Freital

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freital
Freital
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freital hervorgehoben
51.01666666666713.65160Koordinaten: 51° 1′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 40,53 km²
Einwohner:

39.275 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 969 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01705
Vorwahl: 0351
Kfz-Kennzeichen: PIR
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 110
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Dresdner Straße 56
01705 Freital
Webpräsenz: www.freital.de
Oberbürgermeister: Klaus Mättig (CDU)
Lage der Stadt Freital im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Höckendorf Hohnstein Kirnitzschtal Königstein/Sächsische Schweiz Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Pretzschendorf Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Schmiedeberg Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Stadtpanorama, links das Edelstahlwerk, rechts der Windberg

Freital ist eine Große Kreisstadt in Sachsen und die größte Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Stadt ist als Mittelzentrum im Verdichtungsraum ausgewiesen.[2] Sie entstand am 1. Oktober 1921 durch den Zusammenschluss der Orte Deuben, Döhlen und Potschappel. Bis 1999 kamen zwölf weitere Stadtteile hinzu. Der Name leitet sich von dem „freien“ Tal des Flusses Weißeritz ab, der durch das Stadtgebiet fließt. Geprägt wurde Freital im 20. Jahrhundert vom Steinkohlenbergbau und der Stahlindustrie („Tal der Arbeit“). Bis 1994 war Freital Kreisstadt des Landkreises Freital.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Freital liegt südwestlich von Dresden im Döhlener Becken, das von der vereinigten Weißeritz von Südwesten nach Nordosten durchflossen wird. Die Stadt befindet sich im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Freital ist nach der Landeshauptstadt die zweitgrößte Stadt im Ballungsraum Dresden. Als berühmte Landmarke erhebt sich der Windberg rund 100 Meter über das Tal. Der tiefste Punkt der Stadt liegt bei zirka 155 Meter ü. NN. am Übergang der Weißeritz in das Stadtgebiet von Dresden im Plauenschen Grund. Der 51. Breitengrad durchtrennt die Stadt genau im Zentrum.

Die Distanz vom nördlichsten zum südlichsten Punkt beträgt etwa elf Kilometer, die Distanz vom westlichsten zum östlichsten Punkt etwa neun Kilometer. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 40,53 Quadratkilometern in nordost-südwestlicher Richtung. Die Stadtteile Hainsberg und Somsdorf und die übrigen bilden zwei breitere Stellen, die durch eine Talenge von 1,7 Kilometern voneinander abgegrenzt sind. Die im Tal liegenden Stadtteile werden hauptsächlich durch die Täler von Weißeritz, Wiederitz, Weißiger Bach und Poisenbach begrenzt. Außerhalb der Täler verlaufen die Grenzen oftmals nicht entlang spezieller Reliefformen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Gemarkungen der Großen Kreisstadt Freital

Die Stadt Freital setzt sich aus 15 Stadtteilen mit einer Gesamtgröße von 40,53 Quadratkilometern zusammen. Weiter untergliedert sind diese in insgesamt 24 Gemarkungen.[3] Aufgrund dessen, dass Freital aus drei Gemeinden gebildet wurde, gibt es keine Kernstadt, als Stadtzentrum wird jedoch meist Potschappel genannt.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Freital grenzt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an drei Städte und zwei Gemeinden sowie an die kreisfreie Landeshauptstadt Dresden. Im Norden und Nordosten grenzt Dresden auf elf Kilometern gemeinsamer Grenze mit den Stadtteilen Zöllmen, Pennrich, Altfranken, Gorbitz, Roßthal, Dölzschen, Coschütz und Gittersee an. Im Osten grenzt die Gemeinde Bannewitz mit den Ortsteilen Cunnersdorf, Boderitz und Bannewitz auf vier Kilometern an.

Die Ortsteile Obernaundorf, Rabenau und Lübau der Stadt Rabenau haben im Südosten und Süden 13 Kilometer gemeinsame Grenzen mit Freital. Ebenfalls im Süden besteht mit nur 700 Metern ein kurzes Grenzstück zum Ortsteil Borlas der Gemeinde Höckendorf. Südwestlich und westlich Freitals schließt sich die Stadt Tharandt mit den Ortsteilen Tharandt und Großopitz auf etwa acht Kilometern an. Im Westen und Nordwesten grenzt die Stadt Wilsdruff mit den Ortsteilen Kleinopitz, Oberhermsdorf und Kesselsdorf mit sechs Kilometern gemeinsamer Grenzlänge an.

[Bearbeiten] Gewässer und Geologie

Im Stadtteil Hainsberg fließen die Rote Weißeritz und die Wilde Weißeritz zusammen. Nebengewässer der vereinigten Weißeritz sind die Wiederitz, der Poisenbach sowie kleinere meist kanalisierte Gewässer wie der Vorholzbach, der Burgker Bach, der Birkigter Bach, der Somsdorfer Bach und der Weißiger Bach. Nebengewässer der Wiederitz sind Hammerbach, Schlammbach und Quänebach. Natürliche stehende Gewässer existieren nicht, der Schlammteich im Bereich der Halde sowie das Rückhaltebecken Zauckerode sind im 20. Jahrhundert angelegt worden.

Geologisch ist das Döhlener Becken eine Rotliegend-Senke, welche am Ende des Oberkarbons entstand. Diese befindet sich zwischen der Elbezone und dem Erzgebirgischen Gneismassiv.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Geschichte der Dörfer

Potschappel und Umgebung
Wurgwitz, Zauckerode und Pesterwitz
Deuben und Hainsberg

Die schriftlich belegte Geschichte beginnt mit der bekannten Dresdner Urkunde von 1206, in der Adlige erscheinen, die sich nach Potschappel, Döhlen und Wurgwitz nennen. Diese Erstnennungen entspringen purem Überlieferungszufall, gerade Potschappel und Wurgwitz dürften zu dem Zeitpunkt schon Jahrhunderte bestanden haben, vielleicht seit dem 9. Jahrhundert. Potschappler Adel taucht erst wieder 1309 auf, während der Döhlener wohl 1228 als Arnold „de Zukerade“ (Erstnennung von Zauckerode) wieder begegnet. Die Potschappler dürften in den Herren von Sürßen aufgegangen sein, die anscheinend teilweise in die Oberlausitz übersiedelten. Es hat sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um ein hervorgehobenes Vassallengeschlecht der Burggrafen von Dohna gehandelt, das maßgeblich in die Durchführung von deren hochkolonialem Landesausbau in Richtung Rabenau, Dippoldiswalde eingebunden war (vgl. Artikel Burg Thorun). Die Herren von Wurgwitz, deren Geschicke sich gut nachvollziehen lassen, kolonisierten zur gleichen Zeit im Auftrag des Meißner Bischofs und gehörten – zumindest unter Bruno von Porstendorf – zu dessen engeren Vertrauten. Weitere sich nach Wurgwitz nennende Adlige begegnen aber noch bis ins 15. Jahrhundert. Die meisten Freitaler Stadtteile werden freilich erst im 14. oder gar erst im 15. Jahrhundert zum ersten Mal genannt.

Die (früh-)neuzeitliche Geschichte des heutigen Freitals ist eng verbunden mit der Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Döhlener Becken, dem jetzigen Freitaler Gebiet.

Erste Erwähnungen dazu gab es 1549. Der kurfürstliche Münzmeister Hans Biener erhielt durch Herzog Moritz von Sachsen das Privileg Steinkohle abzubauen. Es ist überliefert, dass die Steinkohlenfunde schon vorher bekannt gewesen sind, aber nur einige Bauern schürften knapp unter der Erdoberfläche, um Brennmaterial für den Eigenbedarf zu sichern. Im Jahr 1571 wurde erstmals in Burgk und 1574 in Potschappel Kohle abgebaut. Als die oberflächlichen Vorräte zur Neige gingen, gerieten die Schächte in Vergessenheit.

Im Jahr 1743 wurde ein so genanntes Steinkohlenmandat erlassen, das dem Grundbesitzer alle Rechte an der auf seinem Grundstück zu schürfenden Kohle gab. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gründeten sich ungefähr 30 Kleinbetriebe, die durch ihre geringe Größe und Erfahrung bei einem großen Konkurrenzdruck leistungsschwach waren.

Dies änderte sich mit dem Beginn der Industrialisierung. Das Königreich Sachsen wollte seinen Anteil daran haben und kaufte bis 1822 alle Betriebe links der Weißeritz auf. Im Jahr 1799 den Leopold-Erbstolln, 1806 die Rittergüter Zauckerode und Döhlen samt die Privilegien an den Potschappler Kohlefeldern. Aus den vielen kleinen Unternehmen wurde so ein großes erschaffen, das „Königlich–Sächsische Steinkohlenwerk Zauckerode“ (Julius Wilhelm von Oppel).

Auf der rechten Weißeritzseite begann die Konzentration der Betriebe erst 1819, als Carl Friedrich August Krebß (später Freiherr Dathe von Burgk) neuer Rittergutsbesitzer auf Burgk wurde. Er erbte fünf Schachtanlagen und kaufte umliegende Kohlefelder hinzu. Daraus gründete er die „Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke“.

Während dieser Konzentration setzte eine schnelle Entwicklung der Technik und der nachfolgenden Industrie ein. Der Aufschwung war so gewaltig, dass der Steinkohlenabbau des Plauenschen Grundes mehrere Jahrzehnte, etwa bis in die 1870er Jahre, in technischer und organisatorischer Hinsicht an der Spitze in Deutschland stehen konnte. Daraus folgten viele technische Neuerungen, wie das 1810 eingeführte „nasse Siebsetzen“ oder die 1820 eingeführten ersten Dampfmaschinen.

1823 begann man in Burgk mit der ersten Verkokung der Steinkohle und ab 1828 wurde das erste Gas erzeugt. Burgk wurde so zum ersten Dorf der Welt mit öffentlicher Gasbeleuchtung. Im gleichen Jahr hatte auch die Dresdner Innenstadt durch Rudolf Sigismund Blochmann eine Gasbeleuchtung erhalten. Im Jahr 1842 ging der erste sächsische Kokshochofen in den Burgker Eisenhüttenwerken in Betrieb.

Um die technisch bedingten großen Wassermengen aus den Gruben herauszubekommen, mussten Wasserbauwerke geschaffen werden, so der Tiefe Weißeritzstolln (1800–1838) und der Tiefe Elbstolln (1817–1836). Am 2. August 1869 ereignete sich im Neuhoffnungschacht der Burgker Steinkohlenwerke eine Schlagwetterexplosion, bei der 276 Bergleute umkamen. Am Segen-Gottes-Schacht nahe dem Windberg erinnert daran ein Denkmal. 1882 ging im Oppelschacht des Königlich–Sächsischen Steinkohlewerks Zauckerode die erste elektrische Grubenlokomotive der Welt von Siemens & Halske in Betrieb.

[Bearbeiten] Stadtgründung und Nationalsozialismus

Rathaus Döhlen, Ort der Stadtgründung

Erste Überlegungen zu einem Gemeindezusammenschluss im Döhlener Becken gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Da kein Name einer Gründungsgemeinde für den Stadtnamen in Frage kam, wurde ein Wettbewerb für den besten Namen der neuen Stadt ausgeschrieben. Es wurden Namen wie „Deupodö-Stadt“ (von Deuben, Potschappel und Döhlen) oder „Dreistadt“ eingereicht. Angenommen wurde der Vorschlag des Döhlener Gemeindevertreters Hermann Henker, die Stadt „Freital“ (freies Tal) zu nennen. Am 1. Oktober 1921 unterschrieben die Gemeindevorsteher von Deuben, Döhlen und Potschappel im Rathaus Döhlen den Gründungsvertrag der Stadt Freital. 1924 wurde das bis dahin zur Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt gehörende Freital kreisfreie Stadt innerhalb der Kreishauptmannschaft Dresden.

Seit der Kaiserzeit entwickelte sich der Ort bis in die Weimarer Zeit hinein zu einer Hochburg der Sozialdemokratie. In der Weimarer Republik war Freital die einzige Stadt in Sachsen mit einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister, da hier die Kommunisten nicht so stark wie im übrigen Sachsen vertreten waren. Der erste Oberbürgermeister Freitals war Max Baumann. Seine Amtszeit dauerte von 1921 bis 1922, danach hatte der Sozialdemokrat Carl Wedderkopf dieses Amt bis 1927 inne. Ihm folgte Gustav Klimpel bis 1933. Fast jeder zehnte Bürger war Mitglied der SPD, die für viele Vereine und Freizeitbeschäftigungen sorgte und Freital zu einer „Wohlfahrtsinsel“ machte.

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 gab es zahlreiche Widerstandsnester in Freital und Umgebung. Nach dem Ende der NS-Zeit und des Zweiten Weltkrieges 1945 traten wieder fast 3000 Menschen der SPD bei, und die SED erzielte eine deutliche Mehrheit bei den ersten Wahlen. Die SED-Herrschaft hat die Erinnerung an diese Startzeit vollständig überlagert, so erhielt die SPD 1990 nur noch 10% der Stimmen. Auch von der durch Arbeitsvereine geprägten Freizeitkultur ist heute in dieser Form nichts mehr übrig.

Während des Zweiten Weltkrieges etwa von 1943 bis 1945 wurde in der Stadt ein Zwangsarbeiterlager für 4000 bis 5000 jüdische Häftlinge eingerichtet, ein Drittel von ihnen waren Frauen, die in den Gußstahlwerken Döhlen des Flick-Konzerns Zwangsarbeit verrichten mussten. Sie waren aus den von Deutschland besetzten Ländern verschleppt worden. Am 24. August 1944 wurde von den Alliierten ein Luftangriff auf den Freitaler Stadtteil Birkigt geflogen, der als Ziel das Mineralölwerk der Rhenania-Ossag im Ort hatte. Trotz der vielen Industriebetriebe im Döhlener Becken wurde die Kernstadt Freitals nicht bombardiert.

Nach dem Krieg wurden viele Menschen aus dem zerstörten Dresden in Freital und den umliegenden Orten untergebracht.

[Bearbeiten] DDR-Zeit

Freital 1976 mit der Werksansicht auf den VEB Edelstahlwerk 8. Mai 1945
Arbeiter im Freitaler Edelstahlwerk 1980

1946 verlor Freital den Status der Kreisfreien Stadt und wurde in den Kreis Dresden-Land, der aus der Amtshauptmannschaft Dresden hervorgegangen war, eingegliedert. Die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut durchsuchte das Freitaler Steinkohlenrevier ab 1947 auf radioaktive Anomalien mit Hilfe mehrerer Schächte und Schürfe. Mit der Kreisreform 1952 wurde Freital Verwaltungssitz und kreisangehörige Stadt des neugegründeten Kreises Freital im Bezirk Dresden. Er entstand aus den Gebieten des alten Kreises Freital und dem Stadtgebiet. Im Juni 1961 wurde der spätere Freitaler Stadtteil Hainsberg Austragungsort der Weltmeisterschaft im Wildwasserrennen. Aus diesem Grund wurde die Straßenbahnlinie von Deuben bis nach Hainsberg verlängert. Für genug Wasser in der Weißeritz wurde durch die Öffnung der Talsperre Malter gesorgt.

Nach der Einstellung des Steinkohlenbergbaus 1968 übernahm die Wismut die Anlagen des Steinkohlenwerks „Willy Agatz“ und förderte bis 1989 sogenannte Erzkohle zur Urangewinnung. 1974 wurde die Straßenbahnlinie 3 der Dresdner Verkehrsbetriebe von Dresden-Plauen nach Freital-Hainsberg eingestellt und durch eine Stadtbuslinie (3A) ersetzt. In den Jahren nach der Stadtgründung bis zur Mitte der siebziger Jahre wurden die meisten umliegenden Gemeinden teilweise gegen den Willen der Bevölkerung nach Freital eingemeindet. Aufgrund der ungenügenden Abgasbehandlung in den zahlreichen Freitaler Industriebetrieben (Edelstahlwerk, Glaswerk, Papierfabrik, Alpha Chemie) musste die Stadt in ihrer Beckenlage zwischen 1950 und 1990 sehr oft starke Luftschadstoffbelastungen hinnehmen, deren Ausmaß offiziell verschwiegen wurde. Auch die Deponien des Bergbaus und des Stahlwerkes führten zu starken Belastungen des Naturhaushaltes.

An den Stadträndern wurden Wohngebiete errichtet. Kleinere Einheiten wurden in den 1960er Jahren am Raschelberg in Freital-Niederhäslich und in den 1970er Jahren in Freital-Hainsberg errichtet. Das größte Neubaugebiet war die Plattenbau-Siedlung in Zauckerode für die Arbeiter des Edelstahlwerks.

[Bearbeiten] Seit 1990

Blick auf Potschappel und die Weißeritz

Im Zuge der friedlichen Revolution 1989 erlebte Freital einige Demonstrationen, vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines Reinstsiliziumwerkes im angrenzenden Dresden-Gittersee. In den anschließenden freien Wahlen siegte in Freital zunächst die CDU mit Bürgermeister Dietmar Lumpe, ab 1994 stellte die SPD den Oberbürgermeister.

Im Zuge der Kreisreform 1994 wurde die zentraler gelegene Stadt Dippoldiswalde Kreissitz des neuen Weißeritzkreises, Freital erhielt 1997 den Status einer Großen Kreisstadt. Durch den Strukturwandel reduzierten viele der Industriebetriebe ihre Belegschaft, einige wurden geschlossen. Die Arbeitslosenquote in Freital stieg damit auf über 10%, konnte jedoch durch die Nähe zur Landeshauptstadt Dresden teilweise kompensiert werden. Zudem ging die Einwohnerzahl der Stadt deutlich zurück, von etwa 42.000 Einwohnern 1988 sank sie auf den Tiefstand von etwa 37.500 Ende 1995. Danach stagnierte sie, bis durch die Eingemeindung von Pesterwitz im Jahr 1990 wieder das Niveau von 1990 erreicht wurde.

In den späteren 1990er Jahren erhielt Freital ein modernes Stadtbussystem mit den Linien A-F, die vom Regionalverkehr Dresden betrieben werden. Der Bau einer Umgehungsstraße, vor allem zur Erschließung neuer, durch Industrieflächen-Konversion entstandener Gewerbeflächen, wurde begonnen. 1996 feierte Freital die 75-Jahr-Feier der Stadtgründung. Seit den Wahlen 2001 stellte die CDU mit Klaus Mättig wieder den Oberbürgermeister. Mättig war zuvor Gemeindevorsteher von Pesterwitz. Im Oktober 2001 wurde der erste Teilabschnitt der Bundesautobahn 17 zwischen dem Dreieck Dresden-West und Dresden-Gorbitz freigegeben. Damit verkürzte sich der Fahrtweg zur Autobahn deutlich.

Eines der wichtigsten Ereignisse der jüngsten Geschichte war das Hochwasser der Weißeritz im Jahr 2002. Im Zuge der sogenannten Jahrhundertflut zerstörte der Fluss große Teile der Infrastruktur im engen Tal und kostete auch Menschenleben. Die Sanierung beschädigter Straßen, Häuser und Brücken wurde bis 2005 weitgehend abgeschlossen. Viele stark beschädigte Häuser in der Innenstadt wurden abgerissen. Das Stadtbild wird seither von Freiflächen durchzogen. Auch die für den Tourismus bedeutende Weißeritztalbahn wurde stark beschädigt, sie konnte erst 2008 auf dem ersten Teilstück wieder in Betrieb genommen werden. Seit 2002 wird seitens der Landestalsperrenverwaltung viel Geld für den Hochwasserschutz, wie für die Erneuerung von Stützmauern, ausgegeben. Im Zuge der Sanierungen wurde das Schienennetz der Deutschen Bahn im gesamten Weißeritztal erneuert. Es entstand der Haltepunkt „Freital-Hainsberg-West“, die anderen Bahnhöfe im der Stadt wurden umfangreich saniert.

2006 wurde der erste Teil der Freitaler Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben, die Planungen für den zweiten Teil und damit die vollständige Ortsumgehung laufen seit einiger Zeit im Anfangsstadium. Freital gehört seit der Verwaltungsgebietsreform 2008 zum neugebildeten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit Pirna als Kreisstadt. Freital bleibt „Große Kreisstadt“. 2011 feierte die Stadt ihr 90-jähriges Bestehen.

[Bearbeiten] Entwicklung der Einwohnerzahl

Einwohnerdiagramm

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1820):

Jahr Einwohner
1820 1.844
1871 15.695
1890 22.556
Jahr Einwohner
1925 36.558
1939 37.061
1946 39.1591
1950 40.0482
1960 37.565
1964 42.076
1981 45.805
1984 44.331
Jahr Einwohner
1995 37.582
1997 37.652
1998 40.110
1999 40.224
2000 40.129
2001 39.937
2002 39.567
2003 39.302
Jahr Einwohner
2004 39.267
2005 39.174
2007 39.176
2008 39.1393
2009 39.200
2010 39.275

1 29. Oktober
2 31. August
3 30. Juni

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1921 vereinigten sich die Orte Deuben, Döhlen und Potschappel zur Stadt Freital.[4] Nach Deuben wurden 1900 Schweinsdorf und 1915 Niederhäslich eingemeindet.[5] Diese beiden Orte kamen nach dem Zusammenschluss nicht als eigenständige Ortsteile nach Freital, sondern blieben als Gemarkungen Deuben zugeordnet. Erst durch eine Gemeindeteiländerung im März 2011 wurden sie eigene Ortsteile.[6] Potschappel mit seinem Ortsteil Leisnitz bekam 1896 Neucoschütz und 1915 Niederpesterwitz hinzu.[7] Döhlen blieb ohne ausgewiesenen Ortsteil.

In die Stadt Freital wurde 1922 das nordwestlich gelegene Dorf Zauckerode eingemeindet[8], 1923 folgte Birkigt, das an Potschappel grenzte.[9] Als dritter eingemeindeter Stadtteil kam 1924 Burgk hinzu. Die Gemeinde Burgk wurde erst 1912 aus Großburgk und Kleinburgk gebildet. Der Ort Zschiedge kam 1915 hinzu.[10] Wie alle Ortsteile später eingegliederter Gemeinden blieben diese drei Ortsteile nur als Gemarkungen erhalten. Die Gemeinde Hainsberg mit ihrem Ortsteil Coßmannsdorf (eingemeindet 1933) wurde zum 1. Januar 1964 nach Freital gegliedert. Coßmannsdorf, früher zu Somsdorf gehörig[11], hatte den 1913 eingemeindeten auf der Gemarkung liegenden Ortsteil Eckersdorf.[12]

Im Jahr 1973 erfolgten zwei weitere Eingemeindungen. Zum 1. Januar wurde Saalhausen achter Stadtteil Freitals[13], am 4. Oktober desselben Jahres kam Wurgwitz mit seinen Ortsteilen Kohlsdorf und Niederhermsdorf dazu. Niederhermsdorf und Wurgwitz schlossen sich bereits am 7. Juli 1921 zusammen. Auf der Kohlsdorfer Gemarkung liegt das Gut Hammer. Zum 1. Januar 1974 folgte die letzte große Eingemeindungswelle, die Orte Kleinnaundorf, Somsdorf und Weißig gaben ihre Eigenständigkeit auf und wurden Stadtteile Freitals. Weißig entstand 1919 aus dem Zusammenschluss von Ober- und Unterweißig.[14] Viele Gemeinden im westlichen Dresdner Land mussten um die Jahrtausendwende ihre Eigenständigkeit aufgeben, so auch Pesterwitz. Der Gemeinderat entschied sich für eine Eingemeindung nach Freital zum 1. Januar 1999 und gegen die Zugehörigkeit zur Landeshauptstadt. Damit ist der im Norden des Stadtgebietes gelegene Ort der jüngste Stadtteil.[15]

Bis zur Gemeindeteiländerung am 1. März 2011 wurden Birkigt, Burgk, Deuben, Döhlen, Hainsberg, Potschappel und Zauckerode als Stadtteil Freital zusammengefasst, die übrigen zur Stadt gehörenden Orte wurden als Ortsteile bezeichnet.[6]

[Bearbeiten] Religionen

Hoffnungskirche in Freital-Hainsberg

Verbreitetste Religion in Freital ist die evangelische Konfession des Christentums. Zum Kirchspiel Freital der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehören die Kirchgemeinden der Christuskirche Deuben, der Emmauskirche Potschappel, der Georgenkirche Somsdorf, der Hoffnungskirche Hainsberg und der Lutherkirche Döhlen. Selbständig ist dagegen die evangelisch-lutherische St. Jakobuskirche in Pesterwitz.

Weitere Kirchen mit Kirchgemeinden ohne typische Kirchenbauten sind die Freie evangelische Gemeinde Freital und die römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Joachim in Deuben. Religionsgemeinschaften sind die Neuapostolische Kirche Freital sowie die Zeugen Jehovas mit Königreichssaal.

Während der NS-Zeit wurden die Anhänger des Judentums aus Freital vertrieben. Im Jahr 1933 lebten noch 18 registrierte Juden im Stadtkreis Freital, 1939 lebte laut NS-Angaben keiner mehr in der Stadt.[16]

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat und Ortschaftsräte

15
5
5
3
3
2
1
15 
zur Vorlage
Von 34 Sitzen erreichten:
Kommunalwahl 2009
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
42,0 %
16,0 %
13,4 %
10,3 %
8,5 %
5,6 %
4,2 %
n. k.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,8 %p
+7,9 %p
-0,6 %p
-1,3 %p
+6,1 %p
+5,6 %p
+0,9 %p
-6,7 %p

Der Stadtrat wird alle fünf Jahre gewählt und setzt sich aus 34 Stadträten zusammen. Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ging die CDU mit 15 Sitzen als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der freien Wählergemeinschaft „Bürger für Freital“ und der Linken mit jeweils fünf Sitzen. Weitere Zusammensetzung:[17]

Bei der Kommunalwahl 2004 erhielt die CDU ebenfalls die meisten Stimmen, nachfolgend Linkspartei, SPD, Bürger für Freital, Republikaner, Grüne und FDP. Die NPD trat bei der Wahl 2004 nicht an, die Republikaner nahmen an der Kommunalwahl 2009 nicht mehr teil.[17]

Jahr CDU Bürger für Freital Linke SPD FDP NPD Grüne REP
2009 42,0 16,0 13,4 10,3 8,5 5,6 4,2 x
2004 53,8 8,1 14,0 11,6 2,4 x 3,3 6,7

Neben dem Stadtrat existieren vier Ortschaftsräte in den Stadtteilen Kleinnaundorf, Pesterwitz, Weißig und Wurgwitz. Sie wurden ebenfalls letztmalig am 7. Juni 2009 gewählt. Ortsvorsteher von Kleinnaundorf ist Dietmar Polster, von Pesterwitz Steffen Frost, von Weißig Heidrun Weigel und von Wurgwitz Peter Kretzschmar.[18]

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der Oberbürgermeister wird aller sieben Jahre gewählt. Amtierender Oberbürgermeister ist seit 2001 Klaus Mättig (CDU). In der Bürgermeisterwahl 2008 setzte er sich gegen die Mitbewerber Lothar Brandau (FDP; 6,9 %) und Chris Meyer (parteilos, 17,8 %) durch. Er erhielt 75,3 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 50,6 %.[19] Erster Bürgermeister ist Mirko Kretschmer-Schöppan[20], zweiter Bürgermeister Jörg-Peter Schautz, der gleichzeitig auch Baubürgermeister ist.[21]

Seit der Stadtgründung hatten folgende Personen das Amt des Bürger- bzw. Oberbürgermeisters inne. Von 1922 bis 1950 wurde der Titel Oberbürgermeister geführt. Seit der Ernennung Freitals zur Großen Kreisstadt 1997 ist dies wieder der Fall – zuletzt trugen damit nur Pollack und Mättig diesen Titel.

  • 1921–1922: Max Baumann
  • 1922–1927: Carl Wedderkopf
  • 1927–1933: Gustav Klimpel
  • 1934–1938: Erhardt Schroeter
  • 1939–1945: Joachim Klare
  • 24. März 1945 bis 19. August 1945: Franz Baumgarten
  • 1945–1946: Arno Hennig, SPD
  • 1946–1950: Karl Wenk
  • 1950–1952: Kurt Studeny
  • 1952: Erich Richter
  • 1953–1955: Werner Seidel
  • 1955–1958: Hans Jander
  • 1958–1960: Helmut Forster
  • 1960–1963: Werner Beulig
  • 1963–1966: Gustav Stach
  • 1966–1972: Werner Rohr
  • 1972–1990: Walter Daehn
  • 1990–1991: Dietmar Lumpe, CDU
  • 1991–1992: Wolfgang Böduel, CDU
  • 11. September 1992 bis 17. Dezember 1992: Klaus Pollack, SPD
  • 1992–1994: Norbert Krutzki, CDU
  • 1994–2001: Klaus Pollack, SPD
  • seit 2001: Klaus Mättig, CDU

[Bearbeiten] Wappen und Stadtfarben

Erstes Wappen Freital.GIF Zweites Wappen Freital.GIF
1922–1938
1938–1944

Blasonierung: Das Stadtwappen von Freital ist geviert. Vorn oben in Rot ein goldenes Zahnrad, hinten oben in Gold eine schwarze Fichte, vorn unten in Gold eine schwarze Kornähre und hinten unten in Rot goldene Schlägel und Eisen gekreuzt. Das aktuelle Stadtwappen entstand 1945 und soll Industrie, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und den Bergbau in der Stadt und der Umgebung symbolisieren. Die Stadtfarben Freitals sind gold und rot oder ersatzweise gelb und rot.

Davor hatte die Stadt bereits zwei andere Wappen. Das erste, von dem Werbegrafiker Kurt Börnig geschaffene Wappen war von 1922 bis 1938 gültig. Danach gab es ein zweites Wappen, das sechs Jahre, von 1938 bis 1944, gültig war. Das dritte, heute noch benutzte Stadtwappen von Kurt Beer löste es 1945 ab.

Blasonierung: Das erste Stadtwappen zeigt vor goldenem Hintergrund steile, rote Felswände und den Plauenschen Grund. Durch den Grund fließt ein an die Weißeritz erinnernder weißer Fluss. In der Mitte dominiert ein schwarzes Fabrikgebäude mit vielen weißen Fenstern und vier rauchenden Schornsteinen, die verschieden hoch sind. Hinter diesem Gebäude geht eine große weiße Sonne auf, deren Strahlen bis zum Wappenrand reichen. In der rechten oberen Ecke befindet sich ein rotes Zahnrad und in der linken Ecke rote Schlägel und Eisen. Die beiden Symbole stehen für die damals wichtigsten Industriezweige, die Maschinenindustrie und den Bergbau. Die Stadtfarben waren, wie beim heutigen Wappen, gold und rot.

Blasonierung des zweiten Wappens: Im goldenen Feld steht auf dem grünen Windberg ein großes schwarzes Zahnrad, das rechts von einem Bergmann mit Keilhaue gehalten wird und links einen Hüttenarbeiter mit Hammer und Zange zeigt. In den Berg ist ein goldenes Wellenband eingelegt, das an die Weißeritz erinnern soll. Auch in diesem Wappen waren Weißeritz, Bergbau und Maschinenindustrie dargestellt. Die Stadtfarben waren schwarz und gold oder ersatzweiße schwarz und gelb.[22]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Freital unterhält aktuell Partnerschaften zu den deutschen Städten Oberhausen in Nordrhein-Westfalen (vor 1990) und zu Baden-Baden in Baden-Württemberg seit 1991. Die Städtepartnerschaft zu Oberhausen wurde 2001 in eine Städtefreundschaft umgewandelt.[23] Ausländische Städtepartnerschaften werden seit 1991 nicht mehr gepflegt. Ehemalige Städtepartnerschaften bestanden zu Vsetín (Tschechoslowakei) bis 1990, zu Mariánské Lázně (deutsch: Marienbad, Tschechoslowakei) von 1978 bis 1989, zu Milicz in Polen von 1987 bis 1990 und von 1979 bis 1991 zu Longwy in Frankreich.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Rathaus in Potschappel
König-Albert-Denkmal
Schloss Burgk
Egermühle
Alfred-Damm-Heim

[Bearbeiten] Theater und Museen

Größere Theater sind das Dachtheater Freital (im Weißeritzgymnasium angesiedelt) und die Spielbühne Freital. Für Veranstaltungen gibt es das Stadtkulturhaus und das Kino „Capitol“. Die Städtischen Sammlungen Freital zur Bergbau-, Regionalgeschichte sowie zur Dresdner Kunstgeschichte befinden sich auf Schloss Burgk. Außerdem gibt es ein Schulhistorisches Museum in Birkigt und Museen für die Windberg- und Weißeritztalbahn.

[Bearbeiten] Bauwerke

Ein sehenswertes Bauwerk in Freital ist das Schloss Burgk im am Fuß des Windbergs im Stadtteil Burgk, das eng mit dem Steinkohlebergbau in der Region in Verbindung steht. Carl Friedrich August Dathe von Burgk erwarb das Schloss und führte von hier seine Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke. Im Stadtteil Pesterwitz befindet sich das Jochhöhschlösschen, das ebenfalls Carl Friedrich August Dathe von Burgk gehörte.

Stadtprägend sind zudem das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg, ein siebzehn Meter hoher Sandsteinobelisk, der zu ehren König Alberts von Sachsen 1903 bis 1904 erbaut wurde. Im Stadtteil Deuben befindet sich die Egermühle, die mit einem hohen Turm ausgestattet weithin sichtbar ist. Durch die Lage an der Weißeritz entstanden weitere Mühlengebäude wie die Hainsberger Mühle. Wichtige das Stadtbild prägende Gebäude sind zudem die Rathäuser in den Gründungsgemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, aber auch in den außen gelegenen Stadtteilen gibt es Kulturdenkmale wie das Rathaus Wurgwitz. Da sich in den Randgebieten keine großen Industriebetriebe entwickelten, sind sie meist noch durch dörflichen Charakter und durch Bauernhöfe und Fachwerkhäuser geprägt.

Im Döhlener Becken, einst auch als „Tal der tausend Schornsteine“ bezeichnet, befinden sich viele Industriebauten. Am größten und markantesten sind die Hallen des Edelstahlwerks Freital, die sich das gesamte Gebiet links der Weißeritz in den Stadtteilen Deuben und Döhlen ziehen. Nach der Wende mussten jedoch viele Betriebe schließen, deshalb stehen viele Industriebauwerke heute leer oder wurden abgerissen. Auch das Edelstahlwerk nutzt nicht mehr alle ehemaligen Werkshallen, in einer davon war bis 2010 die Veranstaltungshalle „Windberg-Arena“ untergebracht, die aufgrund von Baumängeln geschlossen werden musste. Die Halle wurde 2011 abgerissen.

Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs der Stadt und der Wohnungsnot in der DDR wurden an vielen Stellen Plattenbaugebiete errichtet, wie in Zauckerode, Niederhäslich oder dem südlichen Deuben. Diese Baumaßnahmen konzentrierten sich aber auf das Stadtgebiet. Die Platten wurden nach der Wende zu großen Teilen abgerissen oder aber saniert. Entlang der Dresdner Straße, dem lang gestreckten Zentrum Freitals, finden sich vor allem in Potschappel Gründerzeithäuser. Etwas weiter entfernt von der Hauptstraße finden sich vereinzelt Villen, zum Großteil aber einfache Wohnhäuser.

Die sozialdemokratischen Stadtväter wollten in den 1920er Jahren ein Zentrum am Freitaler Neumarkt errichten, geplant waren ein Rathaus und mehrere repräsentative Verwaltungsgebäude. Diese Pläne wurden jedoch nur vereinzelt realisiert.

Ebenfalls prägend für das Freitaler Stadtbild sind die Kirchen in den Stadtteilen, jedoch gibt es kein zentrales Sakralgebäude wie in anderen Städten. Es existieren Kirchengebäude in Deuben, Döhlen, Hainsberg, Pesterwitz, Potschappel und Somsdorf. Meist in Kirchennähe sind Friedhöfe angelegt worden, die beiden größten sind der Friedhof Potschappel und der Johannisfriedhof Deuben. Auf dem Friedhof Döhlen befinden sich eine Denkmälerhalle und das Freiherrlich-Burgksche Mausoleum.

[Bearbeiten] Denkmale

  • Das Bergmannsgrab in Kleinnaundorf, am Segen erinnert unweit des Windberg an die 276 Bergleute, die am 2. August 1869 bei einer Schlagwetterexplosion im Segen-Gottes-Schacht und Neuhoffnungsschacht ihr Leben verloren.
  • Auf dem Johannis-Friedhof, Stadtteil Deuben, erinnert ein Ehrenmal an 168 sowjetische Opfer von Zwangsarbeit, deren Namen (soweit sie von 147 bekannt waren) auf dreieckigen Gedenkstelen entlang der nördlichen und westlichen Friedhofsumgrenzung vermerkt sind. Gegenüber befindet sich eine Grabanlage mit einem Ehrenmal für weitere Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus Litauen, Ungarn, der Tschechoslowakei und Italien.
  • Gedenkstein an der Blumenstraße, Stadtteil Birkigt, für 33 Sowjetbürger, sechs Belgier, drei Franzosen, zwei Tschechen und einen Engländer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer der Zwangsarbeit wurden.
  • Bronzeplastik aus dem Jahre 1958 vom Bildhauer Wieland Förster am Platz des Friedens vor dem Stadion, Stadtteil Döhlen, zur Erinnerung an alle Opfer des Faschismus.
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1963 für die Freitaler Opfer des NS-Regimes im Rathaus des Stadtteils Potschappel: Georg Anders, Fred Drescher, Paul Ehrlich, Willi Göschik, Kurt Heilbut, Kurt Koch, Otto Kuttler, Hermann Lindner, Erhard Liebscher, Johannes May, Otto Ryssel, Willi Schneider und Karl Unger; von 1990 bis 2002 in der Abstellkammer befindlich, heute im Rathaus Potschappel angebracht
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1996 am Wohnhaus Westendstraße 30 für den jüdischen sozialdemokratischen Redakteur Kurt Heilbut, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1974 am Stadion, Stadtteil Hainsberg, zur Erinnerung an den kommunistischen Arbeitersportler Johannes May, der seit 1943 bei der Wehrmacht vermisst wurde. Das Stadion trägt seit dem 22. September 1975 seinen Namen.
  • Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Wurgwitzer Sportler am Fußballplatz des Stadtteiles Wurgwitz
  • Gedenkstätte in Wurgwitz für Opfer von Gewalt und Schreckensherrschaft an der Wiederitz
  • Bronzestatue eines Stahlwerkers vor dem Eingang des Edelstahlwerkes
  • Denkmal „Eisernes Kreuz“ für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges oberhalb des Johannes-May-Stadions in Freital-Hainsberg
  • König-Albert-Denkmal auf dem Windberg
  • Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Platz der Jugend

[Bearbeiten] Parks und Plätze

Im Vergleich zu anderen Städten gibt es in Freital nur wenige länger existierende Parkanlagen. Das enge Tal war mit Wohnhäusern und Betrieben fast vollständig bebaut, sodass nur wenig Platz für Grünflächen blieb. Erst in den letzten 20 Jahren wurden durch Abriss entstandene Freiflächen zu Parks umgestaltet.

Im Stadtteil Deuben befindet sich der Goetheplatz, eine Parkanlage mit Teich, Wasserfontäne und einer Ehrensäule für König Albert, dem auch das Windbergdenkmal gewidmet wurde. Auf dem Platz der Jugend an der Weißeritz in Potschappel befindet sich ein Mahnmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten.

Der Platz des Handwerks ist der zentrale Platz in Potschappel. Er befindet sich direkt vor dem Bahnhofsgebäude Potschappel neben dem Rathaus. Er wurde nach dem Hochwasser 2002 neu gestaltet. 2008 wurde gegenüber an der Weißeritz eine Freifläche an der Weißeritz parkähnlich ausgebaut. Ein Brunnen war schon von Anfang an vorgesehen, wurde aber erst 2009 installiert. Zu diesem Anlass wurde der Platz in „Platz des Handwerks“ umbenannt. Vorher trug er nur den umgangssprachlichen Namen „Bahnhofsvorplatz“.

Der Neumarkt sollte nach der Stadtgründung das Zentrum Freitals werden. Um den Platz herum wurden viele Funktionsgebäude der Stadt neu errichtet, zum Beispiel die Ortskrankenkasse und das Finanzamt. Vorher war die Fläche unbebaut. Der Neumarkt, der zur Weißeritz hin an einen Park grenzt, wurde um 1960 asphaltiert und als Parkplatz und Veranstaltungsfläche genutzt. In den 1970er Jahren wurde ein Brunnen an der straßenzugewandten Seite installiert.

Am Flusslauf der Weißeritz befinden sich ab und an kleinere Parkanlagen, wie in Döhlen am Platz des Friedens oder am Sachsenplatz.

[Bearbeiten] Sport

Größere Sportvereine in Freital sind der FV Blau-Weiß Stahl Freital (Abteilungen Fußball, Spielmannszug und Volleyball), der Hainsberger Sportverein (Abteilungen Boxen, Fußball, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Tennis, Tischtennis und Volleyball), die SG Motor Freital (Bogenschießen, Fußball und Leichtathletik) und die SG Weißig 1861 (Fußball und Leichtathletik). Sportplätze befinden sich in Döhlen (Stadion des Friedens), Hainsberg (Johannes-May-Stadion), Wurgwitz (am Alfred-Damm-Heim), Potschappel (Stadion am Burgwartsberg) Weißig und Pesterwitz. Große Sporthallen befinden sich am Berufsschulzentrum in Burgk und am Weißeritzgymnasium in Deuben.

Das Freizeitzentrum „Hains“ im Weißeritz-Park hat neben einer Schwimmhalle auch eine überdachte Fläche, die im Sommer für Badmintion und Tennis und im Winter zum Eislaufen benutzt werden kann. Die Technischen Werke Freital betreiben die beiden Freibäder Windi in Niederhäslich und Zacke in Zauckerode.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Haltepunkt Coßmannsdorf der Weißeritztalbahn

Der Öffentliche Personennahverkehr in Freital wird im Wesentlichen durch die sechs Stadtbuslinien A–F sowie eine Vielzahl von Überlandbussen des Regionalverkehrs Dresden (RVD) organisiert. Die zentrale Umstiegsmöglichkeit befindet sich am Busbahnhof Freital-Deuben mit einem Bahnhof der Deutschen Bahn AG. Die Dresdner S-Bahn-Linie S3 führt von Dresden Hauptbahnhof an der Weißeritz entlang über Freital nach Tharandt. Auf dem Stadtgebiet von Freital befinden sich hier die Bahnhöfe Freital-Potschappel, Freital-Deuben, Freital-Hainsberg und der Haltepunkt Freital-Hainsberg West. Die Fahrt von Freital-Deuben zum Dresdner Hauptbahnhof dauert etwa zwölf Minuten. Freital wird mit Dresden, Freiberg und Chemnitz auch durch Regional-Express-Züge verbunden.

Nebenstrecke dieser Bahnlinie ist die dampfbetriebene Weißeritztalbahn (Schmalspur) von Freital-Hainsberg nach Kurort Kipsdorf, die nach Hochwasserschäden seit Dezember 2008 wieder bis Dippoldiswalde in Betrieb ist. Auf Stadtgebiet befindet sich hier der Haltepunkt Freital-Coßmannsdorf. Die normalspurige Nebenstrecke der Windbergbahn von Freital-Ost ist stillgelegt, ein Verein hat die Strecke von der Deutschen Bahn gepachtet und arbeitet an einer Freigabe der Strecke als Museumsbahn. Des Weiteren existierte die Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen, die seit 1972 stillgelegt ist.

Die nächstgelegenen Bundesstraßen sind die B 170 bei Possendorf durch das Poisental und die B 173 bei Kesselsdorf, die durch die Staatsstraße 36 mit dem Freitaler Straßennetz verbunden sind. Über die Bundesstraßen 173 und 170 bestehen Verbindungen zur Bundesautobahn 17 (Dresden–Prag) an den Anschlussstellen „Dresden-Gorbitz“ (B 173) und „Dresden-Südvorstadt“ (B 170). Vor dem Bau dieser Autobahnen war die Verbindung über die Anschlussstelle „Wilsdruff“ an die Bundesautobahn 4 der kürzeste Weg auf die Autobahn. Im Zuge des Baus der A 17 wurde ein neuer Autobahnzubringer auf den nördlichen Fluren des Stadtteils Wurgwitz errichtet, der Freital an die B 173 anbindet.

Der nächste Verkehrsflughafen ist der über die umgebenden Autobahnen erreichbare Flughafen Dresden.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Gebäude des Glaswerks

Die Stadt ist von der Sächsischen Landesregierung als Mittelzentrum im Verdichtungsraum eingestuft. Freital war der größte Wirtschaftsstandort im Weißeritzkreis und gehört heute zu den größten Wirtschaftsstandorten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und im Dresdner Umland. Das Döhlener Becken ist nach wie vor industriell geprägt, während die Stadtteile außerhalb des Tales oft noch landwirtschaftliche Züge tragen. In der Nachwendezeit entstanden auf ehemaligen Großindustrieflächen neue Gewerbegebiete, oder es wurden neue Nutzflächen erschlossen. In Freital vertretene Wirtschaftszweige sind Baustoffindustrie, Chemieindustrie/Pharmazie, Gerätebau, Glasherstellung, Kunststofftechnik, Maschinenbau, Metallbearbeitung und -verarbeitung, Metallurgie, Nahrungs- und Genussmittelherstellung, Papierherstellung sowie Porzellanherstellung und -verarbeitung. Zudem existieren etwa 300 Einzelhandelseinrichtungen mit einer Verkaufsfläche von insgesamt etwa 60.000 m² und über 380 Handwerksunternehmen mit ca. 1.500 Beschäftigten.[24]

Größter Arbeitgeber in der Stadt ist das Edelstahlwerk Freital, das zur Boschgotthardshütte gehört. Zu DDR-Zeiten war der Volkseigene Betrieb Edelstahlwerk 8. Mai 1945 Freital einer der größten edelstahlverarbeitenden Betriebe des Landes mit über 1000 Beschäftigten. Heute werden im verkleinerten Werk Edel- und Sonderstähle hergestellt. Das Unternehmen hatte im dritten Quartal 2008 zirka 690 Mitarbeiter. Die Werkshallen befinden sich in den Stadtteilen Deuben und Döhlen. Die Unternehmensverwaltung hat ihren Sitz im Stadtteil Deuben. Ebenfalls in der Metall- und Stahlbranche angesiedelt ist das Hainsberger Metallwerk, ein Hersteller von Werkzeug, Formen, Sondermaschinen und Mustern mit zirka 70 Mitarbeitern im dritten Quartal 2008.

Die Papierfabrik Hainsberg (hainsberg papier) hatte im dritten Quartal 2008 etwa 100 Mitarbeiter und befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Hainsberger Metallwerk. Ein weiteres größeres Unternehmen in Freital ist das P-D Industries GmbH Glaswerk Freital im Stadtteil Döhlen. Dieser Betrieb stellt Behälterglas her und hatte im Jahr 2005 zirka 100 Mitarbeiter. Auch in der Baustoffindustrie sind größere Unternehmen in der Stadt vertreten, wie das EDER Ziegelwerk Freital in Döhlen, ein Systemanbieter für den Naturbaustoff Ziegel oder die EHL Baustoffwerke in Wurgwitz, ein Hersteller von Betonartikeln für den Garten- und Landschaftsbau mit zirka 35 Mitarbeitern im Dezember 2010.

In der Gesundheitsbranche existiert die Bombastus-Werke AG mit Produktion von Arznei- und Gesundheitspflegemitteln sowie Homöopathika. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Stadtteil Zauckerode. Im dritten Quartal 2008 hatte Bombastus zirka 145 Mitarbeiter. Das Krankenhaus Freital gehört zur Weißeritztal-Kliniken GmbH, die auch die Klinik in Dippoldiswalde betreibt. Das Krankenhaus befindet sich zentral gelegen im Stadtteil Deuben nahe der Grenze zu Hainsberg. Aus der 1990 gegründeten Drogeriemarktkette DAKO, die ihre erste Filiale in Freital hatte, entstand später die Non-Food-Handelskette Pfennigpfeiffer mit über 100 Geschäften in ganz Deutschland. Im Bereich der Lebensmittel ist zudem die Werner's Nahrungsmittel GmbH in Potschappel tätig, die vor allem durch die Herstellung von Kloßmehl bekannt ist.

Bis 1995 hatte die Sparkasse Freital ihren Sitz in der Stadt, sie wurde mit der Sparkasse Dippoldiswalde zuerst zur Sparkasse Weißeritzkreis, dann 1999 mit der Sparkasse Pirna-Sebnitz zur Sparkasse Freital-Pirna und 2003 mit der Sparkasse Westlausitz zur Sparkasse Elbtal-Westlausitz vereinigt. Seit 2004 ist die Ostsächsische Sparkasse Dresden für den gesamten Landkreis zuständig. Die Stadt verfügt über ein Polizeirevier. Weitere öffentliche Einrichtungen sind die Stadtbibliothek oder das Finanzamt Freital. Die Stadt Freital ist über die Wirtschaftsbetriebe Freital GmbH an der Freitaler Projektentwicklungsgesellschaft, an den Technischen Werken Freital, an der Wohnungsgesellschaft Freital und an der Freitaler Strom und Gas GmbH beteiligt.[25] Freital ist Hauptgesellschafter der Gesellschaft zur Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung (GABS).[26]

Historisch war Freital ein Standort der sächsischen optischen Industrie (Freitaler Kamerawerke Beier).

[Bearbeiten] Bildung

Wurgwitzer Schulgebäude

In Freital befindet sich das Berufliche Schulzentrum für Technik und Wirtschaft „Otto Lilienthal“ als berufsbildende Schule mit Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule und Beruflichem Gymnasium. Im Jahr 1998 wurde für diese Schule ein großes neues Schulgebäude im Stadtteil Burgk errichtet. Zuvor war sie auf drei Standorte in der Freitaler Dresdner und Südstraße sowie in Rabenau aufgeteilt.[27] Das ehemalige Gymnasium „Manfred von Ardenne“ in Zauckerode wurde 2003 mit dem Kreisgymnasium Freital-Deuben zusammengelegt. Die im September 2007 in Weißeritzgymnasium umbenannte Schule war lange Zeit eines der größten allgemeinbildenden Schulen in Sachsen. Es gibt drei Mittelschulen in Freital, die Geschwister-Scholl-Mittelschule in Hainsberg, die Waldblick-Mittelschule Niederhäslich und die Mittelschule „Gotthold Ephraim Lessing“ in Potschappel. Geschlossen wurden die Mittelschulen in Wurgwitz, Weißig und Döhlen.

Sieben Grundschulen bestehen in Freital, die Geschwister-Scholl-Grundschule in Hainsberg, die Glückauf-Grundschule in Zauckerode, die Grundschule „Ludwig Richter“ in Birkigt, die Grundschule „Gotthold Ephraim Lessing“ in Potschappel, die Grundschule „Am Albertschacht“ in Wurgwitz, die Grundschule in Pesterwitz und die Grundschule in Poisental. Weitere Schulen sind die Schule zur Lernförderung Friedrich Schiller mit Klinik- und Krankenhausschule in Döhlen, die „Schule im Park“ für geistig Behinderte in Hainsberg und das Schwimmzentrum Coßmannsdorf.

Als private Schule befindet sich der Gemeinnützige Schulverein BEST-SABEL mit den staatlich anerkannten Ersatzschulen Berufsfachschule für Wirtschaft und Technik sowie die Fachoberschule für Gestaltung und Sozialwesen in Freital.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • seit 1951: Karl Hanusch (* 9. Mai 1881 in Niederhäslich; † 19. November 1969 in Dresden), Maler und Graphiker
  • seit 1967: Marianne Bruns (* 31. August 1897 in Leipzig; † 1. Januar 1994 in Dresden), Schriftstellerin
  • seit 1967: Eva Schumann (geb. Feine), (* 8. Januar 1889 in Dresden; † 3. Dezember 1973 in Freital), Schriftstellerin
  • seit 1984: Erich Dittrich
  • seit 1988: Hellmuth Heinz
  • seit 1994: Friedrich Pappermann (* 2. Februar 1909 in Dresden; † 28. August 1995 in Dresden), Kunstsammler und Stifter
  • seit 2004: Gottfried Bammes (* 26. April 1920 in Potschappel; † 14. Mai 2007), Maler

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt und ihrer Vorgänger

  • Andreas Tamitius (* 13. August 1633 in Döhlen; † 1700 in Dresden), Orgelbauer
  • Johann Benjamin Thomae (* 1682 in Pesterwitz), Bildhauer, Schnitzer, Modelleur
  • Justus Christian Thorschmidt (* 1688 in Somsdorf), Pfarrer und Historiker
  • Carl August Martin (* 17. Juli 1808 in Deuben; † 1848 in Dresden), Hofpostamtsekretär, Politiker
  • Emil Adolf Bergmann (* 26. April 1861 in Potschappel; † 2. September 1931 in Dresden), Spiritist (Horpenit), Unternehmer
  • Friedrich Adolf Geißler (* 4. Oktober 1868 in Döhlen; † 12. April 1931 in Dresden), Musikkritiker, Schriftsteller
  • Oskar Böhme (* 1870 in Potschappel; † 1938), Trompetenvirtuose und Komponist
  • Max Däbritz (* 4. August 1874 in Zauckerode; † 8. April 1947 in Dresden), Gründer der Horpeniten, Spiritist, Unternehmer
  • Adolph Nägel (* 16. Dezember 1875 in Döhlen; † 17. September 1939 in Dresden), Professor für Kolbenmaschinenbau, Rektor der TH Dresden
  • Johannes Schirmer (* 8. Juni 1877 in Deuben; † 21. November 1950 in Pillnitz), MdR (1.-6. und 8. Periode, Wahlkreis Dresden-Bautzen), USPD-Politiker, ab September 1922 SPD-Politiker
  • Gustav Adolf Schaffer (* 14. November 1881 in Niederhäslich; † 28. Juni 1937 in Chemnitz), Maler
  • Walter Wilhelm (* 1886), sächsischer Wirtschaftsminister
  • Adolf Kurt Uhlig (* 15. Mai 1888 in Coßmannsdorf; † 7. März 1958 in Frankfurt/Main), Lehrer, MdR (6.-8. Reichstag) Wahlkreis 30 (Chemnitz-Zwickau), SPD-Politiker
  • Georg Bellmann (* 13. Oktober 1891 in Somsdorf; † 1946) Politiker (DVP), Reichstagsabgeordneter.
  • Max Militzer (* 23. Januar 1894; † 2. Dezember 1971 in Bautzen), Botaniker
  • Margarete Hahn (* 5. November 1898 in Potschappel; † 29. August 1981 in Dresden), Gewerkschafterin
  • Walter Henke (* 10. Januar 1905 in Niederpesterwitz; † 10. März 1991 in Freital), Schachkomponist
  • Hans Pretzsch (* 27. März 1910 in Pesterwitz; † 10. November 1974), Zoologe
  • Gerhard Patzig (* 4. September 1927; † 29. Juli 2009), Kunsthändler und Maler
  • Hans Glauche (* 7. Februar 1928; † 1981), Schauspieler an der Dresdner Herkuleskeule
  • Detlef Gojowy (* 7. Oktober 1934; † 12. Oktober 2008 in Remagen), Musikwissenschaftler
  • Günter Trepte (* 25. Februar 1938), Hochschullehrer und Landtagsabgeordneter
  • Cornelius Schnauber (* 18. April 1938) Literaturwissenschaftler, Autor
  • Wolfgang Petrovsky (* 1947 in Hainsberg), Maler und Grafiker
  • Ina-Maria Federowski (* 28. September 1952), Sängerin
  • Uwe Bewersdorf (* 4. November 1958), Eiskunstläufer
  • Anja Charlet (* 2. September 1967), Journalistin und Nachrichtenmoderatorin
  • Ellen Kießling, (* 17. Februar 1968), Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
  • Tom Mikulla (* 19. Februar 1969), Schauspieler
  • Jens Kruppa (* 3. Juni 1976), Schwimmer
  • Ronald Schmidt (* 28. April 1977), Fußballspieler
  • Kerstin Tzscherlich (* 15. Februar 1978), Volleyballspielerin
  • Tom Starke (* 18. März 1981), Fußballtorhüter
  • Felix Michel (* 4. Oktober 1984), Kanu-Slalomfahrer
  • Anne Matthes (* 30. April 1985), Volleyballspielerin

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Julius Wilhelm von Oppel (* 17. November 1766 in Freiberg; † 11. Februar 1832 in Gotha), kgl. sächs. Departmentdirektor für Berg-, Hütten- und Salinenwesen bis 1812
  • Adolf Theodor Roscher (* 20. Januar 1782 in Großenhain; † 20. Januar 1861 in Döhlen), Gründer der Glasfabrik Döhlen
  • Wilhelmine Reichard (* 20. April 1788 in Braunschweig; † 22. Februar 1848 in Döhlen), erste deutsche Ballonfahrerin
  • Carl Friedrich August Freiherr Dathe von Burgk (* 29. April 1791 in Dresden; † 26. Juli 1872 in Dresden), Industrieller, Kohlenbaron
  • Carl Gottlieb Thieme (* 12. September 1823 in Niederjahna; † 18. März 1888 in Potschappel), Porzellanfabrikant (Dresdner Porzellan[28])
  • Heinrich Zille (* 10. Januar 1858 in Dresden; † 9. August 1929 in Berlin), wohnte 1865 in Freital
  • Karl Schmidtchen (* 26. November 1858 in Oberzug bei Freiberg; † 15. November 1923), Geschäftsführer des Consumvereins Potschappel, 1903 Mitglied des ersten Vorstands des Zentralverbands deutscher Konsumvereine
  • Alphons Schneegans (* 12. Dezember 1867 in Strasbourg; † 27. Juni 1946 in Freital), Architekt, beteiligt am Handbuch der Architektur
  • Wolfgang Schumann (* 22. August 1887 in Dresden; † 22. April 1964 in Freital), Journalist, Schriftsteller
  • Willy Franz Gerber (* 21. April 1895 in Dresden; † 9. Mai 1980 in Freital), Superintendent in Chemnitz, ev. Oberlandeskirchenrat
  • Arno Hennig (* 24. Januar 1897 in Wolkau; † 26. Juli 1963 in Frankfurt am Main), erster Freitaler Nachkriegsbürgermeister, hessischer Landesminister
  • Carl Pouva (* 21. November 1903; † 16. Januar 1989 in Freital), Unternehmer, Kameraproduzent in Freital
  • Richard Hofmann (* 8. Februar 1906 in Meerane; † 5. Mai 1983 in Freital), Fußballspieler beim Dresdner SC, Nationalspieler 1927–1933, Sportfunktionär
  • Rolf Becker (* 6. März 1929 in Dresden; † 4. März 2008 in Pesterwitz), Volkskünstler, „Knete-Becker“
  • Georg Bartholomay (* 1937; † 28. März 2000 in Freital), Gartenexperte in Freital, Leiter des Gartenzentrums Freital-Hainsberg
  • Peter „Mampe“ Ludewig, deutscher Musiker, Sänger und Schlagwerker der Rockband electra.

[Bearbeiten] Literatur

  • Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal. 1. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1973 (Werte unserer Heimat. Band 21).
  • Tobias Günther: Freital. Leipzig 2003, ISBN 3-934572-74-X.
  • Eberhard Gürtler, Klaus Gürtler: Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken. Schächte links und rechts der Weißeritz. Freital 2000.
  • Heinz Hellmuth: Freital und der Plauensche Grund. Reihe Unser kleines Wanderheft. Nr. 62. Leipzig 1957.
  • Juliane Puls: Freital. Auf dem Weg zur Stadt. Erfurt 2000, ISBN 3-89702-227-3.
  • Juliane Puls: Freital. Gegründet auf Kohle und Stahl. Erfurt 2004, ISBN 3-89702-659-7.
  • Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie / Sächsisches Oberbergamt (Hrsg.): Das Döhlener Becken bei Dresden. Geologie und Bergbau. Dresden 2007, ISBN 3-9811421-0-1. Digitalisat (pdf, 44 MB)
  • Vincenz Kaiser: Berthold von Potschappel und seine Kollegen. in: Dresdner Neueste Nachrichten. 3. Juli 2006, S. 9.
  • Vincenz Kaiser: Von Potschappel nach Grafenstein. Die Burggrafen von Dohna und ihre Ministerialität zwischen Elbtal und Oberlausitz im Hochmittelalter. in: Neues Lausitzisches Magazin. Neue Folge 13 (2010) [im Druck].
  • Lars-Arne Dannenberg/ Vincenz Kaiser, Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 80 (2009), S. 1-38, bes. S. 13 ff.
  • Siegfried Huth, Roland Hanusch, Wolfgang Burkhardt (Hrsg.): Erinnerungen. Freital im Foto zwischen 1950 und 1980. Freital 2006.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Freital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Freistaat Sachsen, Staatsministerium des Innern (Hrsg.): Landesentwicklungsplan Sachsen 2003. (Landesentwicklungsplan 2003).
  3. Gemarkungsschlüsselkatalog Sachsen, PDF-Datei, 170 KB
  4. Freital im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. Deuben im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. a b Gemeindeteilstrukturänderung am 1. März 2011 im Regionalregister Sachsen
  7. Potschappel im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  8. Zauckerode im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. Birkigt im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  10. Burgk im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  11. Coßmannsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  12. Hainsberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  13. Saalhausen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  14. Weißig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  15. Pesterwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  16. Stadt bzw. Stadtkreis Freital auf verwaltungsgeschichte.de
  17. a b Gemeinderatswahl 2009: Freital auf statistik.sachsen.de
  18. Ortschaftsräte auf freital.de
  19. Oberbürgermeisterwahl 2008 - vorläufiges Endergebnis (PDF-Datei, 468 KB)
  20. Erster Bürgermeister auf freital.de
  21. Zweiter Bürgermeister auf freital.de
  22. Historie des Freitaler Stadtwappens auf freital.de
  23. Städtepartnerschaften auf freital.de
  24. Entwicklung der Wirtschaft auf freital.de
  25. Dienstleister im Auftrag der Stadt Freital auf freital.de
  26. GABS Freital mbH | Verwaltung auf gabs-freital.de
  27. Geschichte der Freitaler Berufsbildung im Überblick (4) auf bsz-freital.de
  28. Dresdner Porzellan
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