Chlamydomonas

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Chlamydomonas
Chlamydomonas sp.

Chlamydomonas sp.

Systematik
ohne Rang: Chloroplastida
Abteilung: Chlorophyta
Klasse: Chlorophyceae
Ordnung: Volvocales
Familie: Chlamydomonadaceae
Gattung: Chlamydomonas
Wissenschaftlicher Name
Chlamydomonas
Ehrenb.

Chlamydomonas ist eine Gattung einzelliger Grünalgen, die vor allem in Süßwasser und feuchter Erde leben; die Zellen sind meist ellipsoid und 10 bis 20 µm lang. Die frei beweglichen Arten tragen zwei isokonte Geißeln. Alle Volvocales zeichnen sich durch isokonte Geißeln aus. Einige zu der Kryoflora zählende, also im Schnee der polaren Gebiete und der Gebirge lebende Arten (z. B. Chlamydomonas nivalis) verursachen durch rot gefärbte Zellen den Blutschnee. Die Färbung wird durch verschiedene Sekundärstoffe aus der Gruppe der Carotinoide, unter anderem durch das Astaxanthin (auch unter dem veralteten Namen Haematochrom bekannt) hervorgerufen. Diese Carotinoide werden unter ungünstigen Umweltbedingungen von der Alge zum Schutz produziert, z. B. bei starker UV-Strahlung, welche in großen Höhen vorherrscht oder unter dem durch die Lichtreflexion des Schnees erzeugten starken Licht.[1] Auch Nährstoffmangel begünstigt die Astaxanthinbildung. [2] Carotinoide sind bekannt für ihre Funktion als Antioxidantien und Ozonfänger.

Chlamydomonas gehört zu den vielgenutzten Objekten der pflanzlichen Grundlagenforschung. Besonders interessant sind dabei immer noch die so genannten Kompatibilitätstypen (= Paarungstypen) von isogamen Arten (+ und - Stämme), bei denen man die männlichen und weiblichen Gameten äußerlich nicht voneinander unterscheiden kann. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass in der Klasse der Chlorophyceae neben der Isogamie auch Heterogamie und Oogamie vorkommt. C. reinhardtii ist ein Modellorganismus für die Forschung in der Pflanzengenetik und die Entschlüsselung des Sehvorgangs bei einzelligen Algen (s. Channelrhodopsin).

Chlamydomonas kann sich entweder durch ungeschlechtliche Teilung (Mitose) vermehren oder durch Bildung von Gameten, die zu einer Zygote verschmelzen (Syngamie). Die Zygote durchläuft anschließend eine Meiose und bildet so vier Tochterzellen (geschlechtliche Vermehrung).

Arten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Entwicklung von Einzellern zu Vielzellern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gorton HL, Vogelmann TC (2003): Ultraviolet Radiation and the Snow Alga Chlamydomonas nivalis (Bauer) Wille. In: Photochemistry and Photobiology: Vol. 77, No. 6 pp. 608–615
  2. Franz-Christian Czygan: Blutregen und Blutschnee: Stickstoffmangel-Zellen von Haematococcus pluvialis und Chlamydomonas nivalis In: Archives of Microbiology Volume 74, Number 1 / März 1970

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chlamydomonas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien