Cinelerra

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Cinelerra
Cinelerra.svg
Cinelerra inuse.png
Cinelerra 2.01 unter GNOME
Basisdaten
Entwickler Heroine Virtual
Aktuelle Version 4.6
(8. September 2014)
Betriebssystem Linux
Programmier­sprache C++
Kategorie Videoschnittsoftware
Lizenz GPL
Deutschsprachig ja
heroinewarrior.com/cinelerra.php

Cinelerra ist ein freies, nichtlineares Videobearbeitungsprogramm für das Betriebssystem GNU/Linux. Es wird von Heroine Virtual Ltd. entwickelt und wird unter der GNU General Public License veröffentlicht. Cinelerra beinhaltet auch eine Video-Compositing Engine, die dem Benutzer die grundlegenden Compositing-Funktionen wie Keying und Maskieren erlaubt.

Cinelerra wurde am 1. August 2002 veröffentlicht und basierte zu dem Zeitpunkt auf dem Vorgängerprodukt Broadcast 2000.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Cinelerra unterstützt hochauflösende Video- und Audioqualität.
  • Es wird 64-bit-Audio unterstützt.
  • RGB- und YCbCr-Farbräume stehen gleichzeitig zur Verfügung.
  • Es stehen viele Video- und Audiofilter sowie Übergänge zur Auswahl.

Alle Merkmale sind auf der offiziellen Webseite aufgelistet.

Gerade beim Umgang mit HD-Material, bei Anwendung mehrerer Effekte auf Video- und Audiospuren, sowie für das Rendering des fertigen Films ist entsprechend leistungsfähige Hardware erforderlich.

Cinelerras Benutzeroberfläche[Bearbeiten]

Cinelerra-Benutzerschnittstelle

Cinelerras Benutzeroberfläche gleicht der von anderen nichtlinearen Videobearbeitungssystemen wie Adobe Premiere Pro oder Apples Final Cut; da Cinelerra gleichzeitig aber auch ein Video-Compositing-Programm ist, gleicht es auch Adobe After Effects oder Apple Shake.

Dem Benutzer werden vier Arbeitsbereiche zur Verfügung gestellt:

  • Die Zeitleiste (Timeline) gibt dem Benutzer eine zeitbasierte Ansicht des Videomaterials und der Audiospuren im Projekt; auch Schlüsselbild-Daten, Kamerabewegungen, Effekte oder Transparenz werden angezeigt.
  • Der Monitor bietet die Möglichkeit, das Videomaterial von Anfang bis Ende durchzusehen.
  • Das Ressourcen-Fenster zeigt alle verfügbaren Video- und Audioeffekte und diejenigen, die im aktuellen Projekt verfügbar sind.
  • Die Vorschau zeigt eine exakte Vorschau des finalen Projekts. Die Vorschau ist interaktiv, so dass das Positionieren von Video-Objekten möglich ist.


Anwendungsbereich[Bearbeiten]

Cinelerra ist im Umfeld professioneller Linux-Videoproduktion entstanden und wird dort genutzt. Unterstützung gibt es dabei auch von Firmen wie Linux Media Arts, die sich auf den Bereich spezialisiert haben.

Cinelerra kann jedoch ohne Einschränkung auch für den privaten oder heimischen Videoschnitt eingesetzt werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Cinelerra wurde auf der NAB Show der National Association of Broadcasters 2004 gezeigt, der weltgrößten Messe für elektronische Medien, und wurde zu diesem Anlass vom (heute nicht mehr existierenden) Online-Magazin The Cut neben anderen Videobearbeitungsprogrammen mit dem Bob Turner's „Making THE CUT Award“ ausgezeichnet[1]. Die Auszeichnung wurde „den besten und erstaunlichsten Postproduktions-Programmen verliehen, die auf der Ausstellung zu sehen waren“[2].

Abspaltungen[Bearbeiten]

Die freie Lizenzierung von Cinelerra hat es immer wieder einigen Projekten ermöglicht, eigene Projekte zu forken, die auf dem Code von Cinelerra aufbauen. Das bekannteste davon ist Cinelerra CV, das die Zielsetzung verfolgt, eine mehr auf den Normalverbraucher ausgerichtete Version des Programms bereitzustellen.

Cinelerra CV hat die letzte Version 2.0 übernommen, verfügt aber im Vergleich zu ihr über einige Verbesserungen. Dazu gehört das Editieren von DV-Rohdaten, wie sie von „dvgrab --format raw“ ausgegeben werden. DV kann zwar auch von Cinelerra 2.0 gelesen werden, jedoch nur nach Umpacken des Datenstroms in ein DV-AVI mittels „dvgrab --stdin --format dv2 < raw.dv“. Auch wurde Cinelerra CV hinsichtlich der Performance verbessert, um die ruckelfreie Wiedergabe von DV-Material beim Editieren zu verbessern und das Abreißen der Audioausgabe zu minimieren.

Ursprünglich als Code-Rewrite von Cinelerra CV entstanden, ist mit Lumiera eine weitere Abspaltung entstanden, die allerdings noch nicht benutzbar ist.

Dokumentation[Bearbeiten]

  •  Marco Michely: Cinelerra kompakt – das Anwenderhandbuch. Brain-Media.de Verlag, 2007, ISBN 978-3-939316-31-2.

Quellennachweise[Bearbeiten]

  1. Cinelerra in Bob Turners THE CUT
  2. Die „Making THE CUT Awards“ 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cinelerra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien