung für hohe Verdienste hat die Stadt Freital bisher sieben Personen zu Ehrenbürgern ernannt. Vor allem Künstler und Schriftsteller wurden mit dem Ehrenbürgerrecht bedacht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal (= Werte unserer Heimat. Band 21). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973.
  •  Tobias Günther: Freital. Leipzig 2003, ISBN 3-934572-74-X.
  •  Eberhard Gürtler, Klaus Gürtler: Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken. Schächte links und rechts der Weißeritz. Freital 2000.
  •  Hellmuth Heinz: Freital und der Plauensche Grund. In: Unser kleines Wanderheft. Nr. 62, Leipzig 1957.
  •  Juliane Puls: Freital. Auf dem Weg zur Stadt. Erfurt 2000, ISBN 3-89702-227-3.
  •  Juliane Puls: Freital. Gegründet auf Kohle und Stahl. Erfurt 2004, ISBN 3-89702-659-7.
  •  Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie / Sächsisches Oberbergamt (Hrsg.): Das Döhlener Becken bei Dresden. Geologie und Bergbau. Dresden 2007, ISBN 3-9811421-0-1 (Digitalisat, PDF-Datei, 44 MB, abgerufen am 3. März 2012).
  •  Vincenz Kaiser: Berthold von Potschappel und seine Kollegen. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 3. Juni 2006, S. 9.
  •  Vincenz Kaiser: Von Potschappel nach Grafenstein. Die Burggrafen von Dohna und ihre Ministerialität zwischen Elbtal und Oberlausitz im Hochmittelalter. In: Neues Lausitzisches Magazin. Nr. 13, 2010.
  •  Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. In: Neues Archiv für sächsische Geschichte. Nr. 80, 2009, S. 1–38, bes. S. 13 ff..
  •  Siegfried Huth, Roland Hanusch, Wolfgang Burkhardt (Hrsg.): Erinnerungen. Freital im Foto zwischen 1950 und 1980. Freital 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Freistaat Sachsen, Staatsministerium des Innern (Hrsg.): Landesentwicklungsplan Sachsen 2003. (Landesentwicklungsplan 2003).
  3. a b c d e f g h Gemeindestatistik Sachsen 2012 für Freital
  4. Gemarkungsschlüsselkatalog Freistaat Sachsen. Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, 10. Januar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012 (PDF, 171 KB).
  5. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie/Sächsisches Oberbergamt [Hrsg.]: Das Döhlener Becken bei Dresden. Geologie und Bergbau. Dresden 2007. S. 7, ISBN 3-9811421-0-1. Digitalisat (PDF-Datei; 44 MB) im Webarchiv
  6. Uwe Hoffmann: Das Rotliegend des Döhlen-Becken (Elbezone): Neue Daten zu Vulkanismus und Sedimentation, In: Workshop „Oberkarbon – Untertrias in Zentraleuropa: Prozesse und ihr Timing“, 53. Berg- und Hüttenmännischer Tag, 2002, Freiberg. Digitalisat (pdf-Datei, 3,3 MB)
  7. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie/Sächsisches Oberbergamt [Hrsg.]: Das Döhlener Becken bei Dresden. Geologie und Bergbau. Dresden 2007. S. 8, ISBN 3-9811421-0-1. Digitalisat (pdf-Datei, 44 MB)
  8. a b  Siegfried Huth: Freital in alten Ansichten. 1, Freital, ISBN 978-90-288-5521-2.
  9. a b  Siegfried Huth: Freital in alten Ansichten. 2, Freital, ISBN 978-90-288-6314-9.
  10. Heinz Fiedler: Ein Name sorgt für Torheiten und Aufregung. In: Sächsische Zeitung, 10. Oktober 2008
  11. Heinz Fiedler: Die Stadt am Windberg bleibt selbstständig. In: Sächsische Zeitung, 28. November 2007
  12. a b c d Gemeinderatswahl 1994: Freital auf statistik.sachsen.de
  13. Verena Weiß: Rabenau und Freital erinnern an Kanu-WM. In: Sächsische Zeitung, 18. Mai 2012
  14. Bevölkerung jeweils am 31. Dezember 2011 bis 2025 für Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern (Excel-Datei; 191 KB)
  15. Bertelsmann Stiftung: Bevölkerungsprognose
  16. Freital im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  17. a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt
  18. Deuben im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  19. a b Gemeindeteilstrukturänderung am 1. März 2011 im Regionalregister Sachsen
  20. Heinz Fiedler: Potschappels Wurzeln. In: Sächsische Zeitung, 23. März 2012.
  21. Potschappel im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  22. Zauckerode im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  23. Birkigt im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  24. Ortsteile, Gemarkungen auf freital.de (Version vom 30. Juni 2002 im Internet Archive)
  25. Burgk im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  26. Coßmannsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  27. Hainsberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  28. Saalhausen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  29. Pesterwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  30. Kirchen & Religionsgemeinschaften. Stadt Freital, abgerufen am 22. Februar 2012.
