Luxemburg

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Groussherzogtum Lëtzebuerg (ltz.)
Großherzogtum Luxemburg (deu.)
Grand-Duché de Luxembourg (fra.)
Flagge Luxemburgs
Wappen Luxemburgs
Flagge Wappen
Wahlspruch: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn (ltz.)

Wir wollen bleiben, was wir sind (deu.)
Nous voulons rester ce que nous sommes (fra.)

Amtssprache Luxemburgisch (Nationalsprache), Deutsch, Französisch
Hauptstadt Luxemburg
Staatsform Konstitutionell-parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Großherzog Henri
Regierungschef Premierminister Jean-Claude Juncker
Fläche (166.) 2586 km²
Einwohnerzahl (162.) 493.300 (April 2009)
Bevölkerungsdichte (45.) 187 Einwohner pro km²
BIP

- Total (Nominal)
- Total (PPP)
- BIP/Einw. (Nom.)
- BIP/Einw. (PPP)

2006

(65.) $42,87 Mrd
(94.) $33,100 Mrd
(1.) $104.673 (2007)
(2.) Int. Dollar 80.457 (2007)

HDI 0,960 (11.)[1]
Währung Euro (€) 1 Euro = 100 Cent
Unabhängigkeit 1815
Nationalhymne Ons Heemecht
Nationalfeiertag 23. Juni
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen L
Internet-TLD .lu
Telefonvorwahl +352
EU-Luxembourg.svg
Luxemburg.png

Das Großherzogtum Luxemburg ist eine parlamentarische Monarchie in Westeuropa. Es grenzt an Frankreich (Grenzlänge 73 km) und an Belgien (Grenzlänge 148 km) sowie an die deutschen Länder Rheinland-Pfalz und Saarland (Grenzlänge 138 km). Luxemburg ist mit einer Fläche von 2586 km² der zweitkleinste Staat der Europäischen Union.

Das Großherzogtum ist Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union, und bildet zusammen mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten. Seit März 1970 ist Luxemburg Mitglied der „Organisation internationale de la Francophonie“ (Internationale Organisation der Frankophonie).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Landesname

Der Name leitet sich von Lucilinburhuc ab, später Lützelburg, einer kleinen Burg, um die sich die (Haupt-) Stadt Luxemburg gründete. Luxemburg ist als Grafschaft im damaligen Heiligen Römischen Reich entstanden und heute das letzte Großherzogtum der Welt.

[Bearbeiten] Geografie

Relief
Das Müllerthal
Klimadiagramm von Luxemburg-Stadt

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird Ösling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen, Hügeln und tiefen Flusstälern, wie zum Beispiel das Tal der Sauer. Mit 560 Metern stellt der Hügel „Kneiff“ in Huldange (deutsch: Huldingen) die höchste Erhebung des Landes dar.

Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Entwässert wird das Land durch die westöstlich verlaufende Sauer, mit Clerve und Our im Norden und Alzette im Süden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter ü. M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark geschützt.

Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.

Siehe auch: Liste der Flüsse in Luxemburg

[Bearbeiten] Klima

Luxemburg hat ein gemäßigtes westeuropäisches Klima, das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gemäßigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 782,2 mm; Temperaturen im Jahresmittel 9 °C, im Januar 0,8 °C, im Juli 17,5 °C. So liegen die im Januar, dem kältesten Monat, gemessenen Durchschnittstemperaturen bei etwa −2 °C. Die höchsten Temperaturen werden üblicherweise während der Sommermonate Juli und August gemessen. Zu dieser Zeit beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 15–25 °C, wobei das Thermometer nicht selten auf Temperaturen von 30 °C steigt. Im Norden des Landes, dem Ösling, ist es meist etwas kühler und es kommt auch häufiger zu Niederschlägen.

[Bearbeiten] Flora und Fauna

Das Ösling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete Mittelgebirgszüge und tiefe Flusstäler geprägt. Die am stärksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-Niederwälder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen großen Teil der Waldfläche ein. Für unbewaldete Flächen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die Lippenblütler Echter- und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im Südosten Luxemburgs vorkommen.

Die Vegetation des tiefer gelegenen südlichen Teil des Landes (ca. 300 m), dem so genannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel geprägt.

Die Tierwelt entspricht der für mitteleuropäische Länder üblichen Fauna. Allerdings beeindruckt das Ösling durch große Bestände an Rot- und Schwarzwild sowie Greifvögeln, aber auch durch seltene Vogelarten wie den Schwarzstorch oder das Haselhuhn. Bei anderen Arten ist dagegen ein dramatischer Bestandsrückgang zu verzeichnen. So kamen vom Steinkauz in den 1960er Jahre noch 3.400 bis 4.200 Brutpaare in Luxemburg vor. Im Jahre 2006 war der Bestand auf 15 bis 20 Brutpaare zurückgegangen.[2] Luxemburg ist bekannt für seinen Fischreichtum, es gibt Forellen, Hechte, Zander, Aale, Karpfen und viele andere Fischarten. Im milden Moseltal hat sich die Mauereidechse angesiedelt, ein sonst eher in mediterranen Ländern vorkommendes Tier.

54,8% der Säugetierarten, 41,5% der Vogelarten, 33% der Reptilienarten, 71,4% der Amphibien und 62% der Fischarten in Luxemburg sind bedroht.[3] Dies verlautet vom Observatoire de l'Environnement Naturel (OEN), der den Plan National Protection Nature[4] aktualisiert hat.

[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung

Gliederung Luxemburgs in 3 Distrikte, 12 Kantone und 116 Gemeinden

Das Land wird untergliedert in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) mit zwölf Kantonen und 116 Gemeinden. 12 dieser Gemeinden haben den Status einer Stadt. Die Gemeinden sind Selbstverwaltungskörperschaften, die allerdings der Rechtsaufsicht der vom Großherzog ernannten Distriktskommissare unterliegen.

Die Stadt Luxemburg ist Hauptstadt des Großherzogtums und Sitz der Regierung. Sie hat sich zu einem der führenden Finanzplätze in Europa entwickelt, der vor allem für die 48 deutschen von den 161 hier ansässigen Banken von besonderer Bedeutung ist.

Siehe auch: Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg

[Bearbeiten] Städte

Der Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg insgesamt gesehen sehr hoch; etwa 92 Prozent der Einwohner leben in Städten (2003), die jedoch überwiegend Land- und Kleinstädte sind. Größte Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg (lux.: Lëtzebuerg) mit etwa 86.329 Einwohnern (Großraum 110.000). Da sich ein Ort nur per Gesetz als „Stadt“ bezeichnen darf, hat Luxemburg nur zwölf Städte, denen die Stadtrechte oft bereits im Mittelalter verliehen wurden. Die größeren Städte liegen im Südwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch-sur-Alzette (28.200), Differdingen (19.000), und Düdelingen (17.800). Im Norden Luxemburgs gibt es hingegen mehrere kleine Städte, die meist Hauptorte eines Kantons sind. Um die beiden Städte Diekirch (6500) und Ettelbrück (7500) bildet sich die Nordstad, der größte Ballungsraum im Norden Luxemburgs, der neben der Hauptstadt und Esch-sur-Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums gilt.

Siehe auch: Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg

[Bearbeiten] Bevölkerung

[Bearbeiten] Bevölkerungsstruktur

Bevölkerungsentwicklung in Luxemburg, 1961 bis 2003; Zahl der Einwohner in Tausend

Luxemburg hat etwa 493.300 Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt 44,5 Prozent (STATEC 2008). 16,5 Prozent der Einwohner sind portugiesische, 5,8 Prozent französische, 4,1 Prozent italienische, 3,5 Prozent belgische, 2,5 Prozent deutsche und 1,6 Prozent serbische Staatsbürger. In der Hauptstadt sind fast zwei Drittel (61,66 Prozent) der Einwohner ausländische Staatsbürger. Die Gemeinde Fiels gilt mit über 60 Prozent Ausländern (vorwiegend Portugiesen) als die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil in Europa.

Vor 10 Jahren betrug der Ausländeranteil noch 37,6 Prozent. Mit knapp 60.000 lag beispielsweise der Anteil der Portugiesen an der Gesamtbevölkerung bei erst 13,4 Prozent. Im Jahr 2015 werden die Ausländer mit aller Voraussicht die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Ausländeranteil in Luxemburg[5]
Nationalität Anzahl Anteil an der Gesamtbevölkerung 2008
Portugal Portugal 82.200 16,5 %
Frankreich Frankreich 29.130 5,8 %
Italien Italien 20.360 4,1 %
Belgien Belgien 17.460 3,5 %
Deutschland Deutschland 12.650 2,5 %
Serbien Serbien 7.580 1,6 %
Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5.530 1,1 %
Niederlande Niederlande 4.290 0,9 %

In Luxemburg leben ca. 2.500 Jenische als Minderheitenvolk ohne eigenen Status und mit verschiedenen Staatszugehörigkeiten. Bekanntester „jenischer Ort“ Luxemburgs ist Weimerskirch, wo seit Generationen jenische Familien ihren Hauptwohnsitz haben.

In Luxemburg arbeiten knapp über 138.000 (2008) Grenzgänger aus den umliegenden Nachbarregionen. Sie machen etwa 40 Prozent der in Luxemburg Beschäftigten aus. 52 Prozent der Grenzpendler kommen aus dem benachbarten Lothringen, 27 Prozent aus den benachbarten belgischen Provinzen und 21 Prozent aus den angrenzenden deutschen Bundesländern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (2005). 7.500 Nicht-Luxemburger arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europäischen Institutionen.

[Bearbeiten] Altersstruktur

18,9 Prozent der Luxemburger sind unter 15 Jahre alt (davon männlich 45.768, weiblich 42.980), 66,5 Prozent der Einwohner sind zwischen 15 und 64 Jahre alt (davon männlich 157.453, weiblich 153.927), 14,6 Prozent sind 65 und älter (davon männlich 27.573, weiblich 40.870). Das Durchschnittsalter beträgt 38,51 Jahre. (Stand 2005)

Die Lebenserwartung in Luxemburg beträgt durchschnittlich 78,7 Jahre; für Männer 75,5 Jahre und für Frauen 82,2 Jahre. (Stand 2005)

[Bearbeiten] Sprachen

Die Sprachensituation in Luxemburg ist vielschichtig. Die Muttersprache der Luxemburger ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), eine moselfränkische Mundart mit etwas mehr französischen Lehnwörtern als im Hochdeutschen. Sie wurde allerdings erst mit dem Sprachengesetz von 1984 zur Nationalsprache und mündlichen Amtssprache des Landes erhoben und wird laut Umfrage der Europäischen Union von nur ca. 70 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache angegeben. Standarddeutsch und Französisch sind gemäß dem Sprachengesetz von 1984 ebenfalls Amtssprachen; somit hat Luxemburg also drei offizielle Sprachen. Dabei wird insbesondere Deutsch von den Druckmedien genutzt. So erscheinen ungefähr 85 Prozent aller Zeitungsartikel auf Deutsch, nur etwa 12 Prozent auf Französisch und lediglich 3 Prozent auf Luxemburgisch. Zahlreiche Radiosender, amtliche Internetseiten und Werbungen sind oft aus Luxemburgisch, Deutsch und Französisch gemischt zusammengesetzt. Obwohl Bücher aus Luxemburg am Anfang der ISBN eine 2 für Französisch stehen haben, sind die meisten Bücher auf Luxemburgisch oder Deutsch. Luxemburgisch ist Nationalsprache; sie soll damit helfen, die kulturelle Identität der Luxemburger zu waren und die Immigranten unterschiedicher Herkunft und Sprache integrieren helfen..

Auf Grund ihrer Bedeutung lernt man in der Grundschule die Pflichtfächer Deutsch und Französisch und später noch Englisch (je nach Ausbildungsgrad können noch andere Sprachen hinzukommen). Auch wechselt die Unterrichtssprache der naturwissenschaftlichen Fächer im Laufe der Jahre von Deutsch nach Französisch. Seit 1944 wird allerdings in den Verwaltungen und Ministerien, sowie in höheren Schulen (nicht an den grundsätzlich deutschsprachigen Grund- und Berufsschulen) Französisch schriftlich verwendet, Luxemburgisch aber nach wie vor bevorzugt gesprochen. Wendet sich allerdings ein Bürger auf Luxemburgisch oder auf Standarddeutsch an eine amtliche Stelle, muss er seine Antwort gleichwohl vorschriftsgemäß in der von ihm benutzten Sprache erhalten. Auch vor Gericht wird – der allgemeinen Verständlichkeit wegen – Luxemburgisch gesprochen, das Sitzungsprotokoll wird auf Hochdeutsch erstellt und die Gesetzestexte auf Französisch zitiert. In Banken, Geschäften oder in der Gastronomie wird oft französisch gesprochen, da viele Angestellte im Dienstleistungsbereich als Pendler aus Frankreich und aus der belgischen Region Wallonien kommen. Die moselfränkische Muttersprache und das Hochdeutsche besitzen demgegenüber als Presse- und Literatursprache sowie im religiösen Bereich nach wie vor einen besonderen Stellenwert.

Nach der Befreiung von der Nazi-Herrschaft 1944 wurde der Landesname „Luxemburg“ in „Luxembourg“ geändert und alle Gesetze werden seitdem nur noch auf Französisch veröffentlicht.

Seit einigen Jahren kann jeder Bürger der Europäischen Union, der der luxemburgischen Sprache mächtig ist, ohne seine Nationalität wechseln zu müssen, in die Luxemburger Armee eintreten, allerdings muss der Antragssteller mindestens 36 Monate ohne Unterbrechung in Luxemburg wohnen.

Luxemburg beteiligte sich nicht an der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung, die zur Betreuung der Deutschen Rechtschreibreform von 1996 ins Leben gerufen wurde. Die neue deutsche Rechtschreibung wurde auf Anordnung der Regierung in den Schulunterricht eingeführt.

Eine weitere Sprache in Luxemburg ist die jenische Sprache, welche von einigen Sprachgelehrten als eigenständiges Idiom gepflegt und vor allem in Luxemburg-Pfaffenthal und Luxemburg-Weimerskirch noch gesprochen wird. Des Weiteren sind fast 20 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs portugiesische Einwanderer bzw. deren Nachkommen, die oft auch ihre Muttersprache sprechen.[6]

[Bearbeiten] Religionen

1988 wurde das Bistum Luxemburg von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben. Nach älteren Schätzungen sind etwa 98 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch getauft, nach neueren noch gut 90 Prozent. Der Rest verteilt sich überwiegend auf Atheisten, Protestanten, Juden und Muslime.

Da Angaben zur Religion oder Konfession jedoch einem strengen Datenschutz unterliegen, sind genaue neuere Angaben nicht erhältlich. Überdies praktiziert ähnlich wie in den Nachbarländern etwa die Hälfte der katholisch Getauften ihren Glauben nicht mehr. Die katholische Kirche Luxemburgs geht auf ihrer Homepage selbst davon aus, dass die Bevölkerung „mehrheitlich“ katholisch ist (vgl. www.cathol.lu zum Stichwort „Ökumene“).

[Bearbeiten] Geschichte

Der Bockfelsen in Luxemburg Stadt, den Graf Siegfried 963 erwarb

Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs

[Bearbeiten] Kelten, Franken, Römer

Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Luxemburgs gehen auf die Kelten zurück und stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ungefähr einhundert Jahre später drangen Römer in das Land ein, als Caesar um 58–51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Das Gebiet des heutigen „Luxemburg“ wurde Teil des Imperium Romanum.

Im 5. Jahrhundert n. Chr. – zur Zeit der Völkerwanderung – drängten die germanischen Franken die Römer zurück. Wandermönche missionierten die Menschen zum Christentum und bauten Klöster. Das Kloster Echternach wurde vom angelsächsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegründet.

Im Jahre 963, das Land gehörte zum ostfränkischen Reich, erwarb Graf Siegfried durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier den kleinen Bockfelsen im Alzettetal mit der Burg Lucilinburhuc. Damit legte er den Grundstein für das deutsche Adelsgeschlecht der Luxemburger und für die Grafschaft Luxemburg.

[Bearbeiten] Vorherrschaft des Hauses Luxemburg im Heiligen Römischen Reich

Kaiser Sigismund (Holzschnitt, 1536)

1308 wurde Graf Heinrich von Luxemburg zum römisch-deutschen König gewählt. Er und sein Sohn Johann, der 1310 König von Böhmen wurde, begründen die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). 1354 wird die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wird Wenzel I.. Mit dem Tod Kaiser Sigismunds 1437 stirbt die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, womit die Vorherrschaft im Reich endet. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das französische Haus Burgund. Es blieb aber staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karls des Kühnen im Jahr 1477 kam Luxemburg mit dem gesamten burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria von Burgund und ihren Ehemann, den späteren Kaiser Maximilian I. von Habsburg.

[Bearbeiten] Zwischen habsburgischer und französischer Herrschaft

Karte Luxemburgs vom 1712

1482 gelangt Luxemburg unter die Herrschaft der Habsburger; 1555 unter deren spanische Linie.

1659 kommt es als Konsequenz des Pyrenäenfriedens zur 1. Teilung Luxemburgs: Die Abtrennung des Südens des Landes von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich. Von 1684 bis 1697 ist das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. sogar gänzlich unter der Fremdherrschaft Frankreichs.

Im Spanischen Erbfolgekrieg 1713 fällt Luxemburg an die österreichischen Niederlande und wird somit wiederholt ein Habsburger Land. Von 1795/1801 bis 1814 fällt das Land nach dem Einzug Napoleons bzw. der Französischen Revolutionstruppen abermals unter französische Fremdherrschaft.

[Bearbeiten] Auf dem Weg in die Souveränität

Deutscher Bund 1815–1866

Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806, zu dessen Territorium das Herzogtum gehörte, kommt Luxemburg zu Frankreich bis zum Untergang des ersten napoleonischen Kaiserreichs. Der Wiener Kongress legt 1815 schließlich fest, dass das nun zum Großherzogtum erhobene Land ein Mitgliedstaat des neu gegründeten Deutschen Bundes wird. Gleichzeitig führen die Kongressbeschlüsse zu einer Personalunion mit dem Königreich der Vereinigten Niederlande, die die 2. Teilung des Landes bewirkt, eigentlich jedoch nur eine nicht vollständige Wiederherstellung des status quo ante: einige nördliche Gebiete des alten Luxemburg fallen von Frankreich unmittelbar an die Niederlande, östliche an Rheinpreußen. 1830 schließt sich Luxemburg der belgischen Revolution an. 1839 kommt es zur 3. und letzten Teilung, in der das Französische Quartier, nämlich die französischsprachige Westhälfte, komplett an Belgien fällt, und seither im Großherzogtum Luxemburg nur noch das Deutsche Quartier, die rein deutschsprachige Osthälfte, verbleibt. Nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1866 bleibt Luxemburg bis 1919 weiterhin Mitglied im Deutschen Zollverein (1843–1919). König Wilhelm III. der Niederlande, dessen Privateigentum das Großherzogtum Luxemburg ist, versucht vergeblich, sein Großherzogtum als Bundesstaat in den neu gegründeten Norddeutschen Bund aufnehmen zu lassen.

1867 kommt es zur Luxemburgkrise: Napoléon III. versucht Luxemburg von König Wilhelm III. der Niederlande zu kaufen. Die deutsche Öffentlichkeit im Großherzogtum und in den anderen Gebieten des Deutschen Bundes empört sich gegen den beabsichtigten Verkauf des Landes an Frankreich: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, welche vier römisch-deutsche Kaiser gestellt hatte, soll nicht an Frankreich, den damaligen „Erbfeind”, fallen. Eine starke Protestbewegung plädiert mit ihrer Petition an den König-Großherzog Wilhelm III. für den Status Quo. Der Wahlspruch „Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“ wird unter den Luxemburgern populär. Die Krise mündet im zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land gegen den Willen der Luxemburger als Kompromiss für immer neutral erklärt wird. Die deutsche Bundesfestung in Luxemburg wird geschleift.

Großherzogin Charlotte von Luxemburg 1896–1985

Wegen des Aussterbens des niederländischen Königshauses (Oranien-Nassau) im Mannesstamme 1890 gelangen aufgrund des privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau, des Nassauischen Erbvereins, die nächsten männlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, an die Regierung. Damit erhält Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg.

[Bearbeiten] 20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wird die vertragliche Neutralität Luxemburgs von den deutschen kaiserlichen Truppen verletzt, da Luxemburg zum Durchmarsch im Krieg gegen Frankreich benutzt und deswegen besetzt wird. Es kommt zur Staatskrise von 1918 bis 1919: Wegen ihrer pro-deutschen Haltung während des Ersten Weltkrieges gerät Großherzogin Marie Adelheid unter starken innenpolitischen Druck und dankt schließlich zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.

Siehe auch: Referendum vom 20. September 1919

1919 erfolgt die Einführung des Frauenwahlrechts, die Gründung der Union Économique Belgo-Luxembourgeoise erfolgt 1922. In diesem Vertragswerk wird u. a. die Parität zwischen belgischer und luxemburgischer Währung (Franken) beschlossen.

Die deutsche Wehrmacht marschiert im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) durch Luxemburg, wieder um Frankreich anzugreifen. Luxemburg wird im Mai 1940 von deutschen Truppen besetzt. Die Regierung und die Großherzogin fliehen ins Exil nach London. Nach einer Militärverwaltung wird eine Zivilverwaltung unter Gustav Simon, NSDAP-Gauleiter des angrenzenden Gaus Moselland, eingesetzt. Luxemburger wurden zur deutschen Wehrmacht zwangseingezogen und jüdische Bürger in deutsche Konzentrationslager deportiert. Im August 1942 annektiert Deutschland das besetzte Land, die Distrikte werden zu Landkreisen gemacht. Der Zweite Weltkrieg wird zu einer harten Bewährungsprobe für die junge Nation und führt dazu, dass Nationalsymbole wie die Monarchie und die luxemburgische Sprache noch fester im nationalen Bewusstsein verankert werden. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg von den Amerikanern erstmals befreit. Darauf folgte jedoch die deutsche Ardennenoffensive.[7]

Siehe auch: Luxemburg im Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). Luxemburg wird 1945 Mitglied der Vereinten Nationen. 1948 wird die „immerwährende Neutralität“, die seit 1867 verankert war, formell aufgehoben. Luxemburg wird 1952 Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt. 1957 ist Luxemburg Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Luxemburg beschließt 1985 mit vier weiteren EU-Staaten das nach dem luxemburgischen Moselort benannte Schengener Abkommen. 1986 kommt es zur Verleihung des Karlspreises an das gesamte luxemburgische Volk wegen besonderer Verdienste um die Europäische Einigung. 1995 tritt das Schengener Abkommen in Kraft. 2002 folgt die Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr.

[Bearbeiten] Politik

Das Großherzogtum Luxemburg ist seit dem Londoner Vertrag vom 19. April 1839 ein souveräner und unabhängiger Staat. Staatsform ist eine parlamentarische Demokratie in Form einer konstitutionellen Monarchie, deren Krone innerhalb der Familie Nassau erblich ist.

Die Gesetzgebung ist Aufgabe der Abgeordnetenkammer (Chambre des Députés[8]), welche alle fünf Jahre gewählt wird.[9]

[Bearbeiten] Wahlspruch

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn („Wir wollen bleiben, was wir sind“), d. h. keine Deutschen oder Franzosen werden. (Anlass war der von Bismarck eingefädelte, geplante, aber nicht realisierte Verkauf des Großherzogtums Luxemburg, dessen Staatsoberhaupt Wilhelm III. der Niederlande war, an Frankreich unter Napoléon III.)

[Bearbeiten] Nationalflagge

Wappenflagge
Hauptartikel: Flagge Luxemburgs

Eine Besonderheit Luxemburgs ist, dass neben der eigentlichen Staatsflagge, der rot-weiß-blauen Trikolore, auch die Wappenflagge, der „Roude Léiw“ (auf deutsch: „Roter Löwe“) als nationales Symbol verwendet wird. Vor allem bei Sportveranstaltungen wie bei der Tour de France oder dem Fußball wurde die eigentliche Staatsflagge fast vollständig verdrängt. Als Grund hierfür wird oft die starke Ähnlichkeit zur niederländischen Flagge angegeben. Ein weiterer Grund ist die Verwendung des Roten Löwen als kämpferisches, tapferes und patriotisches Symbol, das zudem über einen hohen Wiedererkennungswert verfügt.

Nachdem der Abgeordnete der CSV, Michel Wolter, 2006 einen Gesetzesvorschlag einbrachte, der vorsieht die Trikolore durch den Roten Löwen als Staatsflagge zu ersetzen, brach in der Politik, der Presse und der Bevölkerung eine Diskussion über die Flaggenfrage aus. Obwohl Umfragen zufolge der Großteil der Bevölkerung für einen Flaggenwechsel eintritt, gab Premierminister Jean-Claude Juncker im Juni 2007 bekannt, dass es unter ihm und seiner Regierung keine Änderung der Flagge geben werde. Im Gegenzug kündigte er an, dass man dem Roten Löwen eine legale Basis geben werde und ihn im Inland der Trikolore gleichstelle, da er die Bedeutung des Roten Löwen in der Bevölkerung anerkenne.

[Bearbeiten] Staatsoberhaupt

Großherzog Henri bei der Hochzeit seines Sohnes Prinz Louis (2006)

Staatsoberhaupt ist seit Oktober 2000 Großherzog Henri. Er ist verheiratet mit Großherzogin Maria Teresa. Der Großherzog verfügt formal über weit reichende exekutive und legislative Befugnisse; er ernennt und entlässt die Regierung, vollzieht alle Gesetze, nimmt aber faktisch nahezu ausschließlich repräsentative Aufgaben wahr. Der Großherzog ist überparteilich. Von seinem Recht, die Abgeordnetenkammer (das Parlament) aufzulösen, hat er noch keinen Gebrauch gemacht.

2008 weigerte Henri sich zuerst, ein Sterbehilfegesetzes zu unterzeichnen; deswegen hat die Regierung Luxemburgs eine Verfassungsänderung herbeigeführt, bei der der Großherzog auch nach dem Wortlaut der Verfassung auf rein repräsentative Aufgaben beschränkt wird.[10]

Siehe auch: Liste der Großherzöge Luxemburgs

[Bearbeiten] Regierung und Staatsrat

Die exekutive Gewalt wird vom Großherzog und der Regierung[11] ausgeübt. Die Regierung setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der auch den traditionellen Titel Staatsminister führt, sowie vierzehn Ministern.

Die Regierung von Premierminister Jean-Claude Juncker wurde in der Wahl am 7. Juni 2009 bestätigt und stützt sich seit dem 27. Juli 2009 auf eine große Koalition aus Christlich-Sozialer Volkspartei (CSV) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP). Jean Asselborn (LSAP) ist Außenminister, Luc Frieden (CSV) Finanzminister.

Siehe auch

Der Staatsrat ist ein beratendes Organ, das aus 21 Mitgliedern besteht. Das Nominierungsverfahren ist nicht in der Verfassung geregelt, sondern lediglich in einem Gesetz. Der Staatsrat wirkt bei der Gesetzgebung mit. Seine Opposition formelle bei Gesetzentwürfen hat eine auf drei Monate begrenzte aufschiebende Wirkung. Seit Mitte November 2009 steht Georges Schroeder an der Spitze.[12]

[Bearbeiten] Parlament

Die Abgeordnetenkammer, auch Chambre des Députés genannt, ist das luxemburgische Parlament und hat 60 Sitze. Ihr Präsident ist zurzeit Laurent Mosar (CSV). Die Mitglieder (Deputierten) werden in den Nationalwahlen auf fünf Jahre gewählt.

Seit 2009 ist die Aufteilung der Sitze wie folgt: CSV 26, LSAP 13, DP 9, Déi Gréng 7, ADR 4, Déi Lénk 1.

[Bearbeiten] Wahlen

Wahlbezirke: Norden (Grün), Zentrum (Blau), Süden (Rot) und Osten (Gelb). Angegeben ist die Anzahl der Parlamentssitze pro Bezirk.

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus finden alle 5 Jahre nach dem Verhältniswahlrecht statt. Das Land ist in vier Wahlbezirke mit unterschiedlicher Abgeordnetenzahl eingeteilt, um so der Bevölkerungsverteilung im Land gerecht zu werden (Süden (23), Zentrum (21), Norden (9), Osten (7)). Die Wähler haben entsprechende Stimmenzahlen und können ihre Stimmen entweder kumulieren (alle Stimmen an 1 Partei) oder panaschieren (Personenwahl, maximal 2 Stimmen pro Kandidat). Seit 1919 besteht Wahlpflicht für alle Bürger über 18 Jahre. Dies gilt auch für jeden, der in das luxemburgische Wählerverzeichnis eingetragen ist und in Luxemburg wohnt.

[Bearbeiten] Parteienlandschaft

Das Parteienspektrum entspricht weitgehend dem deutschen. Die Christlich Soziale Volkspartei (CSV) (Déi Schwaarz) und die Luxemburger Sozialistische Arbeiterpartei (LSAP) (Déi Roud) bilden die aktuelle Koalition. In der parlamentarischen Opposition befinden sich die liberale Demokratische Partei (DP) (Déi Blo), die Grüne Partei (Déi Gréng), die rechtskonservative Alternative Demokratische Reformpartei (ADR), sowie Déi Lénk (Die Linke). Die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL) (Déi Bordeau Roud) ist nicht im Parlament vertreten.

Siehe auch: Liste der Parteien in Luxemburg

[Bearbeiten] Staatshaushalt

Das Gesetzesprojekt 6010 über das Staatsbudget 2010 ist auf dem Hintergrund der Wirtschaftskrise ausgearbeitet. Während der Haushaltsplan für 2009 noch einen Überschuss von 12,2 Millionen Euro vorgesehen hatte, sieht der Budgetplan für 2010 ein Defizit von 1,3 Milliarden Euro vor. Die Einnahmen haben sich gegenüber 2009 um 8,7% verringert, die Ausgaben um 5,7% erhöht. Werden auch die Sonderhaushalte und die öffentlichen Einrichtungen miteingerechnet, so erhöht sich das voraussichtliche Defizit auf 2,2 Milliarden Euro, das sind 6,2% des Bruttoinlandprodukts.[13]

Der Finanzminister Luc Frieden spricht von einem „budget ‘anti-crise’“, da die Investitionen um 11% auf 1,9 Milliarden Euro heraufgesetzt werden: das sind ca. 5% des BIP. Um die Kaufkraft der privaten Haushalte zu sichern, werden die Sozialleistungen nicht herabgesetzt. Aufgrund der gestiegenen Kinderzahl wachsen die familienbezogenen Sozialleistungen um 53 Millionen Euro, das Mutterschaftsgeld um 13 Millionen Euro. 134 Millionen Euro sind vorgesehen für die Erhöhung der staatlichen Beteiligung an den Kosten für die Kinderbetreuung. Spürbar gestiegen sind auch die Leistungen für Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit.

Es sind indes weder für die Steuerzahler noch die Unternehmen Steuererhöhungen geplant. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer für Unternehmen wird voraussichtlich um 15% auf 1,2 Milliarden Euro zurückgehen. Die Mehrwertsteuer wird voraussichtlich ebenfalls um 15% auf 1,9 Milliarden Euro zurückgehen. Hingegen wird für die Einkommensteuer bei den natürlichen Personen eine leichte Erhöhung erwartet. Nachdem für 2010 eine Preissteigerung von 2% vorausgesehen wird, ist gemäß den amtlichen Berechnungen eine gesetzliche Anpassung des Lohn- und Gehaltsniveau im Laufe des Jahres 2010 fällig.

Zur Stützung der Banken in Folge der weltweiten Finanzkrise hat Luxemburg 7,64% seines Bruttoinlandprodukts engagiert. Der Bankensektor liefert hinwieder 29,1% desselben Bruttoinlandprodukts.[14]

Das im Budgetplan vorgesehene Defizit liegt mit 1,6 Milliarden Euro oder 4,4% des BIP niedriger als das in Deutschland (4,6%), Belgien (6,4%) oder Frankreich (7,1%). Die Staatsverschuldung erhöhte sich damit auf 7 Milliarden Euro oder 19,5% des BIP. Nach Auffassung des Finanzministers respektiert damit Luxemburg die Stabilitätskriterien nach dem Maastricht-Vertrag, wie sie angesichts der Wirtschaftskrise 2008 angepasst worden sind.[15]

Aufgrund der Datenlage stehen Prognosen sowie Finanzplanungen auf unsicherem Fundament; einschneidende Änderungen in der Luxemburger Finanzpolitik sind erst bei der demnächst anstehenden Tripartite-Runde zu erwarten.[16]

Die Organisation der für die Erhebung der Einkommensteuer[17] zuständigen Administration des contributions directes[18] ist durch das Règlement grand-ducal vom 6. November 2009[19] neu festgelegt.

Die Handwerkskammer äußert in ihrer Stellungnahme keinerlei Einwände dagegen, dass die gesetzlich vorgesehene Rentenanpassung an die Lohn- und Gehaltsentwicklung nach dem Jahr 2007 tatsächlich ausgeführt wird.[20]

Ab 1. Januar 2010 wird die Verbrauchssteuer auf Dieseltreibstoff um 0,8 Cent pro Liter heraufgesetzt.[21]

[Bearbeiten] Rechtsordnung und Justiz

Das luxemburgische Privatrechtssystem wurzelt in dem unter Napoléon Bonaparte entstandenen französischen Code Civil. Es gehört zusammen mit dem französischen und belgischen Recht zu den am engsten an das napoleonische Zivilrecht angelehnten heutigen Rechten des romanischen Rechtskreises. Auch das Strafrecht ist stark vom französischen Vorbild beeinflusst, während das Verwaltungsrecht und das Einkommensteuerrecht eher dem deutschen Vorbild entsprechen. Die Rechtssprache ist Französisch; Gerichtssprachen hingegen Luxemburgisch, Deutsch und/oder Französisch, je nach Einzelfall.

Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch-sur-Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Obersten Gerichtshof (Luxemburg), der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst. In Straf- und Zivilsachen ist der Kassationshof die höchste Rechtsprechungsinstanz im Land. Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht (in Luxemburg) und einen Verwaltungsgerichtshof (ebenfalls Luxemburg) sowie einen Verfassungsgerichtshof (Luxemburg).

[Bearbeiten] Sicherheitspolitik

Nach dem Londoner Vertrag 1867 sollte Luxemburg nicht nur neutral, sondern auch unbewaffnet sein. Aufgrund der negativen Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg – Luxemburg wurde trotz seines Status der immerwährenden Neutralität beide Male von deutschen Truppen besetzt – gab es 1948 diese Neutralität auf. Eine großherzogliche Verordnung, die am 30. November 1944 die Neutralität als beendet erklärt und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt hatte, wurde 1948 durch das Parlament bestätigt. Sie wurde jedoch 1967 abgeschafft und durch eine Freiwilligenarmee ersetzt.

[Bearbeiten] Militär

Hauptartikel: Streitkräfte Luxemburgs

Luxemburg besitzt eine bis zu tausend Mann starke Freiwilligenarmee. Der Wehrdienst ist heute freiwillig; seine Ableistung erleichtert indes den Zugang zu einer Laufbahn im unteren Staatsdienst (z. B. Polizei, Post, Zoll, Strafvollzug). Jeder EU-Bürger, welcher seit mindestens 3 Jahren in Luxemburg lebt und Luxemburgisch versteht, kann in Luxemburg zur Armee gehen, ohne seine Nationalität wechseln zu müssen.

Die luxemburgischen Streitkräfte sind in die NATO integriert und im Rahmen ihres verfassungsmäßigen Auftrages gut organisiert und ausgebildet. Luxemburg beteiligt sich an internationalen Friedensmissionen bspw. NATO-Einsatz KFOR im Kosovo, EUFOR in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kongo und im Tschad, ISAF-Mission in Afghanistan und Beteiligung UNIFIL-Mission im Libanon.

Die Armee ist in ein Infanteriebataillon und zwei Aufklärungskompanien gegliedert.

2003 hatte die Luxemburger Regierung einen Militär Airbus A400M bestellt, der ursprünglich nach dem Gesetz vom 21. März 2005 nur 120 Millionen Euro kosten sollte. Zurzeit ist mit einer Verteuerung um 25% zu rechnen. Auch der Liefertermin ist drei Jahre hinausgeschoben worden. Dennoch sind im Finanzplan der Regierung für 2009 1,9 Millionen Euro und für 2010 1,6 Millionen Euro zur Anschaffungsfinanzierung vorgesehen.[22] Nach der Bestellung des Fliegers soll auch entsprechendes Personal eingestellt werden. Luxemburg bekommt damit endgültig eine Luftwaffe.[23] Eigene Marine und Luftwaffe besaß Luxemburg bislang nicht; nur die AWACS-Aufklärungsflotte der NATO ist hier registriert.

[Bearbeiten] Nachrichtendienst

Der Service de Renseignement de l’Etat (SRE) ist der Nachrichtendienst Luxemburgs. Er soll Informationen sammeln und auswerten, um einer Bedrohung des luxemburgischen Territoriums, seiner Verbündeten oder internationaler Einrichtungen, die ihren Sitz in Luxemburg haben, vorzubeugen. Dazu gehört auch die Gefährdung kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energie- und Wasserversorgung, des Straßenverkehrs und der Informationstechnik.

[Bearbeiten] Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

[Bearbeiten] Luxemburg in der EU

Denkmal am Ort der Unterzeichnung des Schengener Abkommens

Luxemburg ist Sitz wichtiger europäischer Institutionen wie des Europäischen Gerichtshofs, des Europäischen Rechnungshofs, der Europäischen Investitionsbank und des Sekretariat des Europäischen Parlaments und gehört ebenfalls zu den Gründerländern der EU.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der Europäischen Union. Es legt auch EU-intern großen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten, sowie an Reformen als auch an der Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher Befürworter der europäischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

Im Jahr 1986 wurde das „Volk Luxemburgs” mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die Großherzog Jean stellvertretend für seine Staatsbürger überreicht wurde, lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.

[Bearbeiten] Deutsch-luxemburgische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Luxemburg entsprechen der engen Partnerschaft in der Europäischen Union und in der NATO. Die Pflege guter Nachbarschaft mit Deutschland, Frankreich und Belgien hat für Luxemburg Priorität und kommt auch in der Zusammenarbeit in der Großregion zum Ausdruck, wo sich Luxemburg gerne als Gravitationszentrum sieht. Dies erscheint zumindest bei den Immobilienpreisen voll zuzutreffen.[24] Die wichtigsten Bereiche in der grenzüberschreitenden Kooperation sind: Raumordnung, Grenzgängerfragen, Rettungswesen, Kultur, Tourismus und Verkehr.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland sind besonders eng. Deutschland ist für Luxemburg der größte Abnehmer luxemburgischer Exportwaren und zugleich der zweitwichtigste Lieferant des Großherzogtums bei Importgütern: ca. 27 Prozent der luxemburgischen Einfuhren kommen aus Deutschland (Belgien: 35 Prozent, Frankreich: 12 Prozent). Deutschland ist mit 26 Prozent größter Abnehmer luxemburgischer Exportgüter vor Frankreich (17,4 Prozent) und Belgien (11,4 Prozent). Von den Luxemburger Banken sind viele Niederlassungen deutscher Kreditinstitute.

Die kulturellen Beziehungen zu Luxemburg sind eng und vielfältig. Auf den Gebieten Kunst, Theater, Literatur, Musik, Hochschulen usw. gibt es regen Austausch – wenn auch vorwiegend in Richtung von Deutschland nach Luxemburg, was in Anbetracht der Größenverhältnisse verständlich ist. Die luxemburgischen Medien berichten regelmäßig über kulturelle Veranstaltungen in Deutschland. Dank des leichten sprachlichen Zugangs finden das deutsche Fernsehen und die deutschen Printmedien in Luxemburg eine große Verbreitung.

Ein Kulturabkommen zwischen Luxemburg und Deutschland wurde am 28. Oktober 1980 unterzeichnet und ist am 1. März 1982 in Kraft getreten. Es sichert unter anderem luxemburgischen Studenten den Zugang zu deutschen Universitäten. Viele Luxemburger studieren an deutschen Hochschulen, zumeist Germanistik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. In Luxemburg gibt es seit Oktober 2003 das gemeinsame deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut „Pierre Werner“, das sich um eine Kulturarbeit im europäischen Geist bemüht. Im Jahr 2007 war Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Großregion Saar-Lor-Lux Kulturhauptstadt Europas. Auf dieses Ereignis hatte sich das Großherzogtum in den vergangenen Jahren mit bedeutenden Investitionen in die kulturelle Infrastruktur vorbereitet.

"Mit der Unterzeichnung des Doppelbesteuerungsabkommens haben Luxemburg und Deutschland ihren Streit um das Bankgeheimnis beigelegt." So schreibt das Luxemburger Wort am 11. Dezember 2009. Der deutsche Finanzminister machte deutlich, dass für ihn "das Abkommen die erste Etappe zu einem automatischen Informationsaustausch" sei.[25]

Nach einer von ASTI beauftragten Umfrage sehen unter den in Luxemburg lebenden Ausländern besonders viele Deutsche (60%) Luxemburg als Heimat, immerhin 52% der Portugiesen, 51% der Italiener, noch 41% der Belgier und 38% der Franzosen.[26]

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Schulsystem

In Luxemburg besteht eine Schulpflicht von zwölf Jahren, vom 4. bis zum 16. Lebensjahr:

  • Grundschule von 3 bis 11 Jahre, unterteilt in 4 Zyklen:
    • Zyklus 1: 3-5 Jahre; dies beinhaltet die fakultative frühkindliche Erziehung (éducation précoce) sowie die Vorschule (éducation préscolaire);
    • Zyklus 2: 6-7 Jahre;
    • Zyklus 3: 8-9 Jahre;
    • Zyklus 4: 10-11 Jahre; die Zyklen 2 bis 4 entsprechen der Primärschule (enseignement primaire);
  • Sekundarunterricht (enseignement postprimaire) bis mindestens 16 Jahre.

Der Alphabetisierungsgrad beträgt 100 %. Das luxemburgische Schulwesen kennt mehrere Probleme, wie beispielsweise der große Aufwand für den Sprachunterricht in Deutsch, Französisch und Englisch, sowie einen hohen Anteil ausländischer Schülerinnen und Schülern, besonders aus romanischen Ländern, die am Deutschunterricht scheitern.

Seit 1999 gibt es die fakultative einjährige frühkindliche Erziehung (éducation précoce) vor der obligatorischen zweijährigen Vorschule (éducation préscolaire); dieser erste Zyklus der Grundschule soll eine bessere Sozialisation sowie eine sprachliche, soziale und schulische Integration ermöglichen.

Nach dem 4. Zyklus entscheiden Unterrichtsministerium, Grundschullehrer oder -lehrerin, ein Psychologe, ein Gymnasiallehrer und ein Realschullehrer zwischen zwei mittleren Bildungswegen:

  • Dem technischen Lyzeum (Enseignement secondaire technique) (67 % der Schüler/-innen), das aufgeteilt ist in

1. die Vorbereitungsklasse für das Technische Lyzeum (classe modulaire du régime préparatoire de l’enseignement secondaire technique), gleichzusetzen mit der Hauptschule, welches mindestens fünf weitere Jahre dauert, und in insgesamt fünf bis sechs Jahren zu einem Berufsabschluss (CITP, CCM, oder CATP) führt,

2. Lycée Technique General welches mindestens sechs weitere Jahre dauert, und in insgesamt sechs bis acht Jahren zu einem Berufsabschluss (CATP), beziehungsweise zur (Fach-) Hochschulreife (diplôme de technicien, bac technique) führen kann, außerdem erhält man hierdurch Zugang zu einem Fachhochschulstudium oder Universitätsstudium, oder

  • dem (allgemeinbildenden oder klassischen) Lyzeum (Enseignement secondaire) (33 % der Schüler/-innen). Der Abschluss nach sieben Jahren besteht aus dem diplôme de fin d’études secondaires, welches den Zugang zum Universitätsstudium ermöglicht.

Es ist relativ schwer von einer Schulform in die nächst höhere zu wechseln, sei es von Modulaire auf General im Lycee Technique, oder von Technique auf Classique.

Das Bildungswesen erhält nach dem sogenannten „Sozialbudget“ mit 11,5 % den zweitgrößten Anteil des Staatshaushaltes. Dennoch hat Luxemburg in der PISA-Untersuchung schlechter abgeschnitten als z. B. Deutschland. 2004/2005 waren ungefähr 33,3 % aller Schüler in der sechsten Klasse der Grundschule Ausländer.

Die Verteilung der sechsten Klasse der Grundschule im Jahre [1] 2004/2005 beim Wechsel ins Enseignement Secondaire war wie folgt:

Überweisung ins Lycee Classique (Gymnasium) – Ausländer 19,7 % , Luxemburger 80,3 % von 1945 Schülern. Überweisung ins Lycee Technique (Realschule/Hauptschule) – Ausländer 41,5 %, Luxemburger 58,5 % von 2349 Schülern. Überweisung ins Modulaire (Hauptschule/Sonderschule) – Ausländer 56,3 %, Luxemburger 43,7 % von 295 Schülern. Wiederholen – Ausländer 44,1 % , Luxemburger 55,9 % von 34 Schülern. Die Tatsache, dass es nur wenige Ausländer in die höheren Schullaufbahnen schaffen und dass es offensichtliche Integrationsprobleme in der Schule gibt, wurde ab den 1970er-Jahren erkannt, aber erfolgreiche Gegenmaßnahmen gab es bis jetzt nicht. In den meisten Schulen besteht eine große Kluft zwischen den luxemburgischen Schülern sowie Deutschen, Niederländern und Engländern mit der Hauptsprache Deutsch und den ausländischen Schülern – vor allem Portugiesen, Franzosen, Italienern, Cap-Verdianern – mit der Hauptsprache Französisch.

Nach einer positiven Entwicklung zwischen 2003 und 2007 ist die Zahl der Schulabbrecher wieder angestiegen. Genau 1928 Schüler packten es im Schuljahr 2007/08 nicht, die Sekundarstufe mit einem Zeugnis abzuschließen. Nicht mehr als ein Zehntel von ihnen hat einen Arbeitsplatz gefunden.[27]

[Bearbeiten] Hochschulwesen

Universität Luxemburg

Seit 2003 gibt es in Luxemburg eine eigenständige Universität, welche sich seit 2001 im Aufbau befindet. In den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in drei Fakultäten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studiengänge nicht vollständig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig sind. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Gastgeberrolle. An den benachbarten rheinland-pfälzischen Universitäten in Trier und Kaiserslautern ist dementsprechend ein relativ hoher Anteil luxemburgischer Studenten vertreten. Die Universität Innsbruck und die Universität Wien tragen bereits seit der Zeit Maria Theresias, welche damals auch Luxemburgische Großherzogin war, den Titel einer „Landesuniversität für Luxemburg“. Luxemburger Studenten erwerben ihre akademischen Abschlüsse traditionell im Ausland. Etwa 19,6 Prozent der Studenten sind an deutschen Hochschulen (insbesondere technische Fachrichtungen und Naturwissenschaften) eingeschrieben, jeweils 22,6 Prozent sind in Belgien und Frankreich immatrikuliert.

Durch den Aufbau der Universität Luxemburg soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt ausländische Studenten nach Luxemburg gelockt werden. Gleichwohl tut sich Luxemburg mit der Anerkennung einiger ausländischer Abschlüsse schwer und hat insbesondere mit Absolventen deutscher Fachhochschulen und Berufsakademien Probleme, die zum Beispiel die in der EG-Architekturrichtlinie geforderte vierjährige Berufspraxis in Deutschland nicht nachweisen können. Luxemburg hat mit dem Institut Supérieur de Technologie eine eigene Fachhochschule, die seit 2003 der neu gegründeten Universität angegliedert ist.

[Bearbeiten] Berufsausbildung

Der Enseignement secondaire technique régime de la formation technicien (Bildungsweg der technischen Sekundarstufe für Techniker) besteht aus drei zunehmend spezialisierten Orientierungsjahren, gefolgt von drei Ausbildungsgängen:

  • Die dreijährige handwerkliche und gewerbliche Berufsausbildung erfolgt sowohl nach dem dualen System im Betrieb und im Lycée Technique wie auch auf rein schulischer Basis. Als Abschluss gibt es das Technische und Berufliche Befähigungszertifikat CATP. Diese Art der Berufsausbildung ist durch einen Mangel an Lehrlingen in vielen Berufszweigen gekennzeichnet.
  • Eine vierjährige Technikerausbildung mit Technikerdiplom.

Der Enseignement secondaire technique division des professions de santé et des professions sociale (Bildungsweg der technischen Sekundarstufe für Berufe des Gesundheits- und Erziehungswesens) bietet unter anderem die Möglichkeit:

  • den Beruf des Erziehers sowie den BAC zu erwerben.
  • den Beruf des Krankenpflegers zu erwerben.

Für diese muss neben der 13ième noch eine 14ième absolviert werden.

Die Meisterprüfung wie die entsprechenden Vorbereitungskurse zum Erwerb des brevet de maîtrise werden durch die Handwerkskammer (Chambre des Métiers) durchgeführt.[28]

[Bearbeiten] Wirtschaft

„Im Jahr 2008 betrug das BIP pro Kopf in Luxemburg, ausgedrückt in Kaufkraftstandards (KKS), mehr als zweieinhalb Mal soviel wie der Durchschnitt der EU27, während Irland und die Niederlande um ungefähr ein Drittel darüber lagen. Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Belgien lagen zwischen 15% und 25% über dem EU27-Durchschnitt.“[29]

Statistiken, die Luxemburg betreffen, sind indes schwer vergleichbar, weil zum einen die Volkswirtschaft sehr offen und stark in seine Nachbarregion wirtschaftlich integriert ist und zum anderen wegen der geringen Größe des Landes einzelne große Unternehmen stark strukturbestimmend werden können. Dies zeigt sich zum Beispiel am Arbeitsmarkt, wo 2009 von 335.700 Beschäftigten nur 188.300 im Lande selbst wohnen, die restlichen 147.400 außerhalb des Landes (Grenzgänger).[30] Insofern muss auch die offiziell verlautbarte Arbeitslosenquote, die wie überall in der amtlichen Statistik gebräuchlich lediglich auf die ansässige Bevölkerung bezogen wird, entsprechend relativiert werden.[31][32]

[Bearbeiten] Dienstleistungen

Die Wirtschaftsstruktur Luxemburgs ist somit vor allem durch den Tertiären Sektor geprägt. Dies geht insbesondere auf die Bedeutung Luxemburgs als internationalem Finanzplatz zurück. Als Sitz mehrerer Behörden der Europäischen Union ist das Land auch als internationales Verwaltungszentrum von Bedeutung.

Der Sektor "Finanzdienstleistungen" trug 2008 an die 24.9% (1995: 22,1%, 2000: 25%) zur nationalen Bruttowertschöpfung bei; der Sektor „Immobilien, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen“ 20,6% ((1995: 17.2%; 2000: 18,7%).[33]

[Bearbeiten] Finanzplatz Luxemburg

Schwerpunkt des luxemburgischen Wirtschaftsgefüges ist der Finanzsektor. Im Global Financial Centres Index für das Jahr 2009 ist Luxemburg um zwei Plätze auf den Rang 16 zurückgefallen.[34]

Die Entstehung des Finanzplatzes Luxemburg wurde in erster Linie durch vorteilhafte gesetzliche Rahmenbedingungen, eine internationale Ausrichtung und attraktive Steuersätze begünstigt ("Nischenstrategie"). Bereits 1970 war das Gewicht des Finanzsektors in der luxemburgischen Wirtschaft leicht höher als anderswo, doch dann nahm die Entwicklung in Luxemburg unerreichte Ausmaße an: der Finanzsektor wurde zum wichtigsten Motor der luxemburgischen Wirtschaft. Die Wirtschaftssektoren Finanzdienstleistungen und unternehmensbezogene Dienstleistungen generieren heute 45,1 Prozent der Bruttowertschöpfung. Der Finanzsektor allein steuert 28,5 Prozent zum luxemburgischen Bruttoinlandsprodukt bei, verbucht an der gesamten Beschäftigung einen Anteil von nahezu 12 Prozent und beschert dem Staat mehr als 40 Prozent der Steuereinnahmen.

Am 30. November 2009 waren in Luxemburg 148 Banken registriert[35], überwiegend Tochtergesellschaften oder Niederlassungen großer ausländischer Banken. Der Finanzplatz wird in der Hauptsache geprägt durch die zahlreichen Anlagefonds, Holding-, Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften.

[Bearbeiten] Logistik

Um die Zusammenarbeit der Akteure in diesem Bereich zu koordinieren, wurde am 2. Dezember 2009 die Vereinigung Cluster for Logistics Luxembourg asbl. gegründet.[36]

[Bearbeiten] Schwerindustrie und verarbeitende Industrie

Stahlwerk in Differdingen

Die noch bis in die 1970er Jahre dominierende Schwerindustrie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem auch mit deutschem Kapital gegründet worden war, war der Grundstein zu Luxemburgs Wohlstand und stützte sich auf die reichen Erzvorkommen im Südwesten des Landes. Seit der großen Strukturkrise in den 1970er Jahren macht sie nur noch etwa 30 Prozent der Industrieproduktion aus und hat kontinuierlich an Bedeutung verloren. Eisen- und Stahlindustrie erarbeiten nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung. Hauptarbeitgeber war der Stahlkonzern Arbed, der die Stahlkrise um den Preis der Verkleinerung der Belegschaft (von 27.000 in den frühen 1970er Jahren auf ca. 6.700) und rigoroser Modernisierung überstehen konnte. Arbed hatte im Januar 2002 mit Usinor (frz.) und Aceralia (span.) eine Fusion zum seinerzeit zweitgrößten Stahlkonzern der Welt Arcelor vollzogen, welcher 2006 mit Mittal Steel zu dem weltweit größten Stahlhersteller ArcelorMittal fusionierte.

Hinzugekommen sind mittlerweile seit Mitte der 70er Jahre andere Industrien wie Chemie, insbesondere Autoreifen (Goodyear) und andere Kautschukerzeugnisse sowie Kunststoffe und Kunstfasern, Maschinen- und Fahrzeugbau, keramische Industrie, Glas, Textilerzeugung und Lebensmittelproduktion. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung beläuft sich auf 6,6 Prozent. Hauptstandort der verarbeitenden Industrie ist immer noch das frühere Schwerindustrierevier im Südwesten des Landes mit dem Zentrum bei Esch/Alzette („Minette“).

[Bearbeiten] Baugewerbe

Mit 6,2% (im Jahre 2008; 2000: 5,7%; 1995: 6,5%)[37] Anteil an der Bruttowertschöpfung ist das Baugewerbe als Wirtschaftszweig von nachgeordneter Bedeutung. Im Konjunkturablauf profitiert es zum einen von der Ansiedlung neuer Industrien, Banken und Versicherungen und der damit einhergehenden Nachfrage nach Büro- und Wohnraum. Zum anderen sind für die Branche die staatlichen Investitionen in das Straßen- und Autobahnnetz sowie die weiteren zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes von grundlegender Bedeutung.

[Bearbeiten] Landwirtschaft

Die Bedeutung der Landwirtschaft (Anteil an der Bruttowertschöpfung: 0,5 Prozent) ist rückläufig, die Zahl der auf dem Lande lebenden Bevölkerung nimmt wie die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kontinuierlich ab (1980: 5.173; 1990: 3.803; 2003 2.450). Dafür steigt die durchschnittliche Betriebsgröße (1980: 29,63; 1990: 38,37; 2002: 57,18 ha). Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 128.157 ha (2003) werden 43,8 Prozent für Acker- und Gartenbau, 50,7 Prozent als Weideland benutzt. Das landwirtschaftliche Einkommen wird überwiegend aus Milcherzeugung und Rinderzucht erzielt. Für den Weinbau werden gerade 1,0 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche genutzt.

[Bearbeiten] Forschung, Umwelt, Gesundheit

Im Rahmen der seit Mitte der 70er Jahre betriebenen Diversifikationspolitik hat sich Luxemburg erfolgreich um die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen bemüht, wie die SES Global (ASTRA-Satelliten) in Betzdorf. Private und öffentliche Forschung werden mit erheblichen Mitteln vom Staat gefördert.[38]

Die Umweltpolitik der luxemburgischen Regierung ist auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Der nationale Plan zum Schutz der Umwelt stützt sich auf drei Pfeiler:

  • Biodiversität, Wald, Boden, Wasser, Atmosphäre, Abfall
  • Wirtschaftliche Effizienz (Industrie, Landwirtschaft, Energie, Transport)
  • Soziale Kohäsion (Erhaltung des sozialen Friedens, nationale und internationale Solidarität)

Im Süden des Großherzogtums insbesondere in Esch-sur-Alzette gibt es jedoch weiterhin erhebliche Probleme mit der Schadstoffbelastung des Bodens und der Luft, insbesondere mit Blei und mit Dioxinen. Der Verzehr von Gemüse aus den betroffenen Gebieten wird des Öfteren behördlich untersagt.

Der OECD-Bericht „Panorama de la santé 2009“ stellt dem Luxemburger Gesundheitssystem insgesamt ein gutes Zeugnis aus, vor allem was den Zugang zur medizinischen Versorgung betrifft.[39]

[Bearbeiten] Energie

Der weitaus größte Teil des Energiebedarfs wird durch Importe gedeckt. In den letzten Jahren wurde sowohl von gewerblicher Seite als auch von Privathaushalten viel in alternative Energien investiert, so ist Luxemburg z. B. der europäische Rekordhalter in installierter Photovoltaikleistung pro Kopf der Bevölkerung, Wind und Biogasanlagen sind auf dem Vormarsch.

Laut Statec waren die installierten Leistungen zum 31. Dezember 2005 folgende: BHKWs: 100 MW (el.); Öl und Gaskraftwerke: 357 MW; Wasserkraft: 1.134 MW (hier ist das Pumpspeicherwerk Vianden allerdings mit 1.100 MW inbegriffen, keine Produktion im eigentlichen Sinne); Windkraft 34 MW; Biogas 4,6 MW; Photovoltaik 23,5 MW.

[Bearbeiten] Außenhandel

Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Geräte, Kunststoff- und Gummierzeugnisse, Transportmaterial, Erzeugnisse aus Stein, Glas, Keramik, chemische Erzeugnisse.

Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen und Apparate, Erzeugnisse der Eisen- und Stahlindustrie, Transportmaterial, Mineralstoffe einschl. Mineralölprodukten, chemische Erzeugnisse, Textilerzeugnisse und Bekleidung, Kunststoff- und Gummierzeugnisse.

Die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs sind Belgien, Deutschland und Frankreich. In diese Länder gehen rund 60 Prozente der Exporte und fast 80 Prozent der Importe stammen von dort. Die Handelsbilanz ist positiv.

[Bearbeiten] Der Arbeitsmarkt in Luxemburg

Im Vergleich zu seinen Nachbarländern weist der Arbeitsmarkt in Luxemburg starke Besonderheiten auf. Er ist gesellschaftspolitisch orientiert am sog. "Luxemburger Modell" von sozialem Dialog und weitgehend durch das geltende Arbeitsrecht geregelt. Durch die Kleinheit und Offenheit der Volkswirtschaft sowie die Mehrsprachigkeit ergeben sich vom europäischen Durchschnitt abweichende Strukturen, die sich vielfach in einer Segmentierung von Wirtschaft und Gesellschaft äußern.[40]

[Bearbeiten] Unternehmen nach Anzahl der Beschäftigten

Boeing 747-400F der Cargolux
Logo der Gruppe ArcelorMittal
Logo der RTL Group

Die größten Arbeitgeber des Landes sind 2009: Staat (23.090), ArcelorMittal (6.540), Stadt Luxemburg (3.708), Dexia BIL Gruppe (3.990), Cactus (3.850), Post (3.530), CFL (Bahn) (3.390), Goodyear (3.350), BGL (2.610), Dussmann Gruppe (2.540), Luxair (2.500), Centre Hospitalier (CHL) (1.960), PwC (1.840), Cargolux (1.150), Caceis Gruppe (1.120).[41]

[Bearbeiten] Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sind mitgliederstark und besitzen durch die Gesetze große Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere in der so genannten Tripartite wirken sie mit Regierung und Patronat zusammen bei der Wirtschafts-, Sozial- und Beschäftigungspolitik des Landes.

Verschiedene Gewerkschaften:

Siehe auch: Wirtschaftsgeschichte Luxemburgs

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straße

Luxemburg verfügt über ein dichtes Netz von Nationalstraßen von 2873 km Länge (2003), davon 125 km Autobahn. Straßenverbindungen mit Deutschland werden weiter ausgebaut. Der Autobahnanschluss zur A 8 nach Saarbrücken wurde 2003 fertig gestellt. Diese heißt innerhalb Luxemburgs A 13. Weiter nördlich führt die deutsche A 64 von Trier nach Luxemburg und wird als A 1 fortgeführt.

In Bau ist derweilen ebenfalls eine als (d’Nordstrooss), bezeichnete Autobahn die das Gutland (Minette und Umkreis Luxemburg-Stadt) und das Ösling (Éisléck) verbinden soll. Jedoch erweist sich die Umsetzung dieses Projektes als schwierig. Deshalb wurden die Eröffnungspläne um ein weiteres Jahr verschoben. Die Strecke soll nun 2012 komplett fertiggestellt sein.

Wegen der staatlich begünstiten Wettbewerbsfähigkeit der Treibstoffpreise im Großherzogtum ist ein lebhafter Tanktourismus entstanden. Da die daraus entstehende Umweltbelastung Luxemburg als Exporteur zugerechnet wird, sind künftig für die daraus zu erzielenden Einnahmen mit erheblichen Ausgaben zu rechnen.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Der Eisenbahnverkehr in Luxemburg wird, abgesehen von Werksbahnen, von der Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) betrieben. In Summe beträgt die Streckenlänge aller Eisenbahnstrecken in Luxemburg 274 km.

2002 wurde mit Frankreich ein Abkommen zur Anbindung an das TGV-Netz unterzeichnet. Demnach beteiligt sich Luxemburg mit 117,4 Mio Euro am Neubau der TGV-Strecke von Paris nach Metz. Gleichzeitig wurde die Strecke zwischen Metz und Luxembourg ertüchtigt. Seit Juni 2007 fahren täglich fünf TGV-Züge über die neue TGV-Trasse („LGV Est européenne“). Somit verkürzte sich die Fahrzeit zwischen der luxemburgischen und der französischen Hauptstadt von etwa dreieinhalb Stunden auf nur noch etwa zwei Stunden.

Seit einigen Jahren ist mit der sogenannten Eurocaprail eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den Hauptstädten der EU, Brüssel, Luxemburg und Straßburg geplant. Auf belgischer Seite sind an der Strecke Brüssel-Luxemburg auf einigen Abschnitten Linienverbesserungen im Bau bzw. geplant. Die Einführung eines Hochgeschwindigkeitsverkehrs ist nach der Eröffnung der TGV-Strecke zwischen Metz und Straßburg (frühestens 2014) vorgesehen. Langfristig ist auch an eine Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz Deutschlands gedacht.

Die Deutsche Bahn unterhält eine IC-Linie von und nach Luxemburg, mit einem zusätzlichen Halt in Wasserbillig. Zurzeit (März 2009) fahren täglich jeweils fünf ICs über Trier, Koblenz, Bonn und Köln Richtung Ruhrgebiet – Münster – Norddeich-Mole. Es besteht auch eine stündliche Verbindung im Nahverkehr nach Trier, die von der CFL und der DB gemeinsam betrieben wird.

Zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Luxemburg ist ein modernes Straßenbahnsystem in Planung, das den Hauptbahnhof mit der Innenstadt und dem Kirchberg verbinden soll. Mögliches Eröffnungsjahr ist 2012.

[Bearbeiten] Luftverkehr

Der internationale Flughafen Luxemburg in Findel verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Verkehrszuwachs. Findel wird von 16 Linien- und auch deutschen Chartergesellschaften angeflogen. Die luxemburgische Fluggesellschaft im Personenverkehr heißt Luxair. Ihr Pendant im Frachtbereich ist die Cargolux, deren Standort direkten Anschluss an die Autobahn besitzt und in den Flughafen Findel integriert ist.

[Bearbeiten] Schifffahrt

Seit Abschluss der Moselkanalisierung und der Eröffnung des Moselhafens Mertert im Jahr 1964 spielt auch die Binnenschifffahrt eine Rolle (2003: geladene Güter 312.000 Tonnen, entladene Güter 1,075 Mio. Tonnen). Nach Verabschiedung eines Gesetzes über die Errichtung eines luxemburgischen Schiffsregisters im November 1990, das als belgisches Zweitregister zählt, fahren ca. 70 Seeschiffe (50 Ex-Belgien) und einige Moseldampfer unter der Flagge des Großherzogtums.

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Presse

Luxemburg hat eine vielfältige Presselandschaft. Es gibt vier mehrsprachige Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 135.000 Exemplaren: das 1848 gegründete, der römisch-katholischen Kirche und der CSV nahe stehende und in einem bistumsnahen Verlag erscheinende Organ Luxemburger Wort mit einer Auflage von 82.000 Exemplaren. Dann, mit der zweitstärksten Auflage, das der Gewerkschaft OGBL nahe stehende Tageblatt. Gefolgt wird es vom liberalen Lëtzebuerger Journal sowie der kommunistischen Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek. Schließlich gibt es noch die unabhängige linke Wochenzeitung woxx sowie die eher den Unternehmerkreisen nahe stehende Wochenzeitung d'Lëtzebuerger Land.

An Satire verfügt das Land über die wöchentliche Zeitung Den neie Feierkrop und nicht zuletzt eine Comicserie mit Superjhemp als Helden. Zwei Wochenmagazine, Télécran und Revue, bieten ein ausführliches, auf die besonderen Sprachenverhältnisse Luxemburgs zugeschnittenes Fernsehprogramm und widmen sich aber auch in Hintergrundberichten dem aktuellen Geschehen in Luxemburg. Lëtzebuerg Privat erscheint wöchentlich und ist ein Boulevardblatt.

forum für Politik, Gesellschaft und Kultur ist eine Luxemburger Zeitschrift, die in zehn Heften pro Jahr erscheint und sich je Heft mit einem besonderen Schwerpunkt beschäftigt, der häufig speziell die Gesellschaft Luxemburgs angeht.

Die meisten luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sind mehrsprachig. Viele Artikel sind in Deutsch geschrieben, doch nicht wenige auch in französischer oder immer mehr auch in luxemburgischer Sprache. Seit einigen Jahren verstärkt erscheinen rein französischsprachige Tages- und Wochenzeitungen (Le Jeudi, La Voix du Luxembourg, Le Quotidien indépendant).

Mit La Clef du cabinet des princes de l'Europe erschien die erste Luxemburger Zeitung bereits im Jahre 1704. Bei der so geringen Bevölkerungszahl recht überraschend, sind danach bis heute über vierhundert verschiedene Titel erschienen; davon kann ein Drittel als Zeitung im engeren Sinn angesehen werden.[42][43]

[Bearbeiten] Radio

Die Liberalisierung der Radiofrequenzen begann in Luxemburg im Jahre 1992. Zum Hörfunksender RTL Radio Lëtzebuerg kamen neue Sender hinzu, von denen der zweit-meistgehörte Radio- und einzige Musiksender Eldoradio, das zur Saint-Paul-Gruppe gehörende DNR, das portugiesischsprachige Radio Latina sowie das freie und alternative Radio ARA und Radio Aktiv am erfolgreichsten sind. Außerdem gibt es seit 1993 mit radio 100,7 erstmals einen öffentlich-rechtlichen Radiosender mit kulturellem Programmauftrag.

Im Jahr 2002 gab es in Luxemburg einen internationalen, zwei nationale, vier regionale und etwa 20 lokale Radiosender.

Besondere Bekanntheit über die Grenzen Luxemburgs hinaus hat der deutschsprachige Radiosender RTL Radio, der terrestrisch über UKW 93,3 und 97,0 mit einem Regionalprogramm für die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux empfangen werden kann. In der übrigen Bundesrepublik wird das Programm in alle großen Kabelnetze eingespeist.

Seit 2005 werden von Junglinster und Marnach aus DRM-Versuchssendungen über Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlt.

[Bearbeiten] Fernsehen

Der Privatsender und Marktführer RTL Télé Lëtzebuerg hatte bis 2000 keine Konkurrenz. Seit 2001 starteten mit dem Parlamentsfernsehen Chamber TV, den oppene Kanal, den 2. RTL und Luxe TV fünf weitere Fernsehsender, wobei T.TV den Betrieb im März 2007 einstellen musste. In den Hörfunk- und Fernsehprogrammen, die für den luxemburgischen Eigenbedarf ausgestrahlt werden, überwiegt die luxemburgische Sprache. Wortäußerungen deutsch- oder französischsprachiger Personen werden allerdings im Originalton wiedergegeben. Sie werden nicht ins Luxemburgische übersetzt, da Kenntnisse der deutschen und französischen Sprache beim Publikum vorausgesetzt werden.

Die meisten Luxemburger sehen zudem vor allem die deutschen TV-Sender (u. a. der RTL Group), während die portugiesischen und französischen, ausländischen Mitbürger eher Sender in ihrer Sprache sehen.

Seit dem 4. April 2006 werden Fernsehsender in Luxemburg auch über DVB-T ausgestrahlt.

[Bearbeiten] Kultur

Im Schloss von Clerf ist die Ausstellung The Family of Man untergebracht.
Die Luxemburger Philharmonie
Die Burg Vianden

1994 hat die UNESCO die gesamte luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Luxemburg war 1995 und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2007 war Luxemburg gemeinsam mit der Großregion europäische Kulturhauptstadt. Mit einbezogen war auch die rumänische Stadt Hermannstadt (Sibiu). Im Oktober 2003 wurde in Luxemburg das trinationale deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut „Pierre Werner“ (benannt nach dem ehemaligen luxemburgischen Premierminister) eröffnet. Seither hat sich das Institut mit großen internationalen Kulturforen erfolgreich in das Luxemburger Kulturleben integriert.

[Bearbeiten] Film

Luxemburgs Filmszene ist "klein, aber fein". Filme auf Luxemburgisch werden nur alle paar Jahre gedreht. Dafür kommen diese natürlich beim Publikum recht gut an, wie zum Beispiel der Spielfilm Perl oder Pica (2006) von Pol Cruchten. Bekannter sind die ausländischen Filmproduktionen, die Luxemburg wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und den günstigen Herstellungsbedingungen zu schätzen wissen. Zu diesen Produktionen zählt u. a. der Film Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2003) mit Scarlett Johansson, der für drei Oscars nominiert wurde und der Film Shadow of a Vampire. In den letzten Jahren haben sich einige luxemburgische Filmproduktionsgesellschaften wie Samsa Film, Delux Film, Minotaurus Film, lucil film oder Iris Production einen Namen gemacht.

International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. Thierry van Werveke (als Henk in Knockin’ on Heaven’s Door) oder André Jung der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 und 2002) zum besten Schauspieler gewählt wurde.

Andy Bausch, der wohl die populärsten Luxemburg-Filme (unter anderem mit Désirée Nosbusch oder Camillo Felgen, meist in den in Luxemburg gängigen drei Sprachen) drehte, war auch in Deutschland bei verschiedenen Serien und in Fernsehfilmen als Regisseur aktiv.

Die junge luxemburgische Filmszene zeigt sich kreativ und innovativ; als Beispiel dafür seien u. a. die Initiativen von Filmreakter und Pyramid Pictures erwähnt.

[Bearbeiten] Musik

Die Musikszene in Luxemburg gewinnt seit den 1990er-Jahren immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Musikbands über die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr viele Schüler- wie Studentenbands. Insbesondere die Luxemburgische Metal-/Rock-/Hardcore-Szene gewinnt immer mehr Zuwachs (z. B. Eternal Tango).

Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die auf vielen Festen auftreten. Gut besuchte und in der Regel hochkarätig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues’n’Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzertreigen auf dem Marktplatz, ebenso das „New Orleans Jazz Festival“, das in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Partnerstadt New Orleans jährlich an Ostern veranstaltet wird.

Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte haben hier Bedeutung. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den Solistes Européens unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.

[Bearbeiten] Theater

Das Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. In vielen Gemeinden gibt es Amateur-Theatergruppen, und die Auftritte sind gut besucht. Die bedeutendsten Theater sind das Stadt- und das Kapuzinertheater in der Hauptstadt.

[Bearbeiten] Bibliothekswesen

Hauptartikel: Bibliothekswesen in Luxemburg

Die Bibliothèque nationale de Luxembourg ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3.500 internationale Zeitschriftentitel aller Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Pro Jahr wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert.

Die luxemburgische Sprachsituation erfordert eine kostenintensive Anschaffung von Literatur. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schlossbesichtigung öffentliche Hofbibliothek mit immerhin 30.000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu etwa 10 Prozent erschlossen und noch weitgehend unbekannt.

Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind neben der Nationalbibliothek, die Universität Luxemburg, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire, Statec usw.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute und die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.

[Bearbeiten] Essen und Trinken

Beliebte landestypische Gerichte sind Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödeln bestehend aus Mehl, Wasser, Eier und Salz. Desserts sind zum Beispiel Quetschentaart und Omelette soufflée au kirsch. Regionale Spezialitäten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer.

Die Weißweine der luxemburgischen Mosel (→ Weinbau in Luxemburg) sind der frische, dezent fruchtige Riesling, der erfrischende, leichte und trockene Elbling, der fruchtige Auxerrois, der sanfte fruchtige Rivaner, der Pinot Gris und der elegante Pinot Blanc. Der sehr würzige Weißwein Gewürztraminer und der vollmundige Rotwein Pinot Noir vervollständigen das Sortiment der Luxemburger Weine, welche das Qualitätssiegel „Marque Nationale – Appellation Contrôlée“ tragen.

Auch die luxemburgische Landwirtschaft trägt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das Qualitätsprogramm „Produit du terroir“ aufgelegt, welches garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region kommen.

Eine weitere berühmte Spezialität ist der sog. Kachkéis, gekochter Käse der oft mit Gewürzen verfeinert wird.

[Bearbeiten] Sitten und Gebräuche

In Luxemburg sind Traditionen in vielen weltlichen und religiösen Festen lebendig. Die Ende August bis Anfang September stattfindende Schueberfouer ist das bedeutendste Schaustellerfest auf dem Glacis-Platz, dessen Ursprünge ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Bei der Éimaischen, dem traditionellen Emmaus-Fest am Ostermontag, ziehen viele Luxemburger auf den Platz beim Fischmarkt, um dort eine der nur an diesem Tag erhältlichen Keramikpfeifen in Vogelform, den Péckvillchen, zu bekommen. Am Fastensonntag wird in vielen Ortschaften das Burgbrennen gefeiert.

Das wichtigste religiöse Fest in Luxemburg ist die Oktave, die vom dritten bis fünften Sonntag nach Ostern gefeiert wird und währenddessen zu Unserer Lieben Frau, der Schutzheiligen von Luxemburg, gepilgert wird. Begleitet wird das Fest von einem Jahrmarkt, dem Oktavmäertchen auf dem Wilhelmsplatz. Die Echternacher Springprozession ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zur Echternacher Basilika mit dem Grab des Heiligen Willibrord.

[Bearbeiten] Feiertage

Bis zu zwei öffentliche Feiertage pro Jahr, die auf einen Sonntag fallen, werden den Arbeitnehmern "gutgeschrieben" und zu den üblichen Urlaubstagen hinzugerechnet. Die Hauptferienzeit geht vom 15. Juli bis zum 15. September, aber auch an Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind viele Luxemburger im Urlaub.

Da Luxemburg sehr klein ist, sind im ganzen Land zur gleichen Zeit Ferien und nicht wie z. B. in Deutschland in verschiedene Regionen gegliedert. Jedoch kann die Ferienzeit dank verschiedener Feiertage (z. B. der „Niklosdaag“, an dem die Schüler ab der Mittelstufe trotzdem zur Schule gehen) bis zu einer Woche variieren.

[Bearbeiten] Sport

[Bearbeiten] Fußball

Die am meisten verbreitete Sportart in Luxemburg ist Fußball, welcher nur auf Amateurniveau gespielt wird. Die einzigen Fußballprofis in der luxemburgischen Fußballnationalmannschaft sind Mario Mutsch, Jeff Strasser und Gilles Bettmer (Stand: August 2009). International ist die Nationalmannschaft vollkommen unbedeutend (Platz 126 in der FIFA-Weltrangliste, Stand: 8. April 2009), während die Jugendnationalmannschaften immer wieder gute Ergebnisse erzielen. Höchste Spielklasse ist die BGL Ligue, die bis zur Saison 2007/2008 noch Nationaldivison hieß. Spiele der Nationalmannschaft finden im Josy-Barthel-Stadion statt. Der nationale Fußballverband von Luxemburg heißt Fédération Luxembourgeoise de Football (FLF).

[Bearbeiten] Radsport

Die wohl erfolgreichste Sportart ist der Luxemburger Radsport. So siegte bereits vier Mal ein Luxemburger bei der Tour de France. Dies waren:

Auch heute (Stand September 2009) bringt der luxemburgische Radsport namhafte Radsportler hervor, die auch international regelmäßig erfolgreich sind. U.a.: Jempy Drucker, Ben Gastauer, Benoit Joachim, Kim Kirchen, Andy Schleck und Fränk Schleck. Mit dem Team Continental Cycling Team Differdange gibt es in Luxemburg ein Continental-Tour Team (Stand: Februar 2008).

[Bearbeiten] Leichtathletik

Luxemburg brachte zwei Olympiasieger der Leichtathletik hervor. Michel Théato (* 22. März 1878 in Luxemburg; † 1919 in Paris) holte bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris im Marathonlauf Gold. Sein Sieg wird jedoch bis heute dem Medaillenspiegel Frankreichs zugerechnet. Der zweite luxemburgische Olympiasieger war der Leichtathlet Josy Barthel. Er gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki über 1500 m olympisches Gold.

[Bearbeiten] Ski Alpin

Der gebürtige österreichische Skirennfahrer Marc Girardelli, der die luxemburgische Staatsangehörigkeit annahm, startete zeitweise für seine Wahlheimat und gewann in dieser Zeit bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville sowohl im Super G als auch im Riesenslalom olympisches Silber.

[Bearbeiten] Tennis

Der professionelle Tennisspieler Gilles Müller befindet sich seit Mitte 2008 dauerhaft in den Top 100 der ATP-Weltrangliste. Die Spielerinnen Mandy Minella und Claudine Schaul sind unter den Top 500 der WTA-Weltrangliste (Stand: Juni 2009).

[Bearbeiten] Schach

Im Schachsport hat Luxemburg mit Alberto David einen Großmeister, der bei der Mannschaftseuropameisterschaft in Plowdiw 2003 eine individuelle Goldmedaille am ersten Brett gewann. Fred Berend trägt den Titel eines Internationalen Meisters; seine Ehefrau Elvira ist Großmeisterin bei den Damen.

[Bearbeiten] Eishockey

Die Weltmeisterschaft der Div. III wurde 2008 in Luxemburg ausgetragen. Luxemburg belegte den 3. Platz und kam so zu Bronze.

Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Luxemburg

[Bearbeiten] Badminton

In der Weltrangliste der Frauen ist Luxemburg unter den ersten 20 vertreten, in Europa auf Platz 7.

[Bearbeiten] Telekommunikation und Internet

[Bearbeiten] Telefon und Mobilfunk

Im Land gibt es ca. 355.400 Telefonanschlüsse (2002). Die internationale Vorwahl für Luxemburg ist +352. Ortsvorwahlen gibt es keine.

Die Nutzung des Mobilfunks ist in Luxemburg weit verbreitet. Es gibt ca. 473.000 Mobiltelefone (2002) in drei eigenständigen GSM- und UMTS-Netzen. Nach einer Umfrage im Jahr 2006 (Statec) besitzen 93,8 Prozent der Luxemburger mindestens ein Mobiltelefon.

  • Der größte Betreiber ist LuxGSM (Netzvorwahl 621), Tochterunternehmen der Luxemburger P&T.
  • Der zweitgrößte Betreiber ist die Tele2-Tochter Tango (Netzeinwahl 691)
  • Im Jahr 2004 startete der dritte Betreiber Vox (Netzeinwahl 661). Anfangs bediente sich VoxMobile, 2009 in Orange umbenannt, der Netzinfrastruktur von LuxGSM, baut jedoch derzeit ein eigenes GSM- und UMTS-Netz auf.

Nummern von Mobiltelefonen bestehen aus der 3-stelligen Netzeinwahl, wobei die „6“ der Netzeinwahl Teil der Rufnummer ist und auch aus dem Ausland gewählt werden muss. Dieser Netzeinwahl folgt eine sechsstellige Rufnummer. Seit September 2006 beginnen die Nummern stets mit einer „6“. Vorher war eine „0“ üblich. Die Umstellung der Netzeinwahl von „0XX“ auf „6XX“ erfolgte, um dem internationalen Abkommen über Rufnummernpläne zu entsprechen

  • LUXGSM: 021 → 621
  • TANGO: 091 → 691
  • VOX: 061 → 661

Regulierungsbehörde ist das „Institut Luxembourgeois de Régulation“.

[Bearbeiten] Internet

Im Land gibt es ca. 330.000 Internetnutzer mit Internetzugang (2006) und 77.1 Prozent der Luxemburger Haushalte besitzen zumindest einen Computer (Quelle: Statec).

Um den Zugang existierender und zukünftiger Internetfirmen zu decken und die Kunden zu befriedigen, hat das Luxemburger Postunternehmen P&T Luxembourg Anfang 2007 die Arbeiten an seiner eigenen neuen internationalen Breitbandverbindung TERALINK abgeschlossen. TERALINK verbindet mit mehr als 4.000 Kilometer Länge die Backbones in Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Frankfurt, Straßburg und Luxemburg und erlaubt eine Geschwindigkeit von 88 × 40 Gbit/s (3,5 Terabit/s). TERALINK basiert auf DWDM (Dense Wave Division Multiplexing). Auf Grundlage dieser Erweiterung wurden die Down- und Uploadraten für die Privatnutzer ab Mai 2007 (kostenfrei) erhöht.

Während Luxemburg beim Onlinekaufen durch Private auf einem europäischen Spitzenplatz liegt, ist bei den Luxemburger Unternehmen Verkaufen und Kaufen im Internet noch recht wenig verbreitet.[44]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Film

  • Reisewege Luxemburg – Burgen, Banken, Bastionen. - Dokumentation, 45 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 26. April 2006, Produktion: SR
  • Fahr mal hin − Neuerburg/Vianden. Sieben auf einen Streich – Burgentour durch Eifel und Ösling. - Dokumentation, 30 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 8. Juni 2000, Produktion: SWR,

[Bearbeiten] Buch

Auf Deutsch
  • Guy Berg: „Mir wëlle bleiwe wat mir sin“. Soziolinguistische und sprachtypologische Betrachtungen zur luxemburgischen Mehrsprachigkeit.
  • Robert Bruch: Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, Luxembourg, Publications scientifiques et littéraires du Ministère de l'Éducation nationale, 1953, vol. I; Das Luxemburgische im westfränkischen Kreis, Luxembourg, Publications scientifiques et littéraires du Ministère de l'Éducation nationale, 1954, vol. II.
  • Liette Derrmann-Loutsch: Deutsch-Luxemburgisches Wörterbuch. Éditions Saint-Paul, Luxemburg 2004, ISBN 2-87963-464-4
  • J. F. Gangler: Lexikon der Luxemburger Umgangssprache. Hoffman, Luxemburg 1847 (Digitalisat)
  • Peter Gilles: Die Emanzipation des Lëtzebuergeschen aus dem Gefüge der deutschen Mundarten, aus „Zeitschrift für deutsche Philologie“ 117 (1998), 20–35.
  • Fernand Hoffmann: Sprachen in Luxemburg: Sprachwissenschaftliche und literarhistorische Beschreibung einer Triglossie-Situation. (= Deutsche Sprache in Europa und Übersee; Bd. 6), Wiesbaden 1979, ISBN 3-515-02985-0
  • Kloss, Heinz: Die Entwicklung neuer germanischer Kultursprachen seit 1800. 2., erw. Aufl. ed. Sprache der Gegenwart; Bd. 37. Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, 1978.
  • Claudine Moulin, Damaris Nübling: Perspektiven einer linguistischen Luxemburgistik, Universitätsverlag Winter, (Februar 2006) ISBN 978-3-8253-5156-4
  • Joscha Remus: Kauderwelsch, Letzebuergesch Wort für Wort, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, 3. Aufl. (November 2005), ISBN 978-3-89416-310-5.
  • Patrick Bousch, Tobias Chilla, Philippe Gerber, Christian Schulz, Christophe Sohn, Olivier Klein, Dorothea Wiktorin (Hrsg.):
Auf Englisch
  • Gerald Newton (ed.), Luxembourg and Lëtzebuergesch: Language and Communication at the Crossroads of Europe, Oxford, 1996, ISBN 0-19-824016-3
Auf Französisch
  • Josy Braun, et al. (en coll. avec Projet Moien): Grammaire de la langue luxembourgeoise, Luxembourg, Ministère de l'Éducation nationale et de la Formation professionnelle 2005. ISBN 2-495-00025-8.
  • Robert Bruch: Précis populaire de grammaire luxembourgeoise. Luxemburger Grammatik in volkstümlichem Abriss. 3e éd. / rev. par Léon Senninger. Beiträge zur luxemburgischen Sprach- und Volkskunde; Nr. 10. Luxembourg: Section de linguistique de l’Institut Grand-Ducal, 1973.
  • Charles, Lehrman, Graziella: La Communauté juive du Luxembourg dans le passé et dans le présent, Esch-sur-Alzette, 1953
  • Jérôme Lulling. La créativité lexicale en luxembourgeois, Promotion, Université Paul Valéry Montpellier III, 2002
  • François Schanen: Parlons Luxembourgeois, Langue et culture linguistique d’un petit pays au coeur de l’Europe. Paris, L’Harmattan 2004, ISBN 2-7475-6289-1.
  • François Schanen: Recherches sur la syntaxe du luxembourgeois de Schengen: l'énoncé verbal. Thèse Paris IV. 1980
  • François Schanen, Jacqui Zimmer: 1,2,3 Lëtzebuergesch Grammaire, Band 1: Le groupe verbal, Band 2: Le groupe nominal, Band 3: L’orthographe, Esch-sur-Alzette, éditions Schortgen, 2005–2006
  • Gilbert Sondag, Josiane Kartheiser, Henry Wickens: Parler Luxembourgeois / Esou Schwaetze mir / Living Luxembourgish. Editions Le Phare, Esch-sur-Alzette 1996
  • Mémorial du Grand-Duché de Luxembourg (Hrsg.): Arrêté Ministériel portant fixation d’un système officiel d’orthographe, Règlement grand-ducal du 5 juin 1946
  • Mémorial du Grand-Duché de Luxembourg (Hrsg.): Réforme du système officiel d’orthographe luxembourgeoise, Règlement grand-ducal du 30 juillet 1999.
Auf Luxemburgisch
  • Centre de Langues Luxembourg (Hrsg.): Lëtzebuergesch fir all Dag, Unterrechtsministaer Letzebuerg, Editioun 2000, Teil 1: Lektionen 1–8, Lehr-& Arbeitsbuch: ISBN 978-2-495-00016-1 & ISBN 978-2-495-00015-4
  • Projet Moien! (Hrsg.): Lëtzebuergesch: Quo Vadis? Actes du cycle de conférences. Hrsg. v. Sproochenhaus Wëlwerwolz. Mamer, Wilwerwiltz 2004, ISBN 2-87996-855-0 (dreisprachig lb, de, fr)
  • ASTI (Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés) (Hrsg.): Emissions luxembourgeoises 'Ech schwätzen och Lëtzebuergesch – Je parle aussi le luxembourgeois'/Traditions luxembourgeoises 'Ech kennen och Lëtzebuerg – Je connais aussi le Luxembourg, Luxemburg, ISBN 2-9599978-5-9 (zweisprachig lb, fr)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Luxemburg – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Luxemburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Wikisource Wikisource: Luxemburg – Quellen und Volltexte

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Human Development Report 2009, abgerufen am 13. November 2009
  2. Dries van Nieuwenhuyse, Jean-Claude Génot, David H. Johnson: The Little Owl – Conservation, Ecology and Behavior of Athene noctua. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-88678-9, S. 107.
  3. Luxembourg: une diversité biologique impressionnante mais en voie de disparition.. Tageblatt, abgerufen am 11. Dezember 2009 (Französisch).
  4. Plan National Protection Nature. Abgerufen am 11. Dezember 2009 (PDF, Französisch).
  5. Etat civil et population du Luxembourg - Répertoire des personnes physiques. Statistiques, S. 2008-06-01, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  6. Eurobarometer-Umfrage: Europeans and languages. Presse- und Informationsdienst der Luxemburger Regierung, abgerufen am 16. Dezember 2009 (PDF, Englisch).
  7. Zum 65. Jahrestag siehe Commémorations nationales du 65e anniversaire de la bataille des Ardennes. Informationen der Luxemburger Regierung, 16. Dezember 2009.
  8. Chambre des Députés
  9. Apropos… politische Institutionen in Luxemburg. Service information et presse, 2005, abgerufen am 16. Dezember 2009 (PDF).
  10. Déclaration du Premier ministre sur les implications institutionnelles en cas de refus du Grand-Duc de donner son aval à une éventuelle loi sur le droit de mourir en dignité. 2. Dezember 2008, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  11. Website der Regierung von Luxemburg.
  12. Marc Schlammes, Laurent Zeimet: Keine kalte Dusche mit Absicht. Der neue Vorsitzende Georges Schroeder im Interview. Luxemburger Wort, 21. Dezember 2009. 07:05 Uhr.
  13. Budget 2010 « anti-crise ». Webportal der Abgeordnetenkammer, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  14. Le Luxembourg parmi les premiers. Tageblatt, 8. Dezember 2009, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  15. Budget 2010 « anti-crise ». Webportal der Abgeordnetenkammer, abgerufen am 17. Dezember 2009 (Französisch).
  16. Warten auf die Tripartite. Lucien Montebrusco: Tageblatt, 15. Dezember 2009, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Deutsch).
  17. Memento. Nichtamtliche Übersicht über die erhobenen direkten Steuern. Abgerufen am 17. Dezember 2009 (Deutsch).
  18. Administration des contributions directes. Abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  19. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg. Abgerufen am 16. Dezember 2009 (PDF, Französisch).
  20. Avis de la Chambre des Métiers: Projet de règlement grand-ducal fixant les coefficients d'ajustement prévus à l'article 220 du Code de la sécurité sociale. Abgerufen am 17. Dezember 2009 (PDF, Französisch).
  21. Das neue Jahr beginnt mit einem höheren Dieselpreis. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 18. Dezember 2009. 17:37:00
  22. Romain Hilgert: Ein Traum von einer Luftwaffe. d'Lëtzebuerger Land, 18. Dezember 2009.
  23. "Les membres du gouvernement ont adopté le projet de règlement grand-ducal fixant les conditions de recrutement, de formation et d’avancement des officiers de carrière de l’armée." Aus: Conseil de gouvernement: Résumé des travaux du 18 décembre 2009. Service de Presse, 18. Dezember 2009.
  24. Luxemburg zieht Trier mit sich. Luxemburger Wort, 16. Dezember 2009, abgerufen am 17. Dezember 2009.
  25. Zeichen der Freundschaft. Luxemburger Wort, 11. Dezember 2009, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  26. Getrennte Zufriedenheit. Lëtzebuerger Journal, abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  27. Wieder mehr Schulabbrecher. Luxemburger Wort, 18. Dezember 2009. 14:36 Uhr / 4e étude sur le décrochage scolaire au Luxembourg. Kommunikee Bildungsministerium, 18.12.2009.
  28. Réforme de la formation menant au brevet de maîtrise. 17. Dezember 2009, abgerufen am 17. Dezember 2009 (PDF, Französisch).
  29. BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards. BIP pro Kopf der Mitgliedstaaten zwischen 41% und 276% des EU27-Durchschnitts im Jahr 2008. 15. Dezember 2009, abgerufen am 17. Dezember 2009 (PDF, STAT/09/182).
  30. Emploi salarié résidants et non-résidants par mois 2008 - 2009. Le Portail des Statistiques du Grand-Duché de Luxembourg, abgerufen am 11. Dezember 2009 (Excel, 97 kB, Französisch).
  31. Emploi et taux de chômage par mois 2000 - 2009. Le Portail des Statistiques du Grand-Duché de Luxembourg, abgerufen am 11. Dezember 2009 (Französisch).
  32. Arbeitslosigkeit der Grenzgänger: „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist schlimmer, als es die offiziellen Zahlen zeigen!". LCGB, abgerufen am 17. Dezember 2009 (deutsch).
  33. Structure de la somme des valeurs ajoutées aux prix de base (en %) - A11. Statec, abgerufen am 17. Dezember 2009 (französisch).
  34. The Global Financial Centres Index. Abgerufen am 17. Dezember 2009.
  35. Nombre de banques par pays d'origine. Abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch).
  36. Cluster for Logistics Luxembourg asbl : un nouveau site et un logo pour la communauté logistique. Chambre de Commerce, abgerufen am 17. Dezember 2009.
  37. Structure de la somme des valeurs ajoutées aux prix de base (en %) - A11. statec, abgerufen am 17. Dezember 2009 (französisch).
  38. LuxinnovationPortail luxembourgeois de l'innovation et de la recherche
  39. OECD-Studie "Panorama de la Santé": Durchschnittliche Noten für Luxemburg. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 8. Dezember 2009.
  40. Lionel Fontagné: Compétitivité du Luxembourg : une paille dans l’acier. Rapport pour le Ministère de l’Economie et du Commerce extérieur du Grand-Duché de Luxembourg. 15. November 2004, abgerufen am 16. Dezember 2009 (PDF, Französisch).
  41. Liste des principaux employeurs privés et publics 2003-2009. Le Portail des Statistiques du Grand-Duché de Luxembourg, abgerufen am 11. Dezember 2009 (Französisch).
  42. Drei Jahrhunderte Zeitungen in Luxemburg. Abgerufen am 16. Dezember 2009 (Französisch, Alte Zeitungsausgaben, welche bereits digitalisiert sind, sind auf dem Portal www.eluxemburgensia.lu verfügbar).
  43. Romain Hilgert: Zeitungen in Luxemburg 1704-2004. Service Information et Presse, 2004, ISBN 2-87999-135-8.
  44. Ludivine Martin, Clothilde Guinard: Décollage tardif du e-commerce au Luxembourg : une analyse des barrières perçues par les entreprises. Abgerufen am 17. Dezember 2009 (PDF, Französisch, Publications of Entreprises, 2009, Economie & Entreprises n°15.).
  45. Michèle Gantenbein: Facettenreiches Großherzogtum. Luxemburger Wort, abgerufen am 17. Dezember 2009.
49.7936111111116.1063888888889
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