Burg Tanstein

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Dieser Artikel behandelt die Burg in Rheinland-Pfalz. Ähnliche Namen haben Schloss Thanstein und Burg Thannstein, Bayern.

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Burg Tanstein
Die Dahner Burgengruppe

Die Dahner Burgengruppe

Entstehungszeit: zwischen 1100 und 1127
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Dahn
Geographische Lage 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O49.1502777777787.8025Koordinaten: 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O

Die Burg Tanstein ist die Ruine einer Felsenburg im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, nahe der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Dahn.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Burg knapp 1 km östlich von Dahn gehört zur Dahner Burgengruppe, zu der noch die Burgen Altdahn und Grafendahn zählen. Die drei Burgen wurden zwar nicht gleichzeitig, aber direkt nebeneinander auf einem Bergrücken errichtet. Eine ähnliche Form des Burgenbaus ist z. B. auch in den Vogesen im Oberelsass bei den drei Burgen von Husseren zu finden.

Anlage[Bearbeiten]

Burg Tanstein erstreckt sich auf den zwei westlichsten Burgfelsen der Dahner Burgengruppe. Beide Felsen waren früher mit einer Brücke verbunden. Auf den Felsen befinden sich moderne Brüstungsmauern, die eher willkürlich gesetzt wurden und keinen Eindruck der ehemaligen Burggebäude vermitteln. Der Westfelsen war anscheinend mit Wohnturm-ähnlichen Gebäuden bebaut, die sich an den Felsen anlehnten. Zeugnis davon geben Balkenlöcher und Abarbeitungen am Felsen sowie eine große Zisterne, in der man Wasser von den Dächern auffing.

Die südlich gelegene Unterburg weist noch originales Mauerwerk auf, das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Dort fanden sich Gebäudereste einer Schmiede sowie ein Schmelzofen.

Geschichte[Bearbeiten]

Von den drei Burgen der Gruppe ist Tanstein die älteste. Eine Urkunde von 1127 nennt einen Anshelmus de Tannicka als Besitzer oder Verwalter; deshalb wird der Anfang des 12. Jahrhunderts als Erbauungszeit der Burg vermutet. 1189 wird in einer Urkunde des Kaisers Friedrich Barbarossa ein Heinrich von der Than erwähnt und die Burg als unmittelbares Reichslehen bezeichnet. In der Folgezeit werden noch Ulrich von Dahn und Konrad von Dahn als Reichsministerialen genannt. Seit 1328 gilt die Burg als Lehen der Bischöfe von Speyer. Bis 1464 fällt häufiger Besitzerwechsel auf, so dass davon auszugehen ist, dass das Lehen immer wieder neu vergeben wurde, also in dieser Phase noch nicht erblich war.

1512 erwarb Friedrich von Dahn die Burg. Weil er ein Verbündeter des Ritters Franz von Sickingen war, wurde er in dessen Kämpfe mit südwestdeutschen Reichsfürsten verwickelt. Nach Sickingens Niederlage und Tod 1523 fiel auch Tanstein in die Hand der Sieger. Die Besetzung durch Truppen des Erzbischofs von Trier dauerte bis 1544 und führte wohl zu irreparablen Schäden an der Bausubstanz, denn 1585 wurde die Burg endgültig verlassen. 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstörten die Franzosen die Ruine vollends.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stefan Grathoff: Die Dahner Burgen. Alt-Dahn – Grafendahn – Tanstein (= Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland Pfalz. Führungsheft 21). Schnell und Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1461-X.
  •  Walter Herrmann: Auf rotem Fels. Ein Führer zu den schönsten Burgen der Pfalz und des elsässischen Wasgau. DRW-Verlag Weinbrenner, Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 3-7650-8286-4.
  •  Elena Rey: Burgenführer Pfalz. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-15-0.
  •  Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Ein Handbuch. Weidlich, Frankfurt 1976, ISBN 3-8035-8356-X.
  •  Alexander Thon, Peter Pohlit: Grafendahn. In: Jürgen Keddigkeit (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte. Band 12/2). Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, S. 213–223.
  •  Alexander Thon (Hrsg.): …wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2., verbesserte Auflage. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1570-5, S. 18–25.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahner Burgengruppe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien