Furth im Wald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Furth im Wald
Furth im Wald
Deutschlandkarte, Position der Stadt Furth im Wald hervorgehoben
49.30972222222212.84407Koordinaten: 49° 19′ N, 12° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 67,08 km²
Einwohner: 9001 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93437
Vorwahl: 09973
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 126
Stadtgliederung: 37 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgstr. 1
93437 Furth im Wald
Webpräsenz: www.furth.de
Bürgermeister: Sandro Bauer (CSU)
Lage der Stadt Furth im Wald im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Stadtturm im Hintergrund, rechts das Amtsgericht

Furth im Wald (tschechisch: Brod nad Lesy, bzw. Bavorský Brod) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Cham, Grenzort zu Tschechien.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Furth im Wald, an der Grenze zu Tschechien, liegt an den Bächen, bzw. kleinen Flüssen Chamb, Kalte Pastritz und Warme Pastritz. Die Fläche des Stadtgebietes bildet in der Verwaltung und auch geographisch eine Trennung zwischen dem Oberpfälzer Wald im Norden und dem Bayerischen Wald im Süden. Es begrenzt die Cham-Further Senke, einen tiefen Taleinschnitt zwischen diesen beiden Mittelgebirgen und ist dem Künisches Gebirge benachbart. Im Nordosten der Stadt liegt der Dieberg, auf dem der Aussichtsturm der Bayernwarte steht.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Furth im Wald hat 37 amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • Aiglshof
  • Äpflet
  • Blasihof
  • Blätterberg
  • Bogen
  • Böhmerstraße
  • Bruckmühle
  • Daberg
  • Degelberg
  • Dieberg
  • Furth im Wald
  • Grabitz
  • Grasmannsdorf
  • Grub
  • Gschwand
  • Haberseigen
  • Klöpflesberg
  • Kühberg
  • Leinmühle
  • Lixenried
  • Oberrappendorf
  • Ösbühl
  • Ränkam
  • Rußmühle
  • Schafberg
  • Sengenbühl
  • Seuchau
  • Straßhof
  • Tradl
  • Tradt
  • Unterdörfel
  • Unterrappendorf
  • Voithenberg
  • Voithenberghütte
  • Waradein
  • Wutzmühle
  • Ziegelhütte

Gemarkungen[Bearbeiten]

Furth im Wald hat die Gemarkungen (Quelle: Satzung der Stadt Furth im Wald vom 7. Mai 2002):

  • Furth im Wald
  • Grabitz
  • Herzogau (mit den Gemeindeteilen Voithenberg und Voithenberghütte). Ein Teil der Gemarkung liegt auf Waldmünchener Gemeindegebiet.
  • Lixenried
  • Ränkam
  • Sengenbühl

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Auf Seite der Bundesrepublik Deutschland grenzen im Nordwesten die Stadt Waldmünchen und die Gemeinde Gleißenberg an Furth im Wald. Im Süden liegen Weiding (Landkreis Cham) und Arnschwang. Im Osten grenzt es an Eschlkam. Im Norden grenzt der Okres Domažlice in Tschechien an das Further Stadtgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Steinzeit[Bearbeiten]

Steinbeile und andere vorgeschichtliche Funde lassen auf erste Siedlungen in der Jungsteinzeit 4500 v. Chr. schließen. Siehe auch bei Stefling.

Mittelalter[Bearbeiten]

Am 9. April 1086 wurde Furth im Wald erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte der Salierkaiser Heinrich IV. mehrere erbuntertänige Dörfer und deren Einnahmen in der Markgrafschaft Cham im Nordgau (Bayern), darunter auch Vurte, das sich später zur Stadt Furth im Wald entwickelte, an den Regensburger Domvogt Friedrich aus dem Hause der Grafen von Bogen (Adelsgeschlecht) für dessen Verdienste während des Investiturstreits zu Gunsten des Kaisers. Wie der Name Vurte vermuten lässt, befand sich das Dorf an einer Furt, durch die Handels- und Heereswege entlang der Flussauen der mäandrierenden Chamb in das Siedlungsgebiet der Choden in Westböhmen führten. Im Jahr 1300 wurde Furth im Wald erstmals als Zollstation genannt. 1332 bestätigte der bayerische Herzog Heinrich XIV. die Stadtrechte. 1426 plünderten und mordeten Heeresgruppen der Reformbewegung der Hussiten im Grenzland Künisches Gebirge, wobei vermutlich auch die Stadt Furth zerstört wurde. 1470 wurde eine Grenzhauptmannschaft Furth, als eine der ältesten bayerischen Landwehrorganisationen gegründet und die Grenzfahne mit dem Stammwappen der Grafen von Bogen (Adelsgeschlecht), den weiß-blauen Rauten, geweiht. Eine Nachfolge-Ausführung aus kostbarem Material wurde im Heimatmuseum der Stadt in einer Vitrine aufbewahrt. (siehe Literatur bei: Johanna von Herzogenberg).
siehe auch Burgstall Einberg

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1514 ließ der Further Grenzhauptmann Sigmund von Seyboltsdorff ein Grenzvisier erstellen, die älteste kartographische Grenzbeschreibung von Furth im Wald bis zum Arber im Böhmerwald. Der Further Drachenstich wurde erstmals 1590 erwähnt. Er ist eines der ältesten Volksschauspiele im deutschen Sprachraum, ursprünglich entstanden bei einem Fronleichnamsumzug. In diesem Festspiel werden seit 1951 die Hussitenkriege als Hintergrund des Drachenstichs dargestellt. 1633 während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) verwüsteten evangelisch-lutherische Heeresgruppen der Schweden die Stadt, als Generalfeldmarschall Wallenstein u.a. mit Octavio Piccolomini in Furth in Wald einen Kriegsrat abgehalten hatte und den Abzug seines Heeres nach Eger (Cheb) beschlossen hatte. Das Gefecht am Antlesbrunn mit Einnahme und Plünderung der Stadt im Spanischer Erbfolgekrieg fand 1703 statt. 1861 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Furth im Wald wurde Haltepunkt der Hauptlinie Nürnberg–Prag. 1863 verwüstete ein Stadtbrand Furth, wobei die gesamte östliche Stadthälfte sowie der alte Further Stadtturm zerstört wurden. Den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) überstand Furth weithin unbeschadet, obwohl es im April und Mai 1945 im Grenzgebiet bei Cham (Oberpfalz) noch zu teils erbitterten Kämpfen mit den nach West- und Südböhmen vorrückenden Truppenverbände der amerikanischen Streitkräfte kam.

Gegenwart[Bearbeiten]

Von 1946 bis 1957 war in Furth im Wald ein Auffanglager für ca. 706.000 Heimatvertriebene während der Zeit der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. 1964 wurde der Straßengrenzübergang über Vollmer (Folmare) in der Tschechoslowakei unter strengen Visa-Bestimmungen des Eiserner Vorhangs wieder eröffnet. Der Abbau der Grenzsperren auf tschechoslowakischer Seite erfolgte 1990. Die Unterzeichnung der Staatsverträge über Erleichterung der Grenzabfertigung im Eisenbahn-, Straßen- und Schiffsverkehr sowie über die gegenseitige Unterstützung der Zollverwaltungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien folgte 1995 im Rathaus von Furth im Wald. Am 21. Dezember 2007 entfielen die Grenzkontrollen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien und die Grenzstation wurde aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1946 wurde ein Teil der Gemeinde Grabitz eingegliedert. Ränkam (mit dem anderen Teil der ehemaligen Gemeinde Grabitz) und Sengenbühl (bis Mitte 1904 im Bezirksamt Kötzting) wurden am 1. Januar 1972, Lixenried und ein Teil der Gemeinde Herzogau (beide aus dem Landkreis Waldmünchen) am 1. Juli 1972 eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren sowie dem Ersten Bürgermeister. Nach den Kommunalwahlen 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften
 % Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,06 6
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 11,13 2
Freie Wähler (FW) 12,43 2
Ränkamer Wählergemeinschaft (RWG) 9,03 2
Christliche Wählergemeinschaft (CWG) 11,95 2
Sengenbühler Wählergemeinschaft (SWG) 9,08 2
Freier Wählerblock (FWB) 3,27 1
Christlich Freie Wählervereinigung (CFW) 5,47 1
Junge Liste (JL) 10,58 2
Gesamt 100,0 20

Dabei schlossen sich die Umland-Wählergemeinschaften in den letzten Legislaturperioden traditionell der CSU-Fraktion an, gründeten aber 2008 eine eigene Fraktion, die "Umlandfraktion".

Nach dem Ableben von Bürgermeister Reinhold Macho wurde Johannes Müller zum Ersten Bürgermeister gewählt (siehe unten).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus von Furth im Wald

1. Bürgermeister ist Sandro Bauer (CSU). Nach dem Tod des langjährigen Bürgermeisters Reinhold Macho am 8. September 2005 fanden am 4. Dezember 2005 Neuwahlen statt. Es kam zur Stichwahl zwischen Volker Heiduk (Freie Wähler) und Johannes Müller (CFW). Am 18. Dezember 2005 wählten die Further Bürger Johannes Müller mit 56,93 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister. Bei der nächsten Wahl im November 2011 kamen Johannes Müller und der Bewerber der CSU, Sandro Bauer, in die Stichwahl. Diese gewann Bauer am 20. November 2011 mit 61,1 %; Amtsinhaber Müller kam auf 38,9 %.

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 gewann Sandro Bauer (CSU) mit 82,89 %. Sein Gegenkandidat Günter Stelzer (CFW) kam auf 17,11 %.

  • 2. Bürgermeister Michael Mühlbauer (Freie Wähler)
  • 3. Bürgermeister Franz Former (Christliche Wählergemeinschaft)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter dem Schildhaupt die blau-weißen Rauten der Grafen von Bogen geteilt von Silber und Grün; oben zwei schwarze Wellenleisten, den Fluss Chamb symbolisierend. Das Wappen ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wurde 1978 erneuert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Furth im Wald pflegt Partnerschaften mit den Städten

Patenschaft[Bearbeiten]

1957 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Bischofteinitz übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Stadtturm
  • Museen am Stadtturm
    • Drachenhöhle: Die Hauptattraktion des Further Drachenstichs und größter vierbeiniger Schreitroboter der Welt (Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde) kann in seiner "Höhle" besichtigt werden.
    • Landestormuseum mit Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte, zur Geschichte der Stadt und der Landesgrenze zu Böhmen, zu Handwerk, religiöser Volkskunst und bäuerlichem und bürgerlichem Leben in der Stadt.
    • Das Erste Deutsche Drachenmuseum zeigt die Geschichte des lokalen Festspieles und eine allgemeine Kulturgeschichte der Mythologie des Drachens.
    • Das Museum des Heimatkreises Bischofteinitz ging aus den 1972 gegründeten Sammlungen des sudetendeutschen Heimatkreises Bischofteinitz im südlichen Egerland hervor.
    • Abteilung Glas und Glasstraße mit einem Kinder-Erlebnisbereich.
  • Privates Museum Flederwisch mit der Transmissionswerkstatt einer historischen Druckerei, einer Schmiede und einer Agentur für Auswanderer.
  • Die historische Hammerschmiede Voithenberghütte liegt im Tal der Kalten Pastritz unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Sie wurde 1823 durch den Freiherrn Zacharias Voith von Voithenberg als Arbeitgeber erbaut und war bis 1926 in Betrieb. Heute ist diese Hammerschmiede eine Außenstelle des Landestormuseums, beherbergt eine Ausstellung von Schmiedeprodukten, sonstigen Dokumenten und zeigt Schmiedevorführungen mit zwei wasserradgetriebenen Hämmern.
  • Das private Waldmuseum Sengenbühl am Steinbruchsee enthält eine Sammlung von etwa 800 Präparaten einheimischer Tiere, Anschauungsmaterial zur Geologie und Pflanzenwelt aus der Umgebung von Furth im Wald, Werkzeugen zur Holzbearbeitung, eine umfangreiche Uhrensammlung und hat ein angegliedertes Wildgehege und Fischteiche.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Furth im Wald

