Cook off

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Als Cook off (engl. auch cooking off) bezeichnet man die selbständige Zündung einer Patrone in dem überhitzten Patronenlager. In diesem wird bei Feuerwaffen die Patrone gelagert und durch den Schlagbolzen gezündet. Durch mehrfaches Abfeuern innerhalb kurzer Zeit, besonders bei automatischen Waffen, kann sich das Patronenlager so weit erhitzen, dass der Zünder der Patrone nicht durch den Schlagbolzen, sondern spontan durch die Hitze zündet und sich ungewollt ein Schuss löst.

Zur Reduzierung von Ladehemmungen durch das Festbrennen der Patronenhülsen nach der Zündung und zur Vermeidung des Cook off kann das Patronenlager mit Entlastungsrillen versehen werden. Dadurch kommt nicht die komplette Oberfläche der Patrone mit dem Patronenlager in Kontakt. So wird die Übertragung von Hitze verringert und das Ausziehen der Patronenhülse wird erleichtert. Eine weitere Maßnahme zur Verhinderung des Cook off ist die Modifikation/Konstruktionsänderung von Abzugssystemen automatischer Waffen. Hierbei wird die Möglichkeit zur vollautomatischen Schussabgabe (Dauerfeuer) auf drei bis fünf Schuss begrenzt (Reihenfeuer / Burst).

Unabhängig von der Selbstzündung von Patronen wird der Begriff „Cook off“ auch für die selbstständige Zündung von anderen Munitionsarten, insbesondere von Bomben verwendet. Diese geschieht ebenfalls durch die Einwirkung von großer Hitze auf den Sprengkörper, meist infolge eines Brandes, dem die Munition für eine gewisse Zeit ausgesetzt ist. Bekanntes Beispiel für einen durch Selbstzündung ausgelösten Unfall ist die Forrestal-Katastrophe, bei der alte Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die einem Kerosinbrand ausgesetzt waren, zur Explosion kamen. Moderne, konventionelle Bomben können in der Regel für mehr als drei Minuten einem Kerosinbrand ausgesetzt werden, bevor die Hitze die Bomben zur Explosion bringt. Bei den eher primitiven Fliegerbomben des Zweiten Weltkriegs war diese Zeitreserve weniger als halb so groß, was zu einer weit geringeren Reaktionszeit für die Brandbekämpfung führte.

Ebenfalls unter die Bezeichnung „Cook Off“ fällt die Technik, eine Handgranate nach dem Zünden der Verzögerungsladung noch kurze Zeit in der Hand zu behalten, um sie über dem eigentlichen Ziel oder mit geringerer Reaktionszeit für das Ziel detonieren zu lassen.