Carl Flügge (Hygieniker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Mediziner Carl Flügge. Zum gleichnamigen Pastoren siehe Carl August Flügge (Evangelist)
Carl Flügge

Carl Flügge (* 9. Dezember 1847 in Hannover; † 12. Oktober 1923 in Berlin) war ein Hygieniker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem er 1865 das Abitur absolviert hatte, studierte er Medizin an der Georg-August-Universität, Göttingen. 1866 wurde er Mitglied des Corps Bremensia Göttingen.[1] Er bestand 1870 das medizinische Staatsexamen und nahm als Feldassistenzarzt am Deutsch-Französischen Krieg teil. 1871 ließ er sich als praktischer Arzt in Bad Nenndorf nieder.

Ab 1874 studierte er Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (bei Friedrich August Kekulé) und in Göttingen. 1875 wurde er wissenschaftlicher Assistent von Franz Adolf Hofmann an der Universität Leipzig. 1878 habilitierte er sich in Berlin für Hygiene.

1881 zog er nach Göttingen, wo er drei Jahre später zum a.o. Professor und Direktor des ersten selbstständigen Institutes für Hygiene in Preußen ernannt wurde. 1887 folgte er dem Ruf der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau auf ihren Lehrstuhl. Hier waren Wolfgang Weichardt (1875-1943) und Walter Kruse (1864-1943) seine Assistenten. 1898 war Flügge Präsident der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur. Für das akademische Jahr 1900/01 wurde er zum Rektor der Universität Breslau gewählt. In seiner Rektoratsrede am 15. Oktober 1900 schilderte er die Entwicklung der wissenschaftlichen Hygiene.[2]

Schließlich berief ihn das Preußische Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten 1909 als Nachfolger von Max Rubner an die Charité.

Flügge arbeitete auf dem Gebiet der Bakteriologie (Tuberkulose) und untersuchte Tröpfcheninfektionen und Desinfektionsverfahren. Er befasste sich auch mit der Pasteurisierung von Milch.

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Bedeutung der Trinkwasseruntersuchungen für die Hygiene
  • Lehrbuch der hygienischen Untersuchungsmethoden
  • Grundriss der Hygiene
  • Gründer der Zeitschrift für Hygiene

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kösener Corpslisten 1930, 40, 738
  2. Rektoratsreden (HKM)