Codelco

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Codelco
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Rechtsform Unternehmen in Staatsbesitz
Gründung 1955
Sitz Chile
Leitung Thomas Keller Lippold, CEO
Mitarbeiter ca. 18.000
Umsatz 15,0 Mrd. US$ (2013)[1]
Bilanzsumme 33,4 Mrd. US$ (2013)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Bergbau
Website http://www.codelco.com

Codelco (Corporación Nacional del Cobre de Chile; Eigenschreibweise CODELCO) ist der größte Kupferhersteller der Welt. Er gehört zu 100 Prozent dem Staat Chile. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2004 15 Prozent der chilenischen Staatseinnahmen.

Geschichte[Bearbeiten]

Einer Verstaatlichung der mehrheitlich in US-amerikanischem Besitz stehenden chilenischen Kupferindustrie wurde durch ein 1966 unter Eduardo Frei beschlossenes Gesetz der Weg bereitet. Dieses ermöglichte die Gründung von Gesellschaften mit ausländischen Beteiligten, in denen der Staat die Mehrheit hielt. In der Folge übernahm dieser eine wichtige Rolle in der Kupferproduktion, und die vormalige Verwaltungsbehörde für den Kupferbergbau wandelte sich zu einem Unternehmen.[2]

Am 11. Juli 1971, während der Präsidentschaft von Salvador Allende, gingen durch eine Verfassungsänderung zur Verstaatlichung der Kupferindustrie sämtliche Kupferbergwerke Chiles in Staatseigentum über. Hiermit wurde es dem Staat ermöglicht, ausländische Bergbauunternehmen zu verstaatlichen, falls dies „für die nationalen Interessen erforderlich“ sei.

Unter dem durch den Militärputsch von 1973 an die Macht gekommenen Präsidenten Augusto Pinochet wurde die Verstaatlichung der Kupferindustrie im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftsreformen nicht zurückgenommen; stattdessen wurde eine Konsolidierung angestrebt. Durch Gesetzesbeschluss vom 1. April 1976 wurde die Corporación Nacional del Cobre de Chile (Codelco) offiziell gegründet und übernahm sämtliche (nun staatliche) Unternehmen der Kupferindustrie Chiles.

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise ab 2007 brachen die Ergebnisse von Codelco deutlich ein[3], wodurch der sich seit Jahren vergrößernde Rückstand gegenüber privaten Konkurrenten weiter anwuchs.[4]

Am 1. März 2010 wurden per Gesetz Strukturreformen für das Unternehmen beschlossen, durch die unter anderem die Zusammensetzung des Vorstands geändert wurde.[2][5]

Positionierung auf dem Markt[Bearbeiten]

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Etwa die Hälfte der Kupferreserven Chiles gehören Codelco. Das sind ungefähr ein Fünftel der weltweiten Vorkommen. Im Jahr 2004 produzierte das Unternehmen 1,9 Millionen Tonnen Feinkupfer; 13 % der Weltproduktion. Bei einem Umsatz von knapp 11 Mrd. $ erwirtschaftete Codelco im Jahr 2005 4,9 Mrd. $ Gewinn vor Steuern. Allein im ersten Halbjahr 2006 wurden schon 4,6 Mrd. $ Gewinn verzeichnet, doppelt so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2005 wurde kurzzeitig ein Börsengang in Betracht gezogen, bei dem der Staat jedoch die Mehrheit behalten sollte. Dies wurde aber nach der Wahl von Michelle Bachelet zur chilenischen Ministerpräsidentin im Januar 2006 nicht mehr debattiert. Codelco profitiert stark von dem Boom in der Volksrepublik China. Die wachsende Nachfrage trieb die Kupferpreise nach oben und sicherte die Auftragslage.

Im I. Quartal 2010 stieg die produzierte Kupfermenge trotz des schweren Erdbebens in der Region um 12.000 Tonnen auf insgesamt 402.000 Tonnen. Daneben förderte Codelco 4.000 Tonnen Molybdän. Der Codelco-Vorstand rechnet damit, 2010 1,7 Mio. Tonnen Kupfer zu produzieren.

Vorgestellt wurden die Zahlen von Diego Hernandez, dem neuen CEO. Der Vorsteuergewinn stieg stark von 275 Mio. im Vorjahr auf 1,48 Mrd. US Dollar in 2010 infolge der deutlich gestiegenen Kupferpreise. Codelco gibt seine Gewinne komplett an den chilenischen Staat weiter. Das Unternehmen reformiert sich und der Einfluss von Politik und Staat wird geringer. Anders als seine Vorgänger hat Pinera nicht mehr das Recht den Vorstandsvorsitzenden von Codelco zu bestimmen (sondern nur noch den sog. Chairman).

Internationale Expansion[Bearbeiten]

Das Unternehmen besitzt Bergwerke in Argentinien, Chile, Peru, Kanada, Pakistan und den USA. 2001 hat Codelco zusammen mit der kanadischen Noranda den Kupferproduzenten Río Algom für 800 Millionen US-Dollar gekauft. Codelco erkundet das Regenwaldgebiet Intag in Ecuador.[6][7]

Bergwerke[Bearbeiten]

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Chuquicamata, das größte Kupferbergwerk der Welt

Chuquicamata ist der größte Tagebau der Welt. Er liegt etwa 15 km nördlich der Stadt Calama und wurde 1910 eröffnet.

El Teniente ist das größte Bergwerk der Welt. Es liegt etwa 80 km südlich von Santiago de Chile in Sewell. Die Gesamtlänge der aufgefahrenen Grubenbaue beträgt etwa 2400 Kilometer. Sie ist seit 1904 in Betrieb.

Weitere Bergwerke sind:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Codelco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss 2012 (spanisch), codelco.com, abgerufen am 12. Mai 2014.
  2. a b Codelco: About Us – History
  3. Codelco: About Us – Figures
  4. Reviving Codelco. The Economist, 21. Oktober 2010, abgerufen am 25. Juni 2013
  5. Codelco's New Corporate Governance (PDF; 441 kB)
  6. Habitantes de Íntag preocupados por la exploración minera. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (spanisch).
  7. Susy Garbay: Participación y activismo: La población de Intag frente a la explotación minera. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (PDF, 80KB, spanisch).