Chalid Maschal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chalid Maschal (2009)

Chalid Maschal (* Mai 1956 in Silwad bei Ramallah; arabisch ‏خالد مشعل‎ Chālid Maschʿal, DMG Ḫālid Mašʿal) ist ein politischer Führer der militanten palästinensischen Hamas.

Leben[Bearbeiten]

Maschal wurde 1956 im damals jordanischen Silwad nördlich von Ramallah (Westjordanland) geboren. Seine Familie zog später nach Kuwait, wo sie bis zum Golfkrieg 1991 lebte. Er heiratete 1981 und hat sieben Kinder. Maschal hat einen Abschluss als Bachelor of Science in Physik an der Universität Kuwait. Maschal engagierte sich an seiner Universität als Gründer und Führer des Haqq-Blocks, einer islamistischen palästinensischen Gruppierung, welche die Dominanz von Jassir Arafats PLO auf dem Campus bekämpfte. Nach dem gescheiterten, von den Palästinensern begrüßten Einmarsch von Saddam Husseins Truppen in Kuwait, zog Maschal nach Jordanien. Seit der Gründung war er Mitglied des Politischen Büros der Hamas, 1996 wurde er der Vorsitzende und damit zum politischen Sprecher der Hamas.

Maschal lebte zwischenzeitlich in Damaskus und war an den Verhandlungen um die Befreiung des entführten Gilad Schalit beteiligt. Anfang 2012 verließ er im Verlauf des syrischen Bürgerkrieges, in dem sich die Hamas gegen Präsident Baschar al-Assad stellte, sein Exil in Damaskus und übersiedelte nach Katar.[1]

Nachdem im Mai 2007 mehrere Raketen in der israelischen Kleinstadt Sderot einschlugen, drohten mehrere israelische Minister der gesamten Hamas-Führung mit gezielten Tötungen. Der Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, drohte namentlich den im syrischen Exil lebenden politischen Chef der Hamas, Chalid Maschal, bei „erstbester Gelegenheit“ zu töten, da er ein „mehr als legitimes Ziel“ sei.[2]

Am 7. Dezember 2012 reiste Maschal über Ägypten in den Gazastreifen, um an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Hamas teilzunehmen. Es war das erste Mal seit 45 Jahren, dass er die palästinensischen Gebiete betrat.[1]

Mordanschlag[Bearbeiten]

Am 25. September 1997 wurde Maschal Opfer eines Anschlags des israelischen Geheimdiensts Mossad. Nach Auftrag durch den damaligen israelischen Premier Benjamin Netanjahu begaben sich mehrere Agenten mit Hilfe von kanadischen Pässen nach Jordanien, wo sich Maschal aufhielt. Der Anschlag selbst wurde morgens gegen 10 Uhr vor Maschals Büro durchgeführt. Ein Agent sollte Maschal ablenken, ein anderer ihm unauffällig ein spurloses und tödliches Gift ins Ohr sprühen. Es gelang den Agenten zwar, das Gift gegen Maschal zu verwenden, dennoch wurden die Agenten nach kurzer Flucht von den Begleitern Maschals gestellt und den jordanischen Sicherheitskräften übergeben.[3]

Jordaniens König Hussein verlangte daraufhin von Netanjahu die Herausgabe des Gegengifts. Netanjahu lehnte ab und erst durch Intervention von US-Präsident Bill Clinton wurde das Gegengift übergeben.[4]

Die Mossadagenten wurden anschließend gegen den Hamasführer Ahmad Yasin ausgetauscht, der in Israel im Gefängnis saß.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Knaul, Susanne: Hamas-Chef Maschaal im Gazastreifen: Auftritt wie ein Sieger. taz.de, abgerufen am 8. Dezember 2012.
  2. Vgl. Clemens Verenkotte: „Raketenbeschuss im Gaza-Grenzgebiet: Israel droht Hamas mit härterem Vorgehen (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung“, Tagesschau, 20. Mai 2007.
  3. Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe September 2009, S. 12.
  4. Netanyahu in spotlight as assassination plot unravels“, CNN World News, 5. Oktober 1997.