DB AutoZug

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DB Autozug GmbH
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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Sitz Dortmund, Deutschland
Leitung Christian Brambring,
Guntram Nehls
Mitarbeiter 359[1]
Umsatz 194 Mio. €[1]
Branche Personenverkehr
Website www.dbautozug.de
Sylt Shuttle Richtung Westerland am Ende des Hindenburgdamms in Morsum/Sylt
Ein SyltShuttle im Bahnhof Morsum
Der AZ 1339 mit der Lok 115 261 auf der Dillstrecke bei Herborn (Januar 2013)

Die DB AutoZug GmbH mit Sitz in Dortmund war ein Tochterunternehmen der DB Fernverkehr und vermarktete die Auto- und Nachtreisezüge der DB Mobility Logistics. DB AutoZug betrieb ebenfalls die Autozüge NiebüllWesterland (SyltShuttle) und die Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge.

Am 30. September 2013 wurde die DB AutoZug GmbH aufgelöst und ging in der DB Fernverkehr AG auf.[2] Die Zuggattungen AZ (Autozug) und CNL (CityNightLine) bleiben weiter bestehen und werden nun von der DB Fernverkehr AG betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Autoreisezuggeschäft unter der Marke Autozug steuert die Gesellschaft bereits seit Anfang des Jahres 1997. Das Unternehmen übernahm zum Fahrplanwechsel am 30. Mai 1999 dazu den gesamten Nachtreiseverkehr der Deutschen Bahn.[3], mit den Marken UrlaubsExpress und DB NachtZug. Seit 2002 fährt die DB AutoZug ihre Züge als Eisenbahnverkehrsunternehmen in eigener Regie. Am 1. Januar 2003 ist auch die wirtschaftliche Verantwortung der EuroNight- und D-Nacht-Züge auf die DB AutoZug übergegangen.

Der DB NachtZug und der UrlaubsExpress treten seit der Fahrplanänderung am 9. Dezember 2007 unter der neuen Marke „City Night Line“ auf. Gleichzeitig wurde das Autozug-Angebot (über die gesamte Fahrplanperiode) von rund 1200 auf etwa 920 Züge verringert. Vier von neun Autozug-Verladestationen wurden geschlossen. Nach Angaben des Unternehmens seien vor allem kurze, unwirtschaftliche Strecken aufgegeben worden.[4] 2007 beförderte das Unternehmen 183.000 Fahrzeuge und erwirtschaftete dabei einen Umsatz von 60 Millionen Euro. Bei Urlaubsreisen mit dem Personenkraftwagen lag der Marktanteil des Unternehmens bei weniger als 0,5 Prozent. Etwa 70 Prozent der Kunden sind Stammkunden, ein Viertel der Kunden sind Rentner. Die Kunden verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen.[5]

Zur Saison 2008 wurde das Angebot weiter reduziert. In Deutschland wurde das Terminal in Troisdorf geschlossen. Bei den Reisezielen sind Livorno (Italien), Fréjus (Frankreich) und Rijeka (Kroatien) entfallen. Der Zug von Hamburg und Hildesheim nach Salzburg wurde nach München verkürzt. In Alessandria (Italien) und Triest (Italien) wurden dagegen neue Terminals in Betrieb genommen.[6]

Zum Fahrplanwechsel 2010 am 13. Dezember 2009 wurden die gemeinsam von Autozug und City Night Line genutzten Talgo-Schlafwagen durch herkömmliches Wagenmaterial der DB AutoZug ersetzt.[7]

Die Nachtzüge wurden bis zum 31. Dezember 2009 von der Schwestergesellschaft City Night Line CNL AG mit Sitz in Zürich (Schweiz) betrieben. Zum 1. Januar 2010 wurde der gesamte Geschäftsbetrieb, der den Betrieb von Nachtzügen einschließlich sämtlicher damit verbundenen Aktiven und Passiven umfasst, von der DB AutoZug GmbH in Dortmund übernommen. Der Produktname City Night Line bleibt erhalten und der Sitz in Schweiz wurde zu einer Zweigniederlassung.

Zum Winterfahrplan 2012 wurden die Verbindungen nach Bozen, Verona, Triest, Alessandria, Innsbruck, Schwarzach-St. Veith und Avignon ab Berlin-Wannsee eingestellt. Gemäß einem Vorstandsbeschluss wurde die DB AutoZug zum 30. September 2013 aufgelöst und ging in der DB Fernverkehr auf.[2]

Ende 2014 gab die DB Fernverkehr bekannt, keine wirtschaftliche Perspektive für klassische Autoreisezüge zu sehen, und plant deren Einstellung bis 2017. Als Alternative wird das Produkt „Auto+Zug“ auf den Strecken Berlin–München und Düsseldorf–München erprobt, hierbei erfolgt der Autotransport mittels LKW.[8]

Autozug-Terminals[Bearbeiten]

Entladung von Fahrzeugen am Autozug-Terminal in Narbonne
Einfahrt zum Autozug-Terminal in Berlin-Wannsee

Autoreisezüge verkehren innerdeutsch sowie nach Frankreich, Italien und Österreich. In den Autozug-Terminals werden die Autos ver- und entladen. Die mit Autos beladenen Waggons werden dann an Personenzüge angehängt. Die folgenden Terminals sind derzeit im Betrieb:

Für den Betrieb zwischen Niebüll und Westerland bietet DB-Autozug den SyltShuttle mit für diesen Betrieb gebauten Transportwagen, den „Westerland-Einheiten“ an.

Im Oktober 2010 hatte die Bundesnetzagentur, die auch die Aufsicht über den Wettbewerb im Bereich der Eisenbahninfrastruktur hat, der DB-Autozug aufgegeben, Nutzungsbedingungen für die von ihr betriebenen Verladestationen in Niebüll und Westerland aufzustellen. Diese Nutzungsbedingungen ermöglichen den Wettbewerbern der DB-Autozug, die Verladestationen ebenfalls zu nutzen und damit den Hindenburgdamm ebenfalls mit Autozügen zu befahren. Die DB-Autozug hatte gegen diese Entscheidung Widerspruch bei der Bundesnetzagentur erhoben und wollte mit dem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht erreichen, dass sie bis zur abschließenden gerichtlichen Klärung auf den Verladestationen keinen Wettbewerb zulassen muss. Diesen Eilantrag lehnte das Gericht jedoch ab. Die Autoverladestationen in Niebüll und Westerland seien Serviceeinrichtungen, die auch von Mitbewerbern benutzt werden könnten, entschieden die Richter. Das Gericht hielt die Verfügung für rechtmäßig und sah keine besonderen Interessen der DB Autozug, die ausnahmsweise dazu hätten führen können, der Verfügung nicht sofort Folge leisten zu müssen.[9] Wie der Radiosender NDR 1 Welle Nord am 23. Dezember 2010 berichtet, hat die DB Autozug gegen den Beschluss Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt.[10] Am 20. Januar 2011 entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster, dass DB AutoZug Bedingungen festlegen muss, wie die Verladeterminals von anderen Anbietern mitgenutzt werden können.[11]

Ehemalige Autoverladestellen 1984/85: Bremen, Hannover, Hagen-Kabel, Holzwickede, Karlsruhe-Durlach, Kassel, Köln-Deutz (Tief), Kornwestheim-Pbf, Lindau-Reutin, München Ost, Münster (Westf), Nürnberg-Dutzendteich, Saarbrücken, Siegen-Weidenau, Sonthofen, Würzburg

Ehemalige Autoverladestellen 1939: Augsburg, Baden-Baden, Bad Nauheim, Basel, Berlin (Lichtenberg vermtl.), Bonn (Beuel vermtl.) Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Darmstadt, Dresden, Frankfurt (Main), Freiburg, Garmisch-Partenkirchen, Gießen, Göttingen, Halle (Saale), Hannover, Heidelberg, Karlsruhe (Durlach vermtl.), Kassel, Koblenz, Kreiensen, Leipzig, Löhne, Lübeck, Mainz, Magdeburg, Mannheim, Marburg (a.d.Lahn), München, Nürnberg, Sassnitz (auf Rügen), Stettin, Stuttgart, Travemünde, Wesermünde, Wiesbaden und Würzburg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heribert Meffert et al.: Marketing im Turn-around-Management: Fallstudie DB AutoZug GmbH. In: Verkehrsdienstleistungsmarketing. Gabler, Wiesbaden 2000, ISBN 3-409-11555-2
  • Eisenbahn Journal Extra: Autos im Gepäck Udo Kandler, 2011, ISBN 978-3-89610-349-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: DB AutoZug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2008 der DB Mobility Logistics AG (PDF; 1,8 MB)
  2. a b Matthias Pieren: DB Autozug GmbH: Weichenstellung beim Autozug. Stuttgarter Nachrichten, 24. September 2013
  3. Neuer Fahrplan: Ausgeschlafen, geneigt und schneller beim Sprint. In: mobil. Mai 1999, S. 10.
  4. Deutsche Bahn streicht Angebot an Autozügen zusammen. In: Die Welt, 1. November 2007
  5. DB Autozug hat viel mehr Potenzial als gedacht. In: DB Welt, Ausgabe September 2008, S. 7
  6. Meldung Autozug-Angebot „gestrafft“. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe Juli 2008, ISSN 1421-2811, S. 352
  7. Neuer Fahrplan: Mehr Züge nach Hamburg. Im: Der Tagesspiegel Berlin, 18. November 2009
  8.  DB Fernverkehr AG: Präsentation zu Veränderungen im Fernverkehr 2015. 15. Oktober 2014, S. 54.
  9. Pressemitteilung des VG Köln vom 10. Dezember 2010
  10. Hörfunk-Nachrichten der NDR 1 Welle Nord am 23. Dezember 2010
  11. Die Welt: Kein Monopol mehr auf Sylt