Further Felsengänge[Bearbeiten]

Wie zahlreiche andere Städte ist Furth im Wald, auf einer felsigen Anhöhe errichtet, teilweise von unterirdischen Flucht- und Verbindungsgängen untertunnelt. Diese werden durch engagierte örtliche Heimatforscher und ehrenamtlich interessierte Helfer wieder zugänglich gemacht. Diese freigelegten Felsengänge sind in den Sommermonaten zu besichtigen. Sie bilden mit dem seit dem Mittelalter erhaltenen, fast unveränderten Grundriss der Bebauung einen interessanten Blick in die Geschichte der nach zahlreichen Bränden immer wieder aufgebauten Straßenzüge.

Drachensee[Bearbeiten]

Nach dem Drachen aus dem Further Volksschauspiel, dem Further Drachenstich, wurde der 2009 entstandenen Hochwasserspeicher Furth im Wald "Drachensee" benannt. Rund um den 175 Hektar umfassenden Stausee des Flusses Chamb bei Furth im Wald finden Erholungssuchende und Natur-Entdecker einen besonderen Erlebnisbereich. Was den Drachensee von anderen Stauseen des Böhmerwaldes unterscheidet, ist ein sogenanntes Vier-Zonen-Konzept. Dabei stehen die Zone des Naturerlebnisses und die ökologische Regenerationszone im Vordergrund. Die hier angestrebten Ausgleichsmaßnahmen zwischen Mensch und Natur lassen einen neuen beachtenswerten Lebensraum entstehen, der gute Voraussetzungen besitzt, auch bedrohten Tieren und Pflanzen eine Heimat und Überlebensmöglichkeiten zu bieten.

Leonhardiritt[Bearbeiten]

Jedes Jahr am Vormittag des Ostermontags findet seit über 200 Jahren ein Leonhardiritt um die Leonhardi-Kirche mit anschließender Feldmesse und Pferdesegnung auf dem Stadtplatz statt.

Stadtpfarrkirche[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die barocke, 1893 erweiterte Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt prägt das Stadtbild.

Kreuzkirche[Bearbeiten]

Erbaut 1668. Hatte um 17. Jahrhundert eine größere Bedeutung als Wallfahrtskirche und beherbergt das wohl älteste Kunstobjekt der Stadt, die Kreuzigungsgruppe aus dem 14. Jahrhundert.

Zachäuskirche[Bearbeiten]

Evang.-Luth. Zachäus-Kirche erbaut 1903.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Furth im Wald ist Grenzbahnhof an der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald bzw. Bahnstrecke Plzeň–Furth im Wald. Aufgrund der Grenzlage und der von Güter- und Personenverkehr stark benutzten Strecke bestehen hier großräumige Gleisanlagen für Güterzüge und für evtl. Lokwechsel.

Durch die Eisenbahn besteht wochentags eine annähernd stündliche Verbindung zur nächstgelegenen Kreisstadt Cham. Es gibt ferner regelmäßige Verbindungen nach Schwandorf, Regensburg, Nürnberg und München sowie nach Tschechien. (Regionalverkehr nach Domažlice (Taus), Fernverkehr nach Plzeň und Prag). Pendler nutzen diese Zugverbindungen, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen.

Furth im Wald ist mit der B 20, bzw. auf tschechischer Seite die N 26 bei Česká Kubice, an das überörtliche Straßennetz angebunden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Aus einer traditionellen Glashütte entstand die „Flabeg“, auf die in Further Arbeiterkreisen jedoch stets nur als „Glashütte“ Bezug genommen wird. Die „Flabeg GmbH & Co. KG“ verfügt über eine selbstentwickelte Technik zum Glasbiegen und ist ein bedeutender Hersteller von KFZ-Spiegeln, Display-, Bildschirm- und Scannerglas sowie Sonnenkollektoren für Parabolrinnenkraftwerke.

Es existieren mehrere kleine Industriegebiete mit Elektronikunternehmen (Deltec Automotive GmbH & Co. KG, Elotec Fischer GmbH, Zollner Elektronik AG) sowie weiteren Zulieferbetrieben. Wichtige Arbeitgeber sind auch der Tourismus, der Schlachthof Vion N.V. sowie der Einzelhandel.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

Im Gesundheitsbereich hat Furth im Wald ein Therapiezentrum und eine Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatik.

Außerdem besteht das Medizinische Versorgungszentrum "Grenzland".

Zudem gibt es diverse Arztpraxen verschiedenster Richtungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Innenstadt Furth im Wald

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Emil Bücherl (* 6. November 1919; † 28. Juni 2001 in Berlin), deutscher Arzt, Erfinder des Kunstherz.
  • Wolfgang Bücherl (* 27. April 1911; † 14. Januar 1985 in São Paulo), deutsch-brasilianischer Arachnologe
  • Franz Christoph (* 2. Juli 1953; † 28. Dezember 1996 in Berlin), deutscher Publizist und Mitbegründer der Krüppelbewegung
  • Michael Datzl (* 22. September 1821; † 30. Dezember 1898), Bürgermeister, Reichstags- und Landtagsabgeordneter (Zentrum)
  • Aloys Fischer (* 10. April 1880; † 23. November 1937 in München), deutscher Pädagoge
  • Hugo Geiger (* 1. April 1901; † 8. Juli 1984 in München), deutscher Politiker (CSU), MdB, MdL (Bayern), letzter bayerischer Postminister (1945)
  • Adalbert Müller (* 12. Januar 1802; † 13. Oktober 1879 in Regensburg), Schriftsteller und Landeskundler
  • Sissi Perlinger (* 3. Dezember 1963), Schauspielerin
  • Helmut Sturm (* 21. Februar 1932; † 20. Februar 2008 in Pullach), deutscher Maler, Mitglied der Gruppe SPUR, von 1980 bis 1982 Gastprofessor an der Hochschule der Künste zu Berlin
  • Willibald Utz (* 20. Januar 1893 in Furth im Wald; † 20. April 1954 in Bad Reichenhall), deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
  • Helge Weindler (* 16. Juli 1947; † 22. März 1996 bei Almeria/Spanien), deutscher Kameramann

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Stadtpfarrer i. R. Prälat Sebastian Werner
  • Dr. Edmund Stoiber (ehemaliger bayerischer Ministerpräsident)
  • Willi Gabriel
  • Rudolf Blahut[4]
  • Unternehmer Manfred Zollner sen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Furth i. Wald 1332-1982 - Redaktion Reinhold Macho und Siegi Wild, Perlinger Druck, Furth im Wald
  • Josef Pongratz: Furth im Walde. Neue-Presse-Verlags-GmbH, Passau
  • Stadtgeschichte
  •  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9, S. 90.
  • Johanna von Herzogenberg: Zwischen Donau und Moldau. Bayerischer Wald und Böhmerwald. Das Mühlviertel und Südböhmen, Prestel Verlag München 1968, Furth im Wald Seite 54 - 59, 60. Der Schutzumschlag des Buches zeigt eine Ansicht des Grenzversier des Jahres 1514 und enthält im Anhang eine Landkarte mit einer Übersicht der Straßenverbindungen nach Pilsen in Westböhmen.
  • Golo Mann: Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann, 2. Auflage Oktober 1971, S. Fischer Verlag GmbH Frankfurt am Main, ISBN 3 10047903 3, Textstellen zu Furth im Wald Seite 194, 993-995, 998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Furth im Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=913&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111204/164557&hodie=20111204/164557
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 440
  4. Vierteljahresschrift des Adalbert Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, 1958