  31. Stadtkreis Freital. Michael Rademacher, abgerufen am 22. Februar 2012.
  32. a b Gemeinderatswahl 2014: Freital auf statistik.sachsen.de
  33. Gemeinderatswahl 2009: Freital auf statistik.sachsen.de
  34. Gemeinderatswahl 2004: Freital auf statistik.sachsen.de
  35. Gemeinderatswahl 1999: Freital auf statistik.sachsen.de
  36. Ortschaftsräte auf freital.de
  37. Oberbürgermeisterwahl 2008 – vorläufiges Endergebnis (PDF-Datei; 468 KB)
  38. Erster Bürgermeister auf freital.de
  39. Zweiter Bürgermeister auf freital.de
  40. Historie des Freitaler Stadtwappens auf freital.de
  41. derwesten.de: Oberhausener Politiker fordern Subventionsverteilung nach Bedürftigkeit, 5. Juni 2011
  42. Städtepartnerschaften auf freital.de
  43. Deste & Märkte auf freital.de
  44. Auszeichnungen der Stadt Freital auf freital.de
  45. Stiftung Sächsische Gedenkstätten: Freital – Deuben Johannesfriedhof Wartburgstraße
  46.  Siegfried Huth: Freital in alten Ansichten. 3, Freital, ISBN 978-90-288-6588-4.
  47. Statistisches Landesamt: Der Arbeitsmarkt im Freistaat Sachsen – Arbeitslose 2003 bis 2008 nach Gemeinden (PDF; 572 kB)
  48. Gemeindestatistik Sachsen 2009 für Freital
  49. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Stichtag 30. Juni 2011 (Excel-Datei; 1,6 MB)
  50. Entwicklung der Wirtschaft auf freital.de
  51. Thomas Hoinka: Nachwuchsförderung und Fachkräfteentwicklung – Erfahrungsbericht der BGH Edelstahl Freital GmbH (PDF-Datei; 55 KB)
  52. Präsentation der BGH-Gruppe (PDF-Datei; 9,7 MB)
  53. Informationen über das Unternehmen auf der Website des Hainsberger Metallwerks
  54. Domokos Szabó: Die Papierfabrik Hainsberg baut nächstes Jahr ein neues Kraftwerk. In: Sächsische Zeitung, 11. August 2009.
  55. Matthias Weigel: Millionen sind nicht selbstverständlich. In: Sächsische Zeitung, 19. Januar 2011.
  56. Kurzcharakteristik auf der Website des Ziegelwerkes Eder
  57. Matthias Weigel: Bombastus will gesund wachsen. In: Sächsische Zeitung, 24. Februar 2012.
  58. Geschichte von Pfennigpfeiffer auf der Unternehmenswebsite
  59. Ines Mallek-Klein: Die Kloßmacherin. In: Sächsische Zeitung, 28. Januar 2012.
  60. Dieter Bock: Der Spritzgießmaschinenbau der DDR/die historische Entwicklung und ihr Umfeld, Eibau 2004.
  61. Dienstleister im Auftrag der Stadt Freital auf freital.de
  62. Onlineversion der Regionalausgabe Freital
  63. Website des FRM mit Regionalnachrichten für Freital
  64. Matthias Weigel: So will Freital Geschäfte in die Innenstadt bringen. In: Sächsische Zeitung, 25. Februar 2012.
  65. Website des Weißeritzparkes mit Unternehmensdaten
  66. Matthias Weigel: Freital büßt Übernachtungen ein. In: Sächsische Zeitung, 22. Februar 2011.
  67. Liniennetzplan Freital mit Haltstellen (PDF-Datei; 470 KB)
  68. Anruf-Sammel-Taxi auf der Website des Regionalverkehrs Dresden
  69. Übergangsstelle Freital-Deuben auf der Website des Verkehrsverbundes Oberelbe
  70. Fahrplan der S-Bahnlinie S3 (PDF-Datei; 101 KB)
  71. Geschichtliche Informationen zur Weißeritztalbahn auf der Website der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn
  72. Bahnhöfe der Weißeritztalbahn auf der Website der Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn
  73. Matthias Weigel: Windbergbahner starten Wiederaufbau der Strecke In: Sächsische Zeitung, 14. Juni 2011.
  74.  Peter Kretzschmar, Kultur- und Sportbund Wurgwitz (Hrsg.): Wurgwitz 1206 − 2006: Geschichte und Geschichten. Wurgwitz 2006.
  75. Geschichte der Freitaler Berufsbildung im Überblick (4) auf bsz-freital.de
  76. Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Schulgebäudes auf der Krönertstraße. Weißeritzgymnasium Freital, 2007. S. 40.
  77. Chronik des Unternehmens Best-Sabel Bildungseinrichtung

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Als Brandschiefer bezeichnet man mit dünnen Kohlenschichten vermischte Schiefertone. Die Kohle und der Schieferton können dabei auch in wechselnden Schichten auftreten. Brandschiefer hat einen hohen Aschegehalt. (Quelle: Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon.)
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