Broitzem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.23444444444410.48083333333383Koordinaten: 52° 14′ 4″ N, 10° 28′ 51″ O

Broitzem
Wappen von Broitzem
Höhe: 83 m
Einwohner: 6145 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38122
Vorwahl: 0531
Karte

Lage von Broitzem in Braunschweig

Broitzem ist ein Stadtteil und Stadtbezirk Braunschweigs, sechs Kilometer südwestlich der Innenstadt. Broitzem hat 6.145 Einwohner.[1] Der Stadtteil bildet gleichzeitig den Stadtbezirk 223 – Broitzem.[2]

Broitzem um 1899

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort befindet sich mitten zwischen dem im Norden verlaufenden Fuhsekanal und dem im Süden liegenden Steinberg. Nachbar-Stadtteile sind im Norden die Weststadt, im Westen Stiddien, im Osten Rüningen und im Süden Geitelde.

Geschichte[Bearbeiten]

Broitzem
Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel von Gottfried Mascop, 1574.
Die erste kartografische Darstellung Broitzems im Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel von Gottfried Mascop, 1574.

1160 fand der Ort erste urkundliche Erwähnung als Brochem. Dieser Namen wird hergeleitet von brok für „feuchte Wiese“ und hem, was für „Siedlung“ stehen soll. 1179 wird der Ort als Brotseim und 1552 als Broizem erwähnt. Durch die Nähe zu Braunschweig bedingt wurden Teile der Broitzemer Ländereien ab 1384 in die Braunschweiger Landwehr einbezogen, während der Ort nie Teil der Landwehr wurde. Am Ende des 18. Jahrhunderts hatte der Ort circa 400 Einwohner. Nördlich der Kirche befanden sich im alten Ortskern die größeren Ackerhöfe, während sich die Landarbeiter westlich des Ortskerns angesiedelt hatten. Der Kirchenbau der Jahre 1469 bis 1480 wurde in den Jahren 1792 bis 1797 durch die Kammerbaumeister Heinrich Ludwig Rothermundt und Martin Carl Jakob Fricke umgebaut.

Ab circa 1850 siedelte sich im Ort mit einer Zuckerfabrik und einer Ziegelei Industrie an. Auch kamen kleinere Handwerksbetriebe hinzu.

1916 wurde auf dem Gebiet der heutigen Weststadt ein Militärflugplatz gebaut, auf welchem die Lufthansa von 1929 bis 1934 Piloten ausbildete. Von 1934 bis 1945 bildete die Luftwaffe dort Fallschirmjäger aus. Reste dieser Anlagen sind in der heutigen Weststadt zu finden (Kasernenanlagen Bereich Ludwig-Winter-Straße).

1934 wurde der nördlich der Bahnstrecke Hannover-Braunschweig gelegene Teil des Gemeindegebiets nach Braunschweig eingemeindet. 1974 folgte der Ort. Die bis dahin selbständige Gemeinde Broitzem ging in der Stadt Braunschweig auf.[3]

Wirtschaft

Neben einem breitgefächerten Angebot an Einzelhandel hat sich in Broitzem eine Vielzahl an Kleingewerbe angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Schiene: Im Norden verläuft die Bahnstrecke Braunschweig-Hannover/Braunschweig-Hildesheim, daran besteht keine direkte Anbindung mehr. Weiter im Norden in der Weststadt endet die Straßenbahnlinie M3.
  • Straße: Verbindungen in die Weststadt, nach Stiddien und Rüningen.
  • ÖPNV: Broitzem wird durch die Straßenbahnlinie M5, sowie den Buslinien 465 und 485 der Braunschweiger Verkehrs-GmbH bedient.
  • Rad: Seit dem 20. Juni 2010 befindet sich zwischen Broitzem und Stiddien ein einseitiger Radweg der aufgrund von Bürgerstimmen der Anlieger erbaut wurde.[4]

Sport[Bearbeiten]

In Broitzem sind folgende Sportvereine ansässig:

  • Der Sportverein Broitzem von 1921 e.V., mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Gymnastik, Aerobic, Kinderturnen, Damengymnastik, Mutter/Kind-Turnen und Nordic-Walking. Der 1. Alten Herrenmannschaft des SV Broitzem gelang es im Jahr 2008 die Deutsche Altherren-Meisterschaft zu gewinnen.
  • Der Schützenverein Broitzem von 1957 e.V., unter anderem Schießsport und Bogensport.

Bauwerke[Bearbeiten]

Teilweise noch spätgotische Kirche von 1469, heute Versöhnungskirche von Broitzem
Ehemaliger Wasserturm
Wasserturm

Auf dem Steinberg, auf einer Höhe von 102,70 m.ü.NN., wurde 1957 ein Wasserturm errichtet. Nachdem er für die Nutzung im Rahmen der Wasserversorgung durch verbesserte Pumpenanlagen überflüssig wurde, ist er 1994–96 zu einem Wohngebäude umfunktioniert worden.

Fernmeldeturm
Hauptartikel: Fernmeldeturm Broitzem

Auf dem Steinberg befindet sich eine Sendeanlage der Deutschen Telekom. Der Fernmeldeturm (52° 13′ 37,13″ N, 10° 28′ 27,26″ O52.2269810.47424) wurde 1971 erbaut und ca. 1987 im Rahmen der Einführung des Privatfunks auf seine heutige Höhe von 154,65 m aufgestockt. Er ist damit das zweithöchste Bauwerk der Stadt. Das Betriebsgeschoss liegt 78 m über dem Boden. Der Turm dient zu Richtfunkzwecken sowie zur Verbreitung von Hörfunk- und TV-Programmen.

Kirche

Die Versöhnungskirche in Broitzem wurde in den Jahren 1469-1480 errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Broitzem

Das Wappen zeigt ein in Lilien auslaufendes goldenes Kreuz auf einem blauen Schild.

Das Lilienkreuz leitet sich von dem ehemaligen Adelsgeschlecht derer von Broitzem ab, die ein ähnliches Symbol auf weißem Feld als Wappen trugen. Sie hatten sich seit dem 14. Jahrhundert nach dieser Ortschaft benannt und waren Patrizier in der Stadt Braunschweig. Jedoch starb ihre Linie um das Jahr 1800 herum aus. Die Farben Blau-Gelb stehen für das ehemalige Land und den Landkreis Braunschweig. Ein Wappen derer von Broitzem befindet sich an der Andreaskirche in Braunschweig.

Entworfen wurde es von Arnold Rabbow und am 6. Februar 1980 vom Ortsrat angenommen.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Broitzem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Einwohnerstatistik auf braunschweig.de
  2. Grenzen der Stadtbezirke (gültig ab 01.11.2011). Stadt Braunschweig, 1. November 2011, abgerufen am 25. August 2014 (PDF; 184,10 kB).
  3. Informationstafel vor der Kirche im Bereich Große Grubestraße Ecke An der Kirche, abgelesen am 23. März 2010.
  4. Offizielle Mitteilung der Stadt Braunschweig zum Radweg zwischen Boitzem und Stiddien auf braunschweig.de
  5. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 17.