City Night Line

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter City Night Line (Begriffsklärung) aufgeführt.
Logo von CNL
Saisonaler City Night Line kurz vor Brig (Schweiz)
Doppelstock-Schlafwagen der CityNightLine

City Night Line (Abkürzung: CNL, Wagenfarben: weiß/rot) ist eine Zuggattung für Nachtreisezüge in Europa. Die ehemalige Eisenbahngesellschaft CNL AG betrieb diese Züge. Sie war wie die DB AutoZug GmbH eine hundertprozentige Tochter der DB Fernverkehr AG und wurde zum 1. Januar 2010 von DB AutoZug übernommen. Im September 2013 wurde DB AutoZug aufgelöst und auf DB Fernverkehr verschmolzen.

Geschichte[Bearbeiten]

1998 wurde das Nachtzuggeschäft der Deutschen Bahn mit den Zuggattungen EN (EuroNight) und UEx (Urlaubsexpress) von der DB Fernverkehr in die DB AutoZug ausgelagert. Ein Jahr später wurde die CityNightLine mit Sitz in Zürich, die bis dahin ein Gemeinschaftsunternehmen der DB, der ÖBB und der SBB war, eine 100%ige Tochter der DB Fernverkehr. Sie wurde zusammen mit der DB Autozug geführt. Somit lag die Verantwortung für alle Nachtzuggattungen, die bis heute den Kern des City-Night-Line-Netzes bilden, ab diesem Zeitpunkt in einer Hand. Service, Wagenmaterial und Preise der CityNightLine und ihres deutschen Pendants wurden jedoch getrennt weitergeführt.

Parallel zur unternehmerischen Integration wurden die Nachtzüge der DB Autozug in die Zuggattung DB Nachtzug umbenannt. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 war das DB-Nachtzug-Angebot auf 20 Züge ausgebaut worden.[1]. Mit dem Aufkommen der Billigflieger und dem Ausbau des internationalen Hochgeschwindigkeitsnetzes im Eisenbahnverkehr sah die DB die Notwendigkeit, den Nachtreiseverkehr auf die geänderten Anforderungen des Verkehrsmarktes auszurichten. Ziel war, die Nachtreiseverkehre als Ergänzungsprodukt zum Hochgeschwindigkeitsverkehr auf langen Distanzen (zwischen 800 und 1500 km) zu etablieren. Um dies zu erreichen, wurden die bestehenden Zuggattungen CityNightLine (CNL), DB NachtZug (NZ) und UrlaubsExpress (UEx) in das neue Produkt City Night Line (CNL) integriert. Parallel wurde das Produkt in die Preissysteme und den Vertrieb des jeweiligen Abfahrtslandes integriert. Das Liniennetz wurde entsprechend der Zielsetzung neu konzipiert: Parallelverbindungen zum Fernverkehr wurden gestrichen, Linien gezielt verlängert und stark saisonale und touristische Destinationen zugunsten täglicher Verbindungen aufgegeben.

Im Zuge der Bündelung des Angebotes wurden ältere Reisezugwagen außer Dienst gestellt. Die gesamte Flotte von Schlaf-, Liege- und Ruhesesselwagen ist seither durchgehend klimatisiert. Die Wagen erhielten ein einheitliches Erscheinungsbild in weiß mit rotem Fensterband. Türen sind ganz in weiß gehalten. Der Service wurde über alle Linien standardisiert.

Ausstattung der Züge[Bearbeiten]

City-Night-Line-Züge werden aus Abteil- oder Großraumwagen mit Ruhesesseln, Liegewagen, Schlafwagen, Speisewagen gebildet. Alle Linien bieten ein spezielles Abteil für mobilitätseingeschränkte Reisende. Um die Gepäckmitnahme zu erleichtern, werden entweder kombinierte Liege-/Gepäckwagen oder Sitzwagen mit speziellem Gepäck-/Fahrradabteil eingesetzt.

Die Schlafwagen wurden speziell für City Night Line entwickelt. Zurzeit werden zwei Typen eingesetzt: der Doppelstockschlafwagen (Bauart 171.X und 172.X) und der sogenannte Comfortline (Bauart 173.1). Die Wagen sind klimatisiert und bieten je Abteil zwei, teilweise drei Betten, in der sogenannten deluxe-Variante mit eigenem Bad (Dusche, Waschgelegenheit und WC). Ansonsten befindet sich in jedem Abteil ein Waschbecken, Dusche und WC sind am Gang. Laptopanschlüsse existieren nur in der neueren Comfortline. Die Abteile sind mit „normalen“ Betten ausgestattet.

Die Liege- und Sitzwagen wurden aus vorhandenen Typen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn umgebaut. Die Liegewagen sind mit vier oder sechs Liegen ausgestattet und sind in drei Unterarten im Einsatz, die sich in ihren Zusatzfunktionen unterscheiden:

  • Liegewagen (Bauart 248.5)
  • Liegewagen mit Abteil für mobilitätseingeschränkte Reisende (Bauart 249.1)
  • Halbgepäckliegewagen (Bauart 874.1)

Bei den Sitzwagen werden Abteilwagen (sechs Sitze je Abteil; Bauart 236.9) und Großraumwagen mit Ruhesesseln (Bauarten 875.X) eingesetzt.

Verkehrsangebot[Bearbeiten]

Aktuelle Linien[Bearbeiten]

Ziel des City-Night-Line-Liniennetzes ist es, das europäische Fernverkehrsnetz auf langen Reiseweiten zu ergänzen. Fahrzeiten von über sechs Stunden werden in die Nacht verlagert und können so ohne zusätzlichen Zeitverlust im Schlaf zurückgelegt werden.

City Night Line mit Triebfahrzeug der DB-Baureihe 101 im Bahnhof Berlin Südkreuz auf dem Weg nach Paris
Zugnummer Zugname Zuglauf
CNL 1287/1286 Pyxis HamburgMünchen
CNL 358/363 Pictor MünchenVenedig
CNL 419/418 Pollux AmsterdamMünchen (– Innsbruck)
CNL 40419/40478 Pegasus AmsterdamZürich (– Brig)
CNL 1258/1259 Sirius (Binz –) BerlinZürich
CNL 458/459 Canopus PragZürich
CNL 1246/1247 Capella München OstBerlin
CNL 479/478 Komet HamburgZürich (– Brig)
CNL 485/484 Lupus MünchenRom
CNL 457/456 Kopernikus KölnPrag

Weitere Nachtzugverbindungen wie Hamburg-Wien, Berlin-Wien/Budapest, Zürich-Wien sowie Paris-Moskau mit Teilstrecken in Deutschland gehören nicht zur CNL. Insbesondere die ÖBB betreibt mehrere Nachtreisezüge.

Gestrichene Verbindungen[Bearbeiten]

CNL Netz FDP 2010/2011

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2014 erfolgten deutliche Einschränkungen des Netzes, dabei entfielen die folgenden Linien:

Zugnummer Zugname Ehemaliger Zuglauf
CNL 40447/40473 Borealis AmsterdamKopenhagen
CNL 450/451 Perseus ParisBerlin
CNL 40418/40451 Cassiopeia (Innsbruck –) MünchenParis
CNL 473/472 Aurora KopenhagenBasel
CNL 40479/50451 Andromeda HamburgParis
CNL 50456/50473 Orion PragKopenhagen

Die City-Night-Line-Züge werden in einem Flügelzug- bzw. Kurswagensystem gefahren. Sie laufen ab ihrem gemeinsamen Startbahnhof einen Teil der Linie gemeinsam als ein Zug, werden in einem Bahnhof getrennt und mit anderen Zügen zusammengekuppelt, mit denen sie dann an die verschiedenen Zielbahnhofe fahren. Dasselbe gilt in Gegenrichtung analog.

Beispielsweise fahren die Zugteile der Linien Amsterdam-München und Amsterdam-Zürich gemeinsam bis Mannheim. Dort werden sie getrennt. Der Zugteil nach München wird mit einem aus Paris kommenden Zugteil des CNL Richtung München vereinigt, der Zugteil nach Zürich mit einem aus Hamburg kommenden Zugteil. Von dem Zugteil Hamburg-Zürich werden zuvor die Zugteile bzw. Kurswagen Hamburg-Paris und Berlin-Paris abgekoppelt. Sieht man von dem Abzweig Paris-Berlin ab, handelt es sich um einen "Stern" zwischen den fünf Endpunkten München, Zürich, Paris, Amsterdam und Hamburg, bei dem jeweils zwei Linien zusammengefasst werden und der lediglich die benachbarten Orte (Zürich-Paris, Paris-Amsterdam, usw.) nicht verbindet.

2014 gab es fünf jeweils auf Teilstrecken zusammengefasste Gruppen von CNL-Linien.[2]:

  • die gegabelten Zugläufe München <-> Mailand/Rom und
  • München <-> Berlin/Hamburg,
  • den mit einem EN Wien <-> Venedig gegabelten CNL München <-> Venedig,
  • sechs auf Teilstrecken gekoppelte Linien zwischen Amsterdam <-> München/Zürich(-Chur), Paris <-> Hamburg/Berlin(-Binz)/München(-Innsbruck) sowie Hamburg <-> Zürich(-Chur), mit Umkopplung in Mannheim wie vorstehend beschrieben, sowie
  • sieben auf Teilstrecken gekoppelte Linien zwischen Amsterdam (über Köln), Kopenhagen (über Hamburg), Zürich bzw. Basel, Warschau und Prag (z.T. über Berlin). Hierzu gehören die drei Verbindungen zwischen Amsterdam, Kopenhagen und Prag, die jeweils paarweise zusammengefasst sind, sich in beiden Richtungen gleichzeitig in Hannover treffen und dort die Teilzüge austauschen. Beispielsweise wird von den beiden Teilzügen von Kopenhagen nach Amsterdam bzw. Prag in Hannover der eine an den Teilzug von Prag nach Amsterdam angekoppelt, der andere an den Teilzug der Gegenrichtung von Amsterdam nach Prag. In Berlin wird noch ein Zugteil Amsterdam-Warschau abgespalten, in Hannover wird ein Zuglauf Kopenhagen- Basel. Nur auf der Teilstrecke Prag-Dresden erfolgt eine Kopplung mit der Verbindung Prag-Zürich, die überwiegend als Gabelzug mit dem Zuglauf (Binz-)-Berlin - Zürich ausgeführt ist.

Tarife und Preise[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Reservierungsentgelte und Preisbeispiele 2011

Der CNL-Verkehr wird tariflich der Produktklasse IC/EC (vormals Produktklasse B), der zweithöchsten der drei Produktklassen des DB Personenverkehrs zugeordnet. Für den City Night Line gelten alle Sparpreise des Fernverkehrs sowie die entsprechenden Rabattierungsmöglichkeiten (BahnCard).

Die inzwischen üblichen Sonderangebote des Fernverkehrs (zum Beispiel das Lidl-Ticket oder das Tchibo-Ticket) gelten in der Regel, aber nicht grundsätzlich auch im City Night Line. Es sind die jeweiligen Angebotskonditionen zu beachten.

Fahrkarten können frühestens drei Monate vor ihrem ersten Geltungstag erworben werden. Für Gruppenreisen liegt der Vorlauf bei bis zu zwölf Monaten, soweit der entsprechende Fahrplan bereits bekannt ist.[3]

Zusätzlich zur Fahrkarte ist eine Reservierung erforderlich (Ausnahme s. o.). Sie dient gleichzeitig als Entgelt für die Zusatzleistungen über Nacht und unterscheidet sich je nach Komfortkategorie.

Weitere Länder[Bearbeiten]

Niederlande

In den Niederlanden wird der City Night Line generell über die sogenannten Globalpreise verkauft, wie sie in Deutschland für Transitverkehre gelten. Reisende mit Fahrschein (z. B. Interrailer) können Reservierungen auch einzeln erwerben.

Österreich

Analog Niederlande

Schweiz

Analog Deutschland. Aufgrund des hohen Transitanteils, d. h. Reisen in Richtung Niederlande, Tschechien oder Dänemark ist der Anteil der Globalpreisfahrscheine allerdings hoch.

Frankreich

In Frankreich werden die Züge nach der SNCF-Logik verkauft. Es handelt sich um ein Globalpreissystem mit bestimmten landesspezifischen Besonderheiten (z. B. Senioren- oder Juniorentarife). Eine Besonderheit ist, dass für Liegewagen in 4er-Belegung eine Fahrkarte 1. Klasse erforderlich ist.

Italien

Das Prinzip ähnelt Frankreich, mit den jeweiligen landesspezifischen Besonderheiten.

Kritik[Bearbeiten]

Die CNL-Züge sind meist wesentlich langsamer als Tageszüge auf denselben Verbindungen, selbst gegenüber Umsteigeverbindungen. Die Folge sind entsprechend längere Reisezeiten mit beträchtlicher Fahrtzeit auch in den Tagesstunden (z.B. in Amsterdam Abfahrt der Züge um 19:01 bzw. 20:31, Ankunft um 8:56 bzw. 10:03; Fahrplan 2014). Mitunter können die Endbahnhöfe früher erreicht werden, wenn auf Unterwegshalten in schnellere Tageszüge umgestiegen wird, z.B. in Basel nach Zürich oder in Bologna nach Rom.

Dies liegt zum Teil an den langsameren Fahrzeugen, zum Teil auch an der Streckenführung mit beträchtlichen Umwegen, beispielsweise über Köln und Berlin auf der Strecke Amsterdam-Prag. Die Fahrplangestaltung unterliegt hier einem Spagat zwischen den Wünschen, durch Kopplung von Zugteilen (und/oder die Nutzung günstigerer Zugtrassen bzw. Strecken) Kosten zu sparen, mit einem Zuglauf möglichst viele Orte anzubinden und so Vorteile gegenüber den Punkt-zu-Punkt-Verbindungen des Luftverkehrs zu schaffen, und den Nachteilen durch die längeren Reisezeiten und Störungen der Nachtruhe durch Unterwegshalte und Rangierarbeiten. Die Fahrplangestaltung wird durch Kopplung und Austausch mehrerer zum Teil gegenläufiger Zughälften in Mannheim bzw. Hannover eingeschränkt, eine Kupplung von Nachtzug-Kurswagen und Tageszügen gelingt nur selten (z.B. Warschau-Berlin). Manche an sich nachgefragte Verbindungen liegen in ungünstigen Tageszeiten (z.B. Amsterdam ab 19:01, Berlin an 4:23, Fahrplan 2014). Zu erwähnen ist der getrennte Zuglauf der innerdeutschen Verbindungen München-Hamburg/Berlin gegenüber den untereinander gekoppelten internationalen Routen.[4]

Viele innerdeutsche Bahnverbindungen dauern heute tagsüber kürzer als ein normaler Nachtschlaf, wie Berlin-Köln unter 5 Stunden oder München-Hamburg unter 6 Stunden, so dass sich schon deshalb der Vorteil der verschlafenen Reisezeit relativiert.[5] Auf den auch im Tagesverkehr relativ langsamen Verbindungen durch die Alpen nach Italien bietet die CNL keine durchgehenden Verbindungen vom mittleren bis nördlichen Deutschland an, anders als früher mit dem Riviera-Express.

Das heute im CNL zusammengefasste Nachtzugangebot der Deutschen Bahn wurde in den letzten Jahrzehnten sukzessive reduziert, beispielsweise gab es in den 1990er Jahren mehr als je eine Verbindung nächtlich zwischen München und Rom bzw. München und Berlin.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: CityNightLine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahrplanwechsel. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2002, ISSN 1421-2811, S. 498 f.
  2. Webseiten der CNL, Abruf im Juni 2014.
  3. Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutschen Bahn AG (BB Personenverkehr), Punkt 2.1, mit Stand vom 1. September 2007.
  4. Webseiten der CNL, Abruf im Juni 2014.
  5. Webseiten der DB, Abruf im Okt. 2014.