Chemin de fer de l’Est

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Streckennetz und Projekte 1852

Die Compagnie des chemins de fer de l’Est (Französische Ostbahn) ist eine ehemalige französische Eisenbahngesellschaft.

Die Gesellschaft wurde im Jahr 1845 unter dem Namen Compagnie du chemin de fer de Paris à Strasbourg gegründet und erhielt die Konzession für die Bahnstrecke Paris–Straßburg mit Abzweigungen von Épernay nach Reims und von Frouard nach Metz und weiter zur damals preußischen Grenze mit Anschluss an die Forbacher Bahn. Durch Übernahmen und weitere Konzessionen vergrößerte sich die Gesellschaft rapide. Im Jahr 1853 fusionierte sie mit der Compagnie du chemin de fer de Montereau à Troyes und benannte sich in Compagnie des chemins de fer de l’Est um.

1854 übernahm die Ostbahn die Compagnie de Strasbourg à Bâle, 1857 den Betrieb der luxemburgischen Bahnen, 1858 die Eisenbahn Mülhausen-Thann und 1863 das Netz der Ardennenbahn.

Anfang 1870 betrieb die Ostbahn ein Netz von 2.838 Kilometern Länge, worin die in Luxemburg betriebenen Strecken nicht enthalten sind.

Infolge des deutsch-französischen Krieges im Jahr 1870 musste die Gesellschaft 841 Kilometer vormals französische Strecke in Elsass-Lothringen und 237 Kilometer in Luxemburg und Belgien an das Deutsche Reich abtreten. Damit verlor sie wichtige Verbindungen mit der Schweiz über Basel sowie mit Belgien und Holland über Luxemburg. Als Ausgleich erhielt die Ostbahn vom Staat eine großzügige Subvention und eine Konzession für weitere Linien. Die abgetretenen Strecken wurden in Deutschland als staatliche Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen eingegliedert.

Durch weitere Bahnbauten und Übernahmen vergrößerte sich das Netz der französischen Ostbahn bis Ende 1912 auf eine Länge von 5.027 Kilometern.

Nach der Rückgabe Elsass-Lothringens an Frankreich 1919 blieben die Strecken dort als Réseau ferroviaire d’Alsace-Lorraine (AL) als Staatsbahnen selbständig und fanden den Weg nicht zurück zur Ostbahn. Auch nach der Übernahme des Netzes der Linien in Elsass-Lothringen durch Frankreich stehen mancherorts bis heute Signale nach deutscher Bauart, und die Züge fahren mit Rechtsbetrieb, entgegen dem in Frankreich bei der Bahn üblichen Linksbetrieb.

Am 1. Januar 1938 kam die Compagnie des chemins de fer de l’Est zusammen mit der Réseau Ferroviaire d’Alsace-Lorraine zur neu gegründeten Staatsbahn SNCF.

Literatur[Bearbeiten]

  • Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage, Urban & Schwarzenberg, Berlin 1914, Band 5, S. 191-193.