Cherno Jobatey

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Cherno Jobatey als Moderator bei der Eröffnungszeremonie des sanierten Dresdner Hauptbahnhofs am 10. November 2006

Cherno Jobatey (* 6. August 1961 in Berlin) ist ein deutscher Fernsehmoderator und Herausgeber (Editorial Director) der deutschen Ausgabe der Huffington Post.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Schiffskochs aus Gambia und einer Berlinerin wuchs in einer fünfköpfigen Familie ohne Vater auf. Er studierte am Berliner Otto-Suhr-Institut Politikwissenschaft und mit einem im vierten Semester erhaltenen DAAD-Stipendium ein Jahr Musik in Los Angeles (Musicians’ Institute Hollywood).[1] Im Anschluss an seinen USA-Aufenthalt arbeitete Jobatey als freier Mitarbeiter beim Sender RIAS. Er schrieb später für Die Zeit und den Spiegel Konzertkritiken. Über den Sender Freies Berlin wurde er in den 1990er-Jahren Moderator diverser ARD-Sendungen, unter anderem 1998 bis 2002 Verstehen Sie Spaß?. Von 1992 bis 2012 war er Teil des Moderatorenteams des ZDF-Morgenmagazin.[2] 1997 erhielt Jobatey eine Arthur F. Burns Fellowship für ein viermonatiges Praktikum in den Paramount Studios (Hollywood).[3] Im Januar 2013 gab er die Moderation des ZDF-Morgenmagazins nach 20 Jahren an Mitri Sirin ab, als Gesellschaftsreporter arbeitet er weiter für die Sendung.[4]

Jobatey ist Herausgeber (Editorial Director) der ab 10. Oktober 2013 erscheinenden deutschen Ausgabe der Huffington Post.[5][6]

Trivia[Bearbeiten]

Jobateys „Markenzeichen“ war früher, dass er meistens Basketballschuhe zum Anzug trug.

Jobatey kämpfte als Kind gegen seine Legasthenie und überwand sie innerhalb weniger Jahre.[7][8][9][10] Nachdem er dies im Fragebogen des FAZ-Magazins vom 11. September 1998 als seine größte Leistung genannt hatte, wurde die Legasthenie in der Aufzeichnung der für den 7. Februar 1999 vorgesehenen Fernsehsendung Zimmer frei! gleich zum Auftakt mehrfach in sehr ironischer Weise von den Moderatoren thematisiert. Jobatey verließ daraufhin zunächst das Studio und kehrte erst nach neun Minuten wieder zurück.[11] Auf Wunsch des ARD-Vorsitzenden Peter Voß, der auch Intendant des für Jobateys Sendung Verstehen Sie Spaß? verantwortlichen SWR war, wurde die Aufzeichnung vom WDR Fernsehen zunächst nicht gesendet. Sie wurde erst am 23. November 2003 ausgestrahlt.[9][10] Die ursprüngliche Darstellung des WDR, Jobatey selbst habe bis dahin einer Ausstrahlung widersprochen, wurde später von der Redaktion von Zimmer frei! dementiert.[12]

2009 hatte Jobatey einen Gastauftritt im Kinofilm Horst Schlämmer – Isch kandidiere!. Seit dem 1. Oktober 2010 ist Jobatey Pate des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Berlin-Friedrichshain für das Projekt „Schule ohne Rassismus“.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alumni « VIP-Galerie: Jahresstipendium, 1985-86 Fullerton / UCLA
  2. Aus für Cherno Jobatey beim "ZDF-Morgenmagazin"
  3. Burns alumni Cherno Jobatey (1997) and Elisabeth Niejahr (1992) with Josef Ackermann at the June alumni dinner in Berlin
  4. Cherno Jobatey wird beim Morgenmagazin abgelöst, abgerufen am 6. Januar 2013
  5. Deutschsprachige Huffington Post startet morgen - Cherno Jobatey wird Editorial Director, abgerufen am 10. Oktober 2013
  6. Cherno Jobatey gibt deutschsprachige "Huffington Post" heraus, abgerufen am 10. Oktober 2013
  7. Cherno Jobatey: Lehrerin half ihm über Legasthenie hinweg. Meldung der dpa auf schwaebische.de, 27. November 2003.
  8. Moderator nicht nur im Fernsehen. Beitrag auf Jobateys Website.
  9. a b „Witze auf Kosten Behinderter – da wurde ich sauer!“ (Richtiges Linkziel nur bei Abschaltung von Javascript erreichbar) Artikel von Malte Betz in der Bild am Sonntag, 23. November 2003.
  10. a b Bildungsfernsehen einmal anders: Buchstabensuppe mit Cherno Jobatey. Artikel von Jörn Lauterbach auf Welt Online, zuletzt verändert am 30. Oktober 2003.
  11. Sendung Zimmer frei! mit Cherno Jobatey, Erstausstrahlung 23. November 2003. Verlassen des Studios und Rückkehr: Teil 1, Teil 2. Weiterer Verlauf der Sendung: Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6.
  12. Verwirrung um "Zimmer frei": Jobatey widerspricht WDR-Version. Bericht bei kress.de, 29. November 2003.