Tröpfcheninfektion

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Als Tröpfcheninfektion wird eine Ansteckung durch eine aerogene Übertragung oder eine Tröpfchenübertragung[1] und somit die direkte Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft bezeichnet. Dies geschieht durch Aerosol- (Tröpfchenkern) oder Tröpfchenbildung beim Sprechen, Niesen und Husten durch Vernebelung keimhaltiger Sekrete der Atemwege. Zur Infektion der Kontaktperson(en) kommt es, wenn die Erreger anschließend auf die Schleimhäute meist des oberen Atemtrakts gelangen und sich dort vermehren.

Definitionen[Bearbeiten]

Als Aerosol wird die Dispersion von flüssigen und/oder festen Teilchen (Mikropartikeln) in einem Gas mit einem Durchmesser von weniger als 5 µm (Ausnahme: Riesenkerne) bezeichnet. Sie können aufgrund ihrer geringen Größe auch lange Zeit in der Luft schweben und damit auch über große Distanzen verbreitet werden.

Tröpfchen haben einen Durchmesser von mehr als 5 µm, sinken rascher ab und werden somit nur bis zu einer Distanz von gut einem Meter übertragen.[2]

Die maximale Distanz für eine Infektion durch kleine Tröpfchen (in Überschneidung zu Aerosolen) beträgt etwa drei Meter.

Beispiel Influenzaübertragung[Bearbeiten]

Bei der Übertragung von Grippeviren spielt dieser Übertragungsweg, neben der ebenfalls möglichen Kontaktinfektion, die entscheidende Rolle. Die Viren können einen Tag vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome bis durchschnittlich 7 Tage danach – von Kindern und Immunsupprimierten möglicherweise bis zu 21 Tage – ausgeschieden und direkt durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, wobei diese makroskopisch sichtbaren Tröpfchen einen Durchmesser von ≥ 5 μm haben und dies einen Abstand von höchstens einem Meter zwischen den beiden Personen voraussetzt.[3]

Schutz durch Masken?[Bearbeiten]

Laut „Influenza-Pandemieplan Schweiz“ des Bundesamts für Gesundheit, Version November 2007, Seite 113, sind bisher keine Studien in Bezug auf die Schutzwirkung von Maskentragen in der Allgemeinbevölkerung vor einer Tröpfcheninfektion durch Influenzaviren veröffentlicht worden. „Aus der Erfahrung mit SARS ergeben sich allerdings Hinweise, wonach die Übertragung von Viren durch Hygienemasken eingeschränkt werden kann.“[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ines Kappstein: Nosokomiale Infektionen: Prävention- Labordiagnostik- Antimikrobielle Therapie. Thieme Verlag 2009, ISBN 978-3131484741, S. 47.
  2. Andreas F. Widmer, Andreas Tietz: Praktische Hygiene in der Arztpraxis. (PDF; 177 kB) Schweiz Med Forum 2005;5:660–666
  3. a b Influenza-Pandemieplan Schweiz, Version November 2007, Seite 104 (a) bzw. Seite 113 (b) (PDF) Bundesamt für Gesundheit, www.bag.admin.ch
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