Burg Švihov

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Burg Švihov
Burg Švihov

Burg Švihov

Entstehungszeit: 14. Jhd.
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Švihov u Klatov
Geographische Lage 49° 28′ 43,6″ N, 13° 17′ 5,6″ O49.47877222222213.2849Koordinaten: 49° 28′ 43,6″ N, 13° 17′ 5,6″ O
Burg Švihov (Tschechien)
Burg Švihov

Die Burg Švihov (deutsch Schwihau) liegt in Švihov im Okres Klatovy, in Tschechien.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Herrensitz Schwihau, am Rande des Pilsner Beckens in der Nähe der Königstadt Klattau / Klatovy an einer alten Handelsstraße zwischen Böhmen und Bayern, wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als eine Wasserburg am Fluss Uhlava erbaut. Zu Beginn der Neuzeit war sie eine der Stammburgen der Herren von Riesenberg. Heinrich von Riesenberg, Oberstburggraf und Kanzler in Böhmen, ließ diese Burg durch Benedikt Ried zwischen 1480 und 1520 befestigen und zum Mittelpunkt einer ertragreichen Grundherrschaft in Westböhmen in spätgotischem Stil ausbauen. Die Anlage war 150 Jahre als Festung von Bedeutung. Im Jahr 1558 kam sie in den Besitz der Grafen Czernin.

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges kam die umfangreiche Befestigungsanlage 1655 auf die Liste der Festungen, welche auf Befehl Ferdinands III. zerstört werden sollten. Bastionen und Wehrgänge wurden geschleift. Danach wurde die Burg in schlechtem Zustand als Getreidespeicher genutzt. Eine Renovierung nach dem Jahr 1952 hat dazu beigetragen, dem Umfang und die Bedeutung der Anlagen ahnen zu lassen. Den Kern der Burg bilden zwei Wohnflügel. Im Osten befindet sich zwischen ihnen eine Kapelle, im Westen dominiert ein mächtiger Turm.

Ein Idealbild von Schwihau zeigt ein Wandgemälde aus der St.-Georg-Legende in der Burgkapelle. Ein prachtvoll gezäumtes Pferd wird von einem schön gekleideten Ritter, der das Schwert zum letzten Streich hoch erhebt, gegen einen Drachen geritten. Dieser windet sich, bereits von einer Lanze getroffen, zu Füssen des Pferdes. Rechts kniet eine Prinzessin; ihr zur Seite liegt ein Lämmchen. Die Darstellung ist vermutlich beeinflusst von den gleichzeitig stattfindenden Drachenfestspielen in Furth im Wald. Der letzte Besitzer von Schwihau bis 1945, dem Ende des Zweiten Weltkriegs, war Eugen Graf Czernin von und zu Chudenitz, aus einer böhmischen Uradelsfamilie vom Stammschloss Chudenice in unmittelbarer Nähe von Svihov.

Die Innenräume beherbergen Exponate zur Lebensweise im 16. Jahrhundert. Die Burg ist für Besucher geöffnet und wird auch für Film-Produktionen genutzt. Die Wirtschaftsgebäude der Vorburg dienten 1972 als Kulisse für den Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.

Literatur[Bearbeiten]

Johanna von Herzogenberg: Zwischen Donau und Moldau. Bayerischer Wald und Böhmerwald. Das Mühlviertel und Südböhmen, Prestel Verlag München, 1968, Seite 106 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Švihov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien