City Night Line

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter City Night Line (Begriffsklärung) aufgeführt.
Logo der CNL
Saisonaler City Night Line kurz vor Brig (Schweiz)
Doppelstock-Schlafwagen der CityNightLine

City Night Line (Abkürzung: CNL, Wagenfarben: weiß/rot) ist eine Zuggattung für Nachtreisezüge in Europa. Sie wird seit 2013 unmittelbar von der DB Fernverkehr betrieben. Zur CNL gehören die letzten noch betriebenen innerdeutschen Nachtzüge München-Berlin und München-Hamburg sowie Verbindungen zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik, den Niederlanden, der Schweiz sowie Italien via Österreich. Neben der CNL betreiben auch einige ausländische Bahngesellschaften Nachtzüge, die durch Deutschland führen oder in Deutschland enden.

Verkehrsangebot[Bearbeiten]

Aktuelle Linien[Bearbeiten]

Ziel des City-Night-Line-Liniennetzes ist es, das europäische Fernverkehrsnetz auf langen Reiseweiten zu ergänzen. Fahrzeiten von über sechs Stunden werden in die Nacht verlagert und können so ohne zusätzlichen Zeitverlust im Schlaf zurückgelegt werden.

City Night Line mit Triebfahrzeug der DB-Baureihe 101 im Bahnhof Berlin Südkreuz auf dem Weg nach Paris
Zugnummer Zugname Zuglauf
CNL 419/418 Pollux AmsterdamMünchen [F 1]
CNL 40419/40478 Pegasus AmsterdamZürich
CNL 457/456 Kopernikus OberhausenPrag
CNL 458/459 Canopus PragZürich
CNL 479/478 Komet HamburgZürich
CNL 485/484 Lupus MünchenRom
CNL 40485/40484 MünchenMailand
CNL 487/486 Pyxis HamburgMünchen
CNL 1246/1247 Capella MünchenBerlin
CNL 1258/1259 Sirius BerlinZürich [F 2]
CNL 40463/40236 Pictor MünchenVenedig
  1. Saisonal ab/bis Innsbruck als CNL 429/428
  2. Saisonal ab/bis Binz als CNL 1250/1251

Es existieren noch einige weitere Nachtzugverbindungen, die Deutschland durchqueren oder hier enden, aber nicht zur CNL gehören, sondern von anderen Bahnunternehmen betrieben werden. Diese Routen sind Wien-Hamburg, Wien-Düsseldorf, Warschau-Oberhausen, Zagreb-München, Budapest-München, Budapest/Wien-Berlin und Moskau-Paris.[1]

Die City-Night-Line-Züge werden in einem Flügelzug- bzw. Kurswagensystem gefahren. Beispielsweise fahren die Zugteile der Linien Amsterdam-München und Amsterdam-Zürich gemeinsam bis Mannheim, wo sie getrennt werden; die Linien München-Hamburg und München-Berlin fahren gemeinsam bis Hildesheim.

Ausstattung der Züge[Bearbeiten]

City-Night-Line-Züge werden aus Abteil- oder Großraumwagen mit Ruhesesseln, Liegewagen, Schlafwagen, Speisewagen gebildet. Alle Linien bieten ein spezielles Abteil für mobilitätseingeschränkte Reisende. Um die Gepäckmitnahme zu erleichtern, werden entweder kombinierte Liege-/Gepäckwagen oder Sitzwagen mit speziellem Gepäck-/Fahrradabteil eingesetzt.

Die Schlafwagen wurden speziell für City Night Line entwickelt. Zurzeit werden Schlafwagen der sogenannte Comfortline (Bauart 173.1) eingesetzt. Die Wagen sind klimatisiert und bieten je Abteil zwei, teilweise drei Betten, in der sogenannten deluxe-Variante mit eigenem Bad (Dusche, Waschgelegenheit und WC). Ansonsten befindet sich in jedem Abteil ein Laptopanschluss und Waschbecken, Dusche und WC sind am Gang. Die Abteile sind mit „normalen“ Betten ausgestattet.

Die Liege- und Sitzwagen wurden aus vorhandenen Typen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn umgebaut. Die Liegewagen sind mit vier oder sechs Liegen ausgestattet und sind in drei Unterarten im Einsatz, die sich in ihren Zusatzfunktionen unterscheiden:

  • Liegewagen (Bauart 248.5)
  • Liegewagen mit Abteil für mobilitätseingeschränkte Reisende (Bauart 249.1)
  • Halbgepäckliegewagen (Bauart 874.1)

Bei den Sitzwagen werden Abteilwagen (sechs Sitze je Abteil; Bauart 236.9) und Großraumwagen mit Ruhesesseln (Bauarten 875.X) eingesetzt.

Tarife und Preise[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Reservierungsentgelte und Preisbeispiele 2011

Der CNL-Verkehr wird tariflich der Produktklasse IC/EC (vormals Produktklasse B), der zweithöchsten der drei Produktklassen des DB Personenverkehrs zugeordnet. Für den City Night Line gelten alle Sparpreise des Fernverkehrs sowie die entsprechenden Rabattierungsmöglichkeiten (BahnCard).

Die inzwischen üblichen Sonderangebote des Fernverkehrs (zum Beispiel das Lidl-Ticket oder das Tchibo-Ticket) gelten in der Regel, aber nicht grundsätzlich auch im City Night Line. Es sind die jeweiligen Angebotskonditionen zu beachten.

Fahrkarten können frühestens drei Monate vor ihrem ersten Geltungstag erworben werden. Für Gruppenreisen liegt der Vorlauf bei bis zu zwölf Monaten, soweit der entsprechende Fahrplan bereits bekannt ist.[2]

Zusätzlich zur Fahrkarte ist eine Reservierung erforderlich (Ausnahme s. o.). Sie dient gleichzeitig als Entgelt für die Zusatzleistungen über Nacht und unterscheidet sich je nach Komfortkategorie.

Weitere Länder[Bearbeiten]

Niederlande

In den Niederlanden wird der City Night Line generell über die sogenannten Globalpreise verkauft, wie sie in Deutschland für Transitverkehre gelten. Reisende mit Fahrschein (z. B. Interrailer) können Reservierungen auch einzeln erwerben.

Österreich

Analog Niederlande

Schweiz

Analog Deutschland. Aufgrund des hohen Transitanteils, d. h. Reisen in Richtung Niederlande, Tschechien oder Dänemark ist der Anteil der Globalpreisfahrscheine allerdings hoch.

Probleme[Bearbeiten]

Die CNL-Züge sind meist wesentlich langsamer als Tageszüge auf denselben Verbindungen, selbst gegenüber Umsteigeverbindungen. Die Folge sind entsprechend längere Reisezeiten mit beträchtlicher Fahrtzeit auch in den Tagesstunden (z.B. in Amsterdam Abfahrt der Züge um 19:01 bzw. 20:31, Ankunft um 8:56 bzw. 10:03; Fahrplan 2014). Mitunter können die Endbahnhöfe früher erreicht werden, wenn auf Unterwegshalten in schnellere Tageszüge umgestiegen wird, z.B. in Basel nach Zürich oder in Bologna nach Rom.

Dies liegt zum Teil an den langsameren Fahrzeugen, zum Teil auch an der Streckenführung mit beträchtlichen Umwegen, beispielsweise über Köln und Berlin auf der Strecke Amsterdam-Prag. Die Fahrplangestaltung unterliegt hier einem Spagat zwischen den Wünschen, durch Kopplung von Zugteilen (und/oder die Nutzung günstigerer Zugtrassen bzw. Strecken) Kosten zu sparen, mit einem Zuglauf möglichst viele Orte anzubinden und so Vorteile gegenüber den Punkt-zu-Punkt-Verbindungen des Luftverkehrs zu schaffen, und den Nachteilen durch die längeren Reisezeiten und Störungen der Nachtruhe durch Unterwegshalte und Rangierarbeiten. Manche an sich nachgefragte Verbindungen liegen in ungünstigen Tageszeiten (z.B. Amsterdam ab 19:01, Berlin an 4:23, Fahrplan 2014). Zu erwähnen ist der getrennte Zuglauf der innerdeutschen Verbindungen München-Hamburg/Berlin gegenüber den untereinander gekoppelten internationalen Routen.[3]

Viele innerdeutsche Bahnverbindungen dauern heute tagsüber kürzer als ein normaler Nachtschlaf, wie Berlin-Köln unter 5 Stunden oder München-Hamburg unter 6 Stunden, so dass sich schon deshalb der Vorteil der verschlafenen Reisezeit relativiert.[4] Auf den auch im Tagesverkehr relativ langsamen Verbindungen durch die Alpen nach Italien bietet die CNL keine durchgehenden Verbindungen vom mittleren bis nördlichen Deutschland an, anders als früher mit dem Riviera-Express.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heute im CNL zusammengefasste Nachtzugangebot der Deutschen Bahn wurde in den letzten Jahrzehnten sukzessive reduziert, beispielsweise gab es in den 1990er Jahren mehr als je eine Verbindung nächtlich zwischen München und Rom bzw. München und Berlin.

1998 wurde das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn mit den Zuggattungen EN (EuroNight) und UEx (Urlaubsexpress) von der DB Fernverkehr in die DB AutoZug ausgelagert. Ein Jahr später wurde die CityNightLine mit Sitz in Zürich, die bis dahin ein Gemeinschaftsunternehmen der DB, der ÖBB und der SBB war, eine 100%ige Tochter der DB Fernverkehr. Sie wurde zusammen mit der DB Autozug geführt. Somit lag die Verantwortung für alle Nachtzuggattungen, die bis heute den Kern des City-Night-Line-Netzes bilden, ab diesem Zeitpunkt in einer Hand. Service, Wagenmaterial und Preise der CityNightLine und ihres deutschen Pendants wurden jedoch getrennt weitergeführt.

Parallel zur unternehmerischen Integration wurden die Nachtzüge der DB Autozug in die Zuggattung DB Nachtzug umbenannt. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 war das DB-Nachtzug-Angebot auf 20 Züge ausgebaut worden.[5] Mit dem Aufkommen der Billigflieger und dem Ausbau des internationalen Hochgeschwindigkeitsnetzes im Eisenbahnverkehr sah die DB die Notwendigkeit, den Nachtreiseverkehr auf die geänderten Anforderungen des Verkehrsmarktes auszurichten. Ziel war, die Nachtreiseverkehre als Ergänzungsprodukt zum Hochgeschwindigkeitsverkehr auf langen Distanzen (zwischen 800 und 1500 km) zu etablieren. Um dies zu erreichen, wurden die bestehenden Zuggattungen CityNightLine (CNL), DB NachtZug (NZ) und UrlaubsExpress (UEx) in das neue Produkt City Night Line (CNL) integriert. Parallel wurde das Produkt in die Preissysteme und den Vertrieb des jeweiligen Abfahrtslandes integriert. Das Liniennetz wurde entsprechend der Zielsetzung neu konzipiert: Parallelverbindungen zum Fernverkehr wurden gestrichen, Linien gezielt verlängert und stark saisonale und touristische Destinationen zugunsten täglicher Verbindungen aufgegeben. Im Zuge der Bündelung des Angebotes wurden ältere Reisezugwagen außer Dienst gestellt. Die gesamte Flotte von Schlaf-, Liege- und Ruhesesselwagen ist seither durchgehend klimatisiert. Die Wagen erhielten ein einheitliches Erscheinungsbild in weiß mit rotem Fensterband. Türen sind ganz in weiß gehalten. Der Service wurde über alle Linien standardisiert.

Zum 1. Januar 2010 wurde die City Night Line CNL AG von der DB AutoZug GmbH, ebenfalls eine hundertprozentige Tochter der DB Fernverkehr AG, übernommen. Im September 2013 wurde DB AutoZug aufgelöst und auf DB Fernverkehr verschmolzen.

Bis 2014 gab es fünf jeweils auf Teilstrecken zusammengefasste Gruppen von CNL-Linien.[6]:

  • die gegabelten Zugläufe München ↔ Mailand/Rom und
  • München ↔ Berlin/Hamburg,
  • den mit einem EN Wien ↔ Venedig gegabelten CNL München ↔ Venedig,
  • sechs auf Teilstrecken gekoppelte Linien zwischen Amsterdam ↔ München / Zürich(-Chur), Paris ↔ Hamburg / Berlin (-Binz) / München (-Innsbruck) sowie Hamburg ↔ Zürich (-Chur), mit Umkopplung in Mannheim wie vorstehend beschrieben, sowie
  • sieben auf Teilstrecken gekoppelte Linien zwischen Amsterdam (über Köln), Kopenhagen (über Hamburg), Zürich bzw. Basel, Warschau und Prag (z.T. über Berlin). Hierzu gehören die drei Verbindungen zwischen Amsterdam, Kopenhagen und Prag, die jeweils paarweise zusammengefasst sind, sich in beiden Richtungen gleichzeitig in Hannover treffen und dort die Teilzüge austauschen. Beispielsweise wird von den beiden Teilzügen von Kopenhagen nach Amsterdam bzw. Prag in Hannover der eine an den Teilzug von Prag nach Amsterdam angekoppelt, der andere an den Teilzug der Gegenrichtung von Amsterdam nach Prag. In Berlin wird noch ein Zugteil Amsterdam-Warschau abgespalten, in Hannover wird ein Zuglauf Kopenhagen- Basel. Nur auf der Teilstrecke Prag-Dresden erfolgt eine Kopplung mit der Verbindung Prag-Zürich, die überwiegend als Gabelzug mit dem Zuglauf (Binz-) Berlin - Zürich ausgeführt ist.
CNL Netz FDP 2010/2011

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2014 erfolgten deutliche Einschränkungen des Netzes, dabei entfielen die folgenden Linien:

Zugnummer Zugname Ehemaliger Zuglauf
CNL 40447/40473 Borealis AmsterdamKopenhagen
CNL 450/451 Perseus ParisBerlin
CNL 40418/40451 Cassiopeia (Innsbruck –) MünchenParis
CNL 473/472 Aurora KopenhagenBasel
CNL 40479/50451 Andromeda HamburgParis
CNL 50456/50473 Orion PragKopenhagen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: CityNightLine – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. citynightline.de - Die Verbindungen unserer Partnerbahnen (.pdf) abgerufen am 18. Februar 2015
  2. Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutschen Bahn AG (BB Personenverkehr), Punkt 2.1, mit Stand vom 1. September 2007.
  3. Webseiten der CNL, Abruf im Juni 2014.
  4. Webseiten der DB, Abruf im Okt. 2014.
  5. Fahrplanwechsel. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2002, ISSN 1421-2811, S. 498 f.
  6. Webseiten der CNL, Abruf im Juni 2014.