Chris Cunningham

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Chris Cunningham (* 1970 in Reading, Grafschaft Berkshire) ist ein britischer Regisseur, vor allem für Musikvideos, Werbe-Clips und Videokunst. Bevor er sich der Videokunst zuwandte, war er unter dem Namen Chris Halls als Comic-Zeichner für das britische Magazin 2000 A.D. tätig.

Bekannt wurde Cunningham vor allem mit seinen außergewöhnlichen Musik-Videos, die oftmals durch surrealistische Motive gekennzeichnet sind. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die folgenden Musikvideos:

Die aus der Zusammenarbeit mit Aphex Twin entstandene Video-Installation „Flex“ wurde 2000 in der Royal Academy of Arts in London ausgestellt. Gemeinsam mit Aphex Twin erhielt er auch 1999 den Prix Ars Electronica

Darüber hinaus arbeitete er unter anderem an den Filmen Alien³, Alien – Die Wiedergeburt und Judge Dredd mit, wobei er meist für die Spezialeffekte zuständig war. 2003 erschien eine Sammlung seiner bisherigen Werke als DVD mit dem Titel "The Work Of Director Chris Cunningham".

Vom 26. März bis zum 11. Juli 2004 wurden die Arbeiten von Cunningham erstmals in Deutschland mit der Einzelausstellung „Chris Cunningham. Come To Daddy“ in der Kestnergesellschaft in Hannover gezeigt. Begleitend zur Ausstellung erschien ein gleichnamiger Katalog. Außerdem wurde eine Edition herausgegeben, die aus signierten Offsetdrucken nach Storyboardzeichnungen für die Videos „All is Full of Love“ von Björk und „Second Bad Vilbel“ von Autechre besteht.

Im Jahr 2005 veröffentlichte er den Kurzfilm „Rubber Johnny“, der ursprünglich nur als Promotion-Video für den Titel „Afx. 237 v.7“ aus dem Aphex-Twin-Album „Drukqs“ geplant war. Der Film zeigt das Leben eines durch Inzucht gezeugten und von seinen Eltern in einen Keller gesperrten Kindes. Der missgestaltete Rubber Johnny bewegt sich in seinem Rollstuhl zur Musik und wandelt dabei seine Form. Obwohl brillant geschnitten und technisch perfekt umgesetzt, wurde der komplett durch ein Nachtsichtgerät gedrehte Film aufgrund der makaberen und verstörenden Bilder unterschiedlich rezipiert. Der Start des Films musste verschoben werden, da die Druckerei des Video-Booklets die Produktion aus moralischen Gründen boykottieren wollte. Die Plattenfirma Warp Records musste Cunninghams Artwork daher schließlich von einer anderen Firma produzieren lassen. Für den Clip wurde übrigens kein echter Behinderter gefilmt, Johnny wurde von Chris Cunningham selbst gespielt.

Chris Cunningham plant seit längerem eine Verfilmung des Buches Neuromancer von William Gibson. Die Arbeiten an diesem Projekt sind jedoch momentan bis auf Weiteres ausgesetzt worden.

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