Christine Hohmann-Dennhardt

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Christine Hohmann-Dennhardt (* 30. April 1950 in Leipzig) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und Juristin. Seit 2011 Vorstandsmitglied der Daimler AG. Sie war von 1999 bis Januar 2011 Richterin des Bundesverfassungsgerichts.

Leben[Bearbeiten]

Hohmann-Dennhardt studierte Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen. Nach dem 1975 abgelegten 2. juristischen Staatsexamen war sie zunächst von 1975 bis 1977 Lehrbeauftragte für Sozialrecht an der Universität Hamburg, sodann von 1977 bis 1981 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Juristischen Fakultät am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Dort wurde sie auch 1979 mit einer Arbeit über Entscheidungsstrukturen in Unternehmen und Arbeitnehmerinteressen: zur Effektivität der Mitbestimmung bei Betriebsänderungen promoviert.

Von 1981 bis 1984 war Hohmann-Dennhardt als Richterin an den Sozialgerichten Frankfurt am Main und Wiesbaden sowie am Hessischen Landessozialgericht tätig, ehe sie 1984 zur Direktorin des Sozialgerichts Wiesbaden ernannt wurde. Diese Funktion bekleidete sie bis 1989. Sie war von 1988 bis 1989 auch stellvertretendes Mitglied am hessischen Landesverfassungsgericht, dem Staatsgerichtshof des Landes Hessen.

In den Jahren 1989–1991 war sie als Dezernentin der Stadt Frankfurt am Main tätig, 1991 wurde sie als Ministerin für Justiz in die Hessische Landesregierung berufen. Justizministerin war sie bis 1995, danach bis 1999 Ministerin für Wissenschaft und Kunst.

Von Januar 1999 bis Januar 2011 gehörte Hohmann-Dennhardt dem Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts an.

Sie ist seit Mai 2001 eines der Gründungsmitglieder des Hochschulrates der Universität Karlsruhe (TH).[1]

Beim Bundesverfassungsgericht war sie für das Familienrecht zuständig. Sie bearbeitete auch Fälle aus dem Personenstandsrecht, dem Transsexuellenrecht sowie aus dem Betreuungsrecht. Auch Verfahren zum Eltern- und zum Erziehungsgeld fielen in ihr Dezernat.[2]

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundesverfassungsgericht wurde sie mit Wirkung zum 16. Februar 2011 bis zum 28. Februar 2014 zum ersten weiblichen Vorstandsmitglied der Daimler AG berufen, wo sie das neu geschaffene Ressort „Integrität und Recht“ übernahm.[3][4] Das Ressort geht auf eine von mehreren Auflagen US-amerikanischer Behörden zurück, einen Vorstand eigens für Compliance einzustellen.[5] Ihr Vertrag wurde bis Februar 2017 verlängert.[6]

Christine Hohmann-Dennhardt ist mit dem ehemaligen Präsidenten des Hessischen Statistischen Landesamtes, Eckhard Hohmann, verheiratet[7] und hat zwei Kinder.[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Elisabeth Zuber-Knost: Historische Sitzung: Universitätsrat beginnt Arbeit, UniKaTH 3/2001
  2. a b Bundesverfassungsgericht: Bundesverfassungsrichterin Dr. Christine Hohmann-Dennhardt scheidet aus dem Amt. Pressemitteilung Nr. 10/2011 vom 1. Februar 2011. Abgerufen am 2. Februar 2011.
  3. Daimler holt erstmals Frau in den Vorstand. Stuttgarter Nachrichten. 16. Februar 2011. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  4. Ex-Bundesverfassungsrichterin als erste Frau im Vorstand
  5. http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,757197,00.html
  6. Pressemitteilung der Daimler AG, 24. April 2013, abgerufen am 10. Januar 2014
  7. http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/mein-weg/christine-hohmann-dennhardt-frau-ausgerechnet-11651119.html
  8. Neue Richterinnen am Bundesverfassungsgericht. Webseite: Der Bundespräsident, Mitteilung vom 2. Februar 2011