Collegium Aureum

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Collegium Aureum war der Name eines 1962 gegründeten und bis zu seiner Auflösung in Köln ansässigen Kammerorchesters.

Das Collegium Aureum entstand auf Initiative der Freiburger Produktionsfirma Deutsche Harmonia Mundi als freie Vereinigung hochqualifizierter und bekannter Instrumentalsolisten, die sich das Ziel gesetzt hatten, Musikwerke des 17., 18. und (ab 1976) auch des beginnenden 19. Jahrhunderts zur Erzielung eines sogenannten „gerechten Klangbildes“ für die Schallplatte zu produzieren. Die Mitglieder des Ensembles wollten ihren eigenen Beitrag zur Wiederbelebung der Historischen Aufführungspraxis leisten und ausprobieren, wie die Musikwerke sowohl der Alten Musik als auch der Klassik und frühen Romantik klingen, wenn sie auf alten Instrumenten, mit alter Spieltechnik, und stets in stilgerechten Räumen aufgeführt werden. Im Fuggerschloss zu Kirchheim in Schwaben fanden die Musiker eine akustisch geeignet erscheinende Wirkungsstätte zum Proben und Produzieren. Im Zeichen des Goldenen Schnittes des aus der Renaissance stammenden Zedernsaales im Schloss Kirchheim fanden sich die musizierenden „Kollegen“ zusammen zum goldenen Kollegium, dem Collegium Aureum, wie sie sich fortan nannten.

Im Jahre 1962 erschienen die ersten Aufnahmen auf dem Schallplattenmarkt. Öffentliche Konzertveranstaltungen folgten, bald auch Produktionen bei Funk und Fernsehen. In den folgenden Jahren verschaffte sich das von Konzertmeister Franzjosef Maier als primus inter pares angeführte Collegium Aureum einen weltweiten Ruf. Konzertreisen führten nach England, Frankreich, Japan, Lateinamerika, Nordafrika, die Niederlande, die damalige UdSSR und die Staaten des Mittleren Ostens.

Bekannte Ensemble-Angehörige waren u.a. Gustav Leonhardt (Cembalo), Hans-Martin Linde (Flöte), Franz Beyer (Viola), Reinhard Goebel (Violine) und Wolfgang Preissler (Pauken).

Die in über drei Jahrzehnten entstandene umfangreiche Diskografie belegt den künstlerischen Rang dieses Spezialensembles. In den 1990er Jahren löste sich das Ensemble allmählich auf.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Jan Reichow: Wie alte Musik neu wurde und ferne Musik allmählich näher kam. 2005

Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre.. 2. Auflage. dtv, München 1997, ISBN 3-423-32501-1.
  • Robert Strobl: Geschichte der historischen Aufführungspraxis in Grundzügen. Teil II: Von 1970–1990. Pro Musica Antiqua, Regensburg 1992.

Weblinks[Bearbeiten]