Czernin von und zu Chudenitz

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Wappen der Reichsgrafen Czernin von und zu Chudenitz 1623

Czernin von und zu Chudenitz (tschechisch Černín z Chudenic) ist der Name eines alten böhmischen und österreichischen Hochadelsgeschlechts.

Geschichte[Bearbeiten]

Die uradelige Familie stammt aus dem Dorf Chudenitz bei Klattau und saß dort nachweisbar von 1193 bis zur teilweisen Vertreibung und Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Czerninschen Vermögen gehörten unter anderem auch die Güter Petrohrad, Neuhaus, Gießhübel, Kozel, Schönhof, Kost und Kosmonosy.

Am 18. Mai 1607 wurde die Familie in den Reichsfreiherrenstand erhoben mit dem Titel „Freiherr von und zu Chudenitz“ und am 15. März 1623 folgte schließlich die Erhebung in den erblichen Reichs- und alten Grafenstand mit dem Titel „Reichsgraf Czernin von und zu Chudenitz“.

Im Jahre 1716 bekam Franz Josef Graf Czernin von und zu Chudenitz vom Kaiser die Erlaubnis sich und seine erstgeborenen Nachkommen „Regierer des Hauses Neuhaus und Chudenitz“ zu nennen.

1994 restituierte der tschechische Staat die Güter in Dymokury an Depolt Czernin; 2006 gelang es Karl-Eugen Czernin ebenfalls, einen Teil eines Besitzes in Štěpánovice u Českých Budějovic bei Třeboň zurückzubekommen. Eine weitere Restitution erhofft sich die Familie durch das Bild Die Malkunst des Malers Johannes Vermeer. Adolf Hitler kaufte das von ihm bewunderte Werk 1940 für 1,65 Millionen Reichsmark. „Die Malkunst“ sollte ein Hauptwerk im für Linz geplanten Führermuseum werden. [1]

Die Angehörigen der Familie Czernin von Chudenitz leben heute in Deutschland, Österreich und Tschechien.

Herkunft[Bearbeiten]

Als Stammvater der Czernin wird Heinrich III. von Znaim, jüngerer Bruder des Herzogs Konrad von Znaim, Sohn des Herzogs Heinrich II. von Znaim, gestorben 1150, und Agnes, Herzogin von Kärnten, Vetter des Königs Premysl Ottokars I., König von Böhmen gesehen. Er war der erste Träger des Namens Czernin, oder Cyrnin (tschechisch: černý = der Schwarze). Es wird vermutet, dass er wegen seiner dunklen Haarfarbe zu diesem Namen kam. Jedenfalls war der Name Czernin ursprünglich ein Vorname und hat sich erst im Laufe der Zeit als Familienname des Geschlechtes durchgesetzt. Die erste Erwähnung des Namens auf einer Urkunde war im Jahr 1193, welche das Stift Břevnov noch bewahrt. Im Jahre 1212 wurde er verbannt und konnte erst 1231 nach dem Tod des Königs wieder nach Böhmen zurückkehren. Er baute in Chudenitz (Chudenice) eine Burg, das später zu einem Schloss umgebaut wurde und bis zur Vertreibung der Familie Czernin im Jahre 1945 ununterbrochen im Besitze der Familie war.

Legende[Bearbeiten]

In Böhmen gibt es eine Legende über die Herkunft des Namen der Familie Czernin. Es wird berichtet, dass vor ungefähr 1000 Jahren der König mit einem böhmischen Standesherren im Streit lag. Der König war so erbost über diesen, dass er seine Truppen in dessen Schloss schickte, die alle Familienmitglieder töten sollten. Das Kindermädchen aber versteckte den jüngsten in einem Kessel in der Küche. Als die Soldaten abgezogen waren, hörten die Einwohner das Kind im Kessel weinen. Sie fanden es und priesen Gott für seine Güte. Sie nannten den Jüngling Czernin (der Schwarze), da der Kessel auf ihn abgefärbt hatte. Sie erzogen ihn zu einem guten Aristokraten. Als der König von allem erfuhr, war er so gerührt über die Loyalität der Bürger ihrem Herren gegenüber, dass er dem jungen Czernin vergab und ihm seinen Namen bestätigte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Rundschau vom 10. März 2010, Seite 29: Hitlers bester Kunstkauf.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Czernin von und zu Chudenitